Lam

(1877) großes Aufsehen, gest. 5. Jan. 1878 zu Florenz
— Biogr. von Massari (1880).
Lamartine (spr. tihn), Alphonse Marie Lonis Prat
de, franz. Dichter und Staatsmann, geb. 21. Ott. 1790
zu Maͤcon, führte durch seine ersten Gedichtsammlungen,
die schwärmerischzzurten, Meéditations poéetiques“ (1820
Neue Folge 1823) und „Harmopies poétiqdues et reli
gieuses“ (1830), eine neue Richtung in der franz. Lyrik
ein, bereiste 1832 den Orient („Voyage en Orient“,
1 Bde., 1835), seit 1834 Mitglied und einer der gläu—
zendsten Redner der Deputiertenkammer, trat mit feiner
„FHistoire des Girondins“ (8 Bde,, 1847) ganz auf den
republikanischen Standpunkt. Nach der Februarrevolution
1848 Mitglied der Provisorischen Regierung und Minister
des Auswaͤrtigen, zog er sich Herbst 1851 ins Privatleben
zurück; gest. 1. März 1868 zu Vassy. Er schrieb noch das
dyissche Epos oceyn“ (isaß, deutsch 1880) die
Dichtug „Us chute d'un ange“ (1836) und mehrere
inbedeutende histor. Werke. — Biogr. von Pelletan (18609),
Mazade (1872), Alexandre (1864), Deschanel (2 Bde. 1883).
Lantawolie, s. Lama.
Lambe(spr. lämm), Charles, engl. Dichter und Es—
sayist (unter dem Pseudonym Elia), geb. 10. Febr. 1775
zu Loudon, 1792-1825 Beamter der Ostind. Kompanie,
gest. 27. Dez. 1834 zu Edmonton, Verfasser von „Essays“,
„Tales from Shakespeare“ (2 Bde., 1807 u ö,; deutsch
1888), „Poetry of children“ (18089) u. a. „Works“
12 Bde., 1903). — VBgl. „Life, setters and writings“
(hg. von Fitzgerald, 6 Bde,, 1885), Ainger (1888), De—
rocquiguy (frauz., 1905), Lucas (2 Bde, 1905).
Lascnb Epr. lämm), William, s. Melbourne (Viscount).
Lambach, Markt in Oberösterreich, an der Traun,
1900) 1890 E., Benediktinerabtei, Wallfahrkskirche.
Lamballe (spr. langbäͤll), Stadt im franz. Dep. Coötes⸗
»u⸗Nord, am Gouössant, (1901) 4391 E.; Mineralquellen.
Lamballe (spr. langbäll, Marie Therese Lonise von
Savoyen-Carignan, Prinzessin von, ein Opfer der Frauz.
Revolution, geb. 8. Sept. 1749 zu Turin, 1767 vermählt
nit dem Prinzen Louis Alexandre Jos. Stanisl. von L.
gest. 1769), Intendantin des Hauses der Königin Marie
Antoinette, teilte freiwillig deren Gefangenschaft, 3. Sept.
1792 im Gefängnis La Force ermordet. — Biogr. von
Lescure (1864)5 Bertin (1894).
Lambayeque (spr. ajehke), Stadt im Dep. L., im
cordi. Peru, (1896) ca. 6000 E.; Hafen.
Lambda, das griech. L(A, ); Lambdazismus, feh—
erhafte Aussprache des L (wie R).
Eambeaur (spr. langboh), Jules, belg. Bildhauer,
——
stische Bildwerke: Triumph des Lichts, Salvius Brabo mit
der abgeschnittenen Hand des Riesen Antigonuns (Ant—
verpen), Der Kuß, Die menschlichen Leidenjchaften u. a.
Laumber (spr. langbähr), Juliette, franz. Scriftstelle—
iu, geb. 4. Okt. 1836 zu Verberie (Oife), in zweiter
She mit dem Pariser Polizeiprüfekten Edmond Adam
igest. 1877) vermählt; Romaue, histor., staatswissenschaft⸗
eiche 2c. Schriften, 1879 —86 Herausgeberin der von ihr
gegründeten Zeitschrift „Nonvelle Revue“.
Lambert von Hersfeld, früher irrtümlich von
Aschaffenburg, Gaschichtschreiber, gest. 1088 ais Moönch
n Kloster Hersseid; seine Annales“ wichtige Quelle der
Zeitgeschichte, abgedruckt in „Monumenta Germanisge“
—A
de bello Saxonico“ nen hg. von Panuenborg (1882). —
Val. Paunenborg (1889), Eigenbrodt (1896).
Lambert, Joh. Heinr., Vhilosoph und Mathematiker,
1eh. 26. Auge 1728 u Mülhausen, gest. 25. Sept. 1777
ils Oberbaurat zu Berlin, in Mathematik und Logik der
Joßte Aualytiker seiner Zeit. — Val. Lepfius (1881),
hacusch Is08 ¶Vaeditt KiV. d.
JZanisertini, Prospero, Familienname des Papstes
Zambertsnüsse, j. Haselnußstrauch JAbb. 766 d.
p Lambefe (spr langbähs'), Lambessa, Ort in der alger.
rov, Constantine, (1001) 1689 Er; in dem Ruinenfelde
der alten Stadt Lambaesis. — Vgl. Cagunat (franz. 1893).
