d, b) zu Tenues (K, t, p), Aspiratä zu töneuden Spi—
ranten, später d, g, b werden. Im voll⸗
zieht fich um 500 n. Chr. eine nochmalige Verschiebung
tzweite L.), durch die das deutsche Sprachgebiet in zwei
große Dialekte (Hochs und Niederdentsch) derfällt.
VLava (neapolit., d. i. eigentlich Regenbach), die
bei vultanischen Eruptionen dem Erdinnern entströmenden
schmelzflüssigen Masfsen, erstarren beim Erkalten zu festen,
auf der Oberfläche blasigen oder schlackigen, innen dichten,
auch glasigen Gesteinen (Trachyt, Basalt, Andesit, Ob⸗—
—
oder in lose Blöcke GBlock- oder Schollen⸗L.) oder zu
feinem Sande zerfallen (Mehl-L); verwendet zu Milhl-,
Baus und Pflaͤstersteinen, die 3 L. als Bims—
—DD—
Lavabo (lat. „ich werde waschen“), Waschbecken in
stirchen und Klöstern.
Lavacrum (lat.), Bad; beim Jrisch-Röm. Bad der
dritte, nicht exwärmte Raum, in dem die Begießungen und
Duschen stattfinden.
Lavadores, Küstenstadt der span. Prov. Pontevedra
(Galicien), (1900) 15 085 E. Obsidian
Lavaglas, s. v. w. Hyalitglas (s. d.); auch s. v. w
Lavagna ispr. wannja), Stadt in der ital. Prov. Genug,
1901) 7067 E; Stammsiß der Grafen Fieschi (s. Fiesco)
Labal (fpr. waͤll), Hauptstadt des franz. Dep Mayenne
in der Maͤyenne, (1901) 30356 E.; Kathedrale.
Laval (spr. waͤll), Gilles de, Baron von Retz (s. d.)
Sabaletta (Ea Balette), stark befestigte Hauptstadt der
orit. Insel Ralta, (1800). 61268 E.; zwei Häfen, Uni—
versität, Sternwarte; alte Bauwerke. Einst Hauptsitz des
Johanniterordens, benannt nach dem Großmeister Jean de
davalette, der die Stadt 1566 gründete.
Lavaiette (spr. walett), Marie Chamans, Graf,
Generalposidirekior unter Napoleon J., geb, 1768 zu Paris,
vermählt mit Emilie Lonise Beauharuais (geb. 1781 gest
1858), Josephinens Nichte, wegen seiner Beihilfe zur
Wiederherstellung der Rapoleonischen Herrschaft 1815 zum
Tode verurteilt, von seiner Frau am Tage vor seiner Hin⸗
richtung (23. Dez.) durch List gerettet, fluͤchtete nach Mün—
hen; 1822 begnadigt, gest. 15. Febr. 1830 zu Paris
„Mémoires et ßouvenirs“ (2 Bde., 1831).
Lavalette cu walẽtt), Nichault de, s. Gay, Sophie
Savalliere (spr.walllähr), Louise Francoise de Labaume
deblanc, Herzogin de, Geliebte Ludwigs XIV., geb. 6. Aug
1644 zu Tours, ging 1674, von der Montespan verdrängt,
ins Kloster, gest. 6. Juni 1710 zu Paris. — Vgl. Lai
(8. Aufl. 1903), Duclos (4. Aufl., 2 Bde., 1890).
Lavanduuis L., Lavendel, Pflanzengattg. der Labiaken,
meist Halbsträucher der Mittelmeerländer, mit ährigen
Blütenständen und reich an aromatischen Olen; cinzige
deutsche Art L. spios L. (vera PO), der gemeine Ochmatblätterige)
 Lavendel oder die Spite, deren Blüten als
Flores TLavandulas offizinell sind und zur Bereitung des
Lavendelöls (s. d.) und des Lavendelspiritus, als Räucher—
und Mottenmittel dienen.
Lavant, J. Nebenfluß der Drau in Kärnten, entspringt
am Zirbitztogel (2397 m0) aus dem Lavantsee, dutchfließt dat
Lavanttai, mündet nach 80 km bei dem Flecken Lavamünd.
Lavanttaler Alpen, östl. Teil der Norischen Alpen,
im Zirbitztogel bis 2897 1 hoch, zerfallen in die Seetaler
Alpen, die Sau⸗-, die Pach— und Koralpe.
Lavater, Joh. Kaspar, Sqriftsteller, geb. 15. Nov,
1731 zu Zürich, früh aszetisch-mystischen Studien zugeneigt
—
licher in Zürich, erlangte große Berühnitheit durch seine
VPhysiognomischen Fragmente (4 Bde, 1774 -18), durch
die er zu hervorragenden Zeitgenossen (Goethe) in Be⸗
ziehungen krat, 26. Sept. 1799 bei der Einnahme de
durch die Frauzosen verwundet, gest. 2. Jan. 1801 treff
lich seine Schweigerlieder“ (17617) und „2dO gristl. Lieder“
— Biogr. von Bodemann (2. Aufl. 1877), Muͤncker (1888),
„Joh. Casp L C(1002).
Lavatsra ., Pappelrose, Staudenpappel, Pflanzen⸗
gattg. der Malvazeen, schön blühende Kräuter oder Sträucher
in der noͤrdl. gemäßiglen Zone; einzige deutsche Art 1.
thuringiäca T; andere Arten Zierpfianzen, wie L. trimestris
 (Gartenmalve), aus Suͤdeuropa, mit rosenroten
und weißen Blüten.

