Linolẽum, Korkteppich, ein vom Engländer Walton
4860 erfundener Stoff zur Bekleidung von Fußböden und
Wanden, befiehend aus Linem fiarken Jutegewebe, das au
der obern Seite mit einem Gemifch von orydiertem Leinöl
Korkmehl und Harzen (Kolophonium und Kaurigummi)
auf der untern Selte mit einem Farblack überzogen ist.
Die Deckmasse ist mit Erdfarben gefärbt (gelbbraun, rote
braun, olivenfarbigh) und kann mit aufgedruckten Mustern
oder dadurch verziert werden, daß man sa aus e
farbiger Masfe mifcht (Granit⸗8.), oder auch daß man
durch Aneinanderfügen verschieden gefärbter und gestalteter
Stücke geometr. Figuren bildet (Mosaik-8.). Lincrusto
Walton ist ein mit geprägten Mustern ausgestattetes v
für Wandbekleidungen. — Val. Fischer (1888).
Linslsäure, s. Leinölsäure.
Linon (frz. spr. vng), feiner, weißer, etwas weitläufig
gewebter Stoff aus Flachs⸗ oder Baumwollgarn.
Linophante (grch.), der Lithophanie (,d.) ähnliches
Bild in weißer Papiermasse, welche in eine Reliefform ge—
drückt wird.
Linos, sagenhafter grieg Sän⸗
ger, den Apoöllon, da er sich mit
hm gleichstellte, erschlug; in klagen⸗
den Weisen CEinoslied) betrauert.
Linotype, s. Setzmaschine.
Linschoten⸗Inseln, Gruppe
kleiner Inseln im N. der Liu-kiu.
Linse, auch Erve (Ervum lens
L.fAbl. Iobe a Blute d Schotes),
krautartige Leguminose mit zusam—
mengedrůckten, kreisrunden, meist
gelblichen, een Samen, eine
der ältesten Kulturpflanzen.
Einse, in der Optit eine Scheibe von einer durch—
sichtigen, meist glüsernen Substanz, deren Flächen kugel—⸗
oder zylinderförmig geschliffen sind. Sind die Flächen
erhaben, so heißen — konver, sind sie hohl, konkav. Dem⸗
einäß unterscheidet man bikonvere (doppelkonvexe), wenn
dne Seiten konver [Abb. 1057, a], plankonvexe, wenn
eine Seite konver, die andere eben 4 4 ν
—— konkavkonvexe (auch Menisken.
ondchen), wenn die schwächer ge-⸗ 73
krümmie konkav, die stärker geküümmte
kdonver se], bikonkave, wenn beide —V —
Seiten bontav fas, plankonkape, wenn * 1657 —
eine Seite konkav, die andere plan le],
und konverkonkave L., wenn die donkave Fläche stärker ge⸗
krümmi ist als die konvere [tI. Die ersten drei, die in der
Mitte dicker sind als am Rande, heißen Sammel ⸗L., die an—
dern Zerstreuungs-L. Jede Fläche hat igren besondern
Brennpunkt, deren Abstand von derselben die Brennweite
heißt, eine Linie durch dieselben die Achse. Sammel-L. er⸗
zeugen reelle Bilder von leuchtenden Punkten außerhalb der
Brennweite; vom Brennpunkte ausgehende Strahlen werden
parallel gebrochen; innerhalb der uee liegende Ob⸗
ette eeangen wie alle Ferstreuungs-L. vertuelle Bilder.
Die L. werden derwande zu Britlen, Lupen, Mikrostopen
Fernrohren, photogr. Objetiven, vielfach als dinsentombi—
nation (. d.) — V., Kristau⸗Z. des Auges, s. Auge und
Tafel: Sinnesorganei Inn. *.
Zinsenerve, s. v. w. Linfe G. d.).
dingenkaͤfer, s. Samentafer.
b Einfenkombination, Vereinigung mehrerer Linsen
ehufs Erzielung deutlicher Bilder, zuerst bei Fernrohren
8* Aufhebung der Difpersion (s. Ächromasie) angewendet
ei Lupen und Mikrostopen wird außer der Disperfion
sageic die sphärische Abweichung (s. d) korrigiert. Be—
7 ere Anforberungen werden an Photographische Ob—
e q; . d) gestelli
Zinsenstetne, s. Nummuliten nebst Textfigur.
* nsenwicke, Ervenunse (Vicia ervitta ι), Hül
rucht, die aͤhnlich der Linse angebaut und zu Vieh
futter benugt vird
půinsey⸗ wodifer (engl., spr. linnßk wullße), halb
olenen leinwandarliger, glatt aeschorcuer Stoff zu Haus
— entspricht dem deutschen Beiderwand.
edn Eengl.), gedupfte Leinwand, Séharpie; auch ein
—8 artiges Gewebe aus Baumwolle, zur Darslellung von
amentösen Linten (Karbollint, BorlinteIf. d. Nc.

