Lip

Lipinski, Karl, Violinvirtuos und Komponist, geb.
. Rov. 1750 zu Radzyn (Polen), seit 1830 königl. Kon⸗
ertmeifter in Vresden, gest. 16. Dez. 1861 bei Lemberg;
chrieb 4 Violinkonzerte (bes. beliebt das Militärkonzert),
apricen, Polonäsen ꝛc.
Lipnit, Gemeinde in Galizien, (1900) 8832 E.
Sipuno, Kreisstadt im russ.-poln. Gouv. Plozk, am
Mijen (zur Weichsel), 6046 E.
Lipom (grch), Fettgeschwulst (s. d.); lipomatös, fettig
n sceriei; Lipomalofe, Fettfucht, fettige Entartung.
Sipotvar, Strafanstalt in Ungarn, s. Leopoldstadt.
Tipowez, Kreisstadt im russ. Gouv, Kiew, am Sob,
3 Ien von der Bahnstation L. 6068 E.
Lippa, Großgemeinde im ungar. Komitat Temes, an
der Maros, (1880) 7000 E.
Lippe, r. Nebenfluß des Rheins in der preuß. Prov.
Westfalen, nenge am Lippischen Walde, wird bei Lipp⸗
adt schiffhar, mündet nach 2855 xm bei Wesel.
Lippe (unrichtig eeg ein zum Deutschen Reiche
ehöriges Fürstentum Karte: ittleres Westdeutsch—
and J, bei Kheinprovinz), 1215 9km,
Aiso) ias b E (187 Katholiken,
379 Israeliten), (1905) 146 610 G.,
Bergland (Lippischer —— mit be⸗
deutender Viehzucht. Verfassung (vom
5. Juli 1836) konstitutionell⸗ monar⸗
hisch; Landtäg von 21 Mitgliedern
Wohlgesetz vom 8. Juni 1876),1 Reichs⸗
agbabgeordneter; Einnahme (19056) *
Ansgabe 20oos s Schulb vippe.
e doεα. Zum Reichsheer stellt L. das Füsilierbataillon
des 38. Infanterieregiments. Landgericht in der Hauptstadt
detmold, unter dem Oherlandesgericht in Celle. Wappen:
Silbert eine fünfblattrige rote Rose mit goldenem Kelch
Abb. 1060]; Landesfarben: Gelb⸗Rot, Orden: Ehrenkreuz
Geschichte. In ältester Zeit von Cheruskern bewohnt
bildele L. spater einen Teil des Sachsenlandes. Als Stamm⸗
vater der arpehen Dynastie gilt Bernhard de Lippia um
11283 dessen Neffe Bernhard IT. erbaute Lippstadt. Bern⸗
ard VIII. (1536-63) führte die luth., sein Sohn Simon VI.
die reform. Konfession ein und keilte das Land unter
seine drei Söhne, wodurch die Linien L.(⸗Detmold), Brake
erloschen 1709) und Bückeburg C. Schaumburg⸗Lippe)
entstanden; von ersterer zweigten sich die niog jett blühenden
dinlen L.Biesterfeld und L.⸗Weißenfeld ab. Das Land
vuͤrde 1720 Reichsfürstentum, 1807 unter der Regentschaft
der Fürstin Pauline durch Beitritt zum Rheinbund souverän,
1815 deutscher Bundesstaat. Die Verfassung vom 6. Juli
dze wurde 1848 und 1849 durch den Vdürsten X
Alexander Leopold in liberalem Sinne umgestaltet, aber
unter Furst Leopold (seit 1881) 26. März 1853 wiederher⸗
gestellt, worauf sich ein langjähriger Verfassungskonflikt
Thob. Ibss hielt L. zu Preußen, mit dem 2831. Ott. 1867
ine Minnartondention döfchloß. Fürst Woldemar der
8. Dez. 1875 seinem Bruder Leopold folgte, gab 38. Juni
1376 in neues Wahlgeset mit direkter Wahl. Als e
20. Marz 1808 vohne Rachkommen starb, übernahm auf
seine Verordnung Prinz Adolf von SchaumburgeL. die
Regentfchaft für Woldenars geisteskranken Bruder Aleran⸗
der (gest. 13. Jan. Ver danach zwischen den Linien
Schaumburg⸗L. und L.-Biesterfeld entstandene Streit üher
die Erbfolge in 8. wurde von einem Schiedsgericht unter
Vorsitz des Königs von Sachsen 22. Juni 1897 zugunsten
des Grafen Ernst zur L.Biesterfeld entschieden, worauf
dieser die Regierung antrat. Als er 26. Sept. 1904 starb,
ibernahm suͤn Soͤhn Leopold unter Protest der Linie
Schaumburg-⸗L. die Regentschaft und nach Entscheidung
des Reichsgerichts zu fanen Gunsten 26.Okt. 1908 die
Kegierung. — Vgl. Schwanold (1899); zur Geschichte Falk⸗
mann (Bd. 126, 1847 - 1902).
Lippe, Leopold, Graf zur, preuß. Justizminister, aus
der Linie ———— geb. 19. März 18185
zu See bei Görlitz, 1861 preuß. Oberstaatsanwalt, 1867
Justizminister, machte sich durch rücksichtslosen Gebrauch
der Disziplinargewalt und Eingriffe in die Unabhängig—
deit des Richterstandes verhaßt, 1867 entlassen, darau
bestunn Gegner Bismarcks, gest. 8. Dez. 1889 in Bexlin.
