Landliga, JIrische, eine 1879 gestiftete polit, Ver—
bindung in Irlaund, welche die Abschafsung des Grund—
herrentums und die Rückgabe des Laudes an das irische
Volt erstrebte; 1881 aufgelöst.
—AWBWBlrsdd
—A
Landmanng Rob. von, bayr. Minister, geb. 12. Jan.
1845 in Großweingarten bei Spalt, 1876 Hilfsarbeiter
im bayr. Ministerium des Innern, 1886 stellvertretender
Bevollmächtigter beim Bundesrate, 1806—1902 Knltus—
minister; schrieb Kommentare zu verschiedenen Reichsgesetzen
Landmarken, die in Seckarten nach ihrer, geogr.
Lage eingetragenen und auf diesen wie in Segelanwei—
fungen haͤufig abgebildeten, weithin sichtbaren Küstenpunkte
Berge 2c. oͤder künstlich errichteten Zeichen (Baken) zur
Ortsdestinimuug des Schiffs duͤrch Peilung.
Landmarschall, in Mecklenburg Bezeichnung eines
erblichen ständischen Amtes, dessen Träger die Sprecher
der Stande gegenüber dem Landesherrn sind. (S. auch
ꝛdandeshauptniann.)
Landmeister, Würdenträger des Deutschen Ordeus.
Laudmeßkunst, s. v. w. Feldmeßkunst.
Landois (spr. langdöä), Hermann, Zooplog, geb.
19. April 1835 in Münster, feit 1873 Prof. das., gest. das.
29. Jan. 1905; schrieb: „Tierstimmen“ (1874), mit Altum
Lehrbuch der Zoologie“ (6. Aufl. 1883), „Westfalens Tier⸗
leben in Wort und Bild“ (3 Bde, 1884-82) u. a. —
Sein Bruder Lronard L. geb. 1. Dez. 1837 in Münster,
seit 1868 Prof. der Physiologie in Greifswald, gest. das.
17. Kop. 1802; schrieb: „Lehre vom Arterienpuls“ (1872),
Transfufion des Blutes“ (1875), „Lehrbuch der Physio—
sogie“ (11. Aufl. 1905). [Caustica.
Landolsfische Atzpaste (Causticum Landolti), J.
Sandolt, Hans, Chemiker, geb. 5. Dez. 1831 in Zürich,
1857 Vrof. in Boun, 1870 in Aachen, 1880 in Berlin,
1891 Direktor des zweiten chem. Instituts das., arbeitete
über physik. Cheinie, schrieb: „Das optische Drehungs⸗
vermögen organischer Substanzen“ (18378), „Physik. chemn.
Tabellen“ (mit Börnstein, 2. Aufl. 1884).
Landor (spr. lännd'r), Heury Savage, Maler und
Reisender, geb. 1865 in Florenz, lebt in London, schrieb u. a.
In the forbidcden land“ (2 Bde., 1898; deutsch, 7. Aufl
——
Landpfleger, in Luthers Bibelübersetzung Bezeich—
nung der pers. und chald. Statthalter, sowie der röm.
Prokuratoren von Palästina.
LBandauart (Lanquart), r. Nebenfluß des Rheins im
chweiz. Kanton Graubünden, entspringt aus den Gletschern
der Silvrettagruppe, durchfließt das Prättigau, mündet
bei Malans, 13 kin lang; Landquartbahn, schmalspurige
Bergbahn L.-Klosters-Davos (50 km).
Landrat, in Preußen der Vorsteher der Kreisver—
waltung, der die Staalsgewalt vertritt und dem Kreis—
ausschuß und der Kreisvertretung vorsitzt. In Bayern die
stündische Vertretung der Kreise oder Regierungsbezirke.
Landrecht, im Mittelalter Bezeichnung aller Rechtsnormen,
 die weder Stadt- und Hofrecht noch Lehurecht
enthielten (früheste Aufzeichnung der Sachsenspiegel, s. d.);
dann Bezeichnung der einzelnen Territorialgesetgebungen
iiber das bürgerliche Recht; am bekanntesten das Allge—
meine Preuß. L., in Kraft seit 1. Juni 1794.
Lau drecies (spr. langdreßih), Laudrecy, Stadt und
dis 1895 Festung im franz. Dep. Rord, an der hier schiff⸗
aren Sambre, (1901) 3866 E.
Landrente, s. v. w. Bodenrente.
Landrentenbanken, s. Banken.
Landrichter, Landgerichtsrat, Amtstitel der Mit—
trieder der Landgerichte.
Laudro, Ort und Panzerfort in Südtirol, 11 Km
üdl. von Toblach, sperrt die Straße durchs Höhlensteiner
us Pustertal.
Landrysche Paralyse, s. Lähmung.
Sandfalamander, Ervmolch, Erdsalamander (Sala.
mandra), Gattung der Schwanzlurche aus der Unter—
ordnung der Molche, von plumper Gestalt, mit drehrundew
Schwanz; auf dem Ruͤcken zwei Langsreihen von Drüfen,
in der Ohrgegend ein Drüsenwulst.Sie leben an feuch—
ten Orten, sind lebendiggebärend, fressen Regentwürmer,
Insekten ?c. Iwei Arten: Feuersalamaunder (gefleckter Erd⸗

13

Lan

uolch, S. maculõösa Lur. [Abb. 10412P, schwarz, mit leb⸗
aft gelben, unregelmäßig verteilten Flecken, in feuchten
Wäldern; die mit Kiemendüscheln versehenen Inngen leben
infangs im Wasser. Er
ondert einen scharfen
nilchweißen Saft, der
inen Giftstoff (Samau—
Deineeehhr
ür unverbrennlich gehal— ne
en; eine Feuersbrunst 1u12. Feuersalamander.
jlaubte man durch Hineinwerfen eines Salamanders löschen
u können. Alpeusalamander (schwarzer Erdmolch, 8. atra
Laur.), schwarz, Junge ohne Kiemen und Wasserleben.
Landsassen, im Mittelalter eine Abteilung der Freien,
die freien Zinsleute; dann auch diejenigen, welche im Gegeu—
satz zu den Reichsunmittelbaren der Staatsgewalt eines Ter—
ritorialherrn unterworfen (laudsäfsig) waren; Landsassiat,
das Rechtsverhältnis der sog. Forensen, d. h. der Aus—
änder, die als Besitzer von Grundstücken der zuständigen
gerichtsbarkeit oder Landeshoheit unterstehen, obgleich sie
hren Wohnsitz anderswo haben.
Lanudsberg, in der Deuntschen Nativualversammlung
»yn 1848 eine Gruppe des linken Zentrums.
Landsberg. 1) 8. in Bayern, Bezirksstadt im bayr.
eg.⸗Bez. Oberbayern, am Lech, (10903) 6803 E., Amts—
ericht; Maschinenfabrik, Holzhandel. — 2) 8. vei Halle,
Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Rerseburg, am Kapellenberg,
170 E.; Zuckers, Malzfabrit, Porphyrsieiubrüche; vormals
Hauptort der im 12. Jahrh. gebildeten Markgrafsch. C.,
die seit 1210 zu Meißen gehörte, 1815 an Preußen kam. —
) 8. in Oberschlesien, Stadt im preuß. RegBez. Oppeln,
in der Prosna, 1107 E., Amtsgericht. — 4) 8. in Ost
reußen, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Königsberg, 2417 E.,
Amtsgericht. — 5) L. au der Warthe, Stadttreis und Kreis
tadt im preuß. Neg.-Bez. Frankfurt, (1000) 33 508 (109085:
36 933) E. Garnison, Land-, Amtsgericht, Reichsbantstelle,
Symnasium, Besserungs-, Irrenanstalt, Wouühandel. —
3 Stadt im Reg.-Bez. Rotsdam, s. Alt«L. — 7) 8. bei
Neiningen, hzgl. Schloß in S.-Meiningen, auf einem Fel—
en J. über der Werra, au Stelle der mittelalterlichen Landes—
vehr 1836—41 erbaut. Iberg.
Landsberg, Markt in Steiermark, s. Deutsch-Lauds—
eandsberger, Münze, s. Schildgroschen.
Landschaft, staatsrechtlich s. v. w. Landstände (s. d.);
ift Bezeichnung von nur einer Klasse derselben, z. B. Städte
ind Amter, der Ritterschaft gegenüber. Landschaftliche
reditiustitute, Verbäude von Grundbesitzern eines Lati—
desteils zur Beschaffung billigen Realtredits unter soli—
darischer Haftbarkeit aller.
Landschaftsmalerei, im Altertum als selbständige
dunst unbekaunt, trat als solche erst im 15. Jahrh. auf,
ndem (zuerst von den Brüdern vau Eyck in Flandernj
den Bildern aus der biblischen Geschichte statt des Gold⸗
zrundes eine Landschaft zum Hintergrunde gegeben wurde.
die selbständige Darstellung der Landschaft begann Ende
nes 16. Jahrh. durch die Carracci, Pieter Bruͤeghel und
essen Nachfolger, und wurde im 17. durch Nic. Poussin,
Flaude Lorrain, Salvator Rosa und Jak. van Ruisdael
iach verschiedenen Richtungen ausgebildet. Im 18. Jahrh.
vurde die Vedute (z. B. von Hackert), im Anfang des
8. Jahrh. die histor. oder heroische, d. i. die mehr ideali—
ierte Landschaft (von J. A. Koch uͤ. a.) gepflegi; etwas
püter Landschaften mit romantischen Anklängen Schirmer,
ressing) und solche epischen Inhalts (Rottniann, Preiler).
In neuester Zeit ist übexall in der L. das Prinzip der
Zellmalerei, bes, für Stimmungslandschaften (Paysage
ntime) zur Geltung gekommen. Daneben die üblichen,
kademisch gefärbten Landschaften aus Italien, Holland,
Rorwegen, Alpengebiet und auch dem Orient. Berühmte
moderne Landschaftsmaler in Deutschland Andr. und Osw.
Achenbach, Hildebrandt, Calame, Schleich, Schönleber,
Wenglein, Douzette, Kameke, Ruß, Schindler; in Eng—
and Turner, Constable und Bonmington; in Frankreich
Flandrin, Th. Rousseau, Corot, Dupre, Daubigny der
iltere, Diaz; in der Schweiz Calame, Diday; in den
Riederlanden Mesdag; in Skandinavien Eckersberg, Gude;
n Amerika Bierstadt u. a. — Vgl. Leitschuh (1588); An⸗
eitung von Köhler (2. Aufl. 1505).
Landschildkröten, s. Laud- und Sumpfschildkröten.