Led

Ledertuch, wachstuchartiger, mit Leinölfirnis unter Zu⸗
jat von Erdfarbe überzogener, dann zwischen gravierten
Walzen lederartig geprehter Baumwollstoff, zu Tischdecken,
Sederzucker, s. Althaea. suberzügen u. a
Sedesna, Badeort in der span. Prov. Salamanca
in Tormes, (1900) 3389 E.; warme Schwefelquellen.
Leversch, Bezittsstadt in Böhmen, an der Sazawa
1800) 2165 E Schloß, Stiftungsherrschaft.
VLebochowsti, Mieczislaw, Graf, Kardinal, geb
29 Dtt. 1822 in Klimontow bei Sandomir, 1862 Nun—⸗
nus in Bruͤssel, 1866 Erzbischof von Posen-⸗Guesen, 1870
für das Unfehlbarkeitsdogma eifrig tätig und zum Primas
pon Polen ernannt. 1874 wegen Widerstandes gegen die
Maigesetze mit zweijähriger Gefüngnishaft bestraft und
abgesetzt, 18765 zum Kardinal ernannt, seit 1876 in Rom
vberzichtele 1885 auf fein Erzbistum; 1892 Geueralpräfet
der Propaganda, gest. 22, Juli 1902 in Rom.
Ledru⸗ Rouin (spr. drů roͤlläng), Alexandre Auguste.
raditaler franz. Staalsmann, geb. 2. Febr. 1808 zu Paris,
Advotat, Februar bis Juli 1848 Mitglied der Provi⸗
sorischen Regierung und Minister des Innern, bewirkte
die Einführung des allgemeinen Stimmrechts floh als
Haupt der sozialdem. Partei “ dem. Junicufstand 1849
uͤach England, kehrte 1870 infolge der Ammestie zurück
aed i71 Milglied der Nationalversammlung, gest
31. Dez. 1874 zu Fontenay⸗aur⸗ Roses bei Paris.
LSau L, vorst, Pflauzengattg. der Erikazeen, immergrüne
 Sträucher der nördl. gemäßigten und der arktischen
Zonen. In Europa L. palustro IL. (gemeiner Porst, wilder
Rosmarin, Sumpf⸗ oder Kienporst), Torfpflanze mit wider⸗
lich aromatisch riechenden Blättern (Motten⸗ Wanzenkraut)
Die Blauter von N. Aatikohum Atcc. in Nordamerika lieferr
den James⸗ oder Labradortee.
Lee oder Leeseite, die vom Wind abgewendete Seite
ines Schiffs; Gegeusatz Luv (s. d.); leewärts, in Lee,
alles, was — der Leeseite zuliegt. Leegierig, s. Gieren.
Lee (spr. lih), Anna, s. Shakers.
Lee —— lihs, Rob. Edmund, füdstaatlicher General im
amierit. Bürgerkriege, geb. 19. Jan. 1807 zu Stratford
Birginien), 1861 Oberst eines Kavallerieregiments, bei
Ausbruch des Bürgerkrieges Oberkommandant aller sezessio⸗
nistischen Truppen Virginiens, übernahm 26. Juni 1862
den Oberbefehl der Suüdarmee, siegte 18. Dez. 1862 be
Fredericksburg, 8. Mai 1863 bei Chancellorsville, unter⸗
lag 1. bis 8. Juli 1863 bei Gettysburg in Peunsylvanien.
mußte sich 1864 auf Richmond zurückzichen und nach dessen
Raumung 9. April 1865 dem General Grant ergeben; gest
. Oit. I870 als Oberdirektor des Washington College
zu Lexington. „Recolleotions and letters“ (1904). -
Biogr von Lee (1884), White (1890).
Lee (spr. lih), Sidney, engl. Literarhistoriker, geb.
5. Dez. 1859 in London, Heraus eber des „Dictionary
of Noetional Blography“; ——— „Strattord
non (neue Aufi. 1880), „ Shakespegro“ (1898
deutsch 1900) u. a.
Lee (spr. lih), Sophia und Harriet, engl. Schriftstelle⸗
rinnen, geb. 1750 bez. 1757 zu London, gest. 13. März
1824 bez. 1. Aug. 1861 zu Clifton; schrieben Roman⸗
dnd Dramen sowie gemeinschaftlich „Danterbury tales“
(6 Bde. 1707 1800 u. v.).
—A in Calverton (Notting⸗
wo er Hilfsprediger wurde, erfand 1589 den
Strumpfwirkstuhl, gest. um 1610.
Leech (spr. Nhtsch) John, engl. Karikaturzeichner, geb.
28 Aug. 1817 in London, geistvoller Mitarbeiter des
pPunon““ (Auswahl seiner Beiträge in „Pictures of lte
and, charsoter“, 1864 — 69; neue Ausg- 1881), gest.
28. Okt. 1864 in London. — Bgl. Kitton (engl. 1884).
Leeds (pr. lihds), Stadt in der engl. Grassch. Vor
(West Riding), am Alre und am L.Liverpool⸗Kanal (1770
Ass erbaut, 170 xw lg., Verbindungskanäle 48 xw Ig.)
(1904) 460 142 E. Xorks hire Colnege ( Medizin und Tech⸗
nologie), Lateinschule, theol. Seminare; Mittelpunkt der
engl. eeann und des Tuchhandels; Eisenindustrie.
sKarte; Großbritanzien und Irland 1,8.)]
