Leuchtbake, s. Leuchtfeuer.
Leuchtbakterlen, Spaltpilze, die ein bläulichs vder
zrünlichweißes Licht gussenden, teils im Meerwasser, teils
auf toten Fischen und Hummern gefunden, doch auch auf
Fleisch und Wurst vorkommend.
SLeuchtboje, eine Boje (f. d. [Abb. 2381), die auf
ihrem Schwimmtörper ein weithin sichtbares Licht trägt
Leuchtenberg, Marktflecken im bayr. Reg-Bez. Ober—
pfalz Bez. Vohensirauß, (1000) 373 E. — Die Standes
herrschaft . (220 qkmn), zuin alten Nordgau gehörig,
mit der Schloßruine L., dem Stammsitz der Laudgrafen
von L., dam nach deren Aussterben (1646) an Bayern.
das 1817 die Grafschaft nebst einem Teile des Fürstent.
Fichstätt an Eugen Beauharnais (s. den folgenden Artikel)
abttat. — Bgi. Wittmann (8 Tle., 188062), Brunner
(1862), Doeberl (1893). J
Leunchtenberg, Eugen, Herzog von, Fürst von Eich—
stätt, ge. 8. Sept. 1781, Sohn des Vicomte Alerandre
Beauharnais (s. d.) und Sosephinens (s. d.), späterer
Gemahlin Napoleons J. 1808 zum BVizekonig von Italien
crnannt, 1806 vermählt mit Marimilians J. von Bayern
Tochter Amalie Auguste, 1807 von Napoleon J, adoptiert,
1810 Großherzog von Frankfurt, gewann, 14. Juni 1809
das Treffen bei Raab, befehligte im russ. Feldzug das
3. Armeckorps, zeichnete sich 2. Mai 1813 bei Lützen aus,
dann Oberbefehlshaber in Ztalien, erhielt 1817 die Land⸗
graffch, Leuchtenberg und das Fürstent. Eichstätt; gest.
21. Febr. 1824 zu München. „Memoĩres et correspondancs“
 (10 Boe. 188860). — Biogr. ꝓon Aubriet
(2. Aufl. 1825), Weil (3 Bde. 1902). — Er hinterließ
außer vier Töchlern (von denen Josephine, geb. 1807, 18760
ale Wittwe König Oskars von Schweden, Amiglie, geb.
1812 1873 als Witwe Kaifer Pedros J. von Brasilien
siarb) zwei Söhne. — Der älteste Sohn Karl August
Eugen Napoleon, Herzog von 8., geb. 8. Dez. 1810,
26.* Jan. 1835 vermählt mit der Königin Maria von
Portugal, gest. 28. Maͤrz 1835. — Marx Eugen Joseph
Napoleon, nach seines Bruders Tode Herzog von 8. geb.
2. Ott. 1817 zu München, 14. Juli 1839 vermählt mit
Maria Nikolajewna, der ältesten Tochter des Kaisers Niko—
laus, gest. 1. Nov. 1852 zu Petersburg. Er hinterließ
zwei Töchter (Maria, geb. 1841, Witwe des Prinzen
Wilhelm von Baden, und Eugenie, geb. 1845, Gemahlin
des Prinzen Alexander von Oldenburg) und vier Söhne,
die sämtlich den Titel Kaiserl. Hoheif und seit 1832 als
Mitglieder des russ. Kaiserhauses den Zunamen Roma—
nowskij führen. Sein jüngerer Sohn Georg, geb. 29. Febr
18652, russ. General, ist seit 1001 das
daupt der Familie.
Leuohtenbergie Fisch. Leuch
tenbergie, Pflanzgengattg. der Kak
teen. Einzige Art L. prinoipis Fisch
Abb. 1046] in Merilo, mit langen,
blaugrünen Warzen, die an ihrei
Spitze einen Kranz von Stacheln
ragen. s[bei Kahla
euepee Bergschloß (.d.)
enge, Farbe, s. v. w. 1046. Veuchtenbergie.
Leuchtende Pflanzen und Tiere. Gewisse Pflan—
zen und Tiere strahlen im Dunkeln entweder mit denmn
ganzen Körper, oder nur mit Teilen desselben ein au
leuchtenden Phosphor erinnerndes Licht aus. Die leuch—
tenden Pflanzen sind Pilze: Spaltpilze (s. Leuchtbakterien)
und Hymenomyzeten (trop. Arten von Agaricus und
die Myjelfäden des deutschen Agaricus melleus Vanil,
die das Leuchten des faulen Holzes hervorrufen). Häufiger
und in allen Tierkreisen zů finden ist das Leuchten bei
Tieren (den Süßwasserbewoͤhnern fehlt es): so bei Geißel⸗
tierchen (s. Leuchttierchen), Polypen (Seefedern, Gorgoni—
den, Quallen Is, Leuchtquallen)), Fingelwürmern, Glieder
tieren (einigen Fusgrün —— Krebsen), Mollus⸗
koiden (Feuerwalze), Muscheln (Bohrmuscheln), Schnecken
und namentlich Tiefseefischen. Das Leuchten beruht ver—
mutlich auf Orydationsvorgungen in den Zellen; es dient
in einzelnen Fallen vielleicht zur FZusammenführung der Ge—
schlechter, in andern wahrfcheinlich als Schud bei den Tief⸗
eefischen wohl als Cockmittel für Beutetiere — Bgl. Ga
deau de Kerville (1804), Molisch (1904), Killermann (1905)
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Aufl. V

Leu
Leuchtende Wolken, feine faserige Wolken, die sich
n Sommernächten der J. 1884-80 über dem Ort der
Zonne zeigten. Ihre Höhe betrug 505-60 km und mehr;
hr Ursprung scheint im Ausbruch
des Krakatau (s. v.) gelegen zu haben
Leuchterbaum, s. Rhbicophora.
