deutsche Nordpolexpedition, seit 1871 Prof. zu Prag;
ichrieb „Geologie des Böhm. Erzgebirges“ (1876—87) u. a.
LSaube, Heinr. Schriftsteller, geb. 18. Sept. 1806 zu
Sprotlau, eins der Häupter des Jungen Deutschlands,
1848 Miiglied des Deutschen Parlaments (linkes Zen—
rum) 1848 67 artistischer Direktor des Hofburgtheaters
zu Wien, 1869—71 Direktor des Stadtthecters in Leipzig,
dann bis 1879 des Wiener Stadttheaters, gest. 1. Aug
1881 in Wien; fchrieb Romane und Novellen: „Das
junge Europa“ (1833-37), „Reisenovellen“ (6 Bde. 1884
37),, Die Grafin Chategubriand (1843),, Die Böhmin—
ger“ (1680) ꝛc.; durch vollendete Bühnentechnik ausgezeich⸗
dete Dramen: „Monaldeschi“ (18468), „Strüensee“ (1847),
„Die Karlsschuͤler“ (1847), „Graf Esser“ (1856) ꝛc.
wichtige Schriften zur Geschichte des deutschen Theaters:
Das Burgtheater“ (1868),Das Norddeutsche Theater“
I872) u. ac Erinnerungeni“ (1875281). — Bgl. Proelß,
Das junge veutschland⸗ (1892).
Laube Zaft, Dorf in der sächs. Kreish. Dresden, J. au
der Elbe, (18000) 2947 E.; Kunst- und Handelsgärtnerei.
Laubenheim. 1) 8. an der Nahe, Dorf im preuß.
Reg.Bez. Koblenz, (1900) 524 E.; Weinbau. — 2) 8. am
Rhrin, Dorf in der hess. Prop. Rheinhessen, l. vom Rhein,
1676 E.; Obstbaumschulen, Weinbau (Laubenheinter),
Saubenvogel (Ptilonorhynohus holosericéus Kuhl).
zu den Paradiesvögeln gestellter, glänzend blauschwarzer,
m weiblichen Geschlecht grüner austral. Vogel, dohlengroß,
naut aiatinge laͤubenartige Nester.
Lauöflechten, s. Flechten.
Laubfrösche, Baumkleber (Axljdae), Familie der
ungentragenden Froschlurche; Finger frei, die Zehen mit
Schwimmdauten, an den Spitzen mit Haftscheiben, die
einen ftark klebenden Schleim ab—
fondern, leben zwischen den Blättern
der Bäume und Sträucher, die sie
nur zur Zeit der Paaruuig und des
Laichens verlassen. Männchen meist
mit sehr dehnbarem, zum Screien
dienendem Kehlsack (Schallblase).
d Ie dn nee
lich in Südamerika verbreitet. Ein⸗ —
zige europ. Art. der gemeine oder den daudsrosch
europ. c. (Ayis arborsa L. Abb. 1026)), 4 em Ig., lebhaft
 grün, unten weißlich, mit dunklem Lüngsstreifen übet
Nafe, Auge und Seiten, verfärbt sich bei den Häutungen;
Mannchen mit schwarzbrauner, Weihchen mit weißlicher Kehle;
Munnchen als Wetterprophet in Gläsern gehalten, da er
bei Wilterungswechsel schreit. Taschenfrosch Nototrema),
Weibchen mit Rückentasche, worin die vom Maännchen hin—⸗
eingebtachten Eier ihre Eutwicklung durchlanfen, hierher
. B. N. marsupiatum Canth., in Mexiko und Peru.
Laubheufqchrecken (Loonstidae), Familie der eigent⸗
lichen Geradflügler, Iusekten mit langem Körper, ver—
längerten Hinterbeinen, borstenförmigen, sehr langen Füh—
lern. Die Mannchen bringen durch Reiben der Flügel—
decken einen schnarrenden Ton hervor. Hierher das Heu
pferd (Locusta viridissima C.), grasgrüu, und der Warzen
— — braun gefleckt.
BLaubholzer, Sammelname für die Holjgewäcse, welche
m Gegenfah zu den Radelhölzern Laub, d. h. breite Blätter
tragen, zerfallen in blattwechselnde oder fommergrüne (Eiche
Weide rc.) und blattbehaltende oder immergrüne (Stech⸗
—D——— Schneider (1904 fg.).
Laubhůttenfest, das dritte der israel. hohen Feste,
15. bis 22. Tischri Ottober), Erntes und Herbstdaukfes
und zum Andenken an das Wohnen der Israeliten in
Hütten bei dem Zuge durch die Wüste gefeiert,
SLaubkäfer (Phylnopertha), d der Blatthorn⸗
läfer. Zu ihnen gehört B. ver Junikäfer. — Aud der
Laubkaktus, s. Pelreskis. Maikäfer heißt 8.
Eaubmovfe (iusci fronadei, Brysnao), die Moose,
die einen beblätterten Stengel und büchsenförmige, von der
Haube (Oalyptra) bedectte Früchte besitzen; sie gerfallen in
Sphagnageen Torfmoose), Andreazeen, 3) Phasla—
zeen und. 4) Bryazeen (echte L.). J
——A Familie der Sän—
ger gehörige Singvogelgattung mit vorherrschend grau⸗
xünem Gefieder, schwachem —2 schwachen Füßen,
kleine, schlankte, hauptfächlich in den Gipfeln der Laub⸗

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Lau

äume hausende, am Boden nistende Vögel. Hierhert der
Fitis⸗L. (Birken⸗L., großer Weidenzeisig, Weidenmücke, F.
rochlus Bp.), Europa und Nordamerika; Wald⸗L. (Wei⸗
denzeisig, P. ipuatrix T. sTafel: Singvögel, 28)),
Süda- und Mitteleuropa; Weideun-L. (Taunen⸗L., kleiner
Weidenzeisig, P. ruka Tache), Europa, vertilgt namentlich
Wickler⸗e und Spannerraupen.
