1662 IH. Hauptabschnitt Die Kinnahmen und Ausgaben des Finanz-Ministeriums,

sind doch die letzteren keineswegs unbedeutend. In der Hauptsache
bestehen sie aus Pächten für einzelne Parzellen und für die Nutzung
seiner Gewässer zur Fischerei, als Kisbahn, zur Eisentnahme und zur
Bootschifffahrt, aus Miethen für Gebäude, aus Holznutzungen, aus
Abgaben der den "’hiergarten durchschneidenden Strassenbahnen, aus
Stättegeldern, Rekognitionszinsen und sonstigen Abgaben für die Erlaubniss
 zur Aufstellung von Baulichkeiten und sonstige Benutzung
des fiskalischen Terrains.
Für 1902 waren vorgesehen: Pacht vom Kronfideikommiss für einige Parzellen bei dem
früher Krollschen Etablissement, jetzigen „Neuen Königlichen Operntheater‘ 20 000, Pacht
für den sogenannten „Sportplatz des Westens“ („„Westeisbahn‘‘) am Bahnhof „Zoologischer
Garten“ 25 000, Pacht für verschiedene andere Parzellen etc. 7270, Fischerei- und Eispacht
15.000, Pacht für Ausübung der Bootschifffahrt 6250, Jagdpacht 8,5, Miethe für eine Villa
14 000, Erlös aus Holz 3400, aus Pflanzen, Gehölzen und Gras 166, Obstpacht 30, Stättegeld
 2685, von den Strassenbahngesellschaften für Benutzung fiskalischen Geländes als
Beitrag zu den Verschönerungskosten 6000, für Krlaubniss zur Aufstellung von Wärterhäuschen
 dieser Bahnen und von Trinkhallen, Bedürfnissanstalten u. dergl. 705,5, sonstige
Kekognitionszinsen 82, von den Beamten für Feuerungsmaterial und Wasserentnahme
196,9, verschiedene Einnahmen 105,4 M.
Der Gesammtbetrag der Einnahmen, die in it. 13 des Kap. 27
des Etats „Einnahmen des Finanz-Ministeriums“ erscheinen, ist, wie
die Anlage CVILC erweist, in noch stärkerem Verhältniss wie die
Ausgaben gestiegen, von 838000 M. im Etat für 1879/80 bis auf
133 350 M. 1901, worauf er freilich bis auf 106200 M. für 1908 zurückgegangen
 ist. VUeberwiegend haben zu der Steigerung der
Einnahmen die Mehrerlöse bei der Verpachtung von Grundstücken
und von Nutzungen der Gewässer beigetragen, weshalb denn die
Steigerung, je nachdem Neupachtungen stattfanden, vielfach eine
ziemlich sprungweise war. Die Holzerlöse haben nur in den letzten
Jahren durch die Ausholzungen einen erheblicheren Einfluss ausgeübt:
für 1901 waren 27500, für 1902 nur noch 3400 M. vorgesehen. Die
Pachteinnahmen haben nur einmal, 1897/98 einen erheblichen Rückschlag,
 17660 M. erfahren, vorzugsweise dadurch, dass bisher verpachtete
 Flächen an der Hasenhaide verkauft wurden, und zwar sehr
zünstig, für 1900000 M. .
Immerhin steht seit 1879/80 einer Vermehrung der Ausgaben um
nicht ganz 100 Proz. eine solche der Einnahmen um fast 180 Proz.
gegenüber. Eine erhebliche Verminderung der letzteren würde freilich
 eintreten, wenn das jetzt für 25000 M. verpachtete Gelände am
Bahnhof Zoologischer Garten als Baugelände für fiskalische Bauten
in Anspruch genommen würde. Uebrigens entspricht jene Pacht von
25000 M. nicht entfernt dem Werthe des Terrains (290 ar) als Baugelände.

Die Einnahmen der Thiergartenverwaltung könnten ungleich höher sein, wenn der
rund und Boden des Zooloyischen Gartens diesem nicht unentgeltlich zur Benutzung
 überlassen worden wäre, Als es sich im Jahre 1841 (Kab.-O. v. 8 Sept.) darum
handelte, dieses Unternehmen zu begründen, waren dessen Aussichten so zweifelhaft, dass