Las

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Laschitzen, richtiger Lafsizen (poln.), Lasti (russ.), die
talschen Hermelinpelze aus Fellen des weißen Kaninchent
und des Schneewiesels.
Laschkar, Feldlager des Herrschers (Maharädscha) des
Staotes Gwaliar und jetziger Name der Stadt Gwaliar (s.d.)
Lasciate ogni sSperanza voi oh'entrate (ital.)
Laßt jede Hoffnung, ihr, die ihr eintretet; in Dantes ‚Gött⸗
cher Komödie“ Schluß der Inschrift über der Höllenpforte
Lasco, Johann a, s. Lasti.
Lascy, Graf von, sJ. Lacy.
Laseithi (Lasithi), s. v. w. Lassithi (s. d.).
Lasfen (Eazen), die Bewohner (ca. 140000) der Landsch
dasistan in Kleinasien, sprachlich den Georgiern verwandt
Lasgori, Hafen an der Südküste des Golfs von Aden,
in Brit.Somalland.
Lasieren, eine durchsichtige Farbe (Lasurfarbe) auj
einen farbigen oder metallischen Grund so auftragen, daf
dessen Farbe durchscheint; so z. B. beim Lackieren.
Läsion (lat.), Verletzung, Bevorteilung, speziell Rechts
verletzung.
Lasistan, Landschaft im türk.-kleinasiat. Wilajet Trape⸗
zunt, gebirgig; nach den Lasen benannt. Ein kleiner Teil
der Landsch. L. gehört seit 1878 zum russ. Gebiet Batum.
Lasithi, Nomos und Gebirge (Lasiothika) auf Kreta
Laskären, Laskars, ind. Matrosen. [s. Lassithi.
Laskaris, Theodor, Kaiser von Nicäa, Schwiegersohn
Alexios‘ II. Angelos, begründete 1204 nach der Er—
stürmung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer das Reich
von Nicäa, pest 1223.
Laskäris, Konstantin, byzant. Gelehrter, geb. 1434
floh 1454 aus Konstantinopel nach Italien, wo er die
Keuntnis der griech. Sprache verbreitete, lebte von 1466
bis zu seinem Tode (1501) zu Messina. — Aus derselber
Familie stammt Andreas Johannes oder Janos L., ge⸗
nannt Rhyndakenos (d. h. aus Rhyndakos in Kleinasien),
gest. 133 zu Rom, um die Verbreitung der klassischen
Studien hochverdient.
Lasker, Eduard, Parlamentarier, geb. 14. Okt. 1828
zu Jarotschin (Posen) von israel. Eltern, seit 1870
Rechtsanwält zu Berlin, 1865—279 Mitglied des preuß
Abgeordnetenhaͤuses, seit 1867 des Reichssstags, Mitbe—
gründer der Nationalliberalen Partei, ausgezeichneter Red⸗
ner und an der neuen Reichsgesetzgebung hervorragend be—
teiligt, später Sezessionist, gest. 8. Jan, 1884 auf einer
Reise in Neuyork; schrieb: „Wege und Ziele der Kultur—
entwicklung“ (1581) 2ꝛc. — Vgl. Bamberger (1884).
Lasker, Emanüuüel, Schachspieler, geb. 25. Dez. 1868
zu Berlinchen, seit 1802 Sieger in zahlreichen Schach—
turnieren, schrieb: „Common senss in chess“ (1806) u. a
Lafki oder a Lasco, Johann, geb. 1499, Bischof von
Vesspprim (Ungarn), später von Küjawien, schloß 0 der
Reformation an, wirkte in Ostfriesland und England
Jest. 1060 als Vorsteher der reform. Kirche in Kleinpolen
Bgl. Dalton (1881), Pascal (franz., 1894).
ße „ Insel im Kattegat, zum daäun. Amt Hiörring
105 qx, (1801) 2828 Et; Hauptort Byrum.
Laspeyres, Hugo, Mineralog und Geolog, geb. 3. Juli
1836 zu Halle, seit 1870 Prof. in Aachen, Kiel und Bonn
ex g u. a. „Das Siebengebirge am Rhein“ (1801)
dassa, Stadi, s. Lhasa und Karte: Asien 1.8.
Lafsalle (spr. Fall), Ferd. sozialdemokrat. Agitator,
geb. 14. April 1826 zu Breslau von israel. Eltern
miachte sich zuerst 1848 bekannt durch sein Auftreten füi
die Graäßin Hatzfeld (s. d.), schrieb die durch Gelehrsam⸗
keit und Scharfsiun 3 Werke: „Die Philo—
sophie Herakleitos des Dunkeln“ (2 Bde., 1858) und
„System der erworbenen Rechte“ (1862; 2. Aufl. 1880),
suchte seit 1862 dem liberalen Buͤrgertum eine radikale
Arbeiterpartei entgegenzustellen, empfahl in seinem „Offe—
nen Antwortschreiben“ (1864) Produktiv-Assoziationen
mit Staatshilfe und Einführung des allgemeinen direkten
Wahlrechts, wirkte für dieses Programm, durch Reden und
Schriften „Herr Bastigt-Schulze von e 1864),
gest. 31. Aug. 1864 infolge eines Duells, das er wegen
Helene von Dönniges (s. d.) mit dem walaqh. Bojaren
Racowitza hatte. Beste Gesamtausgabe“ (8 Bde., 1802
g83); „Briefe“ an Rodbertus (1878), an Marr und
Engels (1902). — Vgl. Brandes (4. Aufl. 1800), Brand
(I838), Seilliere (franz. 1897), Oncken (1904).

