Lei

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Biogr. von Guhrauer (2 Bde., 1842), K. Fischer (4. Aufl.
308), Schaarschmidt (1904), vgl. ferner Dillmann (1891),
Fafsiter (1002). — Die Philosophie L. suchte die mecha—
nistische Naturerklürung Descartes' mit dem religiösen Glaͤu—
hen durch teleologische Gesichtspuunkte zu versöhnen, indem
fie an Stelle der toten Atome lebendige einfache Sub—
stanzen („Monaden“, daher das System: „Monadologie“)
als vorstellende Kräfte setzte, deren Lebeusgrund die unend⸗
liche Zentralmonade der Welt, die Gottheit, bildet und in
deren jeder sich mit absoluter Notwendigteit des Geschehens
derfelbe Weltprozeß abspielt („Prästabilierte Harnmonie“).
Leibrente, eine in periodischen Leistungen wieder—
kehrende Rente in Geld oder andern vertretbaren Sachen.
zu der jemand für seine Person und Lebenszeit oder aufs
ine bestimmte Reihe von Jahren auf Kosten eines andern
zerechtigt ist. Peutsner Bürgerl. Gesetzb. 88 7508 -761.)
Leibschmerz, s. Kolik.
Leibung, bei Wandöffnungen die innern, der Durch;
zrechung zugekehrten Flächen der Pfeiler und Bogen.
Leibzucht, s. Leibgedinge.
Leicefter ispr. lester). 19 Grafschaft in Mittelengland,
2133 qkn, (1901) 438994 G.; Viehzucht (Leicesterrind,
Leicesterschaf), Wollstrumpfnianufaktur. — 2) Hauptstad⸗
der engl. Grafsch. L. am schiffbaren Soar und Leicesterkanal.
(1904) 224 186 E.; früher Sitz der mächtigen Grafen von 8
Leicester (spr. lester), Robert Dudley, Graf von, Günstling
 der Königin Elisabeth von England, geb. 1032 oder
důs, Sohn von John Dudley (s. d.), Herzog von North—
umberland, in erster Ehe 1550 mit Amy Robsart, deren
plötzlicher Tod (1560) ihm schuld gegeben wurde, in zweiten
heimlich mit der Wilwe des Grafen von Esser verheiratet
1585 Oberbefehlshaber der engl. Hilfsvölker in den Rie—
derlanden gegen Spanien, von den Niederläudern 1580
zum Generalstatthalter und Befehlshaber ihrer Kriegs—
macht ernannt; 1687 zurückbernfen und mit dem Oberbe
fehl des Heers zum Schutze Londons betraut, gest.4. Sept
1588. — Vgl. Bekker (18003. Il Amaury
Leicester (spr. lester),, Simon, Graf von, s. Montfor!
Leicefterschaf, urfprünglich in der engl. Grafsch
deicester heimischez Schaf, seit Mitte des 18. Jahrh. zur
hervorragendsten Langwollschafrasse, dem Dishley- odern
New⸗VL. herangebildet.
Leich, altdeutsche Dichtungsform, bei der nicht wie
heim Liede die Strophen gleich, sondern nach der wech
eluden Melodie verschieden gestaltet sind.
Leichdorn, s. Hühnerauge.
Seiche, Leichnam (Cadaver), der abgestorbene tierische
Organismus, geht nach dem Ahoee des normalen Stoff⸗
dvechsels in Faulnis üͤber, die sich durch bestimmte Er⸗
scheinungen (Leichenerschelnungen) kundgibt, durch Ge—
nnnung des Blutes und der Muskelsubstanz (Leichenstarre.
Totenstarre, erst mit beginnender Füulnis wieder ver—
schwindend), Verschwinden der tierischen Wärme Geichen
a ite), Verfärbungen der Haut infolge Blutsenkung (To—
cuftecke, Leichenslece)y; sputer hebt sich die Haut blasig ab
und es tritt Fäulnisgeruch I Die entstehende Jaucht
enthält eigentliche Leichengifte (Leichenaltalvide, s. d) nu
in Feringer Menge; die Leichenvergiftungen sind vielmehr
ais Infektionen anzusehen, fo treten Leicheutuberkel, schmerz⸗
hafte, warzenähnliche Hautknoten, auf, wenn der Verstorbent
an Tuberkulose litt, oder Leichenpusteln und eiterige Ent⸗
zündungen bei Insektion an einer septischen L., während
die L. nicht infektiöser Kranker (z. B. Selbstmörder, Herz⸗—
kranker) ganz ungiftig ist. Bei jedem Todesfall muß be—
hufs Feststellung des Todes die Leichenschan oder Toten
schau durch den behandelnden Arzt oder den amtlich ver⸗
pflichteten Leichenschauarzt stattfinden.
Leiche, im Buͤchdruck vom Setzer aus Versehen weg⸗
gelassene Wörter oder Sütze.
Leichenalkaloide, Leichenbasen, Kadaveralkaloide,
Ptomaine, Septizine, den Pflanzenalkaloiden in manchen
NReaktionen ähnliche organische Basen, bei der Fäulnis von
Eiweißstoffen, gebildet, daher in Leichenteilen gefunden.
Sie müssen bei der gerichtlich chem. Untersuchung bes. be—
ruͤcksichtigt werden, sind zum Teil giftig (Leichengifte), zum
Teil nicht. — Vgl. Brieger (188586).
Leichenbestattung, s. Bestattung der Toten und
Zeichenverbrenunug.
Leichenenle, der Steiunkanz (s. Eulen).

