(j. d.) und Schnepfenstrauße. Der einzige Vertreter der
letztern ist der Kiwi (s. d.).
Lauge, Lösung, die durch Behandlung von Substanzen
mit Wasser entsteht, wobei sich nicht alles löst, sondern
nur Ie Bestandteile ausgezogen (ausgelaugt) werden,
insbes. Lösung von Ätzkali oder Ätznatron in Wasser (Atz—
L.). Javellesche L., s. BHau. Mutter⸗L., die nach dem Aus—
kristallisieren einer gelösten Substanz übrigbleibende Flüssig—
keit. Sulfit-S., zur Darstellung von Zellulose verwendeke
Lösung von saurem schwefligsaurem Kalzium.
Laugenbaͤder, altalische Bäder. mit Zusatz von roher
Pottafche (bis 800) oder Soda (bis 1000 8) zum Vollbad
Lauinen, s. Lawinen.
Lauingein, Stadt im bayr. Reg.- Bez. Schwaben, an
der Donau (10085) 4100 E., Amtsgericht, herzogl. Schloß,
jetzt Krankenhaus, kath. Lehrerseminar.
Lauis, deutscher Name von Lugano.
Sanuum, Bezirksstadt im nordwestl Böhmen, an der Eger
(1900) 10 2183 E. Zucker⸗, Metallwarenfabriken.
Laun, Friedrich, Pseudonym, s. Schulze, Friedr. Aug
Launceston (spr. lahntan 1) Stadt in der engl
Graffch Cornwall, nahe beim Tamat, (1901) 4058 E.—
) S. Stadt in der brit.zaustral. Kolonie Tasmanien, nahe
ain Tamar, 18022, mit den Vororten 21163 E.; Handel.
Laune, s. Staupe.
Zaupen, Bezirksstadt im schweiz. Kanton Bern, am Ein⸗
Juß der Sense in die Saane, (1800) 956 G. Schloß.
Saupheim, Oberamtsstadt im württemb. Donaukreis,
(1905) 3184 E., Amtsgericht.
Laura (Lawra, grih, „Straße“, „Stadtviertel“), ur—
prunglich die Kloöͤster der Angchoreten, jetzt Name einiger
großet Klöster der orthodoren Kirche, so in Jerusalem, aus
den Alhos, in Kiew, bei Moskau, in Petersburg.
Laura, die gefeierte Geliebte Petrarcas, Ined für
die Tochter des Audibert de Nopes und Gemahlin des
Hugues de Sade gehalten, nach andern nur eine Phanta⸗
siegestalt des Dichters.
Laurahütte, Landgemeinde im preuß. Reg.⸗Bez. Op⸗
peln, cusßöο öι ον: 18 112) E; Eisenwerk der
Aktiengesellschaft Vereinigte Königs- und Laurahütte,
Zinkwerk Georgshütte.
Laurazeen, Lorbeergewächse, Pflanzenfamilie der Poly—
karpen, in den wärmern Gegenden (mmit Ausnahme von
Afrika) weit verbreitete Bäume oder Sträucher mit leder—
artigen, immergrünen Blättern und sehr festem, technisch ver—
wendbarem Holz; wegen ihres Gehaltes an ätherischen Oler
sind viele Arten Gewürzpflanzen (Cinnamomum, Sassa—
fras und — Lorbeer); wichtig auch Camphora.
Laureãatus (lat. poeta lauroatus), ein mit Lorbee
hekränzter Dichter, s. Gekrönter Dichter.
Lauremberg, Joh. Wilh., Satiriker, geb. 26. Febr
1580 zu Rostock, gest. 28. Febr. 1668 als Prof. an der
Ritterakademie zu Soröe, Verfasser der plattdeutschen
„Veer Schertzgedichte“ (1633; neue Ausg. 1861 u. 1879)
Laurens (spr. lorang), Jean Paul, franz. Historien⸗
maler, geb. 29. März 1838 zu Fourquevaur; malt mit
Vorliebe realistische, teilweise schauerliche Geschichtsbilder,
so unter anderm Erkommunikation König Roberts II.,
Befreiung der von der Inquisition Eingemauerten, Ein—
zug Ludwigs XVI. in das Hdtel de Ville.
Laurentifche Formatlon, Bezeichnung für die Ur—
— DD—
Laurentius, Heiliger, Diakon zu Rom, erlitt 258
unter Valerian den Marthrertod durch Verbrennen auf einen
Rost; Gedachtnistag 10. Aug. [s. Beilage: Heilige zc4
Laurentiusschwarm, s. Perseiden. [(10089 E
Laurta, Stadt in der ital. Prov. Potenza, (1901
Laurier (spr. lorteh), Sir Wilfrid, kanad. Staats—
mann, geb. 20. Rov. 1841 in St. Lin, Ädvokat, Leiter der
liberglen Partei im kanad. Parlament, seit 1896 Premier⸗
minister, Vertreter von Chamberlains Zollvereinsplänen
Laurin, Lorbeerkampfer, kristallisierbarer indifferenter
Bestandteil der Lorbeeren, durch Auskochen der Beeren
mit Alkohol gewonnen.
Laurin, Zwergentönig in Tirol, Held einer mittel,
hochdeutschen Dichtung (auch „Der kleine Rosengarten“
—XR——
Laurinsäure, Laurosicarinsäure, Pichurinitalgfäure,
fette Saͤure, findet sich, an Glyzerin gebunden, in den

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Lau

dorbeeren, den Pichurimbohnen, dem Kokosnußöl und
Dikabrot und in einzelnen ändern Fetten.
