1902 HL. Hauptabschnitt. Die Ausgaben der Justizverwaltung.

$ 93. Die Gerichtsreorganisation am 1. Okt. 1879 liess die Verhältnisse
 der Gefängnissbeamten unberührt. Dagegen wurde in den
80er Jahren in Kinzelheiten an deren Besoldungen bald bei diesen,
bald bei jenen Beamten geändert. Dadurch verschwanden manche
Ungleichmässigkeiten zwischen Beamten derselben Kategorie. Andererseits
 kamen durch die Einrichtung weiterer Gefängnisse neue hinzu.
Es würde zu weit führen, dem hier im Einzelnen nachzugehen, und wird
genügen, das Ergebniss einer 10jährigen Entwickelung nach dem Etat
der Justizverwaltung für 1890/91 ohne Berücksichtigung der damals
aus Fonds des Finanz-Ministeriums eintretenden Erhöhungen in folgender
Tabelle der Besoldungen unter Weglassung der Aussterbegehälter,
Lokal- und Funktionszulagen und Miethsentschädigungen zur Darstellung
 zu bringen:
Direktoren: 5400 (Plötzensee), 4800 (Moabit und Stadtvogtei), im Uebrigen 3600—4800
i, D. 4200 M.
Geistliche: 2400 —3600 i. D. 3000 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), 3000 (Glückstadt und
Hannover), 2400 (Preungesheim).
Inspektoren und Rendanten: 2100 —3300 i. D. 2700 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), 2100
bis 2400 iD. 2250 (Glückstadt, Hannover, Frankfurt), 1800 M. bei den übrigen
Gefängnissen.
Ingenieur: 2700 M.
Lehrer: 1500—2100 i. D. 1800 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), 2100 (Hannover), 1800
(Preungesheim), 1500 (Glückstadt), 1350 (bei einem Gerichtsgefängniss).
Sekretäre: 1800—2100 i. D. 1950 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), 1800 (Glückstadt und
Hannover).
Assistenten: 1500 M.
Hausväter: 1400 (Plötzensee und Moabit), 1200—1600 i. D. 1400 (Stadtvogtei), 1245
(Hannover und Preungesheim), 1200 (Glückstadt), 1140—1350 i. D. 1245 M. (andere
Gefüngnisse).
Öberaufseher: 1200—1350 i. D. 1275 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), 1200 (im Uebrigen).
Maschinenmeister, Maschinisten, Gasmeister: 1200—1500 M. i. D. 1350 M.
Werkmeister, Küchenmeister, Waschmeister: 1200—1350 i. D. 1275 (Plötzensee, Moabit,
Stadtvogtei), 1200 (übrige „besondere Gefängnisse“), bei anderen Gefängnissen Werkmeister
 960—1200 i. D. 1080, Küchenmeister 930 M.
Aufseher: 900—1200 i. D. 1050 (bei den besonderen Gefängnissen ausser Beuthen i. O.-S.)
im Uebrigen 800—1200 i. D. 1000 M.
Öberaufseherinnen: 1050 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), sonst 825 M.
Lehrerin: 800 M.
Aufseherinnen: 660—900 i. D. 780 (Plötzensee, Moabit, Stadtvogtei), sonst 600—660 i. D-630
 M.

Im Allgemeinen stimmten somit wenigstens bei den zahlreicher
vertretenen Unterbeamten die Gehälter insoweit überein, als nur noch
zwischen den 3 Berliner Anstalten und den übrigen Gefängnissen
oder zwischen den besonderen Gefängnissen und den übrigen ein
Unterschied gemacht wurde. Dagegen bestanden freilich bei einzelnen
Beamtenkategorien noch Verschiedenheiten fast zwischen jeder der
besonderen Anstalten. Durch die Besoldungsaufbesserungen des
Jahres 1890/91 wurden die Inspektoren der auf dem Etat der Gerichte
stehenden Gefängnisse auf 1800—2400 i. D. 2100 M. erhöht, die sämmt-