Leo

geschichte“ (6 Bde., 8. Aufl. 1849 56), „Vorlesungen
über die Geschichte des deutschen Volts und Reichs“
(5 Bde., 183467); auch verdient um die Kunde der
altgerman. Sprachen, insbes. des Augelsächsischen. Selbstbiogr.
 „Aus meiuner Jugendzeit“ (1880).
Leo, Leonardo, ital. Komponist, geb. 1604 in San
VBito degli Schiavi, gest. 1744 als Direktor des Konser—
batoriunis San Onofrio in Neapel, einer der Begründe—
der Neapolitan. Schule; 420 Opern, viel Kirchenmusik (bes
wertvoll das achtstimnige Miserere).
Ledben, Bezirksstadt in Steiermark, an der Mur, (1800
10204 E., Bergamt, Bergakademie; Mittelpunkt des
obersteir. Braunkohlenbergbäues; hier 18. April 1797
Präliminarfriede zwischen Osterreich und Frankreich (Mar—
mordenkmal), dem der Friede von Campo Formio folgte
Leobschutz, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln,
au der Ziina, (1000) 12620 (190086: 12805) E., Amts
gericht, Gymnasium; Hauptort des preuß. Anteils des
Fürslent. Jügerndorf. — Vgl. Troska (1888).
Leochaäres, griech. Erzgießer und Bildhauer, wirkte
um 370326 v. Chr.; geruhmt wird sein Ganymed vom
Adler emporgetragen, Porträtstatuen.
Leogesellschaft, österr. Verein zur Pflege von Wissen
schaft und Kunst auf christl. Grundlage, 1892 in Wien
zegründet; e Veröffentlichungen.
Leominster (spr. lemmster). 1) Stadt in der engl.
Grafsch. Hereford, an der Mündung des Leominsterkanals
(vom Severn) in den Lug, (1891) 6675 E. — 2) 8. (spr
emminster), Stadt im nordamerik. Staate Massachusetts
nördl. von Worcester, (1900) 123929 E.
Leon. 1) Landschaft (westl. Teil von Altkastilien) und
ehemal. — in Nordwestspanien, gebirgig, vom Duero
durchflossen; umfaßt die Prov. L. (158377 4km, 1900:
386 088 E.), Zamora und Salamanca. — Die Hauptstadt
L., an der Bernesga, 16 580 E., got. Kathedrale, Markuskloster
 Tafel: Renaissance JI, 4); Mittelpunkt des span.
Leinwandhandels. — 9) Provinz der südamerik. Republik
Ecuador, 6722 qkm, (1897) 100 600 E.; vulkanreiche Hoch⸗
ebene (Cotopari u. a.); Hauptstadt Latacunga. — 3) Stadi
in Nicaragua, am Fuße der Vulkankette, 34000 E. —
4) 8. de sos Aldämas, größte Stadt im merik. Staate
Buangjuato, am Torbio, (1800) 63 268 E.
Leön, Fray Luis Ponce de, span. Lyriker, s. Ponce
Leonardo da Vinci (spr. J— ital. Maler,
geb. 1452 in Vinci, einem Kastell bei Empoli, bis 1482
in Florenz tätig, trat um 1487 als Kriegsingenieur in
den Dienst der Herzöge von Mailand, stiftete das. eint
Malerschule, kehrte 1409 nach Florenz zurück, folgte 1010
einem Rufe des Königs Franz J. nach Frankreich, gest
2. Mai 1519 zu Cloux bei Amboise. Sein weltberühmtes
Meisterwerk (1488) das jetzt sehr beschädigte Abendmahl
im Refektorium des ehemal. Klosters Sta. Maria delle
Grazie zu Mailand sTafel: Christus, 81; das als Le
belle Ferropiére bekannte Frauenbildnis (im Louvre),
Porträt der Mona Lisa (ebd.), Madonna in der Fels—
grotte (Paris und London).L. besaß außerordentliche
wissenschaftliche Kenntnisse auf dem Gebiete der Kunst⸗
lehre (Trattato delis pitinra“; Ubersetzung und Kom—
mentar von Ludwig, 1882), Architektur, Anatomie, Astro—
nomie, Mechanik ec. Voüständige Ausgabe seiner Manu—
stripte begonnen von Ravaisson-Mollien (1880 fg.), Aus—
wahl von J. P. Richter (2 Bde. 1883). — Biogr. von
Ad, Rosenberg (1898) und Muther (2. Aufl. 1904).
Leona Bicarto, merik. Staͤdt, s. v. w. Saltillo.
Zeonberg, Oberamtsstadt im württemb, Neckarkreis
un der Glems, (1905) 2624 E., Amtsgericht, 3
Hundezüchterei (Eeonberger Hunde, laͤnghaarige, fahlgelhe
his rote Hunde, Kreuzung von Neufundlander, mit dlei—
icherhündin und nochmalige Kreuzung mit Wolfshund).
Leoncavallo, Ruggiero, ital. Komponist, geb. 8. März
1858 zu Neapel; Opern: „Pagliacei“ (deuisch,Der Ba⸗
azzy“), „La Bohème“, „Der Roland von Berlin“ u. a.
Leone, Monte, der höchste Gipfel der Lepontinischen
Alpen, 3561 m.
Leonesen, Bewohner der Landsch. Leön.
Leonforte, Stadt auf Sizilien, (1901) 16004 E.
Leonhard, Rudolf, Jurisi, geb. 26. Dez. 1881 in
Breslau, 1883 Prof. des röm. und deutschen bürgerlichen
Rechts in Marburg, 1895 in Breslau; schrieb: „Ver Irr—

rum bei nichtigen Verträgen nach röm. Recht“ (2 Bde.,
1882 83), „Institutionen des roͤm. Rechts“ (18804) u. a.
Leonharot, Adolf, Staatsmann, geb. 6. Juni 1815
zu Hannover, 1865 Juflizminister, nach der Einverleibung
Hannovers 1867 erster Präsident des Obcrappellativnsserichts
 für die neuen Provinzen in Berlin, Kronsyndikus,
Dez. 1867 bis 1879 preuß. Justizminister, um die neue
Reichsjustizgesetzgebung hochverdient, gest. 7. Mai 1880
in Hannoyer; schrieb: „Die Instizgesetzgebung des Königr.
Hannover“ (3 Bde., 3. Aufl. 1889 60) u. a.
Leonidas, König von Sparta (seit 488 v. Chr.),
verteidigte 480 mit 300 Spartanern und etwa 6000 Mann
Hilfsvpölkern den Engpaß Thermopylän(s. d) gegen die
Jroße Übermacht der Verser, bis er mit den Seinen durch
den Verrat des Ephialtes fiel.
Leoniden, ein früher jührlich 12. bis 14. Nov. er⸗
cheinender Sternschnuppenschwarm Movemberschwarm),
mit dem Sternbild des Löwen als Radiant; wurde 1899
durch die Planeten Jupiter und Saturn so stark abgelentt,
daß er bisher nicht mehr in die Erdnähe kam.
Leoninischer Vertrag (lat. sociétas leonina,
Löwengesellschaft“), Gesellschaftsvertrag, bei dem ein
Teilhaber allen Nächteil trägt, der andere allen Nutzen
(Löwenanteil) zieht.
Leoninische Stadt (ital. Città der nördl.
Teil des r. von dem Tiber gelegenen Stadtteils von Rom,
welchen Papst Leo IV. mit (jetzt meist abgetragenen) Mauern
einschloß (818852).
Leoninische Verse, nach einem mittelalterlichen
Dichter Leo benannte Hexameter und Pentameter, deren
Mitte und Schluß aufeinander reimen.
Lebnische Waren, Lyonische Waren (von Leön in
Spanien oder wahrscheinlicher von Lyon in Frankreich),
Borten, Tressen, Flitter ꝛc. aus vergoldetem oder versil⸗
dertem Kupfer-, auch versilbertem Eisendraht.
Leonisten, s. Waldenser.
Leontiasis igrch.), löwenähnliches Aussehen des Ge—
ichts infolge knotiger Verdickung der Haut beim Aussatz.
Leontöodon, Pflanzengattg., s. Taraxacum.
Leopärd, Parder (Parther), Pardel, Pauther, afrik.
diger (Felis pardus T. [Tafel: Afrikanische Tier—
welt, 141), zur Katzenfamilie gehöriges Raubtier, gelb,
nit gegen Iö Reihen brauner Augenflecke; Afrika, Persien,
Leopardenkaͤtze, s. Zwergkatze. Indien.
Leopardi, Giacomo, Graf, ital. Dichter und Philo—
og, geb. 29. Juni 1798 zu Recanati, gest. 14. Juni 1837
u Neapel, großer patriotischer Lyriker und Dichter des
Weltschmerzes. Werke deutsch von P. Heyse (2. Aufl. 1889).
— Biogr. von Chiarini (ital. 1905).
Leopold I., roͤm.⸗deutscher Kaiser (16681705),
Jeb. 9. Juni 1640, zweiter Sohn und Nachfolger Kaiser
Ferdinands III. und der Marig Anna von Spanien, war
ortwährend in Kriege verwickelt, teils mit den Tuͤrken,
die 1. Aug. 1664 an der Raab geschlagen wurden, 1683,
)urch die ungar. Rebellen zu Hilfe gerufen, bis vor Wien
rückten, aber durch die Riederlage am Kalenberge (12. Sept.)
um Rückzuge genötigt wurden, worauf Ungarn 1687 in
in Erbkönigreich verwandelt wurde, während die Türken
m Frieden zu Karlowitz (26. Jan. 1689) dem Kaiser Sla—
wonien und Siebenbürgen überlassen mußten, teils, er—
folglos, mit Ludwig XIV. in den J. 1672—78 und 1688
—97. Durch die Aufstellung seines Sohnes Karl als Kron⸗
drätendenten von Spanien erregte L. den Span. Erbfolge—
rieg. Er starb 5. Mai 1705. — Vgl. Baumstark (1873).
Leopold 11. röm.⸗deutscher Kaiser (1780-82),
jeb. 5. Mai 1747, nach seines Vaters, Kaiser Franz J.
Tode 1765 Großherzog von Toskana, nach dem Tode sei—
nes Bruders, Joseph II., deutscher Kaiser, beseitigte die
nnern und äußern Verwicklungen durch Beruhigung der
tändischen und nationalen Ansprüche in den Niederländen
ind Ungarn, durch Vergleich mit Preußen zu Reichenbach
(1780), mit den Türken zu Sistov (1791), schloß nach
der Zusammenkunft mit Friedrich Wilhelm 11. zu Pillnih
(Aug. 1791) zur Unterdrückung der Franz. Revolution
7. Febr. 1792 eine Allianz mit Preußen, gest. ĩ. März 1792.
Leopold 1J., Fürst von Anhalt-Dessau, der „Alte
Dessaner“, geb. 3. Juli 1676, folgte seinem Vater Joh.
Georg II. 17. Aug. 1683 unter Vormundschaft seiner
Mutter Henriette von Oranien, übernahm 1698 selb—