L eeeten Arminius, Gra
zut, Landwirt, geb. 16. Olt. 1825 in der Oberlößnit be

Dresden, 1872-80 Prof. der Landwirtschaft in Rostock,
gest. 21. April 1899 in Sberschönfeld bei Bunzlau; schrieb:
—A der allgemeinen Landwirtschaft“ (1863), „Landw.
esebuch“ (2 Tle, 187175) u. 4.
Lippehne, Stadt im preuß. Reg.⸗Bez. Frankfurt, am
Wandelsee, (1905) 3991 E., Amtsgericht.
Lippen Iabia), die fleischigen Raͤnder der Mund⸗
zffnung, aus dem Schließmuskel des Mundes bestehend,
rußen von der Gesichtshaut, innen von Schleimhaut über⸗
ogen und durch das Lippenbändchen mit dem Zahnfleisch
erbunden. Krantheiten der L.; die meist angeborene
ippenfpalte vder Hasenscharte (s. d.), ‚die Doppel⸗L.,
ippenherpes (s. Herpes), Lippenkrebs, syphititische Ge⸗
hwüre. swelt, 11.
Lippenbär, s. Bär und Tafel: Asiatische Tier—
Lippenblute, verwachsenblättrige Blumenkrone, welche
urch Iwei tiefe Einschnitte in zwei lippenförmige Zipfel ge⸗
eilt ist Tafel: Botanik J, 89), bes. bei den Labiaten
ind Skrofulariazeen.
dippenbiutler, Pflanzenfamilie, s. Labiaten.
dippenlaute, s. Laut.
dippenpfeifen, s. v. w. Labialpfeifen (. Labial).
Lippenpilöce, bei Naturvölkern (Indianern, Eskimos,
stegern) als Schmuck (oft zugleich als Zeichen der Reife,
des gesen gostnhen Ranges und Alters) in den Lippen
gelragene Scheiben und Klötzchen. Die Sitte ist meist im
Herschwinden, begriffen.
Lippenschilotröten, Flußschildkrüten (Triongeohtlas),
 Familie der Schildkröten, mit ovalem, sehr flach ge—
völbtem Rückenschild, Kiefer mit
leischigen Lippen; Schnauze zu
nem Rüssel berlängert, an dessen
Zpitze die Nasenlöcher stehen; Fuße
nit großen Schwimmhäuten, vorn
ind hinten mit je drei Krallen,
eben fast nur im Wasser, aus—
hließlich in den Flüssen der war⸗
en Länder, von tierischer Kost;
ierher die dreiklauenschildkröte (Trlonyx), mit der Nilchitdtröte
 (T. aegy ptidcus Geopr.), Weslafrika, und der
ifsigen Dreiklauenschisdtröte (V. forox Scsaoeigg. [Abb.
o6ci), in den Flüssen des südl. Nordamerika.
Lipperheide, Franz, Freiherr von, Verlagsbuchhänd⸗
er, geb. 22. Juli 1838 in Berleburg, begründete 1866 in
Berlin eine Verlagsbuchhandlung (Firma: Franz Lipper⸗
seide; Filiale in Wien seit 1881, gab eine Mustersamm—
ung von Holzschnitten (10 Lfgn., 1885286) u. a. heraus,
Henkte dem preuß. Staat eine kostümwissenschaftliche
Zammlung („Katalog“, 2 Bde. 1899 — 1905), ward
892 iun den erblichen preuß. Freiherrenstand erhoben. —
Seine Gattin Frieda, Freifrau von L., geborene Gestefeld,
seb. 25. April 1840 in Lüchow, gest. 12. Sept. 1896, war
eiterin der „Modenwelt“, des Hauptunternehmens der
zirma, gab Musterbücher für weibliche Handarbeit“
1878 fg.), ꝓDie delkorative Kunststickerei“ (1888 — 96),
dãusliche Kunst“ (1897) u. a. heraus.
Lippert, Julius, Kullurhistoriker, geb. 12. April 1889
u Braunau (Böhmen), Realschuldirektor in Budweis, 1875
Leneralsekretär der Gesellschafl für Verbreitung von Volks⸗
ildung in Berlin, seit 1880 Beisitzer des böhm. Landes⸗
nusschusses, lebt in Aufsig; schrieb: „Die Religionen der
urop. Kullurvölker“ (1881), „Geschichte des Priestertums“
2 Bde. 1888), Kulturgeschichte der Menschheit“ (2 Bde.,
88687). Sozialgeschichte Böhmens in vorhussischer
Zeit“ (2 Bde., 1886 98).
Lippert, Phil. Dan. Zeichner, geb. 29. Sept, 1702
n Meißen, gesi. 28. März 1788 als Vufseher der Antiken
u Dresden; erfand eine weiße Masse zum Nachahmen
alter Pasten, deren Abdrücke (5149) er in seiner „Dactyjotheea“
 (1756 fg.) vereinigte.
Lippfische (Labridse), Familie der Barnngeangehen
nit Tuglichem oder gestrecktem Körper, kräftiger Bezah—
ung, viele davon mit wulstig aufgeworfenen Lippen; meist
di gefärbte Küstenfische der gemäßigten und heißen
one. Fleisch wertlos. Gemeiner 8. EStreifen ⸗L. Labrus
Atus L.), braunrot mit blauen Längsstreifen, oder licht⸗
dt mit zwei bis drei großen —AãA Flecken, im Mittel—
neer und an der europ. Westtüste. Andere Angehörige
Fiefer Familie sind: Goldinaid (Crenilabhrus Bailloni