Australien beschränkte Arten (Menurs superba Daries
lTafel: Australische Tierwelt, 12).
Leigh (jpr. lih), Fabrikstadt in der engl. Grafsch. Lan⸗
after, Ti01) 406416E.; Kohlenwerke, Iudustrie.
Leighton (spr. leht'n), Frederick, Lord, engl. Maler,
geh Dez. 1830 zus Scarboronugh, gebildet in Berlin
und Frankfurt a. M., seit 1878 Präsident der Akademie
in London, 1896 zum Lord ernannt, gest. 25. Jan. 1806
in London; bes. mytholog. Stoffe in idealer Auffassung:
Ariadne von Thefeus verlassen, Andromache, Psyche im
Bade, Toilette der Venus. — Biogr. von Mrs. Lang
(1885), Rhys (1895).
Leighton Buzzard (spr. leht'n bössrd), Stadt in
der engi. Graffch. Bedford, am Grand-Junctionu-Kanal.
(18901) 6381 E. Kirche in frühengl. Stil.
Leihhaus, Pfandhaus, Lombard, öffentliche (staat—
liche vder Gemeinde-)Anstalten, bei denen gegen aus—
reichendes Pfaud Geldsumnmen auf kurze Zeit vorgestreckt
verden; erstes öffentliches L. 1462 zu Perugia, in Deutsch—
Leihkauf, s. Leikauf. sland 1498 zu Nürnberg
Leik, s. Liek.
Seikauf (Leukanf, vom altdeutschen Iit — Getränk,
auch Leit⸗, Wein-⸗, Naßkauf), früher ein durch gemein—
—XD
hefestigter Kauf, auch die dafür gegebene Summe.
Leim, ein in den Leimsiedereien aus verschiedenen
Teisen des tierischen Körpers (Knorpel, Knochen, Hant
Sehnen u al) durch Kochen mit Wasser oder durch Be—
handlung mit gespannten Dämpfen aufgelöfter, beim Er⸗
kalten zů einer Gallerte geronnener Stoff, wird dann in
Tafeln derschnitten und an der Luft getrocknet. Die im
Handel vorkommenden Leimsorten bestehen im wesent—
lichen aus Glutin (s. d.). Knochen-L. (GPatent-⸗L.) erhält
men aus entfetteten, dürch Salzsäure von mineralischen
Stoffen befreiten, in Kalkwasser gewaschenen Knochen durch
Danpfeinwirknng; reinster, mit schwefliger Sänre ge—
bleichter Knochen-L. heißt Gelatine und ist als weißer L
(Gelatina alba) offizinell.
Leimbach, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Merseburg,
an der Wipper, (1905) 3275 E.; Kupfer- und Nickel—
schmelzhütten, Dynamitfabrik, Brauereien.
Leimdruck, Leimtypie, Lichtleimdruck, Kollotypie, ein
photomechan. Verfahren zur Herstellung von Reliefplatten
us Chromgelatine behufs Druckes auf der Buchdruckpresse
Leimen, Flecken im bad. Kr. Heidelberg, (1900) 2795E
Leimkapfeln, Arzneitkapseln aus Gelatine.
Leimsüßßz, Leimzucker, s. Glykokoll.
Lein, Pflanzeugattg., s. Lanum sAbb. 1058).
Leing, Kleine Leina, Fluß, s. Hörsel.
Leindotter, Pflanzengattg., s. Camelina.
Leine, J. Rebenfluß der Aller, entspringt bei Worbis
m Eichsselde, wird bei Hannover schiffbar, bildet bei
Neustadt das Leinemvor, mündet nach 185 xmm bei Both—
wer. Nach ihr war das vLeinedepartement (Hauptstadt
Göttingen) im Königr. Westfalen benannt.
Leinefelde, Dorf im preuß. Reg.«Bez. Erfurt, auf
dem Eichsfelde, an der Leine, (18900) 1665 E.
Leinen, s. Leinwand.
Leinenfischerei, Angelfischereei des Meeres; man
anterscheidet Lmit Lange, Hand- und Schießleineu, Die
oft mit Tausenden von Aungelhaken versehenen Laugleinen
werden, beschwert, in verschiedene Tiefe versenkt, die Hand⸗
leinen mit 152 Haken werden vom Schiff aus gehandhabt,
die Schießleinen oder Laufangeln sind Leinen, die vom
Schiff, aus nachschleppen,
iede s. Leinwaud.
SZeinenstoffe sind entweder glatte (s. Leinwaud) oder
getbperte (s. vrell) oder gemusterte (s. Damast); auch
Leinenplüsche werden neuerdings viel verwendet.
Leinfint, s. Zeisige.
Leiningen,, altes deutsches Dynastengeschlecht, 1220
Mannsstamme erloschen, aber von dem Sohne der
Erbtochter Friedrich von Hartenburg, erneuert, seit 1817
Zwei Hauptlinien: 1) die Friedrichsche, nach ihrem
eien im Mannsstamme (1467) von dem Herrn zu
Westerbura als 8. Westerburg sorigesetzt, seit 1805 in
die Sonderlinien Alt⸗L.⸗Westerburg und Reu-8.-Wester⸗
burg zerfallend; 2) die Godfriedsche, später L.⸗Dagsburg
genannt, 1541 in' zwei Linien geteilt. Die Linie L.—