Lassan, Stadt im preuß. Reg.«Bez. Stralsund, an der
Peene, (1906) 2150 E,; Tischlerei, Schiffahrt.
Lassar, Oskar, Mediziner, geb. 1i1. Jan. 1849 in
Hamburg, außerord. Prof. für Dermatologie in Berlin, fand
herschiedene neue Heilmethoden; Herausgeber der „Derma—
——
Laßberg, Jos. Freiherr von, Germanist, geb. 10. April
1770 zu Donaueschingen, gest. 16. März 18885 auf seinem
Schlosse Meersburg aͤm Bodensee, schrieb unter dem Na—
men Vieister Seyp von Eppishusen; Hauptwerk: „Lieder—
saal“ (4 Bde. 1820-25), Sammlung von Erzählungen
und Spruchgedichten des 13. und 14. Jahrh.
Lassen, Laten, im Sachsenspiegel unfreie Bauern.
Laffen, Christian, Sanskritist, geb. 22. Olt. 1800
zu Bergen in Norwegen, gest. 8. Mai 1876 als Prof.
n Boun, Begründer der ind. Altertumswissenschaft in
Deutschlaud, entzifferte zuerst die e Keilinschriften
1836); Hauptwerk: „Ind. Altertumskunde“ (184462;
2. Aufl. 1807 f9).
Lassen, Eduatd, Komponist, geb. 13. April 1880 in
dopenhagen, 186198 Hofkapeilmeister in Weimar, gest.
das. 16. FJau. 1004, schrieb Opern, Schauspielmusiken (zu
Boethes „Faust“), Sinfonien, Ouvertüren, ist aber am
dekanntesten durch seine Lieder geworden.
Lassingalpen, Teil der Osterr. Alpen, von der Enus
im W. bis zur Erlauf im O. (im Hochstadl bis 1920 m).
Lassithi, Nomos auf Kreta, im O. (1900) 57 168 E.;
Hauptstadt Kasteli oder Gerapetra. — Das Gebirge 8.
oder Lassiothika, das alte Dikte, das., bis 2160 m hoch
(nach der Sage Geburtsstätte des Zeus).
Lasso (span. 1a20), Wurfschlinge in Südamerika, langer
Lederriemen mit einer Kugel an seinem Ende, zum Ein—
fangen der Büffel, wilden Pferde ꝛc.
Lasso, Orlando di, oder Orlandus Lassus, nächst Pa—
lestrina der größte Tonsetzer des 16. Jahrh., geb. 1820
zu Mons, 1841 — 49 Kapellmeister an der Kirche San
Biovanni in Laterano in Rom, seit 1567 Kapellmeister
in München, gest. das. 14. Juni 1584; komponierte zahl⸗
reiche kirchliche (bes. berühmt die Motetten umd die sieben
Bußpsalmen) und weltliche Stücke.
Lasson, Adolf, Philosoph, geb. 12. März 1882 in Alt⸗
trelitz, Realgymnasiallehrer ünd Universitätsdozent in Ber—
lin; jchrieb unter anderim: „System der Rechtsphilosophie“
Lassus, s. Lasso, Orlando di. [(1882).
Laßwitz, Kurd, Philosoph und Schriftsteller, geb.
20. April 1848 in Breslau, Gymnafialprof. in Gotha;
chrieb: „Geschichte der Atomistik“ (1880), ege
2. Aufl. 1902), „Wirklichkeiten“ (2. Aufl. 1903), „Zend⸗
Avesta“ (1801), auch Romane, Märchen u. a.
Last, Getreidemaß in Dänemark — 16,60, in England
— 289,02, in Rußland — 38,68, früher in den Niederlan—
den S 80, in Preußen — 832,03 (für Kohlen 36—40) nI.
(S. auch Schiffslast, Kommerzlast, Neulast, Load.)
Lastadie (mittellat. Iastaiumm, vom deutschen Last),
in deutschen Seestädten ursprünglich der Platz zum Ein—
und Ausladen der Schiffe; auch Name von Stadtteilen
Lasten, auf Kriegsschiffen die Räumlichkeiten unterhalb
des Zwischendecks, die zur Aufbewahrung von Propiant
und Vorräüten dienen. Proviant-, Wasser-, Tau⸗L. Laft⸗
mann, Matrose, welcher die Vorräte ausgibt.
Lasthebemaschinen, Hebeapparate, Hebezeuge, Ma—
schinen und Apparate zum Fördern von Lasten in hori—
ontaler und vertikaler Richtung. Je nach Art der Aus—
see und der zu fördernden Gegenstände unterscheidet
nan: Hebeladen, Flaschenzüge, Winden, Aufzüge, Förder—
maschinen, Krane, Paternosterwerke, Wasserhebemaschinen.
Laͤstigkeit, Apetsatten der F Vor (Vorder⸗),
Achter⸗L. Gleich⸗L. besitzt das Schiff, je nachdem es vorn
oder hinten tiefer, oder vorn und hinten gleich tief taucht,
vor (vorder⸗) oder achter⸗ (hinter⸗) oder gleichlastig ist.
Lasting oder Prunell, atlasartiges Kammwollgespinst,
meist schwarz.
Last, not 16éast (engl., spr. lahst, nott lihst), als
Letzter, nicht als Geringster; Zitat aus Shakespeares
Zulius Cäsar“ (8, 5) und „Lear“ (1, 1).
Lastrygonen, s. Laistrygonen.
Lasur larab., n dasselbe wie Azur), durchsich—
iger Farbenauftrag (s. Lasieren).
Lafürfarben, s. Lasieren ünd Deckfarben.