Lib

54

nordöstl. Teil derselben (politisch brit. Einflußgebiet, s. Bei⸗
lage und Karte: Afrika).
Libysche Sprachen, Berberische Sprachen, Grupp⸗
er a Sprachen (Kabylen, Tuareg ꝛc.).
Lio., Abkürzung für Lizentiat.
Licancaur, Vulkan an der Grenze von Bolivia und
Chile, 6000 m; 1886 von J. Sanfelice erstiegen.
Licãta (Alicata), Stadt auf Sizilien, an der Mündung
des Salso, o mit Fondachello 22831 E.; Handel.
Liconse (engl., spr. leißens), s. Tieket or leave.
Lioentioa (lat.), Erlaubnis, Freiheit (s. Lizenz)
¶. doeendi, Befugnis (auf Hochschulen) Vorlesungen zu
halten. L. pootien, dichterische Freiheit.
Lioot (lat.), es ist erlaubt, es steht frei.
Sich, Stadt in der hess. Prov. Oberhessen, an der
Wetter, 2652 E., Amtsgericht, Schloß des Fürsten
Solms-⸗Hohensolms⸗L.; in der Rähe Kloster Arnsburg.
Liohen, bei Linne Gattungsname für die Flechten
—
lich (z. B. L. islandicus für Isländ. Moos u. a.). -
In der Medizin s. v. w. Schwindflechte (Hautkrankheit)
Lichenin, Fiechtenstärke, der nährende Bestandteil
mancher Flechten, bes. im Isländ. Mobs.
Lichenologte (grch.), Flechtenkunde.
Lichfield (spr. Nischfihld), Stadt in der engl. Grafsch
Stafford, an einem Arni des Trent, (1901) 7802 E.
Lichnowsky, in sterreich und Preußen begüterte
Familie, 1727 in den Reichsgrafenstand, 1773 in den
preuß., 1846 in den österr. Fürstenstand erhoben. — Fürs
Felix L., geb. 5. April 1814, erst in preuß. Militärdlenst,
seit 18338 40 Brigadegeneral des span. Prätendenten Don
Tarlos, 1848 Mitglied des Frankfurter Parlaments, be—⸗
deutender Redner der Rechten, während des Aufstandes
18. Sept. 1848 mit dem General Auerswald auf der Born⸗
zeimer Heide ermordet. — Sein Neffe Fürst Karl Max L.
geb. 8. März 1860, gegenwärtiger Chef des Hauses.
Licht, die objektive Ursache der Sichtbarkeit der Kör—
per, besteht nach der von Huyghens aufgestellten Undula
tionstheorie, welche die fruͤhere Emanationstheorie (s. d.
—
——
Stoff, dem Äther (s. d.), mitgeteilt werden und sich in diesem
als Wellen (Lichtwellen) fortpflanzen. Treffen diese Schwin⸗
Zngen die Netzhaut unsers Auges, so entsteht in uns die
Enwpfindung von L. Sie pflanzen sich im Äther mit eine
Geschwindigkeit von 800 000 kui in der Sekunde fort. (S
Ingtgescwinditit, Die Richtungen, in welchen sich die
Atherteilchen bei diesen Schwingüngen bewegen, stehen
senkrecht auf der Richtung des Lichtstrahls. Erfolgen die
Schwingungen aller Strahlen eines een in paralle⸗
len Ebenen, so nennt man das L. polarifiert (s. Polarisation
des Lichts). Bleiben die Schwingungen des Äthers in
einem und demselben Mittel, so geschieht die Fortpflanzung
geradlinig. An der Grenze zweier berschiedener Mitte!
wird dagegen das L. teils in das erste Mittel zurückgewor—
sen (Reflexion), teils beim Eintritt ins zweite Mittel ge
brochen, d. h. von der ursprünglichen Rinne abgelenk
s. Brechung der Lichtstrahlen). Bei der Brechung des 8
treten die verschiedenartigen Lichtstrahlen, sich durd
die Schnelligkeit ihret Shhwingungen und durch die Länge
ihrer Wellen unterscheiden, auseinander und bilden ein
farbiges Bild, das sog. Spektrum (s. d.). Wenn mehrer
von einem Punkte ren Wellenzüge, welche ver⸗
schiedene Wege zurückgelegt haͤhen, wieder zusämmentreffen
so können sie sich entweder verstärken oder ganz oder nur zun
Teil aufheben (Interferenz; s. auch Beugung des Lichts)
Lichterscheinungen, die nuͤr von spegiellen —5 aus⸗
gehen, sind die Phosphoreszenz (s. d.) und die Fluoreszen,
. d). (S. Elektromagnetische Lichttheorie und Optik nebsi
Tafel: Optit Juu. Ih. — Aber küustliches 8. J. Beleuch
tung, Lampen, Leuchtstoffe.
Licht (Mehrzahl Lichter), in der Jägersprache das Auge
des Edel-, Elchs, Dam-⸗, Rehs und Geuswildes; guch die
weiß hervortretende starke Ader, an der beim Aufbruch
Herz und Lunge zu hängen scheinen.
Licht, Hugo, Architekt, geb. 21. Febr. 1841 zu Nieder⸗
edlitz. Posen), seit 1879 Stadtbaudirektor in Leipzig;
Hauptschöpfungen: Konservatorium, Grassi-Mufeum, Rat—
saus daäs. (1805); veröffentlichte: „Architektur Deutsch—

