Vierter Hauptabschnitt. Gebiete der inneren Verwaltung. $ 247. 1459

bauten werden aus Kap. 96 Tit. 9 gedeckt — verhältnissmässig recht
hohe sind, ist schon in den $8 210 ff. näher ausgeführt worden.
Hier möge die Gesammtsumme, welche der Staat seit 1870 im Extraordinarium
 für Strafanstalten bereitgestellt hat, noch rekapitulirt
werden. Sie betrug im Ganzen nicht weniger wie rund 31,3 Mill. M. Die
Vertheilung auf die einzelnen Jahre ergiebt Anl. XCVI.
In neuerer Zeit ist die Staatsregierung, ähnlich wie bei der Landgensdarmerie
 und den Unterbeamten anderer Ressorts ($ 194), auch
zu einer Vermehrung der Zahl der Dienstwohnungen für die Unterbeamten
 der Strafanstaltsverwaltung übergegangen. Im Extraordinarium
 für 1899 wurden zu diesem Zweck 107900 M. für je 2
in Ziegenhain, Werden, Siegburg, Aachen und Cronthal zu errichtende
Wohnhäuser bereitgestellt.
Dabei wurde ausgeführt: Die Schwierigkeiten, mit denen die Gewinnung eines geeigneten
 und zuverlässigen Aufsichtspersonals für die Strafanstalten und Gefängnisse verbunden
ist, steigern sich von Jahr zu Jahr. Am meisten macht sich dieser Missstand bei den in
den grösseren Städten und Industriecentren des Westens, sowie in einzelnen kleineren
Orten des Ostens belegenen Anstalten bemerkbar, und zwar vornehmlich deshalb, weil die
Beamten dort geeignete Wohnungen nur sehr schwer und nur zu einem Preise erlangen
können, der den Betrag der Miethsentschädigung erheblich übersteigt, Dabei ist es den
Beamten, die sich meist mit ganz minderwerthigen Wohnungen begnügen müssen, oft nicht
möglich, in der Nähe der Anstalt ein Unterkommen zu finden, wie dies im dienstlichen
Interesse dringend erwünscht ist,
Es ist deshalb eine Vermehrung der Zahl der Dienstwohnungen für die Unterbeamten
der betreffenden Anstalten in Aussicht genommen Für die Ausführung ist die einfachste
Form der Dienstwohnung, das eingeschossige Zweifamilienhaus gewählt
An weiteren Summen sind zu gleichem Zwecke zur Verfügung
gestellt 1900: 77 230 M., 1901: 88 400 M., 1902: 147 500 M. — darunter
17200 M. für Wohnungen von 2 Oberbeamten in Luckau —, 1908:
37000 M., im Ganzen also 458050 M., welche übrigens in der Summe
von 31,83 Mill. M. mitenthalten sind.
Die Strafanstaltsverwaltung geht gegenwärtig von dem Grundsatze
 aus, dass bei Neubauten, sofern es die Grösse des Bauplatzes
nur irgend gestattet, für %/,. der Unterbeamten Dienstwohnungen erbaut
werden; jedes Jahr wird ein nicht unerheblicher Betrag zum Bau
von Wohnungen für Unterbeamte bei den älteren Anstalten in das
OÖrdinarium des Etats bei Kap. % "Lit. 9 in den Etat eingestellt.
Wenn das Gelände ausreicht, so werden die Wohnungen in eingeschossigen Zweifamilienwohnhäusern
 eingerichtet; erfahrungsgemäss wird dadurch das Wohlbefinden der
Familie und der Friede unter den Beamten am besten gesichert. Mit der Wohnung ist
stets ein Stück Gartenland mit einem Flächeninhalt bis zu 6 a verbunden. Die Wohnungen
umfassen mindostens einen grösseren und zwei kleinere heizbare Räume, Küche und Nebengelass;
 in den eingeschossigen Zweifamilienhäusern wird noch ein Zimmer im Dachgeschoss
eingerichtet. Die Grundfläche der Wohnung umfasst 60—70 qm.
Das in Wohnungen angelegte Kapital verzinst sich durch den.Wegfall der Mieths-Sntschädigung
 mit 2'/4-—3'/, pCt.