Lat

Laternengetriebe, ans runden, zwischen zwei Scheiben
m Kreise stehenden Stiften (sog. Triebitöcken) bestehendes
gahnrad [Abb. 1023, a), welches ein anderes mit Stiften
desetztes Rad () antreibt. [(1048).
Laternenträger, s. Leuchtzirpen Abb.
Saterza, Stadt in der ital. Prov. Lecce
Apulien), (18001) 7837 E.
Lathraea L. Pflanzengattg. der Oro⸗—
bancheen, chlorophyllfreie, auf Wurzeln schma⸗
e —5 mit
eischigen Schuppen besetzten Stengelpartien
b 4 über den Boden erhebenden, trau— —
bigen, einseitswendigen Blütenständen. Die ugetriebe.
rötlichen Einzelblüten bestehen aus einem glockenförmigen
vierspaltigen Kelch, einer verwachsenblätterigen zweilippigen
Blumenkrone, vier Staubgefüßen und einfäche—
rigem Fruchtknoten. In e enn die Schuppen⸗
wirz (L. s6400maria L. [Abb. 1024)]), bes. au
Haselnußwurzeln.
Lathyrismus, eine vorwiegend durch Läh—
mungserfcheinungen charakterisierte chronische Ver⸗
ziftung durch den Samen verschiedener Schinetter
died namentlich der Lathyrusarten.
Lathyrus L., Platterbse, Pflanzengattg.
der Leguminosen, krautige, meist kletternde
Gewächse der nördl. gemäßigten Zone. L. 1024.
ratensis T.(Wiesenplatterbse), gutes Futter⸗ Schuppen⸗
—* L. Bativus T. (Acker⸗ oder Gemuͤseplatt⸗ wurz.
erbse, Kicherling), mit eßbaren, erbsenähnlichen Samen,
häufig in Südeuropa gebaut; L. tuperösus L. Kuollen
platterbse), mit haseluußgroßen, wie Kastanien schmeckenden
Wurzelknollen (Erdmandel, Erdnuß, Erdeichel); L. odo
ratus L. (spau, Wicke), L. tingitänus L. (Tangerwicke)
L. latitollus T. (Buftettwicke) ꝛc. Zierpflanzen.
Latiano, Stadt in der ital. Prov. Lecce (Apulien)
(1901) 7494 E.
Latiolavii, bei den Römern diejenigen, die den breiten
Burpurstreifen (14tus clavus) als Accleiceyng auf der
Latifolisch (lat.), breitblätterig. [Tunika trugen
SZatifundinum (lat.), Landgut von großem Umfang
Latifundieuwirtschaft, übermäßige, den Bauernstand beein⸗
trächtigende Anfammlung ausgedehnter Lündereien in der
Händen weniger Großgrundbesitzer.
Latimer Espr. lätte), Hugh, Märtyrer der Reforma⸗
tion in England, geb. um 1480 zu Thurcaston, 1835389
Bischof von Worcester, gab sein Bistum auf, trat unter
Eduard VI. mit Craniet und RNidley an die Spitze der
Protestanten, mit letzterm 16. Okt. 1686 unter Koͤnigiu
Maria zu Orford als Ketzer verbrannt. — Biogr. vor
Carlyle (1899).
Laͤtiner (Uatini), im Altertum die Bewohner der
oom Tiber, dem Apenuin, den Volskerbergen und dem
Tyrrhen. Meere begrenzten mittelital, Landschaft Latium,
gehörten dem Stamme der Italiker (s. Italisch) an und
wurden nach der spätern Sage von einem König Latinnus
abgeleitet, der die Ureinwohner und zugewanderte Arkader
und Trojaner zu einem Volk vereinigt haben soll. Haupt⸗
stadt zuerst Albalonga, später Rom.
Lalini, Brunetton ital. und franz. Schriftsteller, s. Bru⸗
ietto Latini.
Latinisieren, nach dem Lateinischen umbilden; La—
einismus, lat. Spracheigenheit; Latiuist, Lateintundiger
Latinität, lat. Sprache oder Sprachkenntnis; auch s. v. w
Jus Latii, s. Lateinisches Recht.
Lattinus, König von Latium, s. Latiner.
Latitude Erz., spr. tühd), Weite, Spielraum.
Latitudingal (neulat.), auf geogr. Breite bezüglich.
Satitudinarler (neulat. „Weitherzige“), Partei der
engl. piserauiege seit Karl J., die y sreere Den⸗
tung und weitere Fassung der Dogmen die Anstöße an der
streug kirchlichen Lehre zu mildern sucht; daher s. v. w.
Leute von weniger strengen, sittlichen und religiösen Grund⸗
fätzen; latitudinãrisch, weitherzig.
Latltum, alte Landschaft im mittlern Italien, s. Latiner.
In moe⸗ jetzt Besch-Parmak-Dagh, Gebirgszug (1570m0)
u Karien.
Latobriger, kelt. Volt in der Nachbarschaft der Hel⸗
benner, verfuchte 88 v. Chr. nach Gallien auszuwandern
vurde aber von Cäsar zur Rückkehr genötigt.

Latomien (greh.), Steinbrüche; insbes. die unterirdi⸗
chen Steinbruchgefüngnisse bei Syrakus.
