Ladrönen, s. Marianen und Karte: Deutsche Kolo—
nien II, 3.
Ladungsfähigkeit, s. Schiffsvermessung.
Ladungsfrist, in Prozessen die Frist, welche zwischen
Zustellung der Ladung und dem Verhandlungstage liegen
nuß, im Anwaltsprozeß eine Woche, in andern drei Tage.
Ladungssäule, Polarisationsbatterie, Sekundärbat⸗
cerie, galvanische Batterie zur Ausuutzung des Polarisa—
cionsstroms. Auf diesem Vrinzip beruhen die Akkumu—
atoren (s. Sammler).
Ladungsschein, s. v. w. Konnossement.
Lady (engl. spr. lehdi), ehedem Ehreutitel der engl.
Königinnen, später der Priutzessinuen von königl. Gebluͤt;
jetzt it Vor- und Familiennamen Titel der Frauen engl.
Heers, Baronets, Ritter, der Töchter der Herzöge, Mar—
quis und Grafen; auch s. v. w. Frau (Dame) überhaupt.
Ladysmith (spr. lehdi⸗), Stadt im W. der brit. Kolo—
nie Natal, am Küp River (zum Tugela), (1904) 5568 E.;
im Südafrik. Kriege 30. Okt. 1889 bis 28. Febr. 1900
bvon den Buren erfolglos belagert. — Vgl. Mac Huah
lengl., 1900), Pearse (engl., 1800).
Laeisz, Ferd., Begründer der Neederei und Seever—
icheruugsfirma F. Laeisz in Hamburg (begründet 1824),
Jeb. 1. Jan. 1801 in Hamburg, gest. 7. Febr. 1887
Laeken (fpr. lahken), nördl. Vorort von Brüssel,
(1509 31121 E. königl. Residenz, Marienkirche mit der
stönigsgruft, Jardin colonisl (seit 1900).
Lacnneé(spr. neick), Rent Theophile Hyacinthe, Medi—
iner, geb. 17. Febr. 1781 zu Quimper (Bretagne), Hospital⸗
irzt in Paris, gest. 13. Aug. 1826 zu Keelouarnec, Begründer
der physik. Diagnostit, Erfinder des Stethoskops, schrieb:
De Vauscultation mediate“ (1819 n. ö5 deutsch 1332).
Laer (spr. lahr). 1) Dorf im preuß. Reg.-Bez. Arusʒerg.
 (1905) 6934 E. Steinkohlenbergbau. — 2) Dorf
mpreuß. Reg.-⸗Bez. Münster, (1900) 2160 E.
Laer (spr. lahr), Pieter van, Maler, geb. um 1590 zu
Haarlem, lebte längere Zeit in Rom, gest. um 1650 in
Zaarlem; bes. Szenen des Volkslebens (Bambocciaden).
Lakrtes, Vater des Odyssens, wohnte in Ithaka und
iahm an der Kalydonischen Jagd und am Argonautenzuge teil.
Laet (pr. laht), Jan, Jakob de, fläm. Schriftsteller,
jeb. 13. Dez. 1815 zu Antwerpen, Hauptförderer der
Sprache und Rechte der Flämen, seit 1863 Mitglied der
deig. Abgeordnetenkanmmer, gest. 22. April 1891; schrieb:
„Het huis van Wezenbeke“ (1842), „PRet Lot“ (1846),
Gedichten“ (1848; 2. Aufl. 1883) u. a., Belletristisches
auuter dem Namen Johan Alfried.
La Farina, Giuseppe, ital. Staatsmaun und Histo—
riker, geb. 20. Juli 1815 in Messina, mußte 1849 wegen
Teilnahme an der Revolution fliehen, 1887 Schriftführer,
danu Vorstand des Ital, Nationalvereins, gest. 5. Sept.
1863 zu Florenz; schrieb: „Istoria documentata della
rivoluzione siciliana 1848 -49“ (2 Bde., 1851), „Storia
Italia 1815 — 50“ (2. Aufl., 2 Bde., 1864) ꝛc. —
Vgl. Biondi (2 Bde. 1893).
Lafayette (spr.läffehiett), Stadt im nordamerik. Staate
Fudianaga, am Wabash, (1900) 18 116 E.
Lafanette (spr. salttt), Marie Jean Paul Roch Hoes
Filbert Motier, Marquis de, franz. General und Poli—
iker, geb. 6. Eept. 1737 auf Schloß Chavagnac (Ober⸗
loire), nahm unter Washington als Generalmaior am
zmerik. Unabhängigkeitskriege ruhmreich teil und wirkte in
Paris für die jünge Republik, ward 1789 Generalkom—
nandaunt der Pariser Nativnalgarde und rettete 6. Okt,
die königl. Familie in Versailles, erhielt den Oberbefehl
iber die Nordarmee an der belg. Grenze, ward den Ra—
dilalen verdächtig, 1792 von der Natibnalversammlung
Jeächtet, auf der Flucht von den OÖsterreichern verhaftet
uind bis 1707 zu Olmütz gefangen gehalten. Während
des Kaiserreichs in Zurückgezogenheit, war er 1818 —24
und wieder seit 1885 Mitglied der Deputiertenkammer
uf der üußersten, Linken, wirkte in der Julirevolutinn
1830 als Oberbefehlshaber über die Nativualgarden für
die Wahl Ludwig Philipps zum König; gest. 20. Nai
1834 zu Paris. “ BVgi. Mémotres, cotrespondance et
manuscerits du général E.“ (6 Bde. 1837- 38); „Corre-Ppondance
 insdite“ (1003)3 Büdinger (1870 u. 1870),
Tuckerman (engl.,2 Bde., 1889), Bardour (franz.,2 Bde.,
892). Tower dengl.2 Bde., 1895).

