IT. Abschnitt. I Kapitel Persönliche Ausgaben. $$ 65, 66. 1645

gewährten ausserordentlichen Remunerationen und Unterstützungen
hierher übertragen. Die sich somit ergebende Summe von 221 800 M.
wurde im nächsten Jahr mit 97 900 M. zu „Remunerationen und Unterstützungen
 für Kanzlei- und Unterbeamte“ (Tit. 8), mit 62600 M. zu
Remunerationen für mittlere Beamte (Tit. 8a) und mit 61300 M. zu
Unterstützungen für höhere und mittlere Beamte bestimmt. Der
letztere Betrag wurde 1900 um 8000 M., welche, wie oben im $ 63
erwähnt, vom Tit.6 abgenommen wurden und 1901 um vom Tit. 8
übertragene 4500 M. verstärkt.
Der letzte Titel der persönlichen Ausgaben findet sich in gleicher
Höhe (3000 M.) von jeher in dem Etat. Doch ist seine Bestimmung
erweitert worden: früher nur zu Zulagen für Verwaltungsbeamte
 deutscher Abkunft in der Provinz, welche die pol-Nische
 Sprache erlernen resp. derselben mündlich und
Schriftlich mächtig sind, dienend, ist er nach Inaugurirung einer
energischeren Polenpolitik 1897/98 auch zur Bestreitung der Kosten
eines polnischen Unterrichtskursus für Subalternbeamte deutscher Abkunft
 bei Verwaltungsbehörden in der Provinz Posen, 1900 auch zu
Remunerationen an Subalternbeamte für erfolgreiche Theilnahme an
liesem Kursus bestimmt worden.

$ 66. Wie die Anlage CVILB zeigt, ist in dem kurzen Zeitraum
von 1869 bis 1874 beinahe eine Verdoppelung der „anderen persönlichen
 Ausgaben“ eingetreten, während von 1874 bis 1902 die Zunahme
nur etwa 50.Proz. betrug. Der Grund dieser auffallenden Erscheinung
liegt vorzugsweise in den im 8&amp; 64 erwähnten wiederholten Aufbesserungen
 der Diäten der Bureau-, Kassen- und Kanzleidiätare: diese
Massnahmen beanspruchten einen Mehraufwand von ca. 600 000 M.,
wovon allerdings ein Theil durch Ersparnisse und durch Uebertragung
der Besoldungen überzähliger Beamter von den Hilfsarbeiter- auf
lie Besoldungsfonds ausgeglichen wurde. Aber in demselben Zeitraum
stieg auch der Assessorenfonds um mehr als 300 000 M.
Gegenüber dem Jahre 1859 bedeutete die Summe der anderen
Persönlichen Ausgaben 1869 eine Steigerung um einige 40 Proz., und
Zwischen 1849 und 1859 war die prozentuale Zunahme fast die gleiche,
Die Ausgabesteigerung der 60er Jahre resultirte insbesondere aus den
Besoldungserhöhungen und den Beamtenvermehrungen infolge Er-Weiterung
 des Staatsgebiets.,
Im Interesse der Vergleichbarkeit haben wir für die Jahre 1869 bis 1879/80 die in
der Anlage verzeichneten Ausgaben für Depositenkassen und KRechnungskommissionen
AMsser Betracht gelassen. Die für die Hinterlegung von Geld zuständigen besonderen
Dopositenkassen waren 1861 in Cöln und 1569 in Kassel errichtet worden; nach Erlass
der Hinterlegungsordnung y. 14. März 1879 fielen sie infolge Uebertragung ihrer Geschäfte
auf die Regierungs-Hauptkassen fort. Rechnungskommissionen waren 1867 als ein
Vorübergehendes Institut zur Prüfung und Dechargirung der Staatshaushaltsrechnungen der
Neuen Landestheile bis Ende 1866 je eino für Hannover, Hessen, Nassau und Schleswig-Holstein
 errichtet worden. Dieselben beendeten 1870 ihre Geschäfte und verschwanden