Lak

Lakonien, alte Landschaft im südöstl. Teile des Pelo—
dounes; westl. vom Taygetos (ietzt Pentedaltylon, bis
2409 m) begrenzt, im O. der Parnon (ijetzt Malevo, bis
1937 m)y, vom Enrotas durchflosseu, mit der Haupistadt
Sparta (s. d.); im hentigen Königr. Griechenland bildet
seit 1888) der SW. von 8. (mit Kythera) den Nomos
Lakouia, 1185 4km, (1896) 62 839 E., Hauptstadt Gythium;
die Mitte und der SO. den Romos Lakedämon; der NO
den südl. Teil des Nomos Arkadien.
Lakonisch, nach Art der alten Lakedämonier oder
Lakonier, kuürz und schlagend im Ausdruck; Lakonismus,
akonuische Ausdrucksweise, Bündigkeit.
Lakritze, Lakritzensaft, Süßholzsaft, das Extrakt der
Züßholzwurzel (s. 6Iyeyrrhiza) in Form von schwarzen
Stangen, als Zuceus Liquiritiae und S. L. depuratus
gereinigter Lakritzeusaft) offizinell, letzterer das wässerige
ingedickte Extrakt der L.
Lakschmi, s. Cri.
eaktate, die milchsauren Salze.
Caktation (neulat.), Absonderung der Milch in den
zrustdrüsen; auch Ernährung des Kindes durch Säugen.
Laktobiose, s. Milchzucker.
Laktobutyrometer (lat.sgrch.), s. v. w. Butyrometer.
Laktodensimeter (lat.»grch.), s. Milchwage
Laktokrit (lat.⸗grch.), ein von de Laval erfundener
ivparat zur Bestimmung des Fettgehalts der Milch.
Laktol, der Milchsäureester des 3-Naphthols, medi—
nisch als Darmdesinfiziens benutzt. smeter.
Laktometer, Lattostop (lat.⸗grch.), s. v. w. Galakto—
Laktone, Anhydride von Orhysäuren (s. d.); soweit
ie nicht aromatische Radikale enthälten flüssig, in Wasser,
Alkohol und Äther leicht löslich, aus den Lösungen öl—
örmig durch Übersättigung mit Kaliumkarbonat abge—
hieden. — VBgl. Hielt (1903).
Laktose, s. Milchzucker.
Laktuke, s. Garteusalat.
Laktylsäure, s. v. w. Milchsäure. bezüůglich.
Lakustrisch (vom lat. lacus, See), auf Binneüsecun
Lalande (spr. langd), Jos. Jeröme Lefraucçais de,
rauz. Astronom, geb. 11. Juli 1732 zu Bourg, gest.
. April 1807 als Direktor der Pariser Steruwarte
Hhauptwerk: „Praité d'astronomie“ (1764).
Lalenbuch, deutsches Schwaukbuch von Ende des 16.
jahrh, Sammlung von Neckereien, nit denen einzelne
Städte Deutschlands (Burtehude, Schöppenstedt, Schildo
i. a.) aufgezogen wurden. [(1900) 16238 E.
Lalin, Stadt in der span. Prov. Pontevedra (Galicien),
EDälius, Gajus, stand mit dem ihm eng befreundeten
uüngern Scipio Africanus an der Spitze des für die Ein—
führung griech. Bildung in Rom tätigen vornehmen Kreises,
rahm an der Zerstörung Karthagos (147 —146 v. Chr,) teil,
140 Kousul; Hauptsprecher in Ciceros Schrift „Pe ami.
itia“ („Uber die Frenndschaft“).
Lalla Rookh (engl. spr. ruühk, d. i. Tulpenwange),
Dichtung von Thomas Moore.
EAllemand (spr. lallmäng), Fritz, Schlachtenmaler,
leb. 24. Mai 1812 in Hanan, gest. 20. Sept. 1866 in
Wien; malte unter anderm das Gefecht bei Oversee. —
Sein Neffe Sigismund L., geb. 8. Aug. 1840 in Wien,
seit 1883 Prof. an der Akademie das.; Szenen aus dem
tal. Kriege 1866 (Schlacht bei Custozza), Ankunft der
Dampierre-Kürassiere im Burghof zu Wien 1619; Kaiser
Franz Joseph, Reiterstandbild Laudons u. a.
Lallemant, s. Apve-Lallemant.
Lally-Tolendal (spr. tolangdall), Thom. Arthur,
Hraf von, franz. General, geb. Jan. 17082 zu Romans
Dauphiut), 1756 Generalkonimandant aller franz.-ostind.
Riederlassungen, mußte 16. Jau. 1761 nach zehnmonga—
tiger Belagerung Poudichery den Engländern ohne Be—
dingung übergeben, als Verräter 6. Mai 1766 zu Paris
zuthauptet. 1778 ward das Urteil, bes. auf Voltaires
Betreiben, kassiert. — Vol. Hamont (1887).
Lalo, Edouard, franz. Komponist, geb. 27. Jan. 1823
u Lille, gest. 22. April 1892 in Paris; schrieb Opern,
Irchesters und Kammermusikwerke, auch Lieder.
L. A. M. - liheralium artinm magister(s. Magister).
Lama, Schafkamel, Kauelschaf (Anchenta), zur
Familie der Kamele gehörende Gattung der Paarzeher,
der Vertreter des Kamels in Amerika, ohune Höcker,