2

Lav

Lavation het Waschung; Lavatorium, Waschbecken.
Laveld, belg. Dorf, J. Lafeld.
Laveleye (jspr. law'leh), Emile de, belg. National⸗
dkonom und liberaler Publizist, geb. 6. April 1322 zu
Brügge, 1864 Prof. in Lüttich, gest 8. Jan. 1802; schrieb:
„De ĩs proprieté eto.“ (1873; deutsch: „Das Ureigen⸗
tum“, 1879), „Le socialisme contemporain“ (1881;
deutsch 1884), „A0 monnaie et le bimétallismeo“ (1801),
„Esseis et études“ (2 Bde. 1894 -96). — Val. Goblet
d Alviella (franz., 1894) u. a. —17445 E.
Lavello, Stadt in der ital. Provp. Potenza, (1901)
Lavement (frz., spr. law'mäng), s. Klistier.
Zavendel, s. Lavandula.
Lavendelheide, die Pflanzengattg. Andromeda (s. d.).
Lavendelöl, das ätherische vpon Lavandula spiea
[., hauptsächlich in England und Südfrankreich gewonnen;
das geringwertigere Ol von Lavandula latifolia Lal wird
als Spikörbezeichnet. Aus frischen Blüten durch Dampfdestil⸗
lation dargestellt; dient bes. mit Weingeist vermischt als
Ldavendelspiritus (Lavendelgeist) oder mit ine und
Rosenwasser als Lavendelwasser zu kosmetischen Zwecken.
Laveno, Flecken in der ital. Prov. Como, an der Mün—
dung des Boẽsio in den Lago Maggiore, (1901) 1961 E.
Laves, Georg Ludw. Friedr., Ärchitekt, geb. 17. Dez.
1789 zu Uslar, seit 1838 Oberhofbaurat in Hannover,
gest. 30. April 1864; um die Berschonerung von Hanno⸗
der (neues Residenzschloß 2c.) verdient, Erfinder eines
zeuen Konstruktionssystems ohne Widerlager, bes. für
Brücken und große Bedachungeu.
Lavey⸗-Moreles (spr. wWeh morkl), Bad im schweiz.
danton Waadt, unweit der Rhöne, aäm Fuße des Dent
de Morcles, (1900) 809 E., Schwefelquelle.
Laviana, span. Stadt, s. Pola de Labiana.
Lavieren (frz., „waschen“), in der Malerei eine anf⸗
zetragene Farbe mit Wasser vertreiben, tuschen. Dessin au
javis, Tuschzeichnung. — Über L. im Scewesen s. Kreuzen.
Lavigerie ispr. wisch'rih), Charles Martial Allemand,
Tardinal, geb. 31. Okt. 1825 zu Bayonne, 1854 Prof.
an der Sorboune, 1863 Bischof von Nanch, 1867 Erz⸗
dischof von Algier, 1881 apostolischer Vikat von Tunis,
882 Kardinal, 1884 auch Erzbischof von Karthago und
Lrimas von Afrika; verdient um die Bewegung hegen die
-klaverei; gest. 26. Nov. 1892 in Algier. — Vgl. Colle—
Lavinfa, s. Aneas. sville (franz., 1905).
Laviniuni, alte Stadt in Latium, der Sage nach
von Ancas gegründet zu Ehren seiner Gattin Lapinia.
Lavis, Markt in Tirol, am L. oder Avisio, der hier
aus dem Fleimsertal ins Etschtal tritt, (1900) 3331 E.;
urge Talsperre, 1882 d UÜberschwemmung entstanden.
avisse (spr. wiß), Ernest, franz. Historiker, geb.
17. Dez. 1842 in Nouvionzen-Thierache (Dep. Aisne), 1888
Prof. in Paris; schrieb: „Etudes sur i' histolre de Prusse“
2. Aufl. 1888), Trois empereurs d'Allemagneé“ (1888),
La jeunesse au grand Frédério“ (1891), „Le granä
Vrédérie avant l'avenement“ (1893); gab heraus mit
Rambaud, Histoire génöérale du IVe alécie à nos jours“
(12 Bde., 1893 1901), mit verschiedenen andern Gelehrten
Mistoire de France““ (1900 fg.).
Lavizzära, Val, Landschaft im schweiz. Kanton Tessin,
das obere Tal der Maggia bis zur Mundung der Ba—
vona bei Bignasco, in Gemeinden, (1888) 1746 E.
Lavoderma, desinfizierendes Seifenpräparat, queck—
ilberhaltig.
Lavoir (frz, spr. wöahr), Waschbecken.
Lavoisier (spr. wöafteh), Antoine Laurent, nanz
Themiker, geb. 168. Aug. 1743 in Paris, 1771 Geueralpächter
 der Steuern, 1776 Verwalter der Salpeter- und
Pulverfabriken, 1791 Kommissar des Nationalschatzes,
—58 der Schreckenszeit als früherer Generalpächter
8. Mai 1794 hingerichtet, fand auf Grund der Entdeckung
des Sauerstoffs die richtige Erklärung für die Verbrennungs⸗
erscheinungen und für die Zusammensetzung des Wassers,
stürzte die bis dahin herrschende Phlogistoncheorie und be—
rründete die moderne Cheinie, gab letzterer auch mit Guyton
de Morveau u. a. eine neue Nomentlatur; Bahnbrecher
der physiol. Chemie. Hauptwerk: „Praité élémentaire
de chimie“ (1789). — Bgl. Grimaux (2. Aufl. 1896);
dahlbaum, „Die Einführung des Lavoisierschen Systems
in Deutschland“ (1897).