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Lieber, Ernust, Parlamentarier, geb. 16. Nov. 1888
in Tamberg, seit 1870 Mitglied des preuß. Abgeordneten⸗
Jaufes, seit 1871 des Reichstags (Zentrum), gest. 31. Märr
i902 in Camberg.
Lieber, Franz, Publizist, geb. 18. März 1800 zu Ber⸗
lin seit 1827 in Nordamerika, dutent Prof. am Columbis
boilege zu Neuyork, gest. das. 2. Okt. 1872; Hauptwerke
„Political ethiés“ (SBde., 1888), „Essayxs on labou
ind property“ (2 Bde., 1846), „Civil liberty and selt
goverument'“ (2 Bde. 1863; deutsch 1860). — Biogr
hon Perry (1882; deutsch 1885), Harley (eugl., 1900).
Lieber, Thonias, Theolog, s. Crastus.
Lieberkühnsche Druͤsen, schlauchförmige Drüschen
der Dünndarmschleimhaut, die den Darmsaft absondern
benannt nach dem Anatomen Joh. Nathangel Lieberkühn
—D
Liebermann, Karl, Cheuiter, geb. 28. Febr. 1840
in Berlin, seit 1879 Prof. das., entdeckte 1860 die Syn
these des künstlichen Alizarins.
Lieberntann, Marx, Genremaler, geb. 29. Juli 1848
in Berlin, seit 1808 Prof. das.; Vertreter der Hellmalerei.
Realistische Genrebilder: Gänserupferinnen (Berlin), Alt⸗
männerhaus in Amsterdam, Amstierdamer Waisenmädchen
Dnn. Netzeflickerinnen (Hamburg), Arbeiter in
Rübenselde u. a., auch Radierungen. — Bgl. die Biogr
bon Kämmerer (1893) und Rosenhagen (1900).
Liebermann von Sonnenberg, Max, Parlamen⸗
tarier, geb. 21. Aug. 1848 in Bielscasttuga (Westpreußen),
1866vo Offizier, 1888 Mitbegründer der Deutsch-sozialer
antisemit. Partei, seit 1890 Mitglied des Reichstags.
Liebermeister, Karl, Mediziner, geb. 2. Febr. 1838
zu Ronsdorf bei Elberfeld, 1865 — — in Basel, 1871
in Tübingen, gest das. 24. Rov. 1901, verdient um die
Lehre vom Fieber; schrieb: „Pathologie und Therapie des
Fiebers“ (1875), ,Vorlesungen über spezielle Pathologie
und Therapie“ (6 Bde. 1888 — 94),,„Grundriß der innern
Medizin“ (2. Aufl. 1802). — Bgl. Reinert (1902).
Lieberose, Stadt im preuß, Reg.-Bez. Frankfurt
1905) 1806 E., ier Schloß des Grafen von de
— Bgl. Krüger (Bd. 1, 1881).
iebersche Auszehrungskräuter, s. Galeopsis.
Liebert, Eduard von, preuß. Generalleutnant, geb
16. April 1860 in Rendsburg, seit 1866 im preuß. Heere.
1894 Kommandeur des 12. Grenadierregiments, 1896
—1801 Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, dann Kom—
mandeur der 6. Division, 1900 geadelt, seit 1803 im Ruhe⸗
stand; auch Militärschriftsteller.
Liebertwolkwitz, Flecken in der sächs. Kreish. Leipzig,
(1905) 4240 E.; ZSementwarenfabrik; Reitergefecht 14. Okt.
1818, Einleitung der Völkerschlacht bei Leipzig (Denkmal
am nahen Monarchenhüs
gel); dabei Denkmal des
Fürsten Schwarzenberg.
Liebesapfel, Para⸗
dies⸗, Goldapfel, Tomate
(Lyodopersicum esculentum
 Mill. Solanum Iycopersicum
 L. IAbb. 1081]),
einjährige, in Meriko und
Peru einheimische Pflanze
aus der Familie der Sola—
nazeen, bei uns angebaut wegen der scharlachroten Früchte,
die als Würze und Salat verwendet werden.
Liebesblume, s. Agapanthus.
Liebesbrot, s. Liebesmahle.
Liebesbrüderschaft, s. Familisten.
Liebesgott, s. Eros.
—BRR s. Eragrostis.
Siebeshöfe, Minnehöfe (Counrs d'amour), im Mittel⸗
alter (angeblich in der Propence zur Zeit der Troubadours)
von den hoöftschen Freisen zu geselliger Unterhaltung gebildete
literar. Gesellschaften, in denen unter anderm dan und
Ehe betreffende Fragen behandelt wurden, woraus später
sogar ein förmliches Liebesgesetzbuch („Arrèêts d'amour“
des Martial d'Auvergne aus dem 185. Jahrh.) hervorging
Liebeskuß, s. v. w. Friedenskuß (s. do).
Liebesmahle (grh. Agapen), gemeinsame Abendmahl—
zeiten der ältesten christl. Kirche, übertragen aus dem Inden—
dum, aber mit Erinnerung an das letzte Mahl Jesu; jeder

aß von Mitgebrachtem, zuletzt von dem gesegneten Brot und
Wein. Spaͤter wurden die L. von dem eigentlichen Abend⸗
mahl getrennt, Ende des 4. Jahrh. wegen ihrer Ausartung
ganz übgeschafft. Die Brüdergemeine hät fie mit Tee
und Weizenbrot (Liebesbrot) wieder eingeführt.