Leichenfett, s. Adipocire.
Teichenfiedderer, in der Gaunersprache Verbrecher,
⸗Iche auf öffentlichen Bünken ꝛc. Eingeschlafene berauben.
Leichenfrevel, s. Leichenraub.
Leichengift, s. Leichenalkaloide.
Leichenhuhn, der Steinkauz (s. Eulen).
Leicheninfeklion, Leichenvergiftung, s. Leiche.
Leichenkaffen, s. v. w. Sterbekassen.
Zeichenöffunug, s. v. w. Obduktion.
Leichenpaß, s. Leichentransport.
Teichenraub, Leichenfrevel, die unbefugte Wegnahme
iner Leiche aus dem Gewahrsam der dazu berechtigten
Personen, nach g 168 des Reichsstrafgesetzbuchs bedroht
nit Gefängnis bis zu zwei Jahren und — Weg⸗
iahme von Leichentetlen ist bedroht mit eldstrafe bis zu
50.4 oder Host bis zu sechs Wochen (d 867). Leichen⸗
chändung wird als Beleidigung der Hinterbliebenen oder
ss grober Unfng bestraft (s. auch Gräberfrieden).
Leichenschau, s. Leiche und Coroner.
Leichenstarre, s. Leiche.
LTeichentrausport, die Verbringung einer Leiche vom
Slerbeort an einen andern Ort, kann nur mit Erlaubnis
der Polizeibehörde, von welcher ein Leichenpaß zu erwirken
st, ftattfinden. uͤber die Art der Einsargung für den
Transport sind überall besondere Bestimmuugen getroffen.
Beim Eisenbahntransport wird ein Metallsärg verlangt.
Leichenverbrennung, Feuerbestattung, Krematiou,
Totenbestattung, bei der der Leichnam durch Feuer rasch
n Asche verwandelt wird, im Altertum bei Griechen, Rö⸗
mern, Kelten und Germanen üblich, jetzt noch bei Indern
und Fapanern, neuerdings wieder aus hygienischen Grün—
deu als rationellste eer empfohlen, aber von
den Regierungen meist nicht Jestattet. In Deutschland
aben Krematoörien: Gotha (seit 1878), Heidelberg, Ham⸗
zurg, Jena, Offenbach, Eifenach, Manuheim, Mainz, Karlsruhe
 Bremen, Stuttgart, Heilbronn, Darmstadt, Ulm, Chem⸗
uiß; 1905: 1768 Einäscherungen. — Vgl. Friedr. Siemens
8682), Küchenmeister (1803), Albu (1885), Weigt (2. Aufl.
Leichenvergiftung, s.Leiche. [1801).
Leichenvogel, der Steinkauz (s. d.).
Leichenwachs, s. Adipocire.
LTeichhardt, Lüdw., Australienforscher, geb. 23. Okt.
813 zu Trebatsch an der Oberspree, ging 1841 nach
Sydney und durchforschte Australien, seit 3. April 1848
verschoilen. Reiseberxicht (1347; deutsch von Zuchold, 1861).
Leichlingen, Stadt im preuß. Reg.«Bez. Düsseldorf,
ain der Wupper, (1905) 6658 E.
Leichter, Lichter, Leichterfahrzeuge Ceichterschiffe,
richterschiffe, Bordinge, Pruühme oder Schuten), kleinere
Fahrzeuge, welche die Ladung aus Schiffen zur überführuug
ain das Land aufnehmen.
Leichtmatrose, s. Jungmann.
Teichtschnaͤbler (Levirostres), künstliche Gruppe der
iltern Systematit, groß- und leichtschnäbelige Kuckucks-—
vögel (3. B. Pfefserfresser und Nashornvögel) umifassend.
Leiden Ceyden), das alte Luggdümum Batavörum,
Stadt in der niederländ. Prov. Suͤdholland, am Rhein,
1004) 56 044 E., Universität (seit 1375) mit reicher Biblie⸗
thek, Sternwarte, Museum ꝛc. viele alke Gebäude, Haupt—
dlat Hollands für Wolle und Wollwaren.
Leiden, Lukas van, Maler, s. Lukas van Leiden.
LTeidener Blau, s. v. w. Thenards Blau (s. Kobalt).
Teidener Flasche, innen und außen mit Metall be—
legte Glasflasche, Apparat zur Anhäufung von Elektri—
ität, 1745 von Kleist in Kammin (daher Kleistsche
Flafche) und 1746 von Cunäus in Leiden erfunden. Ta⸗
sel: Elektrizität D, 8.)
Leidenfroft, Joh. Goltlob, Mediziner, geb. 14. Nov.
1715 zu Rosperwenda bei Kelbra, seit 1748 Prof. zu
Duisbuͤrg, geft. 2. Dez. 1794; bekannt durch seine Be⸗
bachtung des fog. Lischen Tropfens (s. Sphäroidaler Zu—
tand). — Bgl, Boutigny (1858).
Leidensbrüder, geistlicher Orden, s. Passion.
Seidesdorf, Fränz, s. Wallner. (bild, s. Lyra.
Teier, sf. Drehleier; in poet. Sprache s. Lyra; als Stern⸗
Teierschwänze (Menurtdae), meist zu den Sper—⸗
lingsvögeln gestellte Familie huhugroßer Vogel mit präch⸗
tigem, yrenfoͤrmigem Schwanzgefieder im mãnnlicheu Ge—⸗
sehlechte, singen schön, fliegen fast nie. Nur zwei, au