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auf Warmblütern, selten auf Insekten. Drei Familien
Bienenlüuse (Braulidae, s. Bienenlaus), auf Bieuen, Fle—
dermausläuse (Nyctexibiidae) und eigeutliche v. ip.
poboscidae), auf Säugetieren und Vögeln
schmarotzend. Zu letztern die Pferde-g. (üppobosoa
 equina L. IAbb. 1032)), im Sommer
Jemein auf Pferden und Rindern, zwischen
den Haaren versteckt, die Schaffliege (Schaf⸗
teke, Schafzecke, Schaflaus, Melophägus
dvnus E.) ohne Flügel, braun, auf Schafen 2032.
schmarotzend, u a. Pierdelaus⸗
Lansgke, Siadt in der sächs. Kreish. Liege.
deipzig, 11805) 3680 E., Amtsgericht, Schwefel- und
Fisenquellen (Hermanusbad); Pluͤschwarenfabrikation.
Lausitz (Tusatia), Landschaft in Mitteldeutschland zwi—
schen Oder und Elbe sKarte: Brandenburg zc. II, bildete
früher die Markgrafschaften Ober- und Nieder-L., von
denen erstere von den Milzenern, letztere von den Lusitzern
(Lusici) bewohnt war, beides slsaw. Stämme. Die Lusitzen
wurden 963 vom Markgraf Gero, die Milzener Ende des
10. Jahrh. von den Markgrafen von Meißen unterworfen
die 1136 auch die NiederzL. erwarben, während die Ober-L
1158 an Böhmen kam. Durch Heirat kam 1253 die Ober-L.
durch Kauf, 1303 die Nieder-L. an Brandenburg; 1318
und 1346 fiel die Ober-L., 1373 auch die eeucge wieder
an Böhmen (Karl 1V.); erstere kam dann 1467 an Könit
Matthlas von Ungarn, 1490 abermals an Böhmen. Durd
Vertrag vom 830. Mai 1688 erhielt Sachsen beide 8. als
böhm. Erblehen, mußte aber 1815 die Nieder-L. und den
gzrößern Teil der Ober-L. an Preußen abtreten. Die
Rieder⸗L., 6841 4k400, 415 000 E. bildet jetzt die brandenb
Ker. Luckan, Sorau, Guben, Lübben, Calau, Spremberg,
Tottbus; die preuß. Ober⸗L., 3400 qkm, 253 000 E., die
schles. Kr. Görlit, Rothenburg, Hoyerswerda, Lauban, mit
provinz. Landtag in Goͤrlitz, die füchs. Ober⸗-⸗S., 2300 4km
300 000 E., den Hauptteil der Kreish. Bautzen und isi
jetzt ein besonderes Gebiet gegenüber den sug Erb⸗
landen, mit jährlich drei Partikülarlandtagen in Bautzen
— Bgl. Scheltz, „Geschichte der L.“ (Bd. 1u. 2, 1847
u. 1888), Köhler (2 Tle., 1867 u. 1868), Beyer, Forster
und März, „Die Ober-B“ (1906).
Lausitzer Gebirge, Lausitzer Bergland, ein Teil der
Umwallung Böhmens, vom Elbsandsteingebirge bis zur
Iser, Hochfläche von etwa 820 m Höͤhe, zerfaͤllt in das
igentliche L. G. im NW. und das Jeschkengebirge im
SO., hoͤchster Gipfel der Jeschlenberg (1040 m).
Laufiher Grenuzwau, Teil des Martisch-Schlef
dandrückens (s. d.) im Reg.-Bez. Frankfurt.
Lausitzer Typus, fruͤher allgemeine Bezeichnung für
eine große Gruppe vorgeschichtlicher Tongefäße nicht ger
man.“ Ursprungs, die sich bes. häufig in den Gräber—
feldern des mittlern und östl. und in Böhmen
vporfanden. Sie reichten von der Bronzezeit bis in die
ältere Eisenzeit. Gegenwärtig unterscheidet man die sächs,
die mittelmärk., die niederlausitzer Formen ꝛc. Buckel—
urnen [Abb. 282] und Gefäße mit feinen Strich- und
Punktverzierungen bes. weit verbreitet.
Laut, jeder bei bestimmter Stellung (Artikulations
stelle) und Bewegung der Mund- und Kehlkopforgane
durch den Respirations⸗(Atmungs)⸗Strom erzeugte Schall
Die artikulierten Sprach⸗L. werden verschieden eingeteilt:
1) in tönende (stimmhafte) und tonlose (stimmlose), je
nachdem die Stimmbänder im Kehlkopf schwingen oder
nicht, werden auch mediae und tenues, weiche und harte
d. genannt (P, A—t, 8—-K); 23) in Sonor⸗L. (reint
Stimm-L., alle Vokale, , 1, n, n), und Geräusch-L.
lalle übrigen L.). Letztere zerfallen wieder in die Ver—
schluß⸗Z. (auch Erplosiv⸗E. genannt), p, b, t, d, K, g und
—
L., Nasen-S. (n, m) und Mund-Rasen-v. (Rasalvokale
frz. an, en); Mnach den Artikulationsstellen des Mund⸗
raums? a. Lippen⸗L. (Labiale: b, p, , w, m); b. Zwischen
8. (Interdentale: engl. th); c. Sahn⸗L. (Dentale? t, d, 8);
d. Terebrale (auch Kakuminale oder Linguale) durch Auf⸗
bringen der Zungenspitze an den Gaumen (indischet, th, d,
dh, h); e. Gaumen⸗L. (Palatale: deutsch g vor oh iv
icu);7. Kehl-S. (Gutturale oder Velare: k vor s, u)
5) Dauer⸗L. (Vokale, Liquidä, Nasale, Spiranten) und
Momentan. 8. (die beteits genannten Verschluß— oder Ex—

plosivcS.). Die Lehre von der Erzeugung und besondern
Art der L. heißt Lautphysiologie oder Phonetik. Die
Lautlehre ist die Darstellung des Lautbestaudes einer ein—
zelnen Sprache und seiner nach den Lautgesetzen (s. d.)
erfolgenden Veründeruugen (Kauiwandel). — Vgl. Sievers,
„Grundzüge der Phonetit“ (5. Aufl. 1901), Vietor (6. Aufl.
