1972 HT. Hauptabschnitt. Die Ausgaben der Justizverwaltung,

mittleren, der andere für die Unterbeamten — Hausväter, Meister,
Oberaufseher, Oberaufseherinnen, Aufseher und Aufseherinnen — gebildet,
 1898/99 endlich die sämmtliehen besonderen Gefängnisse unter
Beibehaltung dieser Zweitheilung (Kap. 74 Tit. 1 und 2) nach der
Art der Beamten zusammengefasst,
Die Dotation der Besoldungstitel ist seit 1885/86 in jedem Jahre
gestiegen, indem bald bei diesem, bald bei jenem derselben sich die
Nothwendigkeit von Mehrbewilligungen herausstellte. Am bedeutendsten
 waren die Mehrbewilligungen in den Jahren 1890/91
(150315 M.), wo die Stadtvogtei in Berlin von dem Etat der inneren
Verwaltung') und das Beuthener Gefängniss aus Kap. 74 hierher übergingen,
 1891/92 (58645 M.), als die Mittel zur Aufbesserung der
Unterbeamten aus dem Nachtragsetat für 1890/91 hinzutraten, 1894/95
(59 420 M.) vorzugsweise durch den hinzukommenden Bedarf für das
neue Centralgefängniss in Wronke, 1896/97 (37850 M.) durch denjenigen
 für Danzig-Oliva, 1897,98 (71180 M.) vorzugsweise durch
den für Gollnow und Bochum und 1898/99 (80 800 M.) überwiegend
durch den für "Tegel (vgl. oben S$ 88). Auch das neue Gefängniss
 in Preungesheim bei Frankfurt a. M. verursachte 1887/88
(für '/, Jahr) einen Mehransatz von 8827'/2 und 1888/89 (für 3/, Jahr)
einen solchen von 26 482'/, M., wovon jedoch 2100 M. durch Minderbedarf
 bei dem Frankfurter Gefängniss eingespart wurden. Die
übrigen Mehrforderungen, die in Wahrheit noch grösser waren wie sie
im Etat erscheinen, weil daneben noch wegfallende Aussterbebeträge
zu neuen Zwecken verfügbar wurden, fanden ihre Begründung überwiegend
 in den Stellenvermehrungen, daneben in einzelnen Aufbesserungen
 nnd seit Einführung des Aufrückens nach Dienstaltersstufen
 in Mehrbedarfen nach Massgabe des Dienstalters der Beamten;
die Minderbedarfe infolge dieser Art des Aufrückens traten gegenüber
den Mehrbedarfen weitaus zurück. Die gesammten Mehrforderungen
beliefen sich in den oben nicht schon hervorgehobenen Jahren 1886/87,
1887/88, 1888/89 und 1889/90 auf beziehentlich 9015, 12877, 25552 und
1755 M., sodass sich für 1891/92 ein Bedarf von 653 750 M. gegen
395 590 M. für 1884/85 ergab. In welchem Tempo sich dann das
weitere Anwachsen der Besoldungstitel, durch das diese bis auf
1033 680 M. angeschwollen sind, vollzog, ergiebt die Anlage CVIII.
$ 180, Soweit das Anwachsen der Besoldungen auf Vermehrung
der Beamten zurückzuführen ist, war es zwar theilweise, aber, da die
meisten Beamten der Gefängnissverwaltung Dienstwohnungen erhalten,
auch nur theilweises auch von einer Steigerung des Bedarfes an
Wohnungsgeldzuschüssen (Tit. 7) begleitet.
Es war dies der Fall in den Jahren 1890/91, 1894/95, 1896/97,
1897/98, 1898/99, 1889, 1900, 1901 und 1903. In derselben Richtung
1) Vgl. auch Bd. II Buch VI $ 124.