Leuchterweibchen, in der Re⸗
naissancezeit ein Haͤngeleuchter, he⸗
stehend in einer aus Holz geschnitzten
weiblichen Halbfigur mit angefügten
Hirschgeweihen und Leuchterkrägern
auch in Form eines Wandleuchtert
—*6 de, Gen war
euchtfarbe, Gemisch aus einer
phosphoreszierenden Substanz und deunchtrrmonche
einem Bindemittel. Besonders — und vg anhaltende
L. liefern Schwefelkalzium und wolframsaures Kalzium. Als
Bindemittel dienen weiße Gelatine und Glyzerin, fuͤr die freie
Atmosphäre Dammarlack. — Vgl. Vanino 8
Leuchtfeuer, in einem Turme Wwatunn . d.), auj
einer Bake (Leuchtbake), einem Schiff (Feuerschiff, s. dd) oder
auf einer Tonne Eeuchttonne) brennendes, als Seezeichen
dienendes Licht.
Leuchtgas, im weitern Sinne jedes zu Beleuchtungszwecken,
 im engern nur das aus doten 6 d.) durch
trockne Destillation in Retorten bereitete Gas (Kohlengas).
Die lichtgebenden Bestandteile sind; Benzol, Äthhlen und
Propylen; verdünnende: Wasserstoff, Methan, Kohlenoryd,
Stickstoff; verunreinigende: Kohlenfäure und Spuͤren von
Schwefelkohlenstoff. Das L. ist durch einen eigentümlichen
widerlichen Geruch gekeunzeichnet; durch seinen Gehalt an
Kohlenoryd wirkt es giftig und führt zu der der Kohlen—
orydgasvergiftung ähnlichen Leuchtgasvergiftung. Es ver—
brenut ohne Rückstand, am hellsten in der Form des Gas⸗
glühlichts (s. d.), bes. des Nürnberglichts 9 d.). Das L.
dient wegen seiner hohen Heizkraft auch zu Heize und Koch—
zwecken, sowie zut — in Gaskraftmaschinen
s. d.). — Andere Arten von L. sind: Holzgas, Luftgas,
aturgas, Olgas, Torfgas, Wassergas, Azelylen M diese
Leuchtgeschosse, s. Leuͤchtkugeln. [Artikel).
Leuchtkäfer, mit Leuchtfähigkeit ausgestattete Käfer
iz verschiedenen Familien, wie Cucujo und Johannis-Leuchtkraft,
 s. s s[würnmichen.
Leuchtkugeln, Geschosse mit en aus belager⸗
ten Festungen, geworfen, um die nächtlichen Arbeiten des
Feiundes zu erkennen, jetzt meist durch Leuchtraketen und
esektr. Scheinwerfer verdrängt.
Leuchtmaterialien, s. v. w. Leuchtstoffe (s. d.).
Leuchtquallen, zu den Alalephen gehörige leuchtfähige
Quallen, wie Pelagla noctilũuos Plir. et Les. u. a.
Leuchtschiffe, Feuerschiffe q— d)
Leuchtfteine, das Material für die Leuchtfarbe (s. d.);
bononischer L. s. Bologneser Spat.
dennrse zur Lünstlichen Feeun dienende
Materialien, fest, flüssig oder gasförmig, ie Leucht⸗
wirkung wird erzielt entweder, indem dr Verbrennung
der L. eine rende Flamme zeugt wird, wie bei den
serzen, den in Lampen verbrannten Slen und dem Leucht⸗
gas, oder indem man in einer nichtleuchtenden Flamme
einen festen Körper glühen läßt, wie beim Gasglühlicht,
Zpiritusglühlicht und ienn (S. auch Beleuchtung.)
Leuchttierchen, die die Ordnung der Zystoflagellaten
bildenden — mit höchstens stecknadelkopfgroßem
Lörper, oft in ungeheuren Mengen an der Oberfläche des
Meers in fingerdicker Schleimschicht, Ursache des Meeres⸗
euchtens (s. d.), namentlich Noetilüca miliaris Surir.
Leuchttonne, ein Leuchtfeuer (s. d.), als dessen Licht—
quelle Fettgas dient (Gasboje).
Leuchtturm, Fenerturm, hohes Bauwerk an einem Ha—
fen oder an gefährlichen Küstenpunkten, auf dem in eimer
Laterne zur Warnung der Schiffe vor gefährlichen Punkten
im Fahrwasser ein — (. d.) unkerhalten wird, dient
am Tage als Landmarke, häufig mit Signalstation (. d.),
Nebelsignalstation (s. d.) verbunden.
Leuchtzirpen (Fulgoridae), Familie der Gleichflüg—
ler, mit vorwiegend den Tropen angehörigen großen, bun⸗
ten Arten mit Stirnfortsätzen und oft 4 en fadenför⸗
migen Wachsabsonderungen am Hinterleib. ee gehört
amentlich der Laternenträger (Fulgöra), mit südamerit.,