Lem

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Lemonnier (spr. feh), Camille, belg. Schriftsteller,
zeb. 24. März 1888 in Jrelles bei Brüssel; schrieb natura—
istische Romone („Nos Flamands“, 18693 Hystérique“,
1888, Madame I upar“, 1888,2c.), Jugendschriften (, Béhét
tjoujoux“, 1880, 2c.) und Schriften über die Kunst ‚Gust
Courpet“, 1878; „Les peintres de Ia vie“, 1887) u. a.
Lemũren (Lemures), im alten Rom die bösen Geisten
Verstorbener, nächtliche Gespenster, zu deren Versöhnung
in den Mitternachtstunden des 9., 11. und 13. Mai das
Fest der Lemurien gefeiert wurde.
Lemuren (Lemuridao), Familie der Halbaffen; Vorder⸗
zxtremitaten kuͤrzer als die hintern. Lichtscheue Nachttiere
der Waldungen Madagaskars
und Afrikas, auch auf einigen
südasiat. Inseln. Hierher die
Gattg. Lemur (Maki, Fuchs⸗
affe) mit dem Vari (L. vartus
eoffr.) in zahlreichen Spiel⸗
arten, dem Mongoz (L. mongoz
/. sAbb. 1043), Mohrenmaki
(L. macaco I.) und Katta
Mokotko, L. catta I.), Chirogalsos (Katzenmaki), Prohithscus
 (Schleiermaki), Lichanötus (Indri), Hapalsmur
(Halbmati), Miorocẽbus(Zwergmaki), Nycticebus (Plump
ori), Stenops (Schlanklori), Arctocebus Gärenmakti)
ind Galago (Otolionus, Ohrenmaki).
Lemuria (Lemurieun), eine von dem engl. Natur—
forscher Sclater zur Erklärung des Verbreitungsgebietes
der Halbaffen angenommene Landmasse, die einst Mada—
Jaskar und Sunlatra, nordwärts bis Indien, zu einem
großen Kontinent verbunden haben soll.
Lemvig, Hafenstadt auf Jütland, dän. Amt Ring
jöbing, am Limfiord, (1901) 3207 E.
Lena, Strom in Oftsibirien, entspringt im Baikal:
— —
1598 mit 45 Armen in das Nordenstiöld-Meer (Teil
des Rördl. Eismeers). Stromgebiet 2,s2 Mill. qkm
Dampfschiffahrt zwischen Kirensk und Jakutsk. sRarten
Ostafien Jund Polarländer 1, 83.
Lenag, span. Stadt, s. Pola de Lena.
Lenfen (Lenaia), das Kelterfest des alten Athens,
fand im Monat Gamelion (Januar bis Februar; früher
Lengaion genannt), bei dem Lenaion, dem ältesten Heilig—
tum des Dionysos in Athen, statt.
Lenape, Lenni Lenape, die Delawaren (s. d.).
Lenard, Philipp von, Physiker, geb. 7. Juni 1862
u Preßburg, seil 1806 Prof. in Heidelberg; bes. verdient
ourch feine Versuche mit Kathodenstrahlen, erhielt 1905
den Nobelpreis für Physik.
Lenartswicz (sprwitsch), Teofil, poln. Dichter, geb.
270 Febr. 1822 in Warschau, gest. 8. Febr. 1893 in
Floreuz; Poesien im Volkston (4 Bde. 1876) aus poln.
Sage und Geschichte.
Lenan, Nikblaͤus, s. Niembsch von Strehlenau.
Tenbach, Franz von, Bildnismaler, geb. 18. Dez
1836 zIn Schrobenhausen in Oberbayern, Schüler Pilotys,
oom Grafen Schack unterstützt bei Reisen in Italien und
Spanien (17, Kpien berühmter Gemälde alter Meister
fur dessen Galerie), lebte seit 1870 in München, gest. das,
3. Mai 1004; zahlreiche Bildnisse berühmter Zeitgenossen,
bes. Bismarcks ee Porträtmalexrei II, 8], auch
Frauenbildnisse. — Vgl. Rosenberg (8. Aufl. 1903).
Leneclos (spr. langkloh), Anne, genannt Niuvn de 8
berühmte Kurtisane, deb. 15. Mai 1616 zu Paris, durch
hrebis ins höchste Alter bewahrte Schönheit bekannt
machte ihr — zum Sammelplatz geistreicher Personen
gest. 17. Okt. 1796. „Briefe“ (deutsch 19065).
Lend, Dorf in Salzburg, an der Einmuͤndung der
Gasteiner Ache in die Salzach, (1900) 437 E.
Vende (Rogio lumbalis), die weichen Seitenteile des
Unterleibes, bes. mit Inbegriff der Hüften, werden von
den Leudenmuskeln gebildet, von denen der mächtigste der
Psoas ist; —— Entzuündung der Lendenmuskeln
berursacht den Lendenschmerz (Hexenschußßz).
Lendemain (frz., spr. langd'mäng), der folgend
Tag, insbes. der Tag nach der Hochzeit; Nachfeier.
Lendenfeld, Robert J. Lendelmayr, Reichsritten
von V., Zoolog, geb. 10. Febr. 1858 in Graz, bereist—
188186 Australien, dozierte dann in London und Inns;

