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L., geb. 18. Jau. 1818 zu Berlin, seit 1848 Pfarrer das.
—2— des liberalen Protestantismus, gest. 8. Febr. 1887
n Berlin. — Dessen Sohn Heinrich 8., geb. 18. Juni 1862,
Prediger zu Rummelsburg, wurde 1805 wegen Verweige⸗
rung der Verlesung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses
im Rotlesdienst abgesetzt; schrieb: „Paulus Antipaulinus“
I1894), „Die Enlstehung des zweiten Korintherbriefs“
Is), Judaismus triumphatus“ (1396), „Roma pere⸗
zrina“ (18001), „Jerusalem liberanda“ (1905).
Liscow, Christian Ludw., satir. Schriftsteller, geb.
29. April 1701 zu Wittenburg in Mecklenburg, 1745 -60
sächs. Kriegsrat, gest. 80. Okt. 1760 auf. Berg vor Eilen⸗
burg; einer der besten deutschen Prosagisten vor Lessing;
am bekanntesten sein Aufsatz „Die Vortrefflichkeit und
Rotwendigkeit der elenden Skribenten“ (1786). — Vol.
ditzmann (1888). Orltans.
Lise⸗Lotte, s. Elisabeth Charlotte, Herzogin von
Lisenen Cesinen oder Laschenen), in der ite
slach hervortretende vertikale Wandstreifen oder pilaster⸗
ihnliche Verstärkungen der Mauer.
Lisiere ( rz. Usiere), Einfassung, Saum, Waldrand.
Lifieur (spr. stöh), Stadt im Poße Dep. Calvados
in der Touques, (1501) 16 084 E.; Kathedrale.
Lisko, Bezirksstadt in Galizien, an San, (1900)
1409 poln. E.; Pfeifenfabrikation, Viehhandel.
Lisle, Leconte de, franz. Dichter, s. Leconte de Lisle.
Lißa, dalmat. Infel im Adriat. Meer, 1004km, (1900)
014 E., befestigte Hafenbucht bei dem Hauptort und
Marktft. 8. mit 6267 E.; hier 20. Juli 1866 Seesieg der
dsterreicher unter Tegetthoff über die Italiener unter —2—
Lissa. 1) Polnisch⸗S. Kreisstadt im preuß. Reg.Bez.
Pofen, (1800) 14263 (1905: 16 024) E., Garnison, Land-,
Amtsgericht, Reichsbankstelle, Gymnasium, Präparanden—
nstalt. — 2) Dorf in Schlesien, s. Deutsch-Lissa.
Lissa, Neu⸗S. Stadt in Böhmen, unweit der Elbe,
1800) 4415 E.; fürstl. Kohansches Schloß dern
Liffabon (vortug. Lisbos, Lisbsa), befestigte Haupt⸗
ind Hafenstadt des Königr. Portugal, Karte: Spanien
ind Portugal J, 21, in der Prov. Estre⸗
nadura, an der Mündungsbucht des Tajo
Tejo), amphitheatralisch liegend, mit Belem
1900) 357000 E.; Residenzschloß Gep
das Necessidades), Wasserleitungen (die äl⸗
ere 1749 vollendet), Kirche Santa Maria de
Zelem, Polytechnische Schule, mediz.ochixurg. ros.
Alkademe, Akademie der schönen Künste, Kon⸗ visaen.
ervatorium, Akademie der Wissenschaften,
heodatisches gufiitut, ßBibuotheea Nacional ac.; Industrit
ef. in Schmucksachen, Spinnerei und Weberei. Handel (auch
Durchfuhrhandel); Dampferstation, Lagerfestung. — L., im
Altertum Ousippo, als röm. Munizipium Felicitas Julia,
fiel 716 den Arabern in die Hände und wurde erst 1187
durch Alfons J. wiedererobert. Unter Johann III. zur Re—
idenz erhoben, blühte L. als Aus guasnunt der portug.
See⸗Erpeditionen zu dem bedeutendsten Handelsort Euro⸗
bas empor, sant aber unter der span. Herrschaft (1630—
610). Durch ein furchtbares Erdbeben wurden 1. Nov
1756 zwei Drittel der Stadt zerstört.
Liffajoussche Figuren, Interferenzfiguren zwei
Transversalschwingungen, deren Schwingungsebenen senk⸗
recht aufeinander sehen; haben je nach dem Schwingungs⸗
verhältnis verschiedene Gestalt —ãA
sie entstehen Z B. auf einem Schirm durch Spiegelung
ines Lichtpunttes an gwei senkrecht zueinander schwingen
den Stimmgabeln. