Lecco, Hafenstadt in der ital. Prov. Como, am Aus—
fluß der Abdda aus dem See von L., dem südöstl. Tei!
des Comer Sees, (1901) 1027B1 E.
Lech, r. Nebenfiuß der Donau, kommt aus dem For—
marinsee in Vorarlberg, wird bei Schongau schiffbar,
mündet nach 285 42 gegenüber der Burgrulne Lechsend
Auf dem Lechfeld (40 Kn lange Ebene zwischen Lech und
Wertach) schlug 10. Aug. 956 Kaiser Otto J. die Ungarn.
Lech (russ. Ljach), Lechen (Ejachi), in der altruss.
Nestorschen) Chronik Bezeichnung der poln. Stämme; nach
Dalimils Chronik ist L. (da i. ein Mann vornehmen Ge—
chlechts) det Stammvater der Tschechen.
Lechenich, Marktflecken im preuß. Reg.-Bez. Köln,
im Rotbach, (1000) 34608 E., Amtsgericht, Schloß.
Lechersche Röhre, s. Elektrische Wellen und Tafel
Lechfeld, s. Lech. [Elektrizität II, 101
Lechhaufen, Stadt im bayr. Neg.-Bez. Oberbayern
jei Augsburg, am Lech, (1900) 14172 (1800: 16887) E
Lechler, Gotthard Viktor, prot. Theolog, geb. 18. April
1811 Ju Kloster Reichenbach (Württemberg), seit 1858
Superintendent (bis 1883) und Prof. zu Leipzig, gest
das. 26. Dez. 1888. Haupischriften: „Geschichte des engl
Deismus“ (1841), „Johann Wiclif“ (2 Bde. 1878), „Das
apostolische und das nachapostolische Zeitalter“ (3. Anfl
1885), „Johannes Hus“ (1890).
Lechtaler Alpen, Gruppe der Allgäuer Alpen, in
Parseyer Spitz 8038 mm hoch. —
Leeithin, fettäͤhnliche Substanz, charakteristischer Be
standteil des Gehirns, der Nerven und des Eidotters
uͤberhaupt im Tier- uud Pflanzenkörper verbreitet, knet⸗
bare, nicht deutlich kristallinische Masse, quillt mit Wasser
zerfüllt durch Säuren oder Barytwasser in Cholin, Gly
zerinphosphorsäure und Fettsäuren. J
Leck, eine Beschädigung des Schiffskörpers, die ein Ein—
dringen des Wassers zur Folge hat.
Leck, Dorf im preuß. Reg.-Bez. Schleswig, an der
Lecker Au, (1905) 1206 E., Amtsgericht.
Leckage (spr.ahsch', frz. conlage), im Frachtverkehr der
Verlust an flüssigen, in Gebinden versandten Waren, der
durch Lecken (unmerkliches Austräufeln), Verdunsten ꝛc
entsteht. Frei von L., s. Frei von Bruch.
Lecksucht, beim Rind eine Appetitstoͤrung, bestehend
in der Neigung, underdauliche und ekelhafte Gegeustände zu
verzehren, einzeln und in größern Beständen und gewissen
Gegenden (Semper⸗ oder Darrhöfe) vorkommend. Ursache:
Salz- und Kalkbedürfnis, schlechte Verdauung, reizende
und schlechte Nahrung, nervöse Reizzustände.
Lecky, William Edward Hartpole, engl. Historiker,
geb. 26. März 1838 zu Dublin, gest. 22. Okt. 1803 in
London; Hauptwerke: „History of tho rise and intluence
of the spirit of rationalism in Europe“ (85. Aufl.,
2 Bde., 1872; deutsch, 2. Aufl. 18883), „Bistory of
Luropean morals from Augustus to Charlemagne“
(3. Aufl., 2 Bde., 1877; deutsch, 3. Aufl. 1904), „History
of England in the 186h century“ (8 Bde., 1878 -90,
deutsch 1879 — 90), „Bistory of Ireland in the 18tB
entury“ (5 Bde., 1892), Demooracy and UÜberty“
(2. Aufl., 2 Bde. 1809).
Leclere d'Ostin (spr. klähr döstüng), Charles Vic—
oire Emmanuel, franz. Generäl, geb. 17. März 1772 zu
Pontoise, mit Pauline, Bonapartes Schwester, vermählt.
unterwarf als Generalkapitan 1802 die Infel Haiti, gest
2. Nov. 1802 anf der Jusel Tortue.
Leclereg (spr. klähr), Michel Thkodore, franz. Dra—
natiker, geb. 1. April 1777 zu Paris, gest. das, 15. Febr.
851. Hauptwerk: „Proverbes dramatiques“ (8 Bde.,
—5—— in Auswahl deutsch von Baudissin, 1875).
Eecluse (spr. klühs) oder viEeluse, Fort de, Grenz—
feste im franz. Dep. Ain, Arroud. Ger, zwischen Genf
und Seyssel, oberhalb der Perte du Rhoͤne.
Leclufe (spr. klühf'), Eharles de, meist Clusius,
Irzt und Botaniker, geb. 18. Febr. 15626 zu Arras, gest.
4. April 1608 als Prof. zu Leiden; schrieb: „Rariorum plantarum
 historia“ (1601), „Pxoticorum libri X (1506).
Lecocq pr. koöͤck), Charles, franz. Operettenkomponist,
geb. 3. Jun I838 in Poaris, lebt dase 'am bekanntesten:
J tülle de madame Angot“, Girofle-Girofia“.
