(658 MI. Hauptabschnitt. Die Einnahmen und Ausgaben des Finanz-Ministeriums,

IV. Abschnitt.

Die Ausgaben und Einnahmen der Verwaltung des
Thiergartens bei Berlin.
I. Kapitel.
Die Ausgaben für die Thiergartenverwaltung.
(Staatshaushaltsetat Kap. 61.)
$ 74. Wenn wir jetzt bereits auf die Verwaltung des Berliner
Thiergartens übergehen, so weichen wir damit von der Reihenfolge
des Etats ab. Denn im Etat des Finanz-Ministeriums sind die Ausgaben
 für die Thiergartenverwaltung (Kap. 61) zwischen die auf die
Rentenbanken folgenden Wittwen- und Waisen-Verpflegungsanstalten
(Kap. 60) und die Wartegelder, Pensionen und Unterstützungen ete.
(Kap. 62) geschoben. Wir weichen hiervon um deswillen ab, weil
einmal die Thiergartenverwaltung eine vom Finanzminister ressortirende
 Spezialverwaltung ist, die Wittwen- und Waisen-Verpflegungsanstalten
 dagegen Beamten aller Verwaltungszweige dienen, weil
ferner die Thiergartenverwaltung eine einer der in den Kap. 58 und 59
dotirten Provinzialbehörden, der Ministerial-, Militär- und Baukommission,
 nachgeordnete Lokalbehörde ist, und weil endlich die
Wittwen- und Waisen-Verpflegungsanstalten in engem Konnex mit
den im Kap. 62 ausgebrachten Wittwen- und Waisengeldern stehen.
Der Thiergarten bei Berlin, im Westen dieser Stadt vom
Brandenburger Thor bis zur Nachbarstadt Charlottenburg sich erstreckend,
 war ursprünglich ein eingegatterter Wildpark der Kurfürsten,
 bis ihn Friedrich I. zum Park umwandelte, worauf er unter
Friedrich Wilhelm II. durch Lenne eine Neugestaltung erfuhr und
dem Publikum geöffnet wurde. Neuerdings hat er auf Initiative der
Krone eine abermalige Umgestaltung erfahren, indem der überwiegende
 Baumwuchs, namentlich das Luft und Licht beeinträchtigende
und geeigneten Unterschlupf für allerhand Gesindel bietende allzu
üppig wuchernde Unterholz mehr eingeschränkt worden ist, wodurch
insbesondere grössere und besser gedeihende Rasenflächen gewonnen sind,
sodass der T’hiergarten heute mehr den Charakter eines englischen Parkes
hat, Mit seinen ca. 225 ha, wovon 22 ha, dıe frühere Fasanerie,
später dem Zoologischen Garten zur Benutzung überlassen sind, ist er
der grösste öffentliche Park Berlins und dadurch von grösster sanitärer
 Bedeutung für die Stadt, „die Lunge Berlins“, und das, was für
Wien der freilich ungleich grössere Prater, für Paris das Bois de
Boulogne, für Budapest das Stadtwäldehen, für Stockholm der Djurgarden,
 für Dresden der Grosse Garten, für München der Englische
(4arten ist.