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Löwen kam das Herzogt. Sachsen an Bernhard von An—
der 1181 die Fesie L. erbaute. Seit 1203 in dän
esitz, fiel L. nach der Schlacht bei Dornene (1227
wieder an Bernhards Sohn, Albert J., der Ratzeburg als
erledigtes Lehn einzog. Nach dem Erlöschen der Askanier
kam das Herzogtum 1689 au Braunschweig-Lüneburg
1705 an Hannover, 1807 an das Königr. Wesifalen, 1810
an Frankreich, 1813 wieder an Hannover, wurde tausch—
weise 29. Mai 1815 an Preußen, 4. Juni 1815 an Däne⸗
mark überlassen. Dieses trat im Wiener Frieden 30. Okt
1864 L. an Hsterreich und Preußen ab, ersteres verkaufte
im Vertrage zu Gastein 14. Aug. 1865 seine Rechte aul
L. an Preußen, mit dem das Land in Personalunion ver—⸗
bunden blieb, bis es 1. Juli 1876 völlig einverleibt wurde
Das Domanium erhielt 1871 Fürst Bismarck als Dotation,
er wurde 1890 beim Ausscheiden aus dem Staatsdiensi
zum Herzog von L. ernannt. Seit 1876 bildet es den
Ker. Herzogt. S. (1182 4km, [1900] 51833 E.) des Reg.⸗
Bez. Schleswig, jedoch mit eigenem Landeskommunalver⸗
baud. — Vgl. Kobbe (3 Bde. 183637), Knauth (1866)
Manecke (1884).
Lauenburg. 1) 8. an der Elbe, Stadt im preuß
Neg.⸗Bez. Schleswig, r. an der Mündung der Delvenar
und des Stecknitzkanals in die Elbe, (1905) 3178 E.
Amtsgericht. — ) 8. in Pommern, Kreisstadt im preuß
Neg.⸗Bez. Cöslin, an der Leba, 12493 E., Amtsgericht
Provinzialirrenanstalt, Johanniterkrankenhaus.
Lauenstein. 1) 8. in Hannover, Flecken im preuß
Reg.⸗Bez. Hannover, — 1210 E., Amtsgericht, Burg⸗
ruinen W.und Spiegelberg. Dabei die Lauensteiner Berge
Mönkestein 4060 m). — 2) 2. in Sachsen, Stadt in der
üchs. Kreish. Dresden, an der Weißen Müglitz, 1061 E.
Amtsgericht, Schloß.
Lauer GEeirer), auch Nachwein, der aus dem Keltersat
durch Wasserzusatz und Pressung gewonnene Most.
Lauer, Gustav von, Mediziner, geb. 10. Okt. 1807 in
Wetzlar, seit 1844 Leibarzt des Prinzen von Preußen,
spätern Kaisers Wilhelm, seit 1879 Generalstabsarzt der
Armee und Chef des Militärmedizinalwesens, gest. 8. April
1889. 1888 Lauerstiftung (380 000 )) zur Unterstützung
von Hinterbliebenen von Sanitätsoffizieren.
Lauf, Hauptteil jeder Feuerwaffe, der die Ladung auf⸗
aimmt und dem Geschoß die Isnn und Bewegung
gibt. (Über L. der Geschütze s. d. und Geschützrohr.) Die
innere Irun heißt Seele, ihre Umfassung Seelenwände.
die durch die Mitte der Seele gedachte gerade Linie Seelen—
achse [Abb. 881]. Bei gezogenen Feuerwaffen haben die
Seelenwände Zuͤge (s. dy.
Lauf, Stadt im bayr. Reg.⸗-Bez. Mittelfranken, an der
Pegnitz, (1905) 4948 E., Amtsgericht, Schloß.
— Dorf im bayr. Reg.-Bez. Unterfranken, im
seh an der Laufach, (1900) 1481 E.; Eisensteins und
Kupferbergbau; dabei Eisenbahntunnel (2 xm) durch die
Eselshöhe. Bei L. 18. Juli 1866 Sieg der Preußen über
zroßherzogl. hess. Truppen.
Laufen. 1) 2. in Bayern, Bezirksstadt im r
Reg.⸗Bez. Oberbayern, an der Salzach, (1905) 2572 E.,
Amtsgericht. — 3 Stadt in Württewberg, s. Lauffen.
Laufen, Markt in Oberösterreich? an der Traun (Strom⸗
chnellen „Das wilde L.“), (1890) 408 E. Wallfahrtskirche.
Laufen, Bezirksstadt im schweiz. Kanton Bern, im
Laufental (von der Birs durchslossen), (1888) 1249 E. —
v., Dorf im Kanton Zürich, ̃ Lauffen.
Laufenburg, Klefn⸗L. Stadt im bad. Kr. Waldshut
nit Groß⸗L. (j. folgenden Artikel) durch eine Brücke ver
hunden, r. vom Rhein, ood 599 E.
Laufenburg, Groß⸗., Bezirksstadt im schweiz. Kan—
ton Aargau, gegenüber von Klein-L. (s. vorigen Ärtikel).
am Rhein, 815 E., Ruine.
Laufender Kurs, s. v. w. Tageskurs; Lanfende Rech—
aung. s. v. w. Kontokorrent.