Lag
Safahette (spr. fakett), Marie Madeleine Pioche de
avergne, Gräfin de, franz. Romanschriftstellerin, geb.
634 zu Paris, gest. 1692; schrieb: „La princesse de
AMèves“ (1678), „Histoire de Henriètte d'Angleterre“
1720), „Mémoires de la cour do France“ (1731).
Vgl. Scheuer (1898), E. Meyer (1805).
Lafeld (Laveld), belg. Dorf unweit Maagastricht; hier
2. Juli 1747 Sieg des Marschalls von Sachsen über die
erbündeten Osterreicher und Engländer.
Laferté, Victor, Pseudonym der Fürstiu Inriewskaia
s. Dolgorukij, Jekaterine).
Lafette (Laßffete, vom frz. l'attüt), das Gestell zur
lufuahme des Geschützrohrs, dient teils gleichzeitig als
juhrwerk zu dessen Beförderung, teils ist sie nur auf der
Stelle beweglich (Verschwindungs-, Vorderpivot-, Mittel⸗—
ipot-, Torpedoboot-, Minimalscharten-L.). sTafel:
riegswesen II, —11.)1
Lafitte (spr. itt), feiner Bordeaurwein erster Klasse.
Lafitte (spr. ffitts, Jacques, franz. Staatsmann uind
Zankier, geb. 24. Okt. 1767 zu Bayoune, Chef des Bank—
sauses Perregaur, 1814 Gouverneut der Bank von Frauk—
eich, seit 1815 als Deputierter auf Seite der Opposition,
örderte 1830 die Julirevolution und die Thronbesteiguug
udwig Philipps, war Nov. 1830 bis Maͤrz 1831 Mi—
ister, dann wieder oppositioneller Deputierter, 1843 Kam—
nerpräsident, gest. 26. Mai 1844. Die „Souvenirs de
. (3 Bde., 1844) sind nicht von ihm felbst verfaßt.
Lafontaine (spr. fongtähn), Aug. Heinr. Jul, deut—
cher Romandichter, geb. 5. Okt. 1758 zu Braunschweig,
est. 20. April 1831 zu Halle; Hauptvertreter des empfind⸗
amen Familienromans, schrieb über 200 Bände.
Lafontaiue (spr. fongtähn), Jean de, franz. Fabel—
ichter, geb. 8. Juli 1621 zu Chaͤtcau⸗Thierry, gest. 13. April
695 zu Paris; Hauptwerke die durch unnachahmliche Nai—
ität uud meisterhafte Darstellung ausgezeichneten „Contes
tnouvelles on vers“ (1665- 74 u. v.) und ꝓables“
1668 u. 1694; deutsch von Dohm, 1877). — Vgi. Faquet
1889), Taine (neue Aufl. 1901).
La Fosse (spr. fohß), Charles de, franz. Maler, geb.
636 zu Paris, 1699 Direktor der Akademie, gest. das.
3. Dez. 1716; Hauptwerk: Kuppelgemälde (Heil. Lud—
oig) im Invalidendom.
Lafrensen, Nicolas, schwed. Maler, geb. 1737, 1774
-91 in Paris tätig, gest. 6. Dez. 1807 in Stockholm;
nalte in Gonache galante Gegeustande, auch Bildnisse.
Lafuente, Modesto, span. Geschichtschreiber, geb. 1. Mai
806 zu Rabanal de los Caballeros (Prov. Valencia),
uletzt Archivdirektor zu Madrid, gest. 25. Ott. 1866
inter dem Pseudonym Fray Gerundio y Tirabeque publi—
istischer Schriftsteller; histor. Hauptwerk: „Historia
zeneral de Pspaña“ (2. Aufl., 13 Bde., 1874 — 75).
Lagae (spr. gah), Jules, belg. Bildhäuer, geb. 18662
Rousselaere, ledt in Brüssel; naknralistisches Hauptwerk:
Die Büßenden (1890, Geut); Porträtstatuen und -büsten.
Lagarde (spr. gärd), Paul Ant. de, eigentlich Bötticher,
Drientalist, geb. 2. Rop, 1827 zu Berlin, 1869 Prof. der
rient. Sprachen in Göttingen, starb das. 22. Dez. 1801. Er
eröffentlichte kritische Ausgaben orient. iteig
iele Vorarbeiten für einen kritischen Text der Septug—
zinta sowie eine große Anzahl von Werken über semit.
ind iran. Philologie; auch au den polit. Fragen nahm
rein vielen Schriften („Polit. Aufsätze“, 1874; „Deutsche
cchriften“, neue Ausg. 1903) Anteil. Seine Witwe
eröffentlichte Erinnerungen aus seinem Leben (1894).
La garde meurt, mais elle ne se rend pas (frz.),
ie Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht. (S. Cambronne!n)
Lage. 1) Unmittelbare Stadt im Fürstent. Lippe, an
er Werre, (1805) 5508 E., Amtsgericht. — 2) Stadt in
Mecklenburg-Schwerin, s. Laage.
Lägel (Leget), Faß mit ovalem Boden zur Beförde—
ung, von Waren durch Lasttiere; Weiumaß in der Ost—
hweiz etwa 451, Stahlgewicht in Steiermark — 70 k8.
Lagôna (lat. ans dem greh. lagfÿnos), im Altertum
asche mit langem Halse. bis).
Lagenaria vulgaris Sep., der Flaschenkürbis (s. dür⸗
Lagenevais (spr. schen'wäh), Pseudonym des franz.
hriftstellers Blaze de Bury.
Lager, im Gegensatz zum Quartier der Ruheaufenthalt
xc TIrnppen außexhald bewohnter Orte (Frei-L. oder