Lac

Lacroix (spr. kroͤ), Paul, franz. Schriftsteller unter
»em Pfeudonym Bibliophite Jacob, geb. 27. Febr. 1806
in Paris, Konservator an der Arsenalbibliothek, gest.
6. Okt. 1884, verfaßte zahlreiche Romaue, histor. Schriften
istoire de Napoléon III“, 4 Bde,, 1853; „Histoire
e Nicolas I“, Bd. 128, 1864-75; unter dem Nameu
pierre Dufour: „Histoire de la prostitution“, 6 Bde.,
851254) und archäolog. literar, Prachtwerke. — Sein
Bruder Jules L., geb. 7. Mai 1808 zu Paris, gest. das.
O. Nov. 1887, Dichter und Romanschriftsteller.
Laneroma, kleine dalmatin. Insel im Adriat. Meere,
»vor dem Hafen von Ragusa, kaiserl. Schloß, Klosterrnine;
im Besitz der Benediktiner.
Lactaͤnttus, Lucius Cölins Firmianus, lat. Kirchen—
»ater, Lehrer der Beredsamkeit in Nikomedicu, gest. um 8330;
Hauptwerk: „Pivinae institutiones“, eine Apologie des
Fhristentums (hg. in Wiener „Corpus soräüptorum eceledasticorum
 latinorum“, Bd. 19 u. 27. 1890- 97). —
Bal. Brandt (1888991).
Ladotarius ., Milchblätterschwamm, Milchpilz, Milch⸗
ling, Pilzgattg. der Hymenomyzeten, ausgezeichnet durch
weißen oder roten Milchsaft. U. délicibsus Fr. (echter
Rteizter, Hirschling, Rietschling, Rößling [Tafel: Pilze,
I0P), ein fehr geschaͤtzter Speisepilz mit oraugerotem, sputer
Fruͤßlich werdendein Milchsaft; ebenfalls eßbar Lvoleémus
. (Brätling oder Birucumtichling Tafel: Pilze, 16h),
owie I piperatus . (der Pfefferschwamni), mit sehr
roßem, trichterförmigem, weißein Hute. Giftig sind L. py.
oralus 45. (der Breunreizker oder Feuermilchling) und
Tormindsas . (der Gift⸗ oder Birkeunreizker Tafel:
Pilze IP, letzterer dem echten Reizker ähnlich, aber mit
beißeni Milchsaft; ungenießbar L. rufus r. (der rotbraune
Miichting sTafel: Pilze, 171), mit rotbrauu glänzendem
Hut, gelolichen Lamellen und weißer, scharfer Milch.
Laetucee L. Pflanzengattg. der Kompositen, meist
räuter in der nördl. gemäßigkten und warmen Zone. L.
Irõsa L. (Giftlattich), stattliche Pflanze mit buchtig ge—
ähnten Blättern; L. boariöls L. (witder Lattich), auf
Schutthaufen, an Wegen, ebenfalls gelb blühend, gilt als
Stammpflanze des kultivierten Gartenlattichs (L. satĩva
, s. Gartensalat). smerdecke (Kassettendecke).
Lacũnar, bei den alten Römern die getäfelte Zim—
Lacus (lat.), der See.
Lacy oder Lascy (spr. lassy), Franz Moritz, Graf von,
isterre Feldmarschall, geb. 16. Ott. 1725 in Petersburg,
rat 1713 in öͤfterr. Dienste, zeichnete sich als Geueral im
Siebensaͤhr Kriege aus, 1768 Feldmarschall, 1766 Präsi—
dent des Hofkriegsrates, gest. 24. Rov. 1801.
Ladach (engl. Ladaih), südöstl. Division der Greuz—
distritle des brit.-ostind. Reichs Kaschmir, Alpenland des
Zimalaja und Karakorum, vom Indus durchflossen.
Ladannum (Labdaunm, Resina oder Gummi L.),
zummiartig-harzige Substanz, aus verschiedenen Arten
zer Zistrose (fs. Cigtus) gewonnen, diente früher als adstrin—
gierendes Heilmittel und zu Räncherungen.
Ladebüͤchse, s. Kammerbüchse.
LTadedichte (Laduugsdichte) bei Feuerwaffen das Ver—
ältnis des Ladungsgewichtes (in kg) zum Verbrennungsaum
 (in odm), in der iunern Bauisut sehr wichtig.
Ladefähigkeit, s. Schiffsvermessung.
Lade Gottes, s. v. w. Bundeslade (s. d.).
Lademarke, s. Tiefladelinie.
Laden, Kinnladen, s. Kiefer.
Laden, die zahnfreien Ründer zwischen Haken- und
Backenzähnen der Kiefer des Pferdes, nehmen bei der
zäumung das Gebiß auf, das durch Druck zu Entzün—
ungen, Verdickungen des Fleisches (Hartmäuligkeit), Ver—
cungen des Knochens ec. Eadenkrankheiten) Aulaß gibt.
Ladenberg, Phil. von, preuß. Staatsmann, geb.
15. Aug. 1765 zu Magdeburg, 1817 Direktor der Ge—
texalkontrolle der Staatsausgaäben, 1828 Chef der Ober—
rechnungskammer, 1835 der Forste und Domänenverwal—
ung, 1837 -42 Geh. Staatsminister, gest. 11. Febr. 1847
u Verlin. — Sein Sohn Adetbert von L., geb. 18. Febr.
1798 zu Ansbach, seit 1839 Direktor im Kultusministe—
rium, 1848 — 50 8ultusminister, gest, 15. Febr. 1856 zu
Berlin als Chefpräsident der Oberrechnungskammer.
