Lan

Lang (spr. läng), Andrew, engl. Schriftsteller, geb.
31 Racz 1844 in Selkirk, lebt in St. Andrews; ver—
jffentlichte die Dichtungen „Uelen of Troy“ (1882),
„Rhymes à la modeé“ (1884), „Grass ot Parnassus“
Is888); in Prosa: Custom and myth“ (1884), „Ayth,
itual and religion“ (1887), „Phe book of dreams
and ghosts“ (1887), „Phe making of religion“ (1898),
ibersetzte Homer u. a.
LTaug, Karl Heinr., Ritter von, Geschichtsforscher,
geb. 7. Zuli 1764 zu Balgheim in Schwaben, 1811 415
Direktor des Reichsarchivs in München, dann bis 1817
Freisdireltor in Ansbach, gest. 26. März 1835 bei Ans—
Jach; bes. berühmt durch seine satir. „Hapimelburger
Keisen“ (1833; neue Ausg. 1882) und „Memoiren“
1842; neuc Ausg. 1881).
Laugarmaffe, s. Gibbon
Zangbein, Aug. Friedr. Erust, Dichter, geb.6. Sept.
757 zu Radeberg bei Dresden, seit 1820 Zensor in
ZBerlin, gest. 2. Jan. 1835; kultivierte bes. die launige
ovet. Erzählung. — VBgl. Jeß (1802).
Langbirnen, grüne, fuͤnfte Klasse des
zucasschen Birnensystems (s. Birne).
Langblei, das eichelförnmige Geschoß [Abb.
0141]7?des preuß. Zündnadelgewehrs das
mittels eines napfförmigen Spiegels (s. Treib—
piegel) aus gepreßter Papiermasse in der Seele
jeführt wurde.
Lange, Friedr. Albert, Philosoph und
Nationalökonom, Sohn von Joh. Peter V.,
seb. 28. Sept. is2ß in Wald dei Solingen, ona. Pa—
jest. 21. Nov. 1875 als Prof. in Marburg; —E
dauptwert: „Geschichte des Materialismus“ Rewehrs
7. Aufl. 1902). — Bgl. Ellissen (1881).
Lange, Helene, Vertreterin der Frauenbewegung, geb.
3. April 1848 in Oldenburg, 1876 Leiterin eines Lehre—
innenseminars in Berlin, begründete 1889 das. die Real—
urse für Frauen, die 1893 in Gymnasialkurse umgewan—
delt wurden, seit 1890 Leiterin des allgemeinen deutschen
dehrerinnenvereins, seit 1902 auch des allgemeinen deut—
chen Frauenvereins; gibt die Monatsschrift „Die Frau“
1893 fg.) heraus, schrieb „Handbuch der Frauenbewegung“
mit G Bänmer; 5 Bden, 1801 -56) u. a. [S. auch Bei⸗
age: Frauenfrage.
Launge, Joh. Veter, prot. Theolog, geb. 10. April
802 zu Sonnborn bei Elberfeld, gest. 9. Juli 1884 als
Prof. in Bonn, Herausgeber des „Theol.-homiletischen
Bibelwerks“ (1837 77).
Lange, Ludw. Philolog, geb. 4. März 1825 zu Han⸗
rover, 1855 Pros. in VPrag, 18659 in Gießen, 1871 in
Leipzig, gest. das. 18. Aug. 1885; Hauptwerk: „Hand⸗
onch'der röm. Altertümer“ (3. Aufl. 1876 fg.).
Lange, Phil. (Karl Ernst), Romanschriftsteller unter
dem Pseudonyn Philipp Galen, geb. 21. Dez. 1813 zu
Polsdam, gest. das. 20. Febr. 1899 als Oberstabsarzt a. D.;
ein bester Roman: „Der Irre von St. James“ (1854 u. ö.).
Lange, Sam. Gotthold, Dichter, geb. 1711 zu Halle,
zeft. 25.Juni 1781 als Pastor zii Vaublingen, Gegner der
sottschedschen Schule; schrieb mit Pyra „Thyrsis' und
Damous freundschaftliche Lieder“ (1748; Neudruck 1885),
Fes. bekannt durch seine von Lessing scharf kritisierte über—
raguug der „Oden“ des Horaz (1752).
Laͤnge, geographische, der Winkel, den der Meridian
Grad der Länge, Längenkreis) eines Ortes mit einem
als Ausgangspunkt der Fühlung gewählten Aufangs-, Nullder
 ersien Meridian bildet, von dem man entweder nach
W. und O. bis 180 zählt (westl. und östl. L.), oder nut
iach O. bis 360). Als solche gelten die Mexidiane von
Greenwich, Ferro (17“ 895 51* westl. von Gr.), Berlin
130 230 44“ östl. von Gr.), Paris (20*, genauer 200 23
y östl. von Ferro, 2“ 2059 östl. von Gr.), Washington
770 329 2“ westl. von Gr.). Da der Längenunterschied
weier Orte auch gleich dem Unterschiede ihrer Ortszeiten
t. de Hgleich ihrer Feitdifferenz (s. dä so giht man die
Cauch in Zeit an. Die von zwei benachbarten Meridianen
oder Graden der Lünge eingeschlossenen sphärischen Zwei—
ecke (Meridianstreifen) und die zwischen benachbarten Neri—
Nanen liegenden Stücke der sie durchschneidenden Parallel—
reife oder Breitenparallelen nennt nian Längen, oder Pa—
ralletgrade. Wahrend erstere gleich groß sind. sind letztere

nach der betreffenden Breite verschieden groß. (S. auch
Irtsbestimmung und Gradmessung.) — Die astron. L. eines
gestirns ist der Bogen der Etliptit zwischen dem Breiten—
reis desselben und dem Frühlingspunkt; sie wird von
em letztern immer nach Osten gezählt.