1904), Bremer (1893).
Laͤute (ital. Tiuto), veraltetes, ursprünglich nit 45426,
spüter mit bis zu 24 Darmsaiten bezogenes Saiteninstru—
ment [Tafel: Musik J, 141, dessen Spielart der der Gi—
tarre aͤhnlich war. Die L. hat eine von der gewöhnlichen
Notenschrift abweichende Notation, Tabulatur (s. d.) genannt.
Lautenburg, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Marien—
werder, an der Welle und am Lautenburger (Wlewslker)
See, (1905) 3806 E., Amtsgericht.
Lautenthal, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Hildesheim,
im Oberharz, an der Innerste, (1905) 26561 E,; Bergbau
auf Bleiglanz, Zinkblende ꝛc., Pochwerke, Silberhütte.
Lauter. 1) L. Nebenfluß des Rheins, im bayr. Reg.⸗
Bez. Pfalz, auf der Hardt entspringend, mündet nach
82 xm bei — 2) R. Nebenfluß der Glan in der
bayr. Pfalz. — 3) L. Nebenfluß der Donau in Württemberg.
Lauter, Dorf in der sächs. Kreish. Zwickau, am Schwarz⸗
wasser, (1905) 4939 E.
Lauterbach. 1) 8. in Hessen, Kreisstadt in der hess.
—D
zericht, zwei Schlösser. — 2) Gemeinde im württemb.
—I——— im wilden Lauterbachtal, (1900) 2628 E.
auter bach, Joh. Christoph, Geiger, geb. 24. Fuli 1832
in Kulmbach, 1853 Lehrer am Konservatorium in München,
1860 -87 Konzertmeister in Dresden.
Lauterberg am Harz, Flecken im preuß. Reg.«Bez.
Hildesheim, au der Oder, (1905) 5704 E.; Luftturort.
Lauterbrunnen, Dorf im schweiz. Kanton Bern,
an der Lütschine, im Lauterbrunner Tal, (1900) 28651 E.;
Bergbahnen nach Mürren und nach der Kleinen Scheidegg.
Das Lauterbruuner Tal, 12 kmuIlg., bis 1xm br., vom
Fuße des Breithorns bis zum Engpaß zwischen Isen- und
Zunnenfluh, wird durchstroͤmt von der Weißen Lütschine.
Karte: Schweiz 1, 4.1
Lanterburg, Kantonstadt im Unterelsaß, an der
dauter, (1905) 1748 E., Amtsgericht; früher Festung. —
Bgl. Meyer (1898).
Lauterburger Linien, s. Weißenburger Linien.
Lautere Brüder (arab. Johwan alSsafä, d. h.
Brüder der Reinheit), eine im 10. Jahrh. in Babra und
Bagdad zusammengetretene Vereinigung von mohammed.
Ralionalisten, die in einer aus 80 Abhandlungen bestehen⸗
den den Islam mit dem damaligen Stande
der Philosophie und der exakten Wissenschaften zu ver—
einigen suchten. — Vgl. Dieterici (18838 — 78 u. 18341-86).
Lauterecken, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Pfalz, an
Lauter und Glan, (1905) 2221 E., Anitsgericht.
Lauterlinien, s. Weißenburger Linien.
Läuterungsverfahren, in der deutschen Zivpil—
enn dasjenige Nachverfahren, durch welches ein
bedingtes Endurteil, d. h. ein rechtskräftiges Urteil, das
die Endentscheidung von einer Eidesleistung seitens einer
Partei abhängig macht, durch Abnahme des Eides und
zurch Festsetzung der Folgen der Eidesleistung oder Nichtleistung
 durch Nachurteil (Läuterungsurteil) erledigt wird.
Läutewerk, elektrisches, s. Elektrisches Läutewerk.
Lautgesetze, die Gesetze, nach denen in der Sprache
die Veränderung der Laute (der Lautwandel) erfolgt. Eins
der wichtigsten L. die Lautverschiebung (s. d.).
Lauths Violett, Thionin, ein künstlicher Farbstoff,
aus Paraphenylendiamin durch Eisenchlorid und Schwefelwasserstoff
 gewonnen, färbt Wolle und Seide violett. Sein
Tetramethylderivat, das Methylen⸗ oder Äthylenblau, wird
analog aus Dimethylparadiphenylamin oder aus Nitroso⸗—
gewonnen; als Chlorzinkdoppelsalz im
Handel; färbt gebeizte Baumwolle sehr echt blau.
Lautiermeihode, s. Lesen.
Lautlehre, Lautphystologie, s. Laut.
Lautverschiebung, ein von Jak. Grimm zuerst for⸗
nuliertes Lautgesetz der german. acen wonach die
arsprünglichen momentanen Konsonanten des Indogerma—
aischen sich regelmäßig so umwandeln, daß indogerman.
Tenues (x, t, p) zu Reibelauten (oh, th, 1), Mediän(8s,