8. VLinse.

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Lip

Linth, Oberlauf der Limmat (s. d.).
Linth, Escher von der, s. ager von der Linth.
eee Flecken im schweiz. Kanton Glarus, an der
Linth, (1900) 1894 E.; dabei Bad aweiban
Linthwaite (spr. weht), Stadt in der engl. Grafsch.
Porkshire (West Riding), am Colne, (1001) 6879 E.;
Wollspinnerei, aigete
Lintjiih, Vogel, s. Salangane.
Linton (spr. ewe Eliza, geborene Lynn, engl.
Schriftstellerin, geb. 10. Febr. 1822 zu Keswick (Cumber⸗
land), gest. 14. Juli 1898 in London; schrieb Romane
(Bô true history of Joshua Davidson“, 1872 u. v.),
Stizzen („„The giri of the period and other gociai
2888ys“, 1883) u. a. — Val. Layard (1901).
Linum L, Pflanzengattg. der Linazeen in den wär—
mern Gegenden der gemäßigten Zone. Die bekannteste
Art der blaublühende Lein oder Flachs T.
usitatissImum 1068; 4 Blüte,
b Frucht ), dessen Bastfasern zu Geweben
Vlachs und Flachsspinnerei) und dessen
Samen zur Gewinnung von Leindl(s. d.)
dienen. Die im Wasser stark aufquellen⸗
den Leinfamen sowie das aus ihnen be⸗
reitete Seinmehl werden zu Umschlägen
perwandt. L. cathartioum T. (Wiefenpurgierlein),
 auf Wiesen wild, wirkt pur⸗
gierend; L. grandiflörum — Pracht⸗
lein), aus Algier, ist neben andern Arten
dierpflanze.
Sinus, Heiliger, angeblich zweiter Papst, Nachfolger des
Petrus (2. Tim. ꝛi), soll etwa 14 Jahre amtiert haben und
als Märtyrer gestorben sein. Gedächtnistag: 8. Sept.
Linz am a Stadt im preuß. Reg.-Bez. Koblenz,
am Rhein, (1805) 2878 E. Amisgerscht, Ziegeleien,
Berbereien, Basaltsteinbrüche.
Linz an der Donau, Hauptstadt von
Dberösterreich sKarte: O ae
Ieenß Monarchie IV, 8] und Bezirks⸗
dadt, Bischofssitz, (1800) 38 791 En, neuer
zot. Mariendom, Landesmuseum, Landes
rrenanstalt — — saeee
Schiffswerfte; früher durch 32 sog. Maximi—
3232 befeffigt, wovon noch z übrig. 1068. Sinz.
Lion (rrz.,, spr. lisng), Löwe; ungewöhnliche, Auf⸗
iehen erregende Persönlichkeit; Stutzer.
Lion, Golfe du (spr. goif dů lioͤng), Söwengolf, auch
digurischer Golf, Meerbusen an der Suͤdküste Frankreichs,
wischen dem Cap de Creus im W. und Cap Eroisette ini
D.Karte: Frankreich 1. J
Lion, Justus Ktarl, Turnpädagog, geb. 138. März 1829
zu Göttingen, seit 1362 Direltor des städtischen Schul—
urnens in Leipzig, gest. das. 30. Mai 1801; schrieb: „Leit—
'aden für den Beirleb der Ordnungs- Ind Freiübungen!
7. Aufl. 1888),,Katechismus der Bew ungospiee (1891),
Turnuͤbungen des gemischten Sprungs“ (3. Rufl. 1808) 2.
Lionardo da Vinci, s. Leonardo da Vinci.
Lipa, Stadt auf daen (1803) 37 934 E.
Lipämte (grch.), Vermehrung des Fettgehalts im
Blut bei — und Schwindsucht.
Lipũris, eeee aus der Familie der Spin⸗
ner; hierzu z. B. Nonne, Schwammspinner, Goldafter.
Liparische Inseln, ital. Isole Lipari oder Eolie,
bei den Alten Rolische Inseln, Gruppe von 7 größern
und mehrern kleinern vulkanischen Inseln im R. Shiliens,
ur ital. Prov. Messina gehörig, 116 qkm, (1001) 202246.
Die größte Insel ist Sipäri, 38 qkKm, 505 mm hoch, mit der
dauptstadt Lipäri, 16290 E.; die andern größern sind
Zulcano, Stromboli, Salina, Vulcanello, Panaria, Fili—
uri und Alicuri. — Val. —38 Ludwig Salvator
Liparit, s. Rhyolith. 80 Bergeat (1899).
Lipez Epr. Pehß Revados de, Gruppe schneetragen-)er
 Gipfel (6000 wm)y auf dem Peande von Bolivia.
Lipezk, Kreisstadt im russ. Gouv. Tambow, am
rjeßnoj Woronesh, 16368 E.
Lipit, Gemeinde und Bad in Kroatien und Slawo—
nien, an der Pakra, (1900) 3809 E., 8 Jodthermen.
Lipine, Dorf im on Reg.-Bez. Oppeln, (1800)
i6 902 (1006: 17 240) E.; Schamottes und Schwefel saure⸗
abhriken, Zinkhütte und ⸗-Walzwerk, Steinkohlenbergbau.