Liebestrank (grch. Philtron), vermeintliches Zauber⸗
mittel zur Erweckung von Gegenliebe.
Liebeswahnsinn, s. Erotomanie.
Liebethal, Dorf in der sächs. Kreish. Dresden, in dem
Felsental der Wesenitz (Eiebethaler Grund).
Liebfrauenberg, s. Lorch (in Württemberg).
Liebfraueneis, der blättrige Gips.
Liebfraumilch, fälschlich Liebfrauenmilch, edler rhein⸗
hess. Rieslingswein, um die Kirche des Liebfrauenstifts
in Worms (35/0 ha).
Liebhaberkünste, die zum Zeitvertreib von Dilet⸗
anten geübten Kleinkünste, wie Porzellan- und Email—
malerei, Holzbrandtechnik, Kerbhschnitzerei u. dal — Vgl.
F. S. Meyer (8. Aufl. 1902); 33 „L.“ (1892 fg.).
Liebhard, Joachim, Humanist, s. Camerarius.
Liebieg, Joh. Freiherr von, öͤsterr. Industrieller, geb.
. Juni 1802 in Braungau (Böhmen), gründete in Reichen—
berg und an andern Orten großartige Spinnereien und
andere Fabriken; gest. 16. Juli 1870.
Liebig, Justus, Freiherr von, eran geb. 12. Mai
1803 in Darmstadt, 182482 Prof. in Gießen, seitdem
in München, gest. das. 18. April 1873, lieferte auf allen
Gebieten der Chemie zateege undeen Arbeiten,
deren Resultate er für den Ausbau der theoretischen Chemie
und die Begründung der Agrikulturchemie und damit der
modernen Landwirtschaft verwertete. Besondere Verdienste
erwarb er sich durch Darstellung und Einführung des Fleisch⸗
extrakts (j. d.). Die Liebigstiftung der deutschen Land⸗
virtschaft dient zur Förderung der Agrikulturwissenschaft.
hauptwerke: „Die —7 Chemie in ihrer Anwendung
auf Agrikultur und Physiologie““ (8. Aufl. 1876), „Die
Tierchemie“ (8. Aufl. 1846),Chemische Briefe“ (6. Aufl.
1878), phatern genehene Briefe über moderne Land—
wirtschaft“ (1859). it Geiger, Wöhler und Kopp gab
er die Annalen der Chemie und Pharmazie“ (18332 fq.),
mit Poggendorff u. a. das „Handwörterbuch der Chemie“
(d Bde. 1836 64) heraus. „Reden und Abhandlungen“
on fein Sohn Georg von L. (geb. 17. Febr. 1827,
Badeurzt in Reichenhall und Dozent in München,
gest. 31. Dez. 1903 in Mucen und sein Schwiegersohn
M. Carriere 1874 heraus. — Bgl. Kohut (1804).
Liebknecht, Diltz sozialdemokrat. Politiker und
Schriftsteller, geb. 29. März 1826 in Gießen, flüchtete als
Teilnehmer am bad. Aufstande (1848 —-49) in die Schweiz,
dann nach England, lebte, 1862 zurückgekehrt und aus
Preußen ausgewiesen, seit 1865 in Leipzig als Redakteur
des „Demokrat. Wochenblattes“, dann des „Volksstaates“,
bis 1878 des „Vorwürts“ und seit 1880 des neuen „Vor—
würts“ in Berlin, ward 1872 mit Bebel wegen Hochverrates
zu zweijühr. Gefängnisstrafe verurteilt; seit 1874 Mitglied
des Reichstags, 1879 -82 ge der sächs. Zweiten Kammer;
gest. 7. Aug. 1900 in Charlottenburg; schrieb zahlxeiche
Parteibroschuͤren, ferner; „Robert Blum und seine Zeit“
(2. Auft. i890), „Geschichte der Franz. Revolution“
(1890) u. a. — Vgl. Eisner (1900).
Liebler, Thomas, Theolog, s. Erastus.
Liebmann, Otto, Philoͤsfoph, geb. 25. Febr. 1840
zu Löwenberg, 1872 Prof. in Straßburg, 1882 in Jena;
schrieb: „Analysis der Wirklichkeit“ (3. Äufl, 1900) u. a.
Liebotschaun, Dorf in Böhmen, an der Eger, (1900)
833 E.; große Brauerei.
Liebrecht, Felix, Germanist, geb. 18. Mii 1812 zu
Namslau, 1848 -67 Prof. zu Lütkich, gest. 8. Aug. 1880
in St. Hubert in Belgisch⸗Luremburg; schrieb;: „Zur Volks⸗
kunde“ (18798), „Quellenuntersuchungen zu Barlaam und
Josaphat“ (1847) u. a.
Liebreich, Richard, Mediziner, geb. 80. Juni 1830 in
önigsberg i. Pr. Augenarzt in Paris, 1870 in London,
konstrnierte einen Augenspiegel, veröffentlichte Atlas der
Ophthalmofkopie“ (8. Aufl. 1888), „Neue Methode der
ataraktertraktion“ (1872), „School life and its induenee
 on sight and igure“ (2. Aufl. 1878). — Sein
Bruder Oskar v., Mediziner, z 14. Febr. 1839 in Königs⸗
derg, 1872 Prof. in Berlin, Entdecker der schlafbringenden