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Handelshochschule, Akademie der bildenden Künste, königl
Konservatorium für Musik, Akademie für graph. Künste und
Buchgewerbe, 4 Gymnasien, 1 Realgymnasium, s städtische
und 3 private Realschulen, Stadtbibliothekt, Museum der
bildenden Künste, Gewandhaus (berühmte Konzerte), Deut—
sches Buchhändlerhaus (1888), Buchgewerbehaus mit Buch—
gewerbeniüseum und Gutenberghalle (1800), Grassimuseum
für Kunstgewerbe und Völkerkunde (1896), neues Rathaus
(1005), Volkerschlacht-Nationaldenkmal am Napoleonstein
(1900 Grundsteinlegung); berühmte Messen, Weltmarkt
für Rauchwaren, Mittelpunkt des deutschen Buchhandels
außerdem Industrie, bes. in Chemitalien Maschinen,
atherischen Olen, Spinnerei und Weberei.
L. fiel bei der Teilung Sachsens 1488 der Albertinischen
dinie zu, hatte viel im Dreißigjähr. Kriege zu leiden
(Schlachten bei L. 1631 und 1642, j. Breitenfeld). Von
14. bis 20. Okt. 1813 faud bei L. zwischen den Fran—
zosen und den Verbündeten eine Reihe von Gefechten und
Schlachten statt, in denen insgefamt 300 000 Mann kämpf—
ten, und unter welchen die Kämpfe vom 16. bis 18. Okt.
die Völkerschlacht von L. genannt werden. Hierdurch war
die franz. Macht gebrochen. — Vgl. Große (1837 42
Neudr. 1897—99), Hasse (Messen, 1885), Wustmann
(1885; 1905), Friedberg (Universittit, 1888); über die Völ—
kerschlacht Aster (18806), Wuttke (1863), Richter (1897).
Friedrich (1905).
Leipziger Disputation (27. Juni bis 16. Jult
16519 auf der Pleißenburg zu Leipzig), sollte den Streit
über die Willensfreiheit zwischen Joh. Eck und Karlstadt
erledigen, erweiterte sich aber zu einem Streit zwischen
Eck und Luther und würde entscheidend für des letztern
weiteres reformatorisches Vorgehen.
Leipziger evangelisch⸗lutherische Missions—
gesellschaft, 1836 in Dresden mit einem Missions—
seminar begründet, 1848 nach Leipzig verlegt, hat ihr Ge—
diet in Indien, seit 1883 auch in Veutsch- und Britisch
Ostafrika. — Vgl. Karsten (1883-94).
Leipziger Gelb, s. v. w. Königsgelb (s. d.).
Leipziger Juterim, s. Interim.
Leirer, s. Lauer.
Leiria, Distriktshauptstadt in der portug. Prov. Estre—
nadura, am Liz, (1900) 4488 E.
Leise, Name der geistl. Volkslieder im Mittelalter,
entstanden durch Unterlegung zusammenhängender Worte
uinter die Töne des Kyrie eleifon (s. d.).
Leisewitz, Joh. Anton, dramat. Dichter, geb. 9. Mai
1752 zu Hannoper, gest. 10. Sept. 1866 als Präsident
des Obersanitätskollegiums zu Braunschweig; berühmt
durch sein Trauerspiel „Julius von Tarent“ (1776)
„Schriften“ (1838). — Biogr. von Kutschera (1876).
weienig Stadt in der saͤchs. Kreish. deigrin an der
Freiberger Mulde, (1905) 8151 E., Garnison, Amtsgericht,
rRealschüle mit Gymnafialklassen; Wollspinnerei, Tuchfa—
briken, Eisengießereien; unter dem alten Bergschloß (Milden—
stein) die Kuüranstalt Mildenstein.
Leist, beim Pferde eine umschriebene Knochenauftrei—
hung an der Krone, verursacht Lahmheit.
Leist, Burkard Wilh., Jurist, geb. 12. Juli 1819 zu
Westen bei Verden, 1863 Prof. in Jena; schrieb: „Die
bonorum possessio“ (2 Bde., 1844 -48),, Manzipation
und Eigentumstradition“ (1865), „Der röm.
Erbrechtsbesitz“ (1870), „Das röm. Katronatsrecht“
 (2 Tle 1879), „Gräkoitalische Rechts—
geschichte“ (1884) u. a.
Leiste, in der Weberei s. v. w. Salleiste;
n der Anatomie, s. Leistengegend.
Leisten (jurist.), s. v. w. Einlager (s. d.).
Leistenbruch, s. Leistengegend
Leistenführung, die Fuͤhrung des Ge- 0837. Ge—
schosses im Geschützrohr mittels leissenartiger, schoß mit
den Zügen des Rohres entsprechender Vor⸗ Leistenfüh—
sprünge [Abb. 1037). rung.