Leeds (spr. lihds), Thomas Osborne, Graf von Danby
Herzog von, engl. Staalsmann, geb. 1631, wurde 1668
——— 1673—-79 erster Lord des Schatzes und
Minnlerpraͤsdent. des Hochverrats angeklagt 1679 —840

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m Tower gefangen gehalten, Anhänger Wilhelms von
Dranien, der ihn 1688 wieder Anpr Premierminister er⸗
anute. 1608 begen Bestechlichkeit angellagt, verlor er
allen Einfluß und starb 26. Juli 4712.
Leegerwanl (Legerwall), eine Küste, die in Lee (s. d.)
bom Schiffe liegt, kanu bei Stürmen gefährlich werden
dadurch, daß das Schiff auf dieselbe wird.
Leet (spr. uh Stadt in der engl. Grafsch. Stafford,
1801) 13184 E.; Seideuspinuerei.
Lee⸗Metford (pr. lih), Bezeichuung des eugl. Ge⸗
vehrs Mssd, benannt nach den Koͤnstrukteuren des Maga⸗
ius und des Laufs.
Leer, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. nie zwischeu
Ems uud Leda, (1900) 12301 (1905: 12348) E. Amits⸗
Jericht, Hafen- Seemannsamt, Handelskammer, Realgym⸗
asinm, Ravigationsschule, Lehrerinneuseminar; Seehafen.
Leerdant, Stadt in der niederländ. Prov. Südholland,
in der Linge, (1809) 6042 E.; Glasindustrie.
Leerdarm, s. Darm.
Leere (Vachum), ein Raum, in welchem sich keine
Materie befindet. Torricellische 8., der luftleere Raum
der Barometerröhre oberhalb des Quecksilbers (s. Baro⸗
neter sAbb. 170p]). (S. auch Hoxror vacui].)
Leergut, s. Füstage.
LTeefte, Dorf im preuß. Reg,-Bez. Hanuover, (1900)
2791 E. große Melibrationsanlagen.
Leenwarden (spr. löͤw-⸗), Hauptstadt der niederländ.
Prov. Friesland, an der Ee, und dem Zusammenfluß
— E. Rathaus, königl. Palast.
Leenwenhset (spr. löwenhuk), Antonius van, Natur—
rorscher, geb. 24. Ott. 1632 in Delft, gest. das. 26. Aug.
1723; berühmt — seine selbstverfertigten Mikrostope
und zahlreiche mikrofkopische Untersuchungen (Entdeckung
der Blutkorperchen, Infusivustierchen, Samentierchen u. a.).
Seine „Opora omapis“ erschienen in 7 Bänden 1722 in
deiden (lal.). — Bgl. Haarmann (1875).
Leewarb Islaudé (spr. lihwerd oder liuerd eiländs),
Lewardinfeln, s. Antillen und Beilage: Südamerika.
Lefauchencrgewehr (spr, foschöh.), Hinterladungs⸗
agdgewehr mit vom Hinkerstück abzutlappenden Läufen und
eitlicher Stiftzündung der Patronen, konstruiert um 1862
»on dem eetn Lefauchenx in Paris.
Lefebre, auch Lefevre oder Lesebvre (spr. fähwr),
Tannegui, gewöhnlich Tanaguil Faber, franz. Hunianist,
geb. 1616 zu Caen, eine Zeitlang Prof. an der theol. Aka—
demie der Reformierten zu Saumur, gest. 12. Sept. 1672.
Lefebpre (spr. faähwr), Fraucois Joseph, Herzog von
Danzig, franz. Marschall, —8 25. Okt. 17558 zu Ruffach
(Elfahß, Geuͤeral in der Revolutionsarmee 1804 Mar⸗
schall, nahm 24. Mai 1807 Danzig, kämpfte 1808 in
Spaunien, führte 1809 die bayr. Armee, unterdrückte den
Aufstand der Tiroler, befehligte 1312 183 die franz. Garden,
rat spater zu den Bourbons über und ward Pair, gest.
4. Sept. 1820. — Bal. Werth (Par. 1904).
Lefebvre (spr. fähwr), Juͤles, franz. Maler, geb.
10. März 1832 zu Tournan, lebt in Paris; bes. meister⸗
hafte Darftellungen des Frauenkörpers (Die Wahrheit,
Mignon, Yponne), auch Genreartiges.
Lefevre (spr. Fähwr), Andrk, franz. Schriftsteller, geb.
9. Rop. 18384 Ju Provins; schrieb: „Les merveilles de
Paichitecture“ (6. Aufl. 1884), „I homme à travers
les Ages“ (1880) Loes xaces et les langues“ (1892),
INistoiro“ (I1887), Gedichte u. a.
Lefevre (spr.fähwr), Peter, Jesuit, s. Favre.
Leßfler, Anne Charlotte, Hexzogin von Caianello,
chwed. Schriftstellerin geb. 16. Okt. 1848, gest. 24. Olt.
Ig in Reapel; schrieb Romane („Ur Ifvet“, 1882- 00)
nd Dramen („AIur man gör godt“, 18885; deutsch 1898
u. a.). — — Ellen Key (1803).
Leflo, Adolphe Charles Emanuel, franz. General,
geb. 3. Nov. 1804 in Lesneven (Finistere), 1848 Bot⸗
wafter der Republik in Petersburg, 1849 Mitglied der
onftituante, daun der Legislative, als Gegner Ludwig
Napoleons bei dessen Staatsstreich verbannt, kehrte 18598
uruͤck, 1870 in der Regierung der nativnalen Verlkeidigung,
87 1 kurze Zeit unter Thiers Kriegsminister, dann bis 1879
gotschafter in Petersburg, gest. 168. Nop. 1887 in Nechoat.
Lefort (spr.-fohr), Franz Jak., Günstling Peters d. Gr.
geb. 1653 zju Genf, erst in franz., dann in holländ., seit