Sa Roche (spr. rosch), Karl, Ritter von, Schauspieler,
zeb. 14. Okt. 1794 zu Berlin, 1822—82 am Weimarer
Theater, seit 1833 am Burgtheater in Wien, gest. 11. März
1884; in allen Rollenfächern ausgezeichnet.
La Roche (spr. rosch), Maria Sophie, Sqriftstelle
rin, geb. 6. Dez. 1731 zu Kaufbeunren, Tochter des Arztes
Gutermann, eet Wielands, Gattin des kurtrier⸗
schen Konferenzraͤtes L. R. (gest. 1788), gest. 18. Febr. 1807
zu Offenbach, schrieb: „Geschichte des Fränlein vor
Sternheim“ (hg. von Wieland, 1771) u. a. Romaue
— Bal. Ridderhoff (1805), Asmus (1800). — Ihre
Tochter Maximiliane d., geb. 1756, gest. 1798, Freundin
Goethes, Gattin des duucan Brentano in Frankfuri
a. M., Mutter des Dichters Klemens Brentano und der
Bettina von Arnim.
Sarochefoucauld (spr. roschfukoh), altes franz.
Geschlecht. François VI. Herzog von 8. geb 15. Dez
Tsus, nahm an den Unruhen der Fronde teil, machte sein
Haus zum Sammelplatz aller glaͤnzenden Geister jener
Epoche, gest. 17. März 1680; seine „Mémoires de le
regenée dAnne d'Autriche“ (1662 u. ö.), eine vor⸗
treffliche Zeitgeschichte, seine „Maximes et reflexions
morases“ (1666 u. õ.; deutsch 1875), ein Muster klassi—
scher Prosa. — Vgl. Rahstede (18688), Htmon (frauz, 1896)
Zrancois Alexandre Frederic, Herzog von L.⸗Lian
rouct, Philanthrop, geb. 11. Jan. 1747, gruͤndete 1788 die
Musterschule Recole des epfants, de ia patrie“, nach
der Restauration die erste Sparkasse in Frankreich; gest,
27. März 1827; schrieb: „Voyage dans les Etats- Unis“
(8 Bde.1798 u. ð.). — Sosthenes, Marquis de 8. Her⸗
Fog von Doudeanviile, geb. i. Sept. 1828, 1871 Mitglied
der Danuesenne, 1876 der Deputiertenkammer
(VLegitimist), 1873 —74 Botschafter in London.
Larochejacquelein (spr. roschschät'läng), Henri
Duverger, Graf von, geb. 80. Aug. 1772 stellte sich
1792 an die Spitze der Royalisten in der Vendee, 4
1. März 1794 bei Nouaillé. — Biogr. von Laroche—
jacquelein (1890). — Sein Bruder Lonis Duverger,
Marquis de L., geb. 29. Nov. 1777, leitete 1818 und 1815
die royalistische Bewegung in der Vendte, fiel 4. Juni
1815 bei Saint-Gilles. — Dessen Gemahlin Marie Lonise
Victoire, geborene de Donnissan, geb. 26. Okt. 1772 zu
Versailles, gest. 15. Febr. 1867; ihre „Memoĩres“ (1815
u. ö.) wichtiger Beitrag zur Geschichte der Frauz. Revolution.
— Biogt. von Nettement (3. Aufl. 1876).
Laroufse (spr. ruhß), Pierre, franz. Lexikograph und
Verlagsbuchhändler, geb, 28. Olt. 1817 zu Toucy, gest.
3. Jan. 1875 zu Paris; Hauptwerk: Graund dictionnaire
universel du XIXe siécle“ (15 Bde., 1864-76 mit
2 Supplementen).
Sarrey (spr. reh), Dominique Jean, Baron, franz.
Chirurg, geb. 8. Juli 1766 zu Beaudkan, führte 1783 die
fliegenden Feldlazarette ein, 1805 Generalinspektor des
frauz. Militärmedizinalwesens, nahm an allen Feldzügen
Napoleons teil, gest. 25. Juli 1842 zu Lyon; schrieb:
„Mémoires de médeécdine militaire“ (4 Bdet, 1812-17;
deutsch, 2 Bde., 1813 —19), „Cunique ehirurgicalo“
(5 Bde., 1829 36; deutsch 18380 31). — Val. Werner
ue Triaire (franz. 1802).
SeLirronge (spr ongsch), Adolf, Bühnendichter,
Jeb. 8. März 17838 zu Hambürg, 1874 78 Direktor des
Lobetheaters in Breslan, 1883—94 des von ihm mit
andern Isandeten Deutschen Theaters in Berlin; schrieb
die Volksstücke: „Mein Leopold“ (18738), „Hafemanus
Töchter“ (1870),, Dottor Klaus“ (1878),.,Wobltätige
Frauen“ (1879) u a.
Larroumel (fpr. rumeh), Gustave, franz. Literar⸗
historiker, geb. 18803 in Gourdon, Prof. an der Sorbonue
in Paris; schrieb; „Marivaux, za vie et ses cuvres“
883), IA coMéãισ de Mοιι_νο“ I8ö3 tudes
dhistoirs et de critigne äramatiquo“ (1882; Neue
Folge 1809),, Meisssonter“ (1803), Etndes do Iitté
rature et d'art“ (18294 -97) u. a.
Larsson, Karl, schwed. Maler, Zeichner, Buchillu—
rator und Radierer, geb. 28. Rai 180635 hervorrägend
als Freilichtmaler.
Larve (lat., bei den Römern Bezeichnung für gespen
sterhafte Erscheinungen, die dem Menschen Unglück bringen
sollen; dann Gesichtsmaske. — In der Zoologie bei den