y

Lei

dartenburg-Dagsburg, 1779 in den Reichsfürstenstaud
rhoben, wurde für die im Lunkviller Frieden verlorenen
Besitzungen 1803 auf dem linken Rheinufer im Mainzi⸗
schen, Würzburgischen und in der Rheinpfalz entschädigt,
dies neue — L. aber 1806 als Staudesherrschaft
der Oberhoheit Badens, 1810 zum Teil Bayerns und
Hessen-Darmstadts unterworfen. Gegenwärtiger Standes—
serr Fürst Emich, geb. 18. Jan. 1866. Dessen Großvater,
Fürst Karl von L. geb. 12. Sept. 1804, gest. 13. Nov.
1856, war 9. Aug. bis 5. Sept. 1848 Präsident des
Reichsministerinms; seine Mutter, eine geborene Prinzessin
von S.-Coburg, wurde als nachmalige Gattin des Her—
wogs von Kent Mutter der Königin Viktoria von England.
Die Linie v.-Dagsburg-Heidesheim-Falkenburg blüht
noch in gräfl. Standesherrschaften unter bad. Oberhoheit
'ort. — Bgl. Brinckmeier (2 Bde., 1890).
Leinkraut, s. Linaria.
Leinkuchen, die Preßrückstände bei Gewinnung des
Leinöls, als Mastfutter für Schafe, gepulvert (Leinkuchen⸗
mehl, Leinmehl) offizinell und zu erweichenden Breium—
schlägen verwendet.
Leinöl, fettes, trocknendes Ol aus den Samen der
Flachspflanze (Linum usitatisstmum J.), gelblich oder
nnkelgelb, besteht aus dem Glyzerid der Leindlsäure mit
wenig Palmitin und Stearin. Kalt geschlagenes, frisches
. dient bisweilen als Speiseöl, liefert eine weiche Seife,
dient zur Darstellung von Firnis, Buchdruckerschwärze,
Wachsleinwand und Linoleum.
Leinölliniment, flüssiges, oder Braudsalbe (Lininentum
 contra combustiönes), gut durchgeschütteltes
Hemisch von Kalkwasser oder schwacher Silbernitratlösung
ind Leinöl, wird auf frische Braudwunden aufgestrichen.
Leinölfäure, Linoisäure, bildet als Glyzerinester den
Zauptbestandteil der trocknenden Sle (Lein-, Hanf-, Mohns,
Lußoͤl); gelbliches Ol, orydiert sich an der Luͤft zu Linoxiu—
änre, schließlich zu harzigem Linoxiu nud veranlaßt da—
durch das Festwerden der Ole.
Leinpfad, Trödelweg, Treidelweg, Weg längs eines
Flusses oder Kauals, für Menschen (CLeinläufer, Leinzie⸗
her) oder Zugtiere, welche ein Schiff an der Leine (Lei—
neuzug) stromaufwärts ziehen (trödeln oder treideln); grö—
zere Schiffe werden neuerdings auch mittels Lokomotiven
gezogen Tafel: Lokomotiven IJ, 15).
Leins, Christian von, Axchitekt, geb. 1814 in Stutt—
jart, seit 1858 Lehrex am Polytechnikum das., gest. als
Oberbaurat 25. Aug. 1882; Schlösser und Kirchen, Königsau
 (1860) und Johanneskirche (1876) in Stuttgart ua.
Leinsamen, s. Linum.
Leinster (spr. linsterx), Provinz im südöstl. Irland,
istl. von der Jrischen See begrenzt, 19 735 qkm, (1901)
1150485 E.; Hauptstadt Dublin. Im S. der Monut
L.. 795 m hoch.
Leinwand, Leinen, Linnen, glatte Gewebe aus Flachs,
Hauf, Hede oder Werg (Flachs⸗, Hauf- Hede⸗, Werg⸗8.),
auch gemischt aus Flachs uud Hede (halbflächsene L.) oder
Baumwolle (Halb⸗L.) u. a, in verschiedener Feinheit, Dichte,
Zzurichtung. Hauptplätze der Leinenludustrie in Deutsch⸗
and: Schlesien, Westfalen (Bielefeld), Thüringen, Lausitz.
Leinzieher, s. Leinpfad.
deiogomnie (Leiotöm), s. v. w. Dertrin.
Leipa, böhm. Stadt, s. Böhmisch-Leipa.
Leipheim, Stadt im bayr. Reg.-Bez. Schwaben,
der Donau, (1905) 1581 E.; dabei das Donaumoos.
Leipnik, Stadt in Mähren, (1900) 3881 E., Schloß
ich⸗ und Flanellweberei, Zuckerfabrik.
Leipzig, Hauptstadt der sac. Kreish. (3567 qkm,
900: 1060632, 1805: 1145 063 E., 1 selbständige Stadt
z Amtshauptmannschaften) und Amtsh. L.,
an der Weißen Elster, Pleiße und Iege
Karte: Brandenburgec. i, z, und Tafel:
Beologische Formationen 2), (1900)
156 124 E. (19 142 Katholiken, 6783 Refor—
per (1905) 302570
*., Garnison, Generalkommando (19. Ar— 37 ĩ
neekorps), Reichs-, Land-, Amtsgericht, oss. Veipzig.
ee re Oberpost-, Königl. Lotteriedirektion,
Börse, Handels-, Gewerbekammer, Universität (1409
zründet, nächst Berlin und Müncheu die besuüchteste Deutsch⸗
ands, mit reichen Sammlungen sBibliothek, 300 000 Bde. I),