ciques d'une Sibpylle“ (1814), worin sie den Sturz
Napoleons prophezeite; gest. 25. Juni 1843 in Paris
Aufsehen erregten ihre „Memoires historigues et se
erets de Pimpératrice Josephine“ (2. Anfl, 1828).
Lenormaunt (spr.-mang), Charles, franz. Altertums⸗
forscher, geb. 1. Juni 1802 in Paris, seit 1848 Prof. der
igypt. Archäologie am Collège de France, gest. 24. Rov
1869 in Athen. — Sein Sohn Francois L., geb. 17. Jan
1837 zu Paris, gest. als Prof. das. 8. Dez. 1883; Haupt⸗
werke? „Msnuéi d'histoire ancienne de l'Orient“
(8. Aufl 1881-88; deutsch, 2. Aufl. 1871), „Lettres
assyriologiques et épigraphiques“ (1871- 80), „Les
premiéres civilisations“ (1874; deutsch 1875), „Les
ciencdes oocnltes en Asie“ (1874 - 75; deutsch 1878) ꝛc
Lenoͤtre (spr. nohtr), Andrt, der Schöpfer des franz
Gartenftils, geb. 1613 zu Paris, gest. 1700, legte die
Guͤrten zu Versailles, St.e Clond, Fontainebleau ⁊c. an
Lens (spr. langß), Stadt im frauz. Dep. Pas- de—
Lalais, am Souchez, (1901) 24370 E.; Industrie.
Lentando, lentanto, auch slendanto (ital. Mus.), zö—
gernd, nach und nach langsamer.
Lentibulariazeen, s. Utrikulariazeen.
Sentikular (lat.), linsenförmig.
Lentini, Stadt auf Sizilien, (1901) 17 134 E.
Lentitis (lat.) oder Phatitis (grh.), Entzündung der
Kristallinse des Auges.
Lentizellen, Korkwarzen, Niudenporen, Riuden
höckerchen, korkartige Wucherungen an der Rinde der Holz—
gewächse. Fi. ai molto, sehr langsam
Lento (ital, Mus.), langsam, gedehnt; 1. assai und
Lentfchiza (poln. Leczyen), Kreisstadt im russ.-poln
Voup. Kalifch, an der Bzura, 9788 E.
Sentulus, Beiname einer Familie des röm. patrizi—
schen Geschlechts der Cornelier. Besonders bekannt:
Publius Cornelins L. Sura, als Teilnehmer der Catili⸗
narischen Verschwörung 68 hingerichtet. Publius Cor
elius Spinther, als Kousul 67 v. Chr. für Ciceros Rück
berufung tätig, später eifriger Anhänger des Pompejus
Lucius Cornelius L. Crus, Gegner Cüsars, nach der
Schlacht bei Pharsalus in AÄgypten getötet.
Lenz, Jak. Mich. Reinhold, Dichter, geb. 12. Jan
1751 zu Seßwegen in Livland, ging 1771. uach Straß—
burg, schloß sich dort dem ehescen Kreise an, verfie!
nach unstetem Umherziehen 1778 in Irrsinn, gest. 24. Ma
1782 bei Mostau; seine genialen, aber regellosen Dich—
tungen (wie die Drammen „Der Hofmeister“, „Die 24
daten“, „Der neue Mendoza“ und prächtige Gedichte),
uteressanle Denkmäler der Sturm- und Drangperiode.
„Gesammelte Schriften“, hg. von Tieck (1828), Auswahl
1883). — Vgl. Gruppe (1861), Froitzheim (1888 u
891), Waldmann (1894).
Lenz, Mar, Historiker, geb. 13. Juni 1850 in Greifs
vald, seit 1880 Prof, in Berlin, veröffentlichte: „Brief
vechsel Philippß des Großmütigen mit Bucer“ 83 Tle.
1880 819,, Martin Luther“ (5. Aufl. 1897), „Geschichtt
Bismarcks“ (1902), „Napoleon“ (1905) u. a.
Lenz, Ostar, Forfchungsreisender, geb. 13. April 1848
n Leipzig, bereiste 18741477 das Ogowe- und Gahun—
zehiet in Westafrika, erreichte von Tanger aus 1880 Tim—
onktu, von wo er sich nach Medina am Senegal wandte,
ging als Führer der öͤsterr Kongoerpedition 1888 87 den
ongo aufwärts zum Tanganjikases bis an die Ostfüste
eit 1887 Prof. der Geographie in Prag; schrieb: „Skizzen
aus Westafrika“ (1878),Timbuktu“ (1884; 2. Aufl
1892), „Wanderungen in AÄfrika“ (1895).
Lenzburg, Beuirksstadt im schweiz. Kanton Aargau,
an der Hallvyler * (1900) 25088 E., Ie
Lenzen, äuf See hei schwerem Sturme chnell vor dem.
Winde aus der Nähe der Sturmmitte laufen. Auch heiß!
e. Eensen) oder Lenzpumpen Leckwasser durch Pumper
VLenzstangen) oder ö aus dem
Schiffe entfernen. Das Schiff ist lens, wenn die Pumpen
kein Wasser mehr herausfördern.
„Lenzen, Siadt im preuß, Reg.⸗Bez. Potsdam,an der
Löcknitz, zwischen Elbe und Rudower See, in der Marsch⸗
zegend der Leuzener Wische, (1905) 26028 E., Amtsgericht
hier 4. Sept. 930 Sieg der Deutschen unter den sächs. Grafer
Bernhard und Thietmar über die Slawen; 1066 —X
dung des christi Fürften der Obotriten Gottschalk.