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Las

ziner Verwandlung unkerworfenen Tieren die Form, in
der das dem Ei emschlüpfte Junge zunächst erscheint, z. B.
die Raupen der Schmetterlinge Maikäferlarve auf Tafel:
Intwicklungsgeschichte J, 16).
Larvenschwein, Maskenschwein (Postamochoerus
africanus Grau), zur Familie
der Schweine gehörige afrik. Art,
rötlichgraubraun, zwischen Augen
und Schnauzenspitze eine warzige
Anschwellung, Ohren schmal, spiß,
mit ——— unter den Augen
ein Haarbusch, an den Wangen ein
tarker Backenbart. Wahrschein⸗
ich nur eine westafrik. Spielart
ist das Pinselschwein (P. penicillatus Gray [Abb. 1020
nach Brehm)). — 2., Masken- oder Falteuschwein heißt
unuch eine in Japan aezegene Abart des Hausschweins.
arventaucher, s. Alken [Abb. b16).
Larviert (frz.), versteckt, verborgen, für Krankheiten,
nie ein anderes Krankheitsbild vortaͤuschen.
Larvik, norweg. Stadt, s. Laurvik. (S. auch Jarls⸗
F und Laurvik.)
aryugitis egrch.), Kehlkopfentzündung; Laryngo—
issür, Spaltung des Kehlkopfes zur ne von
Fremdkörpern u a.; Laryngologie, die Lehre vom Kehl—
kopf und dessen Krankheiten; Laryngophthisis, Kehlkopf⸗
chwindfucht; Laryngostöp, Kehlkopfspiegei (s. d. nebst
Abb. 910); Laryngoskopie, Untersuchung des Kehlkopfes
mittels gastapenens Laryugospasmus, der Stimm⸗
ritzenkrampf; Laryngochirurgie, die chirurg. Operationen
im Kehlkopfe; Laryngoftensfe. Verengerung des Kehlkopfes
ind die dadurch bedingte Atemnot; Laryngotomie, Kehl—
opfschnitt, operative Eröffnung des Kehlkopfes zur Ent—
ernung von Geschwülsten, Fremdkörpern u. a.; daryngo—
strobostop, Instrument zur Untersuchung der Schwingungen
der Stimmbänder, auch zum Studium anderer schwingender
dörper; Laryngotracheotomĩe, Krikotracheotomie, opera⸗
ive Eroͤffnung der Luftwege vermittelst Duͤrchschneidens des
Ringknorpels und der beiden obersten Luftröhrenknorpel.
Larynx (grch.), Kehlkopf.
Larynxö dent (grch.), s. v. w. Glottisödem (s. Glottis).
Las, Las Bela, Ehbene in Belutschistan, s. Lus.
Lasa, s. Heydebrand und der Lasa.
Lasalle (spr. hall), amerik. Stadt, s. Salle (La).
Lasaulx (spr. laßoh), Arnold von, Mineralog und
VFeolog, geb. 14. Juni 1889 in Castellaun, gest. 25. Jan.
1886 als Prof. in Bonn; schrieb: „Elemente der Petro—
zraphie“ (18765), „Aus gIrland⸗ (1877) u. a.
Lafsaulr (spr. laßoh), Ernst von, Altertumsforscher,
eb, 18. Maͤrz 1805 zu Koblenz, 1885 Prof. der Philo⸗
ne in Würzburg, 1344 in Muͤnchen, 1848 Mitglied der
Deutschen Rationalversammlung, später der bayr. Zweiten
Zammer, Vertreter der kath. Juteressen, gest, 10. Mai 1861;
chrieb: Philosophie der schönen Künste“ (1860) u. a. —
Ral. Holland (1861).
Lasca, Il, Beiname des ital. Dichters Grazzini (s. d.).
Las Cafas, Fray Bartolomet de, Philamhrop, geb.
1474 zu Sevilla, ging 1502 nach Amerika, wirkte für
die Verbesserung der Lage der Eingeborenen, ward Bischof
von Chiapas in Mexiko, gest. im Juli 1566 zu Madrid,
schriebi „Historia general de las Indias“, „Brevissims
élaclon de la destrucclon de las Iudias““ (deutsch von
Andrä, 1780). —, Biogt. von Baumstark (2. Aufl. 1379).
Las Cases (spr. kahss), Emmannel Augustin Dieu—
donn, Marquis de, geb. 1766 auf Las Eases unweit
Pevel, Kammerherr Napoleons J., begleitete ihn nach Sankt
helena, mußte 1816 zurückkehren, gest. 18. Mai 1842; sein
AMémoriasl doSto Hélôno“(8 Bde, 1823 -24u. ö. deuisch,
Bde 1823526; 2 Bde. 1899), wichtige Geschichtsquelle.
Lascelles (spr. lässell), Sir Frank Cavendish, engl.
diplomat, 4 1841, trat 1861 in den diplomat. Dienst,
1881-90 Gesandter in Persien, 1894 Botschafter in Ruß⸗
and, 1895 in Berlin.
Lasch, Karl, Porträt⸗- und Geuremaler, geb. 1. Juli
819 in Leipzig, 1847 557 in Moskau, dann Prof. in
Düsseldorf, gest, 28. Aug. 1888 in Moskau; malte: Schul-—
neisters Geburtstag, Verhaftung (1872) u. a.
Laschenen, s. Lisenen. V
Zaschid, Nomos auf Kreta, s. v. w. Lassithi (s. d.).

1020. Pinselschwein.