Launbtaler (mit Lorbeerzweigen um das Gepräge),
franz. Silbermünze von 1726 94, zu 6 Livres — 5,62 Irs.
Laubvögel (PhyHorvithtdae), Familie insekteu—
ressender Singvögel iu Ostindien, von prachtvoller, wesent⸗
ich grüner Faͤrbung und von der Größe kleiner Drosseln.
Lauch, zusammenfassender Name für alle Arten der
Battung Alüum (s. d.); im engern Sinne die als Ge—
müse augebauten Alliumarten nut bandartigen Blättern,
wie Porree, Kunoblauch, Rokambolle u. a.
Lauch, 1. Nebenfluß der Ill im Oberelsaß, kommt von
den Vogesen, mündet nach 53 km ebei Colmar.
Laucha, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Merseburg, an
der Unstrut, (1905) 23807 E.; Glockengießerei.
Lauchert, J. Nebenfluß der Donau, entspringt am Nord⸗
tande der Alb, mündet oberhalb Scheer, 57 Kwelg.
Lauchhammer, Eisenhüttens und Emaillierwerk im
greuß. Reg.⸗Bez. Merseburg, (1900) 747 E., berühmte
dunstgießerei. sJagst, (1905) 10558 E.
Lauchheim, Stadt im württemb. Jagstkreis, au der
Zauchschwamm, s. Marasmius.
Lauchstädt, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Merseburg, au
»er Laucha, (1905) 2034 E. ie Schloß, Theater
(bekannt durch Goethe und Schiller), Eisenquelle.
Laud (spr. lahd), Williani, Erzbischof von Canter—
bury, get 7. Olt. 1573 zu Reading (Berkshire), Minister
unter Karl J., erregte durch seine D Dwu enenn
Iesernen den Aufstand der Schotten und die Ent—
wicklung der brit. Revolution; vom Parlament 1640 in
Anklage versetzt, 10. Jan. 1645 enthauptet. — Biogr. von
Simptinson (1891). (1905) 2360E.
Lauda, Stadt im bad. Kr. Mosbach, an der Tauber,
Laudabel (lat.), lobenswürdig, empfehlenswert.
Laudanum (lat.), früher jedes Beruͤhigungs- und
Kiuschläferungsmittel, jetzt s. v. w. Opiunt; 8. Syden⸗
hauis (Laudanum liquidum Sydenhami) ist safranhaltige
 Opiumtinktur (. d.).
Laudator tempöris aoti (lat.), Lobredner der Ver⸗
zangenheit; Zitat aus Horaz' „Ars poetica“ (173).
Laudemsfum (lat.), Lehngeid, Lehnware, nach fruͤherm
deutschen Recht Abgabe an den Lehusherrn für exteilte
oder ernenerte Investitur; später Abgabe an den Gutsherrn
 bei Veränßerungen bäuerlicher Grundstücke; jetzt ab⸗
Jeloͤst. Laudemlalgüter, Güter, bei deren Antritt Lehn⸗
jeld zu entrichten war.
Landerdale (spr. lahderdehl), John, Graf, engl.
Staatsmann, geb. 24. Mai 1616, unter Karl II. Mitglied
des Cabalministeriums (s. d.), 1672 zum Herzog von
ẽ. erhoben, verfuhr in Schottland gegen die Covenanters
mit blutiger Strenge, gest. 20. Aug. 1682. — James
Maitland, Graf von L., Staatsmann und Schriftsteller,
Jeb. 26. Jan. 1768, seit 1780 Parlamentsmitglied, 1806
Peer und Großsiegelbewahrer von Schottland, uin 13. Sept.
i839; schrieb: Enquirx into the naturé and origin
of puplié wealtu“ (2. Aufl. 1819).
Laudes (lat., „Lobgesänge“), in der Jes Kirche die
Mette (s. Horen) und das dafür bestimmte Breviergebet.
Laundieren (lat.), loben; in der Rechtssprache: in Vor⸗
schlag bringen; angeben, benennen.
Laudont (ELoudon), Gideon Ernst, Freiherr von, österr.
Feldmarschall, geb. 2. Febr. 1717 zu Tooßten in Livland,
aus einem altschott. Geschlecht, erst in russ,, seit 1742 in
österr. Kriegsdiensten, entschied im Siebenjähr. Kriege
1759 den Sieg bei Kunersdorf, erhielt dann ein eigenes
Korps, siegte 28. Juni 1760 bei Landeshut, unterlag
165. Aug. bei Liegnitz, kämpfte 1788 —89 siegreich im Türken—
kriege, gest. 14. Juli 1780 zu Neutitschein. — Val. Janko
(I1868 ů. 1881).
Lauenburg, Sachsen⸗L., ehemals deutsches Fetzogtun
an der Niederelbe, der alte Wohnsitz der Polaben, letzte
slaw. Eroberung Karls d. Gr. (804). Ein Teil, die
Brafsch. Ratzeburg, fiel 11483 als suͤchs. Afterlehn an Hein⸗
ich von Badewide. Rach der Demutigung Heinrichs des