18*

Leo

Leuzer Heide, roman. Plauura, Hochtal im Bez.
Albulas des schweiz. Kautons Graubünden, Plefsuralpen,
kmilg., 1--2 xn br., 13202 1550 m ü. d. M.
Lenzkirch, Ober⸗L., Marktflecken im bad. Kr. Freiburg,
1900) 1254 E.; Hauptsitz der Uhren-, Orchestrion- und
trohhntindustrie des Schwarzwaldes; klimatischer Kurort.
Lenzsche Induktionsgesetze geben die Richtung
ines durch Bewegung induzierten elektr. Stroms an.
Leo, byzant. Kaiser. L. J., der Große (457 4474),
geb. um 400 in Dazien, Militärtribun, durch Unterstützung
es Patricius Aspar 457 Kaiser, kämpfte 468 unglücklich
gjegen die Vandalen in Afrikta. Ihm folgte sein vier—
ähriger Enkel L. II., Febr. bis Nov. 474. — 2. III. der
Ifaurier (717 —741), geb. um 675 in Germanikeia e
isien), 713 Feldherr des Orients, 717 Kaiser, Reforma—
or des Kriegswesens und der Verwaltung, vertrieb die
Araber, die Konstantinopel 717—718 belägerten, verbot
den Bilderdienst, gest. 18. Juni 741. — Vgl. Schenk (1880).
— L. IV. (775780), geb. 26. Jan. 750, Sohn Konstan-—
ins V., vermählt mit der Athenerin JIreune, gest. 8. Sept.
780.—L. v. der Armenier 6 Feldherr Michaels J.,
den er 813 entthronte, besiegte die Bulgaren bei Mesem—
bria (817), 24. Dez. 820 gestürzt und ermordet. — 8. VI.,
der Weise (886—912), geb. 1. Sept. 866, folgte seinem
Vater Basilius J., vollendete die Basilika (byzant. Gesetz⸗
uch), schrieb eine Strategie und Taktik (hg. von Bour⸗
ched, 6 Tle. 1777. 81)
Leo, Name von 183 Päpsten [s. Beilage: Päpste].
— 8. J., der Große, der Heilige, 440 —461, begrundete
zuerst den Anspruch Roms auf den Primat dogmatisch,
permittelte 452 den Frieden mit Attila, rettete 465 Roni
»om völligen Verderben, mit dem es Genserich bedrohte;
jest. 4161. Gedäüchtnistag 11. April ss. Beilage: Hei—
lige :2c.J). — Biogr. von Perthel (1843). — L.III. der
deilige, 795— 816, krönte 25. Dez. 800 Karl d. Gr. zum
öm. Kaiser. Gedüchtnistag 12. Juni. — L. IV., der Hei—
ige, 847855, widerstand den Sarazenen, baute in Rom
die Leoninische Stadt (s. d.). — 8. IX. der Heilige, 1048
—54, Verwandter Kaiser Heiurichs III. begann den Kampf
egen Simonie und Priesterehe; im Kampfe mit den Nor—
nannen (1053) gefangen. — Vgl. Hunkler (18631). — 8. X.
513 — 21, geb. 11. Dez. 1475 zu Florenz, zweiter Sohn
dorenzos von Medici, Förderer der Wissenschaften und ae
drachtliebend und verschwenderisch, stellte die Universität
Rom her, ließ zur Verbesserung seiner Finanzen, bes. auch
zur Vollendungder Peterskirche, Ablaßbriefe verkaufen,
was den ersten Anstoß zur Reformation gab; gest. 1. Dez.
521. — Biogr. von Roscoe (nene Ausg. 1883; deutsch
1806.8), Conforti (ital, 1806). — 8. XI. (1823 29)
geb. 22. Äug. 1760, als Nuntius Pius? VII. vielfach tütig,
verdammte die Bibelgesellschaften und Freimaurerei, unter—
drückte kath. Reformvbecsuche; gest. 10. Febr. 1829. — Bgl.
döberle (1846). — 8. XIII. 1878 - 1803, vorher Gio—
acchino Pecci, geb. 2. März 1810 zu Carpineto bei Anagni,
1846 Erzbischof von Perugia, 1853 Kardinal, nach Anto—
rellis Tode (1876) nach Rom berufen, 1877 Kärdinal⸗
amerlengo, 1878 zum Papste erwählt, gest. 20. Juli 1903;
riedliebend, mehr Diplomat als Priester, knuͤpfte ohne
Preisgabe kirchlicher Grundsätze mit den Staaten, bes.
ßreußen, wieder Beziehungen an und beendigte auch 1887
den preuß. Kulturkampf. L. hat dahree Enzykliken ver⸗
zffentlicht, so über Thomas von Aquino (1879), gegen die
Freimaurer (1884), über christl. Staatsordnung (1885),
iber die Arbeiterfrage (1891) und gegen den Protestau—
ismus (1897) über die Tanisiusfeier. uen Portrüt—
nalerei II, 12.) — Biogr. von Weinand (2. Aufl.
802), Goeß (1880), Spahu' (1905).
Leo Africanus, eigentlich Alhasan ibn Mohammed Al⸗
vazzän, arab. Geograph, geb. gegen Ende des 15. Jahrh.
vahrscheinlich zu Granada, machte weite Reisen, trat nach
1517 zum Christentum über, lebte in Rom und Bologna.
Wichtig seine „Beschreibung von Afrika“ (ital.; deutsch
»on Lorsbach, 1805).
Leo Hebräus, jüd. Gelehrter, s. Abravauel.
Leo, Heinr., Geschichtschreiber, geb. 19. März 1799 zu
Rudolstadt, seit 1828 Prof zu Halle, gest. 24. April 1878
irchlich-orthodor und streug konfervativ; Hauptwerke: „Ge—
chichte des Mittelalters“ (1830), „Geschichte der ital.
Ztaaten“ (5 Bde., 1829 —30), ‚Lehrbuch der Universal—