Laurion, Gebirgsland (bis 660 m) im sfüdl. Attita,
e mit dem Vorgebirge Sunium (heute Kolonnäs),
im Altertum berühmt durch seine Silbergruben; durch
Wiederaufnahme der Ausbeutung (seit 1860) entstand die
Stadt 8. oder Ergastiria, 11185 E.
Lauriston (pr. loristöng), Alex. Jacq. Bernard Law,
Marquis de, franz. Marschau, geb. 1. Febr. 1768 zu Pon⸗
dichery, focht ruhmvoll unter Napoleon J., bes. bei Wagrani,
813 bei Leipzig gefangen, 1815 Pair, 1820 Minister des
önigl. Hauses, 1821 Marschall, gest. 10. Juni 1828 zu Paris.
Laurostearinsäure, s. Laurinsäure.
Laurus, der Lorbeer (s. d.), L. persea L., s. Persea;
. tinus, s. Viburnum.
Laurvik Carvik), Hafenstadt im norweg. Amt Jarlserg
 und L., an der Mündung des Laagen, (18900) 10668 E.
Laus (lat.), Lob; 1. deo! Gott sei Lob!
Laus, s. Laͤuse.
Lausanne (spr. losänn), Hauptstadt des schweiz. Kan⸗
ons Waadt, am Fuße des Mont-Jorat, unweit des Genfer
Sees, Drahlseilbahn nach dem Hafen Ouchy, (1900) 46 732
5.. Sißtz des eidgenössischen Bundesgerichts, got. Kalhedrale,
Schloß, Universität (seit 1336), Akademie (Gymnasium, Bi—
liothek, Museum), iechnische Weinbauschule, Irren-, Blin⸗
denanstalt; Maschinen?, Tabak-, Schokoladenfabrikation,
Betreides, ———— — VBgl. Blanchet (1866).
Lausassel, s. Asseln (Abb. 1208]
Laufcha, Dorf in S.-Meiningen, an der Lauscha, (1900)
3007 E., Zeichen⸗ und Modellierschule, Gewerbemufeum,
Glasindustrie, Porzellanfabrikation.
Lausche, Phondlitkegel im Lausitzer Gebirge, 791 m
Lauscher Coser, Luser), in der Jügersprache
die Ohren, namentlich des Hochwilds.
Läuse Eediculidae), Familie der flügel—
losen Lasesugter. von geringer Größe, mit saugenden
 Mundteilen, kleinem, de gegliedertem
Mittelleib, großem Hinkerleib, leben parasitisch
auf der Hauf von Saͤugetieren von deren Blut. 1030.
Die birnförmigen Eier GRisse) werden an die sopf⸗
haare befestigt. Auf dem Menschen: Kopf-⸗L. aus
(Podiculus oapitis Deg. sAbb. 1030)]), aschgrau, (10 mal
auf dem Kopfe (bes. Hinterkopfe), kaun fich auch vergr.).
an andern behaarten Körperstellen ausiedeln; Kleider⸗L.
P. vestimenti Burm.), weißgrau, an den wenig oder nich
zehaarten Hautstellen des Halses, Nackens
und Rumpses, Eier in den Nähten der Klei—
dungsstücke; Filz-L. (Scham-L., Morpion,
Phthirius pubis L. sAbb. 1031)), graugelb,
an allen behaarten Stellen mit Ausnahme
des Kopfes vorkommend, bohrt sich tief und fest
in die Haut ein. Vertilgungsmittel: Waschun— 1031.
gen mit Sublimatlösung, graue Salbe, Anis⸗ Filzlaus
zl rc. UÜber die Arten der Tierlaus s. d. I0 mal
SLaͤnfekörner, die Kockelskörner (j.d.), vergr.).
Stephauskörner (s. Delphinium) und die Sabadillsamen
s. Sabadilla).
Laãusekrankheit (Phthiriasis, Pediculdais), die masenhafte
 Ansammlung von Kopfe und Kleiderläusen auf
einem Individuum, fuͤhrt zu ausgedehnten Hautausschlägen,
erfordert Bider, Einreibungen mit Petroleum, Pogg
sam ꝛc. Die Läusesucht, an der Herodes, Sulla u. a.
gestorben sein sollen, beruhte vielleicht auf einer Milbe,
die sich aus unter die Haut gelegten Eiern entwickelt hatte;
'n neuerer Zeit ist jedoch kein Fall beglaubigt.
Läusekraut, s. Delphinium und Pedicularis,
Läusesalbe, Kapuzinersalbe, Reitersalbe (Dugunenum
 contra pedicnlos), eine schwache (mit Talg und
Schweinefett verdünnte) Quecksilbersalbe, oft mit Zusatz
bon gepulverten Stephans- und Kockelskörnern, Terpentin
und Ruß (schwarze Reitersalbe).
Läusesamen, s. v. w. Läusekörner (s. d.).
Läusefsucht, f. Läusekrankheit.
Lausfliegen, Puppengebaͤrer (Pupipara), Unterord⸗
iung der Zweiflügler, mit kurzen Vnn und von der
Unterlippe scheidenartig umgebener Oberlippe, oft ohne
Flügel, oder diese spaͤter verlierend; die Weibchen 5
hären zur Verpuppung reife Larven (keine Puppen; die
Verpuppung erfolgt erst nach der Geburt). Schmarotzen