1968 IT. Hauptabschnitt. Die Ausgaben der Justizverwaltung.

10151 720 M., also um ca. 13'/, Proz., von da bis 1903 um mehr als
das Doppelte, um reichlich 27'/, Proz., und der Etat für 1891/92 sah
überhaupt nur etwa 28 Mill. M. mehr vor als derjenige für 1885/86.
Der objektive Beurtheiler solcher Zahlen wird in ihnen keine Bestätigungen
 des oft gehörten Vorwurfs stiefmütterlicher Behandlung
der Justizverwaltung durch unseren heimgegangenen grossen Finanz-Minister
 v. Miquel finden, eines Vorwurfs übrigens, der, wenn er
berechtigt wäre, seine Spitze in erster Linie gegen einen Justizminister
kehren würde, der sich einer solchen Behandlung seines Ressorts
gefügt hätte. Wenn Zahlen reden, so legen solche Zahlen vielmehr
beredtes Zeugniss ab für die warme Fürsorge des Justizministers für
sein Ressort und für das verständnissvolle Eingehen des Finanz-Ministers
 auf dessen Wünsche.

YLI Kapitel.

Besondere Gefängnisse
(1879/80 bis 1884/85 Gefän gnissverwaltung überhaupt).
(Staatshaushaltsetat Kap. 75.)
A. Bis 1884/85.

$ 173, Der Unterscheidung der Justizgefängnisse in „besondere“
und andere ist bereits früher gedacht. Ebenso ist bereits zur Sprache
gekommen, dass vor der Gerichtsreorganisation die sämmtlichen Ausgaben
 für die Gefängnisse in den Ktatskapiteln für die unteren Gerichte
und für Kriminalkosten zerstreut waren. Nur für einige wenige Gefängnisse
 waren wenigstens die Beamtenbesoldungen in besonderen
Etatstiteln bezw. vor 1873 besondere Nummern der damaligen, den
späteren Kapiteln entsprechenden Titeln aufgeführt. Es geschah dies
seit 1870 mit den beiden Gefängnissen in Hannover und auf dem
Klapperfelde in Frankfurt a. M., seit 1872 auch mit dem Strafgefängniss
in Plötzensee, Die Besoldungen betrugen im ersten Jahre für Hannover
3025, für Frankfurt a. M. 5700 M., 1872 für Plötzensee 33 825 M. Für
alle drei Gefängnisse trat 1878, und zwar für Plötzensee und Hannover
Sowohl infolge der allgemeinen Besoldungsaufbesserung als auch der
Schaffung neuer Stellen wegen Erweiterung der Gefängnisse, in Frankfurt
 a. M. infolge Aufbesserung der Gehälter der Aufseher, eine,
wenigstens bei den beiden ersten, sehr namhafte Steigerung ein, auf
beziehentlich 68895, 19860 und 6120 M. Für Plötzensee wuchs der
Bedarf fast alljährlich weiter, 1874, 1875, 1876 und 1879/80 infolge
Vermehrung der Beamten, 1875, 1876 und. 1877/78 auch durch einzelne
Aufbesserungen, sodass er sich am 1. April 1879 auf 151 400 M. stellte.
Hannover hatte 1875 und 1877/78 infolge Vermehrung der Beamten,
Frankfurt 1876 aus demselben Grunde und 1878/79 wegen Auf-