Latõona, Göttin, s. Leto.
Latour (spr. -tuhr), Baillet von, alte, aus Burgund
stammende, in Ssterreich und Belgien blühende, seit 1718
grüfl. Familie. Bekanit: Graf Maximiltau Baillet von
ð., geb. 17387, 1796 an Wurmsers Stelle Befehlshaber
der Ärmee am Niederrhein, gest. 22. Juli 1806 als Feld—
zeugmeister und Präsident des Hofkriegsrats in Wien. —
Sein jüngerer Sohu Graf Theodor Baillet von L., geb.
17. Juni 1780, österr. Feldzeugmeister, in den Märztagen
1848 Kriegsminister, 6. Okt. 1848 in der Wiener Revo—
sution bei Erstürmung des Kriegsgebäudes ermordet. —
Sein Enkel Graf Vincenz Baillet von L., geb. 5. Okt.
1848, war 1897 — 98 österr. Kultusminister, seit 19000
Mitglied des Herrenhauses.
Latounr de»Auvergne (spr. tuhr döwärnj), franz.
Adelsgeschlecht, von dem die Bicomtes von Turenne und
Herzöge von Bouillon sowie die Seigneurs von Murat
uͤnd' Herzöge von L. stammen. — Aus einer Bastardlinie
stammt Theͤvphile Malo Corret de L., geb. 28. Nov. 1748 zu
Tarhair (Dep. Finistere), bei Ausbruch der Franz. Re—
volution in den Ostpyrenaen Befehlshaber eines aus 8000
Grenadieren bestehenden Korps, erhielt von Bonaparte,
da er jede Beförderung zurückwies, den Ehrentitel „der
erste Grenadier in Frankreich“, fiel 27. Juni 1800 bei
Neuburg in Bayern. Er schrieb: „Origines gauloises“
(1802). — Biogr. von Simond (2. Aufl. 1899).
La Trappe, Kloster bei dem franz. Dorfe Soligny⸗
ia⸗Trappe (s. d.).
La Tremouille (spr.müj), Louis de, franz. Feld⸗
herr, geb. 20. Sept. 1460, befehligte 1488 und 1491 sieg⸗
reich gegen den Herzog der Bretagne, 1405 und 1800 in Ita⸗
ien, 74 24. Febr. 1525 bei Pavia. — Vgl. Sandret (1881).
Latrie (grch.), Gottesdienst, Verehrung, Anbetung.
Latrine (lat.), Abort, Abtrittsgrube, Kloale.
Latrooinium gab Straßenrauh.
Latsche, in den Alpengegenden s. v. w. Krummholz⸗
liefer (j. Kiefer); qug die Alpenerle (Laublatsche, s. Erle)
und der Deen G. Gartensalat).
Laifche, Quellsee der Onega im russ. Gouv. Olonez,
365 qkbm, durch Swid mit dem See Woshe verhunden.
Laͤtschenöl, Krummholzöl, ätherisches, durch Destilla—
tion der jungen Zweige der Krummholzkiefer mit Wasser ge⸗
wonnenes Ol, Duftmittel. —D
Latter-Day Saints (engl., spr. lätter deh ßehnts),
Lattich, Pflanzenart, s. Lactuea.
Lattichfliege (Antiomyla lactücae Bouehé), eine
Blumenfliegenart, deren Larve im Angust und September
den Salatsamen zerstört.
Sattierbaum, in Ketten oder Nuten bewegliche Tren—
unung zwischen zwei Ständen des Pferdestalles.
Lattun, Latun (span. laton), Messingblech.
Latude (pr. tühd), pigrewe Legris de, s. Clairon.
Latus (lat.), Seite, s. Laterieren.
Lätus, Julius Pomponius, ital. Giulio Pomponio
Leto, Hunanist, geb. 1425 zu Salerno, lehrte seit 1457
zu Rom, gest. 8. Funi 1498
Latwerge (Pieodtuarium), breis oder teigförmige, zum
nnerlichen Gebrauch bestimmite Mischung gus festen und
flüssigen (oder halbflüssigen) Stoffen. Offizinell ist nur
noch die Senna⸗L. (Abführnmus), grünlichbraun, aus fein—
gepillverten Sennesblättern, weißem Sirup und Tama—
rindenmus hergestellt, Abführmittel.
Lanuag (Lavbag), Stadt auf der Insel Luzon (Philip⸗
pinen), an der Nordwestküste, (1903) 34464 E.
Laubach, Stadt in der hess. Prov. Oberhessen, an
der Wetter, (1905) 1848 E., Apitsgengt Gymnasium,
g der Grafen von Solms-L.; Luftkurort.
auban, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Liegnitz, am
Queis, (1800) 13793 (1806: 14624) E., Garmnison,
Idae Handelskammer, Gymnafium; Eisenbahn—
hauptwerkstätte, Leinenz⸗, Baumwollindustrie. — Vgl.
Berkel (1896).
Laubbach, Bad, südl. von Koblenz, im Laubbachtal.
Laube, dhe s. Ukelei.
Laube, Dorf (735 E.) und Elbumschlagplatz bei Tetschen.
Laube, Gustav Karl, Geolog und Paläontolog, geb.
J. Jan. 1839 zu Teplitz, begleitete 1360—70 die zweite