nit langen, spitzen Ohren, langem, aufrecht getragenem
zals, getrennten Zehen; Schwauz kurz, lang behaart;
zaarkleid lang und wollig. Die Arten bewohnen in Ru—
seln die Gebirgsländer des westl. Südamerika,
sezähmt als Lasttiere verwendet, auch des
Fleisches und der feinen Wolle wegen gepfleat
dierher das Guanako (Hnanako,
. huanaco II. SIm.), schmutzigptbraun,
 von Bolivbia bis zür
Magalhäesstraße überall hei—
nisch; Santa (A. Iama Desm. sTa⸗
el: Ameérikanische Tier—
velt, 341), etwas größer als
»origes, sehr verschieden gefärbt
weiß, schwarz, rotbraun, gefleckt
c.) als Lasttier, Wolle zu groben
Ztoffen benutzt; Vieunũa (A. viunna
 Desm.), kleiner, rotgelb, fein und kürzer behaart,
Wolle zu feinen Stoffen und weichen Hüten verwendet;
Aspaka (Pako. A. pacos Tschudi Abb. 1007 )), von Schaf⸗
röße, mit sehr langer und sehr feiner, weicher Behaarung
Alpakawolle), ganz weiß oder gauz schwarz, seltener ge—
heckt, wird als Haustier gezüchtet.
Lanmtag, dem Flanell ähnliches Wollzeug, glatt (leiu—
»andartig), zuweilen auch geköpert und gemustert, auf der
echten Seite gerauht und wenig geschoren.
Lama (tibet. der „Obere“), Titel der buddhist. Priester
n Tibet, bei den Mongolen und Kalmücken. Lamaismus,
ie spütere hierarchische Form des Buddhismus, nament—
ich dessen Umgestaltung durch Tson-khaspa uud seine Schüler
m 14. und 15. Jahrh. Seitdem stehen an der Spitze der
rirche zwei oberste Bischöfe: der Dalni-L. inn Kloster Potala
jei Lhasa, der der eigentliche Regent von Tibet ist, und der
bau⸗tschhen Rin-po⸗tschhe, der im Kloster Taschi-luupo,
15 Km westl. von Lhasa, bei Schigatse, residiert und
sanach von den Europäern meist Tescho-Li, auch Bogdo-L.,
enannt wird, das geistl. Oberhaupt, aber wesentlich nur
zchattenkönig. — Vgl. Köppen (1859).
Lamachus, athen. Feldherr, fiel als einer der drei
Zeerführer bei dem Feldzuge gegen Syrakus 414 v. Chr.
Lamacs (spr. matsch), der ungar. Name von Blu—
nenau (s. d.)
Lama⸗miao, chines. Stadt, s. v. w. Dolon⸗nor.
La Mancha, Landschaft in Spanien, s. Mancha.
Ea Manche (spr. mangsch, „Armel“), franz. Name des
danals (s. d.) und franz. Departement (s. Manche, La).
Lamantin, s. Seekühe.
a Mara, Pseudonym von Maria Lipsius (s. d.).
Lamarck, Jean Baptiste Antoine Pierre Monet de,
ranz. Naturforscher, geb. 1. Aug. 1744 in Barentin
Pitardie), seit 1792 Prof. am Jardin des Plantes zu
Zaris, gest. 18. Dez. 1829; in seiner „Philosophié 20010.
uque (2., Bde., 1809 u. ð.; deutsch 1876) Vorganger
arwins (s. Lamarckismus). Hauptwerk: „Uistoire na—
urelle des animanx sans vertèbres“ (2. Aufl., 11 Bde.,
836— 45). . Val. Claus (1888), Packard (engl, 19002).
Lamarckismus, die Theorie Lamarcks (s. d.) über
ie Entstehung der Ärten im Tier— und Pflanzeunreiche,
äßt die höhern Tiere aus den niedern, einfachern eutstehen;
ie dabei stattfindenden Veränderungen sollen auf das Maß
es Gebrauchs oder Nichtgebrauchs der betreffenden Teile
ind auf die verschiedenen Lebensbedingungen zurückzuführen
ein, Der L. nimmt nur die Anpassung au, kenut aber,
in Gegensatz zum Darwinismus, weder die Vererbung noch
en Begriff des Kampfes ums Dasein.
Lantart, Graf von, s. Arenberg.
La Marntöra, Aifonso, Marchese di, ital. General
ind Staatsmaun, geb. 17. Nov. 1804 in Turin, nahm
im Feldzuge von 1848 rühnilich teil, Okt. bis Dez. 1848
ind Nov. 1849—60 Kriegsminister, um die Reorganisa—
ion des Heers verdient, im Krimkriege 1855 Oberbe—
ehlshaber der ital. Hilfstruppen, 1859 beim Feldzuge
u der Lombardei Chef des Generalstabs, nach dem Frie—
en von Billafranca bis Jan. 1860 und wieder seit 1864
Niuisterpräsident, brachte das Bündnis mit Preußen zu—
aude, war 1866 der Urheber des Feldzugsplans, trat
cach der Niederlage bei Custozza zurück, erregte durch seine
jegen Bismarck gerichteten Schriften: „UOn po' pii di
uce“ (1873;: dentsch 1874) und „I seégreti di ztato“

bor. Alpata.