Lasurit, s. Lasurstein.
Lasurstein (Dapis Lazuli), Gemenge Ses Lasurits,
rines lasurblauen, glasartig fetigläuzenden Minerals (be—
stehend aus Kieselfäure, Tonerde, Vatron, Kalk und Schwe⸗
selfäure), mit andern Mineralien (Diopsid, Kalzit, Pyrit 2c.),
kommt in Sibirien, der Tatarei, China, Chile ꝛc. vor; zu
GBeschmeiden und Ornamenten, früher auch zur Herstellung
des Ultramarins benutzt.
Lasziv (lat)), unzuͤchtig, wollüstig, schlüpfrig; Laszi—
vität, Unzüchtigkeit, Schlüpfrigkeit.
Laͤszis, Philipp, ungar. Bildnismaler, geb. 1. Juni
1869 in Budapest, Papst Leo XIII. Tafel:; Porträt-—
malerei TD, 121. Kaiserin Elisabeth, Gräfin Kapuist u. g
Latacunga, Hauptstadt der Prov. Leön der südamerik
Nepublik Ecuador, 2780 m ü. d. M. 15 000 E.
Latakieh (Ladikiye), das alte Laodiesa ad mare,
Stadt im türk.syr. Wilajet Beirut, am Mittelländ. Meer,
etwa 25000 E.; Hafen.
Latania Commers., Samt⸗
palme, Palmengattg. auf den
Maskarenen und dem benach—
barten Festlande, mit schönen
fächerförmigen Blättern. L.
Dommersonii Mart. mit roten
Blattnerven, L. borbontea
Lum. (Iãvistõna sinensis I.
Br. [/Abb. 1021)) eine be—
liebte Gewächshauspflanze.
Rdureaa „freue re
der 4. Fastensonnta it⸗
fasten), weu die —5 — an ihm I021. Latania borbonica.
mit dem Gesange „aetare Jerusslem“ (nach Jes. 66, 10)
beginnt. Er heißt auch Rosensountag, weil an ihm X
Goͤldene Rofse (s. d.) geweiht wird, Brotsonntag, nach dem
Evangelium von der wunderbaren Speisung (Iph. 6, 1-18),
Todsonntag (schwarzer Sonntag), von dem Brauche des
Todaustreibens (s. d.).
Latean (spr. toh), Louise, geb. 80. Jan. 1880 in Bois
Haine (Belgien) als Tochter eines Arbeiters, zog seit
i8os durch ihre nach schwerer Krankheit sich einstellende
Stigmatisation (s. Stigma) mit Verzückungen, wozu seit
1871 auch wunderbares Fasten trat, große Pilgerscharen
herbei. Nach dem Tode ihres Diözesanbischofs verlor sie
ihr Aunsehen; gest. 25. Aug. 1883.
Lateinisch C(atinisch), was sich auf Latium bezieht.
insbes. f. v. w. römisch, da Rom die vornehmste Stadt La⸗
tiums war. (S. Lateinische Spiache Spaͤter auch s. v. w
abendländisch, im Gegensatz von byzantinisch (morgenlän—
disch); daher Lateinifches Kaisertum, das 1204 von den
sereüzfahrern zu Konstautinopel errichtete Kaisertum (s. By—
zantinisches Reich); endlich s. v. w. röm.-kath., daher La
einische Kirche iim Gegensatz zur griech.-kath. Kirche.
Lateinische Münzkondbention, der 1868 (erneuert
1885) zwischen Frankreich, Belgien, Italien und. der
Schweiz abgeschlossene Vertrag über die gleichartige Aus
prägung, der Gold- und Silbermünzen imnn Frankfuß
Griechenland trat 1867 förmlich bei. Ohne der Kon—
ventiön beigetreten zu sein, prügen ihre Münzen nad
demselben System Spanien, Rumänien, Bulgarien, Serbien.
die südamerik. Republiken. — Bgl. Willis (engl., 1901)
Lateinisches Kreuz oder Passiouskreuz, ein Kreuz,
dessen unterer Ärm länger ist als die drei andern Arme
Tafel: Wappenkunde 1).
Lateinische Sprache, die Sprache der Römer und de'
datiner d.) überhaupt, ein Dialekt der ital. Sprachen, ver⸗
breitete sich infolge der Römerherrschaft über gese Gebiete
Für die literar. Sprache werden vier Perioden angesetzt
Nodie , bis 240 v. Chr.; 2) die archaische lalter⸗
důmliche) bis auf Cicero; 8) die klassische, das golden
Zeitalter der Sprache, bis auf Tiberius, 4) die nachklassische,
 in der man bis zum Ausgang Hadrians (188
n. Chr.) die silberne Latinität ansetzt, worauf dis 192 n. Chr
eine archaisierende Perivde folgt. (S. Römische Literatur.
