IX. Deutscher Reichs- und Preussischer Staatsanzeiger. $$ 3683—367. 15837

1874 machten die Insertionsgebühren mit 189000 M. rund 68 pCt.
der Gesammteinnahme aus, 1903 mit 820000 M. rund 83 pCt.
Die starke Inseratenzunahme hatte ihren Grund u. A. in der Ausdehnung
 des Central-Handelsregisters auf alle Bundesstaaten, ferner:
in den durch die Reichsgesetzgebung in den Jahren 1875 und 1876 dem
Reichs- und Staatsanzeiger überwiesenen amtlichen Publikationen des
Zeichen- und Musterregisters.
Besonders waren es sodann die neuen Justizgesetze Ende der
70er Jahre, das Ges. v. 14. Juli 1884 betr. Aktien- und Aktien-Kommanditgesellschaften,
 das Gesetz über die Erwerbs- und Wirthschaftsyenossenschaften
 vom Jahre 1889, endlich das neue Bürgerliche und
Handelsgesetzbuch, welche die Zahl der Inserate ausserordentlich
steigerten. Die vorübergehende Verminderung in Folge der Eisenbahnverstaatlichung
 fiel demgegenüber nicht ins Gewicht.

&amp; 365. Kap. 25h Tit. 3 enthält: Sonstige Einnahmen (für einzelne
Aücke des Reichs- und Staatsanzeigers und der Nebenblätter, für
Makulatur, Zahlung eines Unterbeamten für Feuerungsmaterial ete.)
ınd stellt sich für 1908 auf 5300 M.
Bis zum Jahre 1877/78 erschien unter den Einnahmen als Tit. 4
auch noch ein Zuschuss aus der Reichskasse (1876: 7500 M.), seitdem
war ein solcher nicht mehr erforderlich, das Reich erhält vielmehr
säinen Antheil an dem Ueberschuss nach gleicher Quote aus
Kap. 53 Tit. 11 der Ausgabe.

Ausgaben (Kap. 59 des Ausgabeetats).

8 366, Unter den Ausgaben bildet den Hauptvosten Kap. 59 Tit. 6
‚Für Satz, Druck und Papier“.
Dieser Titel, auf welchem 1874 bereits 220200 M. ausgeworfen
waren, ist seitdem bis 1908 auf 565 000 M. angewachsen, hauptsächlich
in Folge des starken Zuwachses von Inseraten ($ 364), zum Theil auch
durch Steigerung der Satzlöhne (vgl. Etatserläuterungen 1891/92).
Ursprünglich wurde das amtliche Blatt Buchhändlern nur in Druck
yegeben.
Vom 1. Januar 1828 ab erschien die „Allgemeine Preussische
Staatszeitung“ für Rechnung und auf Kosten des Staats, den Druck
besorgte vom 1. Juli 1841 ab die Decker’sche Geheime Ober-Hofbuch-Iruckerei.
 Vom Januar 1873 ab bis heute wird er von der Norddeutschen
 Buchdruckerei vorgenommen.

$ 867. Die Besoldungen stiegen von 1874 zu 1885/86 nur von
21450 M. auf 27300 M., haben sich aber von da bis 1908 auf
70950 M. erhoben, was in Stellenvermehrungen und Besoldungsauf-Jesserungen
 seinen Grund hatte.