Lam beth (spr. lämm-), Stadtteil Londons, füdl. von
er Thense, (1901) zo1n söt E.; Industrie,
Rambie, in Belgien ein aus Hafer, Hirse, Buchwei—
zeu u. a. mittels Selbstgärung gebrantes BVier,

LEambrecht, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Pfalz, am
Speyerbach, (1905) 3700 E., Benedittinerkloster; Tuch-s,
Vattes, Wollfilzfabriken.
Lambrequin Efrz., spr.
augbrekäng), in der Wappen—
uude s. v. w. Helmdecke (s. d.);
hmale, ausgezackte Behänge an F v
Zortieren, Feustervorhängeun ꝛc. 1 10os. Lambrequin.
Abb. 1008).
Lam bris (frz. spr. langbrih), Bekleidung der untern
zimmerwände mit Holz (Getüfel, Stuck, Marmor ⁊tc.
Lambro, J. Nebenfluß des Po in der Lombardei, ent⸗
pringt nahe am Comer See, mündet nach 120 kun bei
sorte Sant' Andrea.
Lambros, Spyridion, neugriech. Historiker, geb.
1. April 1851 in Korfu, Prof. in Alhen, schrieb „Ge⸗
hichte Griechenlands“ (ueugriech. 6 Bde., 1886 - 1904).
LSambruschini (spr. sihni), Luigi, Kardinal, geb.
6. Mai 1776 zu Genua, Staaissekretir Gregors XVI.,
Feind jeder — Neuerung in Staat und Kirche,
Beguer Preußens im Kölner Kirchenstreite über die ge—
nischten Ehen; gest. 12. Mai 1854 in Rom—
Lambsdorff, Wladimir N., Graf, s. Lamsdorff.
Eambsheini, Flecken im bayr. Reg.sBez. Pfalz, an
»er Isenach, (1905) 4328 E. Geflügelmästerei, Weiübau.
Lamtech, nach 1 Mos. 4 und der letzte der Urväter
or der Sintflut und Vater von drei Soͤhnen: Jabal,
zubal und Tubalkain, den Ahnherren der verschiedenen
-ztände; nach 1 Mos. w ist er Vater Noahs.
Lamego (spr. gu), Stadt in der portug. Prop.
Zeira Alta, nahe dem Douro, (18900) 9179 E.
Lauielle (lat.), Blätichen; dunnes Blech von Metall ec.;
ei den Blätterpilzen die auf der Unterseite des Hntes sitzen⸗
»n Blättchen, die das Hymeninm mit den Spoͤren tragen.
vLamelienräder, s Reibungsräder.
bameliibranoniũta, s. Mnscheltiere.
amæaliirontres, s. Entenvögel.
Lamennais (spr, lam'nähß, Hugues Felicitt Ro—
hert de, franz. Schriftsteller, geb. 19. Juni 1782 zu
St.-Malo, seit 1816 Priester, in seinem „Rassai sur linlutference
 en matiôre de religion“ (4 Bde., 1817 -23)
zlünzender Verteidiger der päpstl. Hiexarchie und des
estaurierten Königtüms, seit 1830 Verfechter der Kepo—
ution und Demokratie, bes. in der Zeitschrift LeAvenir“
ind den berühmten „Paroles d'un croyant“ (1834;
eutsch von Börne, 1834), gest. 27. Febr. 1854 zu Paris;
chrieb ferner: „Psduisse d'uns puulosophis““(4 Bde.,
8414), „Pe la religion“ (1841) u. a. — Bgl. Spullet
1899), Roussel (1807), Boutard (1905).
Lanientäbel (lat.), beklagenswert, kläglich, jümmer—
ich; Lamentation, Klage, Klagelied; Lamentalionen, die
zrei Abschnitte der Klagelieder Jeremiä, die an den drei
etzten Tagen der Karwöche in der kath. Kirche abgesungen
verden. Unmentabile, lamontoso (ital., Vius.), in tla—
endem Tone; lamentieren, wehklagen, janimern. Lamento,
Behlklage, Klagegeschrei.
Lanietta, c Fäden aus plattgedrücktem Draht.
Lantettrie (spr. trih), Julien Offray de, frauz. Philo—
oph, geb. 25. Dez. 1798 zu St.⸗Mald, fand, wegen seiner
naterialistischen Schriften verfolgt, Zuflucht bei Friedrich
». Gr., gest. 11. Nov. 17581 zu Berlin; Hauptwerk:
Jhomme machine“ (1748; deutsch 187653. Val.
Auepat (1873), Poritzky (1900).
LSantey, Aug, bad. Staatsmaun, geb. 27. Juli 1816
u Karlsruhe, 1856 Prof. der Rechtswissenschaft zu Frei—
urg i. Br., 1860-66 Präsident des Ministeriums des
Innern, langiähriges Mitglied und Präfident der bad.
zweiten Kammer (nationalliberal), 1871 73 Mitglied des
Deutscheu Reichstags, gest. 14. Jan. 1896 in Mannheim.
Lantia, nach dem Glauben der Alten ein Spukbgeist,
»er Müttern ihre Kinder raubte; später hießen Lamien schöne
gespenstige weibliche Wesen, die Jünglinge an sich lockten,
am ihnen das Blut auszusaugen.
Lamia, im Altertum Stadtder Malier in Phthio⸗
is, bis in die neueste Zeit Zeitum, jetzt wiederum L.,
dauptstadt des griech. Nomos Phthiotis, (1896) 116862 E.
Laminaria Uoul., Riemeniaug, Blattang, Algen—
‚atta. der Phäophyzeeir, in den nordl. Meeren lebende
scoße, blattartig gestaltete Meereßalgen mit lederigem