Laufendes Gut, alles bewegliche Tanwerk an Bord,
das zur Bewegung der Rahen ꝛc. und Handhabung dei
Segel dient; Fallen zum Hochziehen, Schoten zum Aus—
spannen, Bulins zum Streckeit, Geitaue und Gordings
zum Zusammenschnüren (Bergen); dagegen Stehendes Gut
die Stütztaue der Masten und Stengen (Wanten, Par—
dunen, Stagen), die beim Auftakeln steif (straff) gesetz
und nur zum Nachsetzen bewegt werden.

Laufen⸗Uhwiesen, Dorf im schweiz. Kanton Zürich,
zei Schaffhausen, J. vom Rhein e „Der Große
Laufen“), (1900) 824 E., Schloß. Gegenüber Im Lauffen,
zu Neuhausen gehörig, mit Aluminiumfabriken.
Läuferwage, eine Wage, deren einer Hebelarm zur
herstellung der Gleich⸗
Jewichtslage durch Ber⸗
chieben eines Gewichts
oerändert wird J[Abb. — ——————
1026: Römische oder — —
—— h satan a⸗
uum Aufhängen der 1
Wage, a len sut 1026. Schnellwage
die Last, b Laufgewicht, auf der Skala s verschiebbar].
Lauff, Joseph, Schriftsteller und Dramaturg, geb. 16. Nov.
856 in Köln, 187898 preuß. Offizier, seitdem bis 1903
Dramaturg der Königl. Schauspiele in Wiesbaden; schrieb
pische Dichtungen wie „Jan van Calker“ (1887), „Der
Helfensteiner“ (1889), „Klaus Störtebecker“ (1893), Ro—⸗
mane: „Die Herxe“ (1892), „Regins coel“ dge
„Kärrekiek“ (1902); Dramen: „Der Burggraf“ (1897),
Der Eisenzahn“ (1899), „Der Heerohme“ (1802); Gedichte:
Lauf ins Land“ (1897) u. a. — Vgl. Schröter (1889).
Lauffen, Stadt im württemb. Neckarkreis, am Neckar,
mit dem gegenüber liegenden einverleibten Dorfe L. (1905)
1500 E.; hier 13. Mai 1534 Niederlage des Schwäb. Bun—
des durch Herzog Ulrich von Württemberg.
Laufgräben, Traucheen, die vom Belagerer zur An⸗
näherung an die Festung angelegten Gräben mit Brust—
vehren, teils Parallelen (s. d.), teils Approchen (s. d.).
Laufhühner (Turnicidae), altweltliche Familie der
hühnervögel, mit dünnem, gestrecktem Schnabel, abge—
rundeten Flügeln, kurzem Schwanz, kleine, gedrungene,
vachtelähnliche, schnellaufende, kampflustige Tiere. Hauptgattg.
 Turnix (Laufhuhn, Wachteihuhn), mit dem afrit.
ckaufhühnchen (T. africanus Desgft), gelbbraun; Nordvestafrika,
 Sizilien, Spanien, Portugal. —
Laufhund, s. v. w. Bracke.
Läufigkeit, Brunft der Hündin.
Laufkäfer (Carabidae), sehr artenreiche
gegen 8000) Familie der pentameren Käfer,
räftige, re Insekten, durch schnellen
dauf ausgezeichnet, nützlich durch Vertilgung
anderer Insekten. Zwei Unterfamilien: Sand⸗
käfer (s. d. und 8. Bekannteste Art der letz⸗
tern der Gold-L. (Goldkäfer, Goldschmied, 1927. Gold—
Soldhenne, Feuerstehler, Crühus aurtus laufkäfer.
C. [IAbb. 1027)), grün oder goldgrün, Westeuropa; größte
einheimische Art: der Leder-⸗S. (Procrustes corincéus L.),
wattschwarz, an feuchten, schattigen
Orten häufig.
Laufltatze, auf hochliegendem Trüger
laufender kleiner Wagen zum Anhängen
und horizontalen Verschieben von Lasten
in Werkstätten, Fabriken ꝛc. Abb. 1028);
aug entsprechender Teil von Kranen.
aufmantel, das den Lauf des
utschen Gewehrs 88 zum Schutz der
Ndhhchherbrennung umhüllende oꝛ8. Laufkatze.
Laufmilben (Trombididae), Familie der Milben, mit
weichhäutigem, meist lebhaft gefärbtem Körper, klauen⸗—
förmigen Kieferfühlern, laufen auf der Erde
und an Pflanzen umher. Hierher die Samt—
milbe (Erdmilbe, Glücksspinuchen, Prom- 4
didsum), mit der gemeinen Samtmilbe
T. holoserickum L.), blutrot, viereckig,
amtartig behaart, und T. fuligindsum
. L. Koch [Abb. —— ẽ *
Laufschritt, schneliste Schrittart ge— 4029.
chlossener Infanterieabteilungen , in Deutsch⸗ Samtmilbe.
jand etwa 165—170 Schritt von (,so, in Italien (Ber⸗
iaglieric) 180 Schritt zu 1mm in einer Minute.
Laufspinnen, s. Schnelläufer.
Lauftage, s. v. w. Ehrentage.
Laufvögel, Kurzflügler (Cursõres, Brevipennes),
Ordnung der Vögel, mit langem Hals, kräftigen Stelzen—
oder Watbeinen und zum Fliegen untauglichen Flügeln;
Nestflüchter. Hierher gehören die Strauße (s. d.), Kasuare

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