Die spütere Sprache der I Jurisprudenz, der Gelehrten,
nennt man Mittellatein. Reben der Literatursprache stand
die Bolkssprache (Vulgärlatein). — Grammatisch wurde das
datein schon im Altertum behandelt (Gesamtausgabe der
Grammatioi latini“ von steil (7 Bde., 183580). Neuere
Werke von R. Kühner (1877, 1879), Stolz und Schmalz

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Lat

3. Aufl. 1899), Lindsay (deutsch von Rohl, 1897), Sommer
1902), histor. Grammatit von Landgraf (1804 fg.). Wörter⸗
»ücher von Stephanus (zuerst Par. 1681), Forcellini (Pa⸗
dua 1771; neu hg. von Corradini, 4 Bde., 1898), „Thezaurus
 linguae satinae“ (hg. von den Akademien deutscher
Zunge, 1900 fg.), Ducange (behandelt den spätlat. Sprach⸗
Jebraͤuch, Par. 1678; 7 Bde. 1840 1850). Handwörter⸗
hzuch vonn Georges (7. Aufl. 1870 -80). Etymolog. Wörter⸗
bücher von Vanikek(1877 u. 1881), Bréal und Bailly (2. Aufl.,
Par. 1891), en (Lond. 1890), Walde (1908 fg.).
Sateinisches Recht, Latinität, Jus Latii, im Roͤm.
Reich eine Mittelstufe zwischen dem vollen Bürgerrecht
und dem Fremdenrecht.
Lateinisches Segel (Lateinsegel), ein dreieckiges
Segel auf kleinern Sceschiffen, das an einem am Maste
ach beiden Borden beweglichen Baume befestigt ist.
Lateinschule, s. Gymnasium.
Laten, Bauern, s. Lassen.
La Tene (spr. tähn), eigentlich jede Untiefe; berühntte
Pfahlbaustation der Eisenzesit im Neuenburger See in der
Nähe von Marin, nach der die La-Tene-Zeit (s. d.) ihren
Namen trägt.
La⸗Tene-⸗Zeit, vorröm. Eisenperiode (bes. die vier
letzten An v. Chr. bis ins erste Jahrh. n. Chr. hinein)
mit charakteristischer, hauptsächlich kelkl. Kultur (Schwer—
ter, Lanzenspiben, Fibeln, bronzené Arme, Halsringe; Ohr⸗
ringe, eiserne Gürtelhaken, Messer und Radeln), bes. in
Fraukreich, der Schweiz, Deutschland bis zur Oder, Ungarn
verbreitet. (S. La Tene.) — Vgl. Groß (frauz, 1886).
Latent (lat.), verborgen; auch gebunden, z. B. latenie
Wärme, die Wauͤrme, welche ein Koörper (beim Schmelzen
oder Verdampfen) aufnimmt, ohne daß 9 seine Tem⸗
veratur erhöht, wird beim Erstarren der Flüssigkeit oder
Verdichten des Dampfes wieder frei.
Latenz (lat.), das Verborgensein.
Latenzstadium, s. v. w. Iukubationsstadium, s. An—
steckung. lerben, Seitenerben.
Lateral (lat.), seitwärts gelegen, seitlich; Lateral—
Lateralsktlerose, amyotrophifche (lat.agrch.), chro⸗
nische Rückenmarkskrankheit mit Muskelschwund und Stärr—
heit der Extremitäten.
Lateran, püpstl. Palast in Rom, von den Päpsten
his zum Eril in Avignon bewohnt, jetzt (seit 1843) in
ym das Auseum Grégorianum Lateranensse für heidn.
uud christl. Altertümer, daneben die Kirche des heil.
8 (Lateraukirche), die Hauptkirche Roms und
Mutter und Haupt, aller Kirchen“, berühmt durch die
Jarin abgehaltenen ökumenischen Kirchenversammlungen
Lateransynoden: 11238, 1139, 1179, 1215, 1512 417).
Ostl. von L. die Scala Sauta —* Stiege), 28 Mar—
norstufen aus dem Palast des Pilatus in Jerusalem, auf
denen Christus zum Verhör hingaufgestiegen sein soll, von
der Kaiferin Helena 826 nach Rom ee
Lateranensische Chorherren, regulierte dnhernen
iach der Regel der Augustiner, nach 1059 gestiftet, besihen in
Italien, Frankreich und Osterreich Stifter. In Rom gibt es
am Lateranensische Chorfrauen.
aterieren (lat.), Rechnungsposten seitenweise sum⸗
——
gende Seite (als Transport) zu übertragen.
Laterit, schmutzigrote Lehmmasse. aus der Zersetzung
verschiedener Gesteine ent⸗
tanden; in den Tropen⸗
ländern.
Laterna magicea
(lat., d. i. Zauberlaterne),
on Anenasne Kircher
1650 erfundener Projek⸗
tionsapparat [Abb. 1022:
L Lampe, RuReflektor,
b Beleuchtungslinse, &amp;
Glasbild (verkehrt ein—
geschoben), p pP Projek⸗
tionslinsen)].
odgaterne datzdrtti 1022. Laterna magica.
dächern JTafel: Renaissance II, 4u. 8) und Räumen,
»ie das Licht von oben erhalten, ein kleiner turmartiger
Laterne des Ariftoteles, s. Seeigel. [Aufban.