1860 11T, Hauptabschnitt. Die Ausgaben der Justizverwaltung.

105 Räthe und etatsmässige Assessoren, von denen 12 als Kronanwälte
und 15 als Substitute solcher fungirten, 26 Sekretäre, 29 .Kanzlteiexpedienten,
 3, seit 1869 4 — auf dem Aussterbeetat stehenden —
Kanzlisten und 39 Gerichtsvögte. Die dortigen Amtsgerichte
waren besetzt mit 241 Amtsrichtern, 172 Aktuarien, 235 Gerichtsvögten
 und 160 Gerichtsdienern einschliesslich der im Etat von ihnen
nicht getrennten Gefangenenwärtern. So ergab sich für die neuen
Landestheile eine Beamtenschaft von 861 richterlichen, 56 staatsanwaltschaftlichen,
 590 Bureau- und Kassen-, 59 Kanzlei- und 889
Unterbeamten.
Bei den Gerichten IL und I. Instanz in den alten Provinzen wurde
durch die Etats für 1868 und 1869 der Personalbestand vermehrt um
1 Appellationsgerichtsrath und 1 Bureauassistenten bei den Appellationsgerichten,
 1 Landgerichtsrath im Cölner Departement, 26 Stadt- und
Kreisrichter, 4 Vorsteher bei den durch Ges. v. 21. März 1868 in Neuvorpommern
 und Rügen eingeführten Hypothekenämtern, 5 Sekretäre,
1 Depositalrendanten, 1 Kalkulator, 5 Assistenten, 17 Boten. und
Exekutoren bei den Stadt- und Kreisgerichten; 3 Friedensrichter und
-Gerichtsschreiber im Rheinland, vermindert um .2 bezw... 1 Kanzlisten
bei den Appellations- und Kreisgerichten.
Nach dem Etat für 1869 ergab sich somit für die Gerichte allerInstanzen
des ganzen Staates ein Bestand von 4 277 richterlichen, 294 staatsanwaltschaftlichen,
 40667 Subaltern-, 484 Kanzlei- und 4121 Unterbeamten.
Die Ausstattung der neuen Landestheile mit Gerichten und Justizbeamten
 erwies sich alsbald als überreichlich, sodass dort nach und
nach eine Anzahl von Stellen eingezogen wurden. Auch in den alten
Provinzen konnten einige wenige Kreisgerichte aufgehoben und bei
anderen der Beamtenbestand vermindert werden. Andererseits aber
nahmen anderwärts, zumal in Berlin und Umgegend, im Rheinland
und in Frankfurt a. M. die Geschäfte so bedeutend zu, dass jene Ersparnisse
 weit übersteigende Vermehrungen von Stellen. erfolgen
mussten. So wurden allein 1876. u, A. einige 20 Stadt- und Kreisrichter-
 und 11 Staatsanwalts- und Staatsanwaltsgehülfenstellen, davon
10 bezw. 6 für das Berliner Stadtgericht, bewilligt. Dazu kam, dass
[872 die bisher auf dem besonderen, nun aufgelassenen Etat tür die
Hohenzollernschen Lande stehenden Beamten des Kreisgerichts im
Hechingen und 1876 infolge der Vereinigung Lauenburgs mit der
Preussischen Monarchie die dortigen Beamten hinzutraten. Immerhin
hielt sich, wie die Anlage CXI zeigt, die Vermehrung der höheren
Beamten in ziemlich bescheidenen Grenzen. Weit erheblicher. war
die der Bureaubeamten I. Klasse, die hauptsächlich in die Jahre 1873
und 1874 fällt und damals bedingt war durch die Durchführung des
Grundsatzes, dass. 2%, aller dauernd erforderlichen Bureaubeamtenstellen
 etatsmässig und von ‚diesen 2/, wieder ?/, mit Sekretären und
aur- '/, -mit ‚Assistenten besetzt sein sollten. wesshalb denn .auch die