Ladenburg, Stadt im bad. Kr. Mannheim, am Neckar,
1905) 3899 E., Realschule; Zigarrenfabriken, Tabakbau

Ladenburg, Albert, Chemiker, geb. 2. Juli 1842 in
Nannheim, 1873 Prof. in Kiel, 1889 in Breslau; ar—
eitete über die Konstitution des Benzols, über Pyridin—
bkömmlinge, stellte das Koniin künstlich dar. Schrieb:
Theorie der aromatischen Verbindungen“ (1876), „Ent—
hickluugsgeschichte der Chemie in den letzten 100 Jahren“
3. Aufi. 1002), gab das „Haudwörterbuch der Chemie“
13 Bde., 1883—-96) heraus.
Ladeschein, s. Konnossement.
Ladestock, Instrument zum Niederstoßen der Ladung
m Laufe der Vorderladuugsgewehre; jetzt bei den Hinter—
adungswaffen nur noch als Eutladestock dienend beim
Vversagen des Ausziehers zum Entfernen der Patroncu—
jülsen, im Notfall auch als Wischstock.
Ladestreifen, ein schmales Stahlblech mit Feder und
imgebogenen Rändern zum Zusammenhalten der Patronen
»on Handfeuerwaffen [Tafel: Kriegswesen U, 14).
Ladezeit, die gesetzliche Frist, innerhalb welcher der
Befrachter die Waren zur Verladung aus Schiff zu liefern
at (Handelsgesetzb. 868 367678). Die vertragsmäßige
Zexläugeruug der L. heißt überliegezeit, die dafür zu ge—
vährende Vergütung überliegegeld
Lädieren (at.), verletzen, beschädigen; beleidigen.
Ladiki(y)e, türk. Stadt, s. Latakieh.
Ladiner, die romanisch sprechende Bevölkerung in der
Schweiz und Südtirol. (S. Rhätoromanisch und Karte:
Deutschtum 1J.)
Ladind, der span. und zum Teil portug. Jargon der
zuden auf der Pyrenkischen Halbinsel, von dort weiter,
hes. nach der Türkei verpflanzt, mit eigener Literatur.
Ladinuos, Mischlinge von Weißen und Indianerinnen.
Ladis, Vorf in Tirol, im Oberinntal, (1900) 274 E.,
chwefelquelle; dabei Bad Obladis, mit Säuerling.
Ladislaus, König von Neapel, s. Wladislaw.
Ladislaus, Könige von Ungarn. — L2. J. der Hei—
ige (107795), Sohu Belas J. eroberte 1087 Kroatien
ud Slawonien, zwang 1091 die Kumanen zum Christen—
um, 1198 kanonisiert. — L. II. (1161-62), Sohn Be—
as II., Gegenkönig gegen den unmündigen Stephan III.,
tarb bereits 14. Jan. 1162. — 8. III. (1204 -5), folgte
reijährig seinem Vater Emerich, starb 7. Mai 1205. —
IV. (1272-90), geb. 1262, folgte seinem Vater Ste—
han V., Bundesgenosse Rudolfs von Habsburg gegen
Ittokar von Böhmen, 1290 ermordet. — L. V. Posthu⸗
nus (1440-57), geb. 22. Febr, 1440 in Komorn, nach—
geborener Sohn des deutschen Königs Albrecht II., dem
rrals König von Böhmen und Ungarn und Herzog von
Ssterreich unter Vormuudschaft Kaifer Friedrichs III. folgte,
ibernahm 1452 selbst die Regierung in Ungarn, mußte
n Böhmen Georg Podiebrad als Reichsverweser bestäti—
jeu, gest. 238. Nob. 1467 in Prag.
Ladislaw, Könige voun Polen, s. Wladislaw.
Ladmirault (spr. lamiroh), Reut Paul de, franz.
Heueral, geb. 17. Febr. 1808 in Montmoöorillon, diente
831-652 in Algier, befehligte 1888 in Italien eine Di—
isivn, 1870 in Metz das 4. Armeckorps, 1871 —518 Gou—
erneur von Paris, gest. 8. Febr. 1888 in Paris.
Ladö, Ort im Agypt. Sudan, am (Weißen) Nil
Bahr el⸗Dschebel); 1875 von Gordon gegründet, ehemals
Zauptstadt der frühern ägypt. Äquatorialprovinz.
Ladogasee, größter Landsee Europas, im nordwestl.
sußland, 18 150 gkm, nimmt den Wolchow, den Swir, den
Puoren auf, einziger Abfluß die Newa. An seiner Süd- und
züdostseite führen von der Newa bis zum Swir Kanäle,
arunter (bis zum Wolchow) der Kanal Kaiser Peters
. Gr. und parallel mit ihm der Kanal Alexauders II.,
veiter zum Sjaß uund Swir der Kanal der Kaiferin Marie
repdorowna und der Kanal Alexanders III.
La Dominica, Marquesasiusel, s. Hiwaoa.
La Dominique (spr. nik), franz. Name der Kleinen
Lntille Dominica. lloponnes.
Ladon, heute Ruphia, Nebenfluß des Alpheus im Pe—
Ladon, ein Drache, der die goldenen Äpfel der Hespe—
iden hütete, von Herakles getötet und von Hera unter
ie Sterne versetzt.—
Ladritscher Brücke, Brücke über die Eisack bei
frauzensfeste, bekannt durch den Sieg der Tiroler unter
Zzaspinger über die Franzosen und Bahern unter Lefebvre
1. uünd 5. Aug. 1809).