TI. Abschn. (2. Unterabschn.). V. Kap. Die Land- und Amtsgerichte, $$ 167, 168. 1961

5 168, In weit stärkerem Verhältnisse noch wie der Tit. 18 ist
seit 1885/86 der allgemeine Diätenfonds Tit. 20 angeschwollen
ırotz der Schaffung so überaus zahlreicher neuer etatsmässiger
Stellen. Schon 1887/88 und 1888/89 wurden ihm wegen der Unzulänglichkeit
 seiner bisherigen Dotation von 1201200 M. 268 800 M.
und 200000 M. zugelegt. Dann endlich glaubte man in der Errichtung
 neuer etatsmässiger Stellen soweit gelangt zu sein, nunmehr
 diesen Fonds kürzen zu können: 1889/90 wurden 110000 M. und
im nächsten Jahre weitere 40000 M. abgesetzt. 1891/92 aber setzt
eine mit Ausnahme des Etatsjahres 1894/95, wo die Bewilligung neuer
atatsmässiger Richter, Staatsanwälte und Unterbeamten Anlass gab,
den Fonds um einige wenige Tausend Mark, 16700 M., zu kürzen,
ınunterbrochen bis 1900 fortdauernde, im Kinzelnen aus der Anlage
 CVIIL zu ersehende Mehrbelastung des Titels ein, sodass er 1900
8in Erforderniss von 4536000 M. erreichte. Von dem Mehrbedarf für
1891/92 (358 500 M.) wurde allerdings etwa der vierte Theil durch
Diätenerhöhungen, zu denen die Mittel aus dem vorjährigen Nachtragsetat
 des Finanz-Ministeriums übergingen, verursacht, 1893/94
gingen, wie im $ 166 erwähnt, für die ständigen Hülfskräfte im Unterbeanıtendienst
 181550 M. von dem aufgelösten Tit. 7 auf Tit. 20 über.
Im Uebrigen war der Anlass der Mehrbewilligungen stets der gleiche:
die Geschäftszunahme, zu der nicht wenig die Einführung der Grundbuchordnung
 in der Rheinprovinz und die Umgestaltung des bürgerlichen
 Rechtes beitrug, verlangte so viel mehr ständige und nicht
ständige Hülfskräfte, dass die Kosten für diese durch die Ersparnisse in
Folge Kreirung etatsmässiger Stellen nicht aufgewogen wurden. Waren
doch 1901 vorgesehen an ständigen Hülfsarbeitern im Bureau- und
Kassendienst 1029, im Unterbeamtendienst 280 gegen 512 und 252 im
Etat für 1894/95, sodass sich also die Zahl der kostspieligeren im
Bureau- und Kassendienste reichlich verdoppet hatte, und für nichtständige
 Hülfskräfte waren wirklich verausgabt im Durchschnitt der
beiden letzten KEtatsjahre, deren Ergebnisse bei Aufstellung des Etats
für 1901 vorlagen, 3632500 M. gegen nur 8104521 M. 1894,95. Mit
lem Etatsjahr 1900 ist endlich diese Aufwärtsbewegung vorläufig zum
Stillstand gekommen. Aber schon die Erläuterungen zum Etat für
[903 rechnen heraus, dass unter Zugrundelegung des zweijährigen
Durechschnitts und unter Berücksichtigung des Umstandes, dass durch
3Zewilligung neuer Stellen 452500 M. frei werden, doch für den Titel
4763 460 M. erforderlich wären; von der Einstellung des Mehrbedarfes
von somit 227 460 M. ist nur abgesehen, weil er zum grossen Theil
durch Kinführung des Grundbuches in Nassau veranlasst und daher
nicht dauernder Natur sei.
Die Zahl der ständigen Hülfsarbeiter beträgt 1903 im Bureauünd
 Kassendienst 1081, im Unterbeamt:ndienst 280. Die Diätensätze
der Bureau- und Kassenhülfsarbeiter betragen in Berlin im ersten