Moi

zruck, seit 1892 Prof. in Czernowitz; schrieb über Schwämme,
Zöleuteraten ꝛc., ferner „Austral. Reise“ (2. Aufl. 1896),
„Aus den Alpen“ (2 Bde., 1896).
Lendenmuskel, Leudenschmerz, s. Lende.
Lendingra, Stadt in der ital. Prov. Rovigo, am
Adigetto, (1901) 7418 E.; Seidenindustrie.
Lenei, Otto, Inrist, geb. 13. Dez. 1840 zu Mann⸗
Jeim, seit 1888 Prof. in Straßburg; schrieb: „Das Edictum
herpetuum“ (1883), „Palingenesis juris oi vilis“ (2 Bde.,
1887 89), „Das Sabinussystem“ (1892), „Praktikum
des hürgerlichen Rechts (2. Aufl. 1902).
Lenéewitfsch, russ. General, s. Linewitsch.
Leng, Frucht, s. Trapa.
Leng, Laugfisch (Molva vulgaris Flem.), groste Art
der eee im nördl. Atlant. Ozean, kommt als
Stockfisch (gedörrt) namentlich von Bergen (Norwegen)
aus (Bergersisch) in den Handel.
Lengefeld, Stadt in der sächs. Kreish. Chemuitz, l.
von der Flöha, (1905) 3484 E., Amtsgericht, Schloß Raueu—
stein; Baumwollweberei, Spielwarenindustrie.
Leugefeld, Charlotte von, Gemahlin Schillers (s. d.);
iber ihre Schwester Karoline von 8. s. Wolzogen.
Lengenfeld, Stadt in der sächs. Kreish. Zwickau, un—
veit der Göltzsch, (1905) 6082 G., Amtsgericht.
Lengerich, Stadt im preuß, Reg.-Bez. Münster, am
Teutobuͤrger Wald, (1905) 2675 E., Propinzialirrenanstalt;
»abei Laudgent. L., mit (1900) 6898 E.
Lengsfisch Eangfisch), s. Leng.
Lenggries, Landgemeinde im bayr. Reg.⸗Bez. Ober⸗
ayern, au der Isar, (1905) 3800 E.
Leungsfeld, Stadt⸗L., Stadt in S.-Weimar, an der
Felda, (1805) 1313 E. Amisgericht.
Leithartz, Herm., Mediziner, geb. 20. Dez. 1854 in
Ladbergen (Westfalen), 1893 Prof. in Leipzig, 1895 Kranken⸗—
sausdirektor in Hamburg, lieferte den Plan eines dort er—
»auten mustergültigen Kraänkenhauses; schrieb: „Nikroskopie
ind Chemie am Krankenbett“ (4. Aufl. 18901) u. a.
Lenis (lat.), wird im Gegensatz zu Fortis (s. d.) ein
tonfonant gendunt, der sanft und leise ausgesprochen wird.
Lenk, die, Kurort im schweiz. Kauton Bern, im Ober—
immental, 1105 m ü. d. M., Schwefel- und Eisenquellen;
zabei Dorf L., an der Simme, (1888) 1997 E.
Lenkorän, Kreisstadt im russ.-kaukas. Gouv. Baku,
ain der Mündung der Lenkoranka ins Kaspische Meer,
3768 E. srads.
Lenkstange, s. Pleuelstange; auch ein Teil des Fahr—
Lenne, l. Nebenfluß der Ruhr in Westfalen, entspringt
am Kahlen Astenberg, mündet nach 181 km bei Syburg.
Leunegebirge, ein Teil des Sauerländischen Gebirges, im
Homert 660 m hoch.
Lenne, Peter Jos., — geb. 29. Sept.
1789 zu Bonn, seit 1816 in Berlin, gest. 28. Jan. 1866
als Direktor der königl. Gärten in Ade Schöpfer
der dortigen Anlagen, des Berliner Iprgerteng u. a.
Lennep, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf,
1900) 9704 (1908: 11599) E. Amksgericht, Handels⸗
kammer; Spiunereien, Tuch-, Eisenwarenfabrikation.
Lennep, Jak. van, niederländ. Schriftsteller und Dich—
ter, geb. 24. März 1802 zu e e 25. Aug.
1868 'als Staatsanwalt zu Oosterbeek bei Arnheim; Ver—
reter der Romantik in Holland, schrieb epische Dichtungen
Mederlandsche legenden“), Romane („Bo Roos van
Hekama“, 1836; „Ferdinand Huyck“, 1840; „Klsasfe
Zevensteie“, 1865; auch deutsch, u. a.) und Dramen („De
rouwe van wasrdenburg“, 1859, 2c.) u. a.
Lennetalbahn, auch Ruhr⸗Sieg⸗Eisenbahn, preuß.
Staatsbahn von Hagen und Herdecke durch das Lennetal
ber Altena nach Siegen (110 xm).
Lenni Lenape, die Delawaren (s. d.).
Sennox, Landschaft in den schott. Grafsch. Dumbarton,
Stirling, Kerth und Renfrew. Leunox Hills, 87 km
ange Huͤgelkette, im Earl's Seat 5877 mm hoch.
Lennoxtowun (spr. taun), Stadt in der schott. Grafsch.
Stixling, (14891) 2838 E. Dascine
Lendirsche Maschine (spr. ndahr-), s. Gaskraft—
Lenormand (spr. mäng), Marie Anne, franz. Kar—
enschlägerin, geb. 27. Mai 1772 zu Alençon, unter dem
ersten Kaiserreich in Ien Ruf, 1809 aber des Landes
erwiefen, rächte sich dafür durch die „Souvenirs prophé—