Leistengegend oder Leiste, Inguinalgegend, die un⸗
terste, dicht ͤber dem Schenkel (der Schenkelbeuge) liegende
Bauchpartie, nach dem Leistenband oder Poupartschen Band
benannt, einem sehnigen Strange, der vom obern Darm—
beinstachel zum Schambeinhöcker zieht; in der L. verläuft
der Leistenkanal, dessen inneres, vom Bauchfell überzogenes
Eude Leisten- oder Bauchring heißt. Durch ihn tritt beim

Manne der Samenstrang in die Bauchhöhle, bei der Frau
das runde Mutterband von der Gebärmutter zu den äußern
Beschlechtsteilen. Durch den Leistenkaual und seine äußere
Offnung hexvortretende Brüche bein Leistenbrüuche, die
dort eingeklemumt und dann brandig werden können.
Andere Leistengeschwülste entstehen infolge Entzündung der
Leistendrüsen dei Krankheiten der äußern Geschlechtsteile
und des Beines, auch duͤrch Zurückbleiben des Hodens in
der Bauchhöhle (Leiftenhoden; s. Kryptorchismus).
Leistenschnäbler, s. Entenvögel.
Leistenwein, s. Frankenweine.
Leistikow, Walter, Landschaftsmaler, geb. 25. Ott.
1865 in Bromberg, auf der Berliner Akademie ausgebildet;
düster gefärbte Landschaftsbilder aus der Mark Branden—
»urg, vom Ost- und Nordseestrande, aus Skandinavien.
Leistung, in der Mechanik s. v. w. Effekt.
Leistungsklage, diejenige Klage, welche Verurteilung
s Beklagten zu einer Leistung oder Unterlassung fordert.
Leitakkord, Dominantakkord (s. Dominante).
Leitbündel, s. v. w. Gefäßbündel.
Leiter, Kouduktoren, in der Physik die Körper, welche
Flektrizität, Wärme und Schallwellen fortleiten, im Gegen—
atz zu den Nichtteitern oder Isolatoren (s. Isolieren).
Volta unterscheidet zwischen elektr. Leitern erster Ordnung,
die sich in die Elektrische Spannungsreihe (s. d.) einordnen
assen, und elektr. Leitern zweiter Ordnung (Flüssigleiten),
 die sich zu keiner Spaunungsreihe zusammenstellen
gssen. Durch Verbindnug von L. erster und solchen zweiter
Ordnung eutsteht das Galvanische Element (s. d.).
Leitereigen, Töne, die zur Tonleiter der Grundton—
ert eines Musikstücks gehören; die übrigen leiterfremd.
Leiterrecht, s. Hammerschlagsrecht.
Leitersches Laryngoskop, s. Beleuchtungsapparate
medizinische sAbb. 189)).
Leitfossillen, Versteinerungen, welche weitverbreitet
ind auf bestimmte Formationen oder Gesteinslagen be—
chränkt sind und deshalb zur Erkennung derselben dienen.
S. Beilage: Geologische Formatslonen.
Leith (spr. lihth), Stadt in der schott. Grafsch. Mid—
othian, der Hafen Edinburghs, am Firth of Forth, (1904)
30508 E.; Docks, Schiffswerften, Mühlenbetrieb sKarte!
Großbritannien und Irland J, 2)].
Leitha, r. Nebenfluß der Donau, eutsteht in Rieder—
österreich aus der Schwarza (70 Km) und Pitten (54 km),
mündet nach 178 km unterhalb Wieselburg, r. be—
gleitet vomn Leithagebirge, den 52700 m hohen Aus—
zäufern der Nördl. Kalkalpen, bildet eine Strecke lang
die Grenze zwischen Hsterreich und Ungarn, daher Zis⸗
—
jeiden Reichshälften der Osterr.?Ungar. Mynarchie.
Leitkauf, s. Leikauf.
Leitlinie, s. Kegel (in der Geometrie).
Leitmeritz, Bezirksstadt im nördl. Böhmen, an der
Elbe, (1900) 13078 E. Tafel; Kartographie II, 3).
Leitmotive, in der neuern Opernkomposition bestinmte
Themen zur Charakterisierung einer Person, eines Ereig—
nisses ꝛc. die beim Auftreten dieser Person, bei Erinne—
rung au dies Ereignis immer wieder ertönen: bes. von
Nich. Waguer ausgebildet.
Leitner, Gottlieb Wilh., Orieutalist und Reisender,
geb 14. Okt. 1840 in Pest, trat in deun ind. Zivildienst,
ereiste 1868—70 Kaschmir, Kleintibet, Dardistan; bes. ver⸗
dient durch Entdeckung der Dardusprachen („Phe r20es
and languages of Dardistan“, 1867 71).
Leitomischl, Bezirksstadt im östl. Böhmen, an der
Lautschna, (1900) 8075 E., Schloß der Fürsten von Thuru
und Tarxis, früher der Grafen Waldstein.
Leitrim (spr. lihtrim), nordöstl. Grafschaft der irischen
Prov. Connaught, im SO. der Douegalbai, 1688 qkm,
n 69 201 E.; Hauptort Carrick-vn⸗Shannon.
Leitrolle, s. Riementrieb.
Leitsonde, s. v. w. Katheter (s. d.).
Leitstrahl, s. Radius.
Leittier, s. Kopftier.
Leitton, die siebente Stufe jeder Tonleiter, weil sie
mdie Oktave des Grundtons hinüberleitet.
Leitungswiderstand, elektrischer, der Widerstand,
den der elcktr. Strom bei seinem Durchgang durch einen
Leiter zu überwinden hat; er wächst mit der Länge des