lands“ (1878 82), „Architektur der Gegenwart“ (1886
—-86); Zeitschrift: „Architektur des 20. Jahrh.“ (1901 fg.).
Lichtäther, s. Äther und Licht.
Lichtbäder, s. Elektrisches Lichtbad und Phototherapie.
Lichtbild, s. Lithophanie und Photographie.
Lichtbogen, elektrifcher, s. v. w. Davpyscher Bogen.
Lichtdruck, Kollotypie, Albertotypie, photomechan.
Druckverfahren, eine Kombination von Photographie und
Pressendruck, unter Anwendung von Leim und hromsaurem
dalium; die photogr. Darstellung wird auf eine mattierte
Spiegelglasplatte uͤbertragen, welche als Druckplatte auf
der lithogr. Presse dient; Farbenlichidruck ist die Herstellung
von e in gleicher Weise unter Benutzung ver⸗
schiedener Lichtdruckplatlen. — Vgl. Schnauß (6. Aufl. 1895),
Albert (1800). — L. heißt auch der Druck, den Lichtwellen
zuf eine bestrahlte Fläche ausüben; er beträgt für Sonnen—
licht O, mg auf 1qm ebene, absolut schwarze Fläche und
Vs mg auf eine ebene Spiegelfläͤche.
Lichteinheit, s. Normalkerze.
Lichtelektrische Erscheinungen, s. Elektrische Licht⸗
erscheinungen. laus dem Grunde heben.
Lichten (Seew.), heben; Anker lichten, den Anker
Lichtenau. 1) 8. in Baden, Stadt im bad. Kr. Offen—
burg, an der Acher, (1905) 1114 E. — 2) 8. in Bayern,
Flecken im bayr. Reg.-Bez. Mittelfranken, an der Fränk.
Rezat, (1800) 1431 E. Strafanstalt für Maͤnner. — 8) Hes⸗
isch⸗E Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Cassel, an der Losse, (1805)
1407 E. Amtsgericht. — 4) . in Wesifaien, Stadt im preuß.
n I. Minden, 1288 E., Amtsgericht.
ichtenau, Wilhelmine, Gräfiu von, Geliebte Fried—
rich Wilhelms II. von Preußen, geb. 1752 zu Potsdam,
Tochter des Musikers Enke, zum Schein mit dem Kam—
nerdiener Ritz. (Rietz) verheiratet, 1795 zur Gräfin von L.
erhohen; gest. 8. Juni 1850 zu Berlin.
Lichtenberg, ehemal. deutsches Fürstentum auf dem l.
Rheinufer, früher Herrschaft Baumholder, 1816 von Preußen
an den Herzog von S.-Coburg abgetreten, von diesem 1834
gegen eine jährl. Rente zurückgegeben, jetzt Kr. St. Wendel
des Reg.⸗Bez. Trier, wo auch die alte Burg 8. liegt.
Lichtenberg. U eL. in Bayern, Stadt im bayr. Reg.⸗
Bez. Oberfranken, (1905) 892 E. — 2) Dorf im preuß.
Reg.sBez. Potsdam, östl. bei Berlin, (1800) mit Friedrichsjelde
 43371 (1906: 55 368) E., Gasanstalt, Wasserwerk;
dabei Irrenanstalt Herzberge. — 3) 8. in den Vogesen, Dorf
im Bez. Unterelsaß, 997 En Bergschloß (10. Aug. 1870 von
den Deutschen genommen).
Lichtenberg, Georg Christoph, Physiker und satir.
Schriftsteller, geb. 1. Juli 1742 zu Obexramstadt bei Darm⸗
stadt, gest. 24. Febr. 1799 als Prof. zu Göttingen; Entdecker
der Lichtenbergschen Figuren (s. d.). Vermischte Schriften“
(8 Bde.; neue Ausg. 1867; Auswahl o bes. be⸗
kannt seine „Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche“
und „Aphorismen“ (neue Ausg. 1802). Briefe“ (3 Bde.,
1801-4). —- Val. R. M. Meyer (1886), Lauchert (1893).
Lichtenberger, Friedr., franz. prot. Theolog, geb.
21. März 1832 zu Straßburg, 1864— 70 Prof. das, 1373
Pfarrer und 1877-95 Prof. an der prot. Fakufität zu
Paris, gest. 7. Jan. 1800 in Versailles. Herausgeber der
Eneyclopédie des soiencdes religieuses“ (183 Bde.,
1877-82); schrieb: „Aistoire des suées religienses eu
Allemagne dépuis ie milien du 18e siécle“ (3 Bde.,
2. Aufl. 1887), De Lidéal moral“ (1888) u. a.
Lichtenbergsche Figuren, Eliettrische Figuren.
Wenn man mittels einer elektr. Verstärkungöflafche posi—
tive Elektrizität an der platten Oberflaͤche einer Harzscheibe
entladet und letztere dann mit Hexenmehl (Semen TLycopodii)
 aus einem Staubbeutel bestreut, so entsteht eine
trahlenförmige Staubfigur (zuerst von G. Chr. Lichtenberg
1777 gefunden), bei Entladung negativer Elektrizität bil
den sich dagegen nur rundliche Staubflecken. J[Tafel: Elek⸗
trizität . 1u. 2.)]
Lichten bergs Metall, s. Wismutlegierungen.
Lichtenfels, Bezirksstadt im bayr. Reg.⸗Bez. Ober⸗
ranken, am Main, (1808) 4221 E, Amtsgericht.
Lichtenhain, Dorf in S.⸗Meiningen, bei Jena,
(1800) 870 E, berühmtes Weißbier (Lichtenhainer).
Lichtensteig, Stadt im schweiz. Kanton St. Gallen,
an der Thur, 668 m ü. d. M, (1800) 1304 E.; 14681706
dauptort der Landsch. Toggenburg.