„Lecomte du Nouy sor. Akongt du ndih), Jules
Zean Autoine, franz. Historienmaler, geb. 10. Juni 1842
Brockhaus' Kleines Konversations-LKexikon. b. Aufl. I

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Led

u Paris, Schüler von Gleyre und Geröme; Hauptbild:
Die Überbringer schlimmer Nachrichten vor Pharao (18714,
iach Gautier; im Luxenibourg).
Leconte de Lisle (pr. koͤngt de lihl), Charles Marie,
ranz. Lyriker, geb. 28. Okt. 1818 auf Reunion, seit
886 Mitglied der Akademie, gest. 17. Juli 1854 in
ouveciennes; Gedichtsammlungen: „Poèëmes et poësies“
1855), „Poémes antiques“ (1852) u, a.; lieferte auch
reffliche Übersetzungen antiker Klassiker.
Lecouvreur (pr.kuwröhr), Adrienne, franz. Schau—
pielerin, geb. 5. April 1682 zu Damery bei Epernay, seit
717 am Théatre franqais in Paris, Geliebte des Mar—
challs Moritz von Sachsen, gest. 20. März 1730 (behandelt
cu dem Drama „Adrienne L.“ von Scribe, 1849).
Lecotisternium, im alten Rom eine Feierlichkeit, bei
der Göttern Ruhebetten (lecti oder pulvinaria) bereitet
wurden, auf die man ihre Attribute oder Bilder legte,
um ihnen dann Speisen vorzusetzen.
Lecture (engl. spr. lektscher)) Vorlesung, öffentlicher
Vortrag; Nachmittagspredigt; Lecturer, Vortragender,
insbes. Nachmittagsprediger.
Lecythis L., brasil. Topfbaum, Pflanzengattg. der
Irvaen Sträucher oder Bäume des trop. Amerika,
mit holzigen, oft sehr großen Früchten, die als Gefäße
dienen, und wohlschmeckenden Samen (Sapucajanüsse);
das sehr harte Holz (Kakaralli) dient als Bauholz, die
apierartige Rinde zum Einwickeln, zu Werg und Papier.
Leczyca, Stadt in Russich-Polen, s. Leutschiza.
Lẽeda, xr. Nebenfluß der Ems in Hannover, mündet
interhalb Leer, 66 icrm lg., 21 Rm schiffbar.
Leda, Gemahlin des spartan. Königs Tyndareos,
Geliebte des Zeus, der sie als Schwan vdesuchte. Aus
dem einen Ei der L. läßt die Mythe Polydeukes und Helena
jervorgehen, aus dem andern Kastor und Klytaimnestra.
Ledeberg, südöstl. Vorort von Gent, inñ der belg.
Prov. Ostflaͤndern, (1004) 14237 E.
Ledebour (spr. buhr), Karl Friedr. von, Botaniker,
Jeb. 8. Juli 1785 zu Stralsund, 1811 5365 Prof. zu Dor⸗
pat, gest. 4. Juli 18351 zu München; Hauptwerke: „Flora
ltaica“ (1829 - 33), „Flora Robsica“ (4 Bde. 184838).
Ledeẽ, Stadt, s. Ledetsch.
Leder, s. nenahaen
Lederbaum, J. Coriaria.
Lederfabrikation, Gerberei, die Verwandlung
rierischer Häute in Leder, ein zähes, faseriges, mehr oder
weniger geschmeidiges Gewebe, das im feuchten Zustaude
her Fäulnis widersteht. Zur L. wird nur die mittlere
Schicht, die sog. Lederhaut (Corium) oder „Blöße“, ver—
wendet. Das Gerben geschieht nach drei Methoden: Loh—
gerberei, Weißgerberei und Sümischgerberei. Bei der Loh—
'der Rotgerberei, nach welcher das meiste und haltbarste
ꝛeder hergestellt wird, werden die Häute mit gerbsüure—
haltigen Stoffen, bes. Eichenrinde, behandelt. Die Rot—
jerberei beruht entweder in einem sog. Versetzen der Häute
n Lohgruben oder in der Behandlung mit Lohbrühe (sog.
Schnellgerbung). Die Weißgerberei derzielt weißes, sehr
zartes und Pnehiree Leder; die zuni Gerben verwen—
deten Salze (gewöhnlich Alaun und Kochsalz) werden aber
durch Wasser wieder herausgelöst, so daß weißgares Leder
eine Geschmeidigkeit in der Nässe verliert. Die Sämisch—
zerberei erzeugt ein lockeres, weiches, waschbares Leder
Waschleder); die enthaarten und gebeizten Häute werden
nit Tran eingerieben, gewalkt und in Brutkammern er—
wärmt, wodurch das Fett in den Blößen oxydiert und be—
estigt wird, so daß es selbst durch Waschen mit Seife und
oda nicht entfernt werden kann. — Vgl. Burckhardt (1903).
Lederfische, s. Stachelschwänze.
Lederhaut, s. Haut; L. des Auges, s. Auge und Tafel.
innesorgane J.
Lederkorallen, s. Oktaktinien.
Lederleinwand, s. v. w. Kreas (s. d.).
dederschildkröte, s. Seeschildkröten.
zederschmiere, f. v. w. Digras (s. d.).
Lederscywämme (Chondrostdae, Guinminsae), Fanilie
 der Monaktinelliden, rundliche oder lappige Schwämme,
risch von kautschuk-, getrocknet von lederartiger Konsistenz.
Lederstrunipferzählungen, s. Cooper, J. F.
Ledertauge, einige größere, braune Algen aus der
ruppe der Phäophyzeen (s. d.).