Laugebrück, Dorf in der suͤchs. Kreish. Dresden,
4900) 2114 E.; Sommierfrische.
Laugeland, Insel zwischen Fünen und Laaland sKarte:
sordwestdentschlandei, bei Hannover], zum dän. Anit
Zvendborg gehörig, 275 qkm, (1901) 18 995 E.; Haupt⸗
tadt und Hafen Rudkiöbing, 3462 E.
Langelsheim, Flecken im braunschw. Kr. Ganders—
zeim, au der Innerste, (1905) 3616 E.; dabei Silber—
zütte Sophienhütte und Kaliwerk Hercynia.
Lanugemarck, belg. Ort, s. Langhemarcq.
Langen, Stadt in der hess. Prov. Starkeunburg, (1905)
3411 En, Amtsgericht; Knopf-, Likör-, Zündholzfabri—
ken, Sandsteinbrüche.
Vangen, Joseph, kath. Theolog, geb. 8. Juni 1837
in Köln, feit 1867 Prof. zu Bonu, gest. das. 13. Juli
1901, 1872 wegen Verwersung der päpstl. Unfeblbarkeit
exkommuniziert, bis 1878 einer der Führer des Altkatholi⸗
zismus, seitdem für diesen noch akademisch tätig; Haupt—
echrifteu: „Geschichte der röm. Kirche bis Innozeuz III.“
Bde., 188103), „Die Clemensromane“ (1890).
Lange Nacht, bei den Juden die dem Gebet ge—
vidmete Nacht vor dem Versöhnungsfest.
Langenargen, Dorf im würtlemb. Donankreis, am
Bodenfee, (1900) 1275 E.; dabei Schloß Moutfort.
Langenagau, Stadt im württemb. Donaukreis, (1905)
3642 Er; Weberei, Gerberei, Viehmärkte.
Langenbeck, Konr. Joh, Mart., Anatom und Chi—
urg, geb. 3. Dez. 1776 zu Horneburg (Hannover), gest.
24. Jaͤn. 1851 als Prof. zu Göttingen; veröffentlichte:
Icones anatomicse“ (8 Bde., 1826-39), „Handhuch
jer Anatomie“ (4 Bde., 183147) ꝛc. — Sein Neffe
zernhard von L., Chirurg, geb. 8. Nov. 1810 zu Pading⸗
üttel (Hannover), 1848 Prof. in Kiel, 18348 -82 in
gerlin, während der Kriege Generalarzt der Armee, gest.
O. Sept. 1887 zu Wiesbaden, verdient um die Kriegs—
hirurgie, Begründer der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.
Bgl. Bergmann (1888).
Eaungenberg. 1) Stadt im preuß. Reg.-Bez. Düsselorf,
 (19085) 9507 El, Anitsgericht; Eisenbahnhauptwerlk⸗
tätte, Scidenstoffabrilen. — 2) 8. in Renuß, Markt—
lecken in Reuß j. L., an der Weißen Elster, 3039 E.,
Wasserheilaustalt. [I(geogr. ).
Langenbestimmung, s. Ortsbestimmung und Länge
Langenbielanu, Dorf im preuß. Reg.Bez. Breslau,
im Rotwasser (zur Veila), 8 xm lg. (1900) 19 125 (1905:
20067) E,; Baumwoll- und Leincuindustrie, Garnfärbe⸗
reien, Bleichereien, Dampfmühlen, Ziegeleien.
Langenbrücken, Dorf im bad. Kr. Karlsruhe, au
»er Kraich, (1900) 1371 E. Amalienbad (schwefelhaltigste
MNineralquelle in Deutschland).
Längenbureaus, geodätisch-astron. Institute in
zaris, Berlin, London, Washinugton und andern Städten.
Langenburg, Stadt im württemb. Jagsttreis, an der
zagst, (1905) 1508 E., Amtsgericht, Schlösser des Fürsten
on Hohenlohe-V.; Vieh- und Getreidehandel.
Langenburg, Bezirkshauptort in Deutsch-Ostafrita
Karte: Deutsche Kolonien I, 41, am Nordwestufer
es Njassasees und am Rumbiraflusse; Dampferstation;
893 als Militärstation gegründet. —E
Langendorf, Großgemeinde in Siebenbürgen, s.
Langendreer, Dorf im preuß. Reg.»Bez. Arusberg,
900) 19 928 (1005: 25 053) E.; Steinkohlenbergbau.
Längenfeld, s. Gestrecktes Feld.
Längengrade, s. Länge (geogr.).
Langenkandei, bayr. Flecken, s. Kandel.
Längenkreis, s. Meridian uund Länge (geogr.).
Langenlois, Markt in Niederösterreich, (1900) 4088
f.; Weinbau.
Längenmenser, s. v. w. Kurvenmesser (. d.).
Langenöls (Ober⸗, Mittel- und Nieder-⸗), Dörfer im
»reuß. Reg.⸗Bez. Liegnitz, am Olsbach, (1800) 504 3571
ind 344 (1905: 49060) E.; Leinweberei, Möbelfabriken.
Langensalza, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Erfurt, an
der Salßa (zur Unstrut), (1900) 11926 (1905: 12546) E.