ständig die Regierung seines Landes. Seit 16983 in preuß
Kriegsdiensten, legte er durch Einführung des Gleich⸗
schristes und andere wichtige Verbesserungen den Grund
zur taktischen überlegenheit der preuß. Jufanterie, trug
wesentlich zum Siege bei Höchstädt (138. Aug. 1704) bei,
nahm 17087 an den Feldzügen Prinz Eugens in Ita—
lien und der Provence, 1708 511 an den Kämpfen in den
Riederlanden deil, ward 1712 Feldmarschall, eroberte im
Kriege mit Schweden 1715 Rügen und Stralsund, schlug
1745 die Osterreicher bei Neustadt in Schlesien und bei
Jügerndorf, errang 15. Dez. den glänzenden Sieg bei
esselsdorf, gest. g April 1747. Vermählt seit 1698 mit
der spater in den Reichsfürstenstand erhobenen Apothelers⸗
lochter Anna Luise Föhse (Anneliefe). — Biogr, von
Botelmann (1805). — Sein Sohn, und Nachfolger 8. II.,
geb. 26. Dez. 1700, zeichnete e ene im preuß. Kriegs⸗
diensie, bef, in den Schles. Kriegen aus, wurde preuß
Feldmaärschall, gest. 16. Dez. 17681. — Dessen Sohn L. III.,
geb. 10. Aug. 1740, folgte seinem Vater unter Vornund—
schaft, übernahm 20. Okt. 1768 die Regierung, hob sein
Land' nach allen Richtungen, trat 18. April, 1807 dem
Rheinbunde bei und nahm den, Herzogstitel an, gest
z. Aug. 1817. — Ihm folgte sein Enkel 8. 1Y.. geb
1. Otl. 1754 zu Dessau, seit 1817 Herzog von Auhalt⸗
Deffau, übernahm 23. Novp. 1847 auqh in Auhalt-Cöthen,
iod. Auͤg. 18683 auch in Auhalt-Bernburg die Regierung
und nahm 30. Aug. 1863 den Titel Herzog von Anhali
an; gest. 22. Mai 1871 zu Dessau.
Leopold, Karl Friedr. Großherzog von Baden 1830
2), geb. 29. Aug. 1790 zu Karlsruhe, ältester Sohn
des Großherzogs Karl Friedrich, aus dessen zweiter Ehe
mit Karoline, Reichsgräfin von Hochberg, folgte 80. März
is30 feinem Halbbruder Ludwig in der Regierung, konute
trotz seiner liberalen Regierung in deu Revolutionsjahren
1848 -49 fritne Erschuͤtterungen des Landes nicht ver—
hindern, gest. 24. April 1852.
Levopold, Prinz von Bayern, zweiter Sohn des
Prnz⸗ Regenten Luikpold, geb. h. Febr. 1846 in München,
is87 General der Kavallerie, 1893 Generalinspekteur der
hayr. Armee, 1896 Generaloberst, 1905 Generalfeld—
marschall; seit 20. April 1878 mit Erzherzogin Giselo
von Österreich vermählt.
Leopold L. König der Belgier (1831265), geb.
16. Dez. 1790, jüngsier Sohn des Herzogs Franz von
S.-Coburg, 1829 —31 in geheimer, morganatischer Ehe
mit der Schauspielerin Karoline Bauer vermählt, lehnte
1830 die Krone Griechenlands ab, 4. Juni 1831 vom belg.
Rationalkongreß zum König erwählt, vermählte sich Aug.
1832 mit Prinzessin Luise (gest. 11. Okt. 1880), Tochhter
Ludwig Philipps von Frankrrich; gest. 10. Dez. 1868, höch⸗
derdient um die Entwicklung des Staates. — Biogr. von
Juste (deutsch 1869).
Leopold 1T1. König der Belgier (seit 10. Dez. 1866),
geb. 9. April 1835 zu Brüssel, Sohn und Nachfolger
s I. 22. Aug. 1853 vermahlt mit Erzherzogin Mari⸗
Heuriette (geb. 1836, gest. 1902), Tochter deb Erzherzogs
Joseph, Palatins von Üngarn, regiert streng konstituͤtionell
im Geiste seines Vaters, begrundete 1876 die „Internatio—
nale Afrik. (später Kougo- Gesellschaft“, nahm nach An⸗
erkennung des von dieser geschaffenen Kongostaates 1885
den Titel „Souverän des Köngöstaates“ an. Sein einziger
—A
1858, vermählt mit dem Prinzen Philipp von S.⸗Coburg⸗
Gotha, geschieden 15.Jam 1806), Stephanie (geb. 21. Mai
1864, 16. Mai 1881 bis 80. Jau 1880 vermählt mit Krou—
zrinz Rudolf von Ofterreich, 22. Marz 1900 mit dem Grafen
Slemer Lonyhay) und Klementine (geb. 1872). —, Bgl
Oschewsty und Garson (franz., 19089, MacDounell (engl.
1905). sgenu, s. Hohenzollern.
Leopold, Fürst von Hohenzollern-Sigmarin-Leopold,
 Fuͤrst von Lippe, geb. 80. Mai 1872, Sohn
des Grafen Ernst zur Lippe⸗Biesterfeld, nach dessen Tode
26. Sept. 1004) Regent des Fuͤrstent. Lippe, durch
Schiedsspruch des Reichgerichts 26. Ott. 1005 erbberech⸗
tigier Fuͤrst; vermählt feit 1801 mit Prinzessin Bertha
von Hessen-Philippsthal-Barchfeld.
Ledpold, Hiectgrafen und Herzöge von Osterreich
zus dem Hause Babenberg. 8. J., Stifter der Dynastie,
starb 994. —8. 111.. der Heilige (1006 - 1136), geb.

18

Lep

29. Sept. 1073, Anhänger Kaiser Heinrichs V., gest.
15. Nov. 1186, 1484 känonisiert, Landespatron von Oster⸗
ceich [s. Beilage: Heilige ac.s. — Vosl. Egger (1885).
—- . vV. (1177 - 94), geb. 1157, Sohn Fenge Jaso⸗
nirgott, Teilnehmer am dritten Kreuzzuge, nahm 1192
Richard Löwenherz, der sein Banner von dem Turm von
Atka hatte herunterreißen lassen, gefangen, 1192 mit
Steiermark belehnt, gest. 31. Dez. 1194. — Sein Sohn
2. VI., der Glorreiche (11894 -1330), geb. 1176, unter⸗
iahm 1212 einen Kreuzzug gegen die Mauren nach
Spanien, 1217—19 nach Palästina, gest. 28. Juli 12380
in San Germano. — Vgl. Skalla (1877). — Aus dem
Hause Habsburg stammen: L. J. (1308 -26), geb. um 1290,
dritter Sohn König Albrechts J., erhielt nach der Ermordung
seines Vaters (1808) die österr. Vorlande, eifrigster Ver—
echter der Ansprüche seines Bruders Friedrichs des Schö—
nen gegen Ludwig den Bayer, 15. Nov. 1318 bei Mor—⸗
garten von den Eidgenossen geschlagen, gest. 28. Febr. 1826.
— 2. III. (I86586), geb. 1351als Sohn Albrechts II.,
erhielt 1379 alle habsburg. Besitzungen außer Osterreich,
fiel 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach gegen die
Lidgenossen. — Vgl. Lorenz (1860), Egger (1869).
Leopold 1. Großherzog von Tobkand, s. Leopold II.,
röm edeutscher Kaiser. — L. II. Erzherzog von sterreich, geb.
3. Oklt. 1787, zweiler Sohn des Großherzogs Ferdinand AII.
'olgte dieseni 18. Juni 1824, regierte liberal, beteiligte sich
1848 am Kriege gegen Osterreich und gab eine Konstitntion,
schaffte diese 1852 wieder ab, verließ bei Ausbruch der Krisis
von 1889 Toskanga und kounte auch durch Abdaͤnkung zu—
zunsten seines Sohnes Ferdinand IV. den Verlust des
dandes für seine Dynastie nicht hindern; gest. 29. Jan.
1870 auf Schloß Brandeis. — Val. Baldasseroni (1871).
Leopold, Karl Gustaf af, schwed. Dichter, geb. 28. Nov.
1756 zu Stockholm, gest. 8. Nob. 1829 als Staatssekretär,
nach Kellgren Hauplvertreter der franz. Geschmacksrich⸗
tung; Satiriker, Fabeldichter.
Leopolding, Kolonie im brasil. Staate Bahia, von
Schweizern und Deutschen begründet. (S. auch Santa
Leopoldina.)
Leopoldinisch⸗Karolinische Akademie, Verein
you Naturforschern, 1662 von dem Arzt Bausch iu
Schweinfurt als „Academia naturse curiosorum“ ge—
stiflet, später nach ihrem Protektor Kaiser Leopold J. *
nannt, wechselt den Sit mit dem Wohuort des Präfidenten.
Leopoldit, s. Sylvin. —. Bgl. Ule (1889).
Leopoldsee, See im südl. Afrika, s. v. w. Rukwasee.
Leopold IAr⸗See, See im Kongostaat, nordöstl. von
der Mündung des Kassai in den Kongo gelegen, steht durch
den Lukenje (Mfini) mit dem Kassai und Kongo in Ver—
bindung, 1882 von Stanley entdeckt. Nach' dem See
ist ein Distrikt des Kongostaates benannt.
Leopoldshall, Dorf in Anhalt, bei Staßfurt, an
der Bode, (18905) 6961 E.; herzogl. Stein—
salzwerk, chem. Fabriken, Verkaufssyndikat
der Kaliwerke.
Leopoldshöhe, Weiler im bad. Kr. Lör⸗
ach, Greuzzollamt gegen die Schweiz, Schiff-Leopoldskanal,
 s. Elz. sbrücke.
Leopoldskron, Schloß bei Salzburg,
am Leopoldsktroner Moos (Schlamme und
Moorbäder).
Leopoldsorden, ein österr. (8. Jan. —
1808 von Kaiser Franz J. gestiftet [Abb. ud
1044)) und ein belg. (11. Juli 1832 von Le e
stönig Leopold L. gestiftetz Berdienstorden. orbe sose
Leopoldstadt, ungar.Lipoötvar, ehemals
Festuug (16685), jetzt Landesstrafanstaält im ungar. Komitat
Neutra, an der, Waag, gegenüber von Freistadtl.
Leopoldville (spr. will), Station im Kongostaate,
am l, Ufer des untern Kongo (Stanley Pool), 1882 vou
Stanley augelegt; Endpunkt der Kongobahn; ani frauz. Ufer
egenüber (in Franz.-Kongo) liegt Brazzaville. sKarte:
e IL, 11.]
Lepadiden, die Entenmuscheln (s. d. nebst Abb. 508).
Lepanto, offiziell Navpaktos, Naupaktos, volkstüm—⸗
ich Epaktos, Hauptort des griech. Romos Akarnania und
Atolia, am Rordufer des Golfs von Korinth, (1806) 79066 E.
hier 7. Okt. 1671 Seesieg der christlh.-ital.-sspan. Flotte
inter Don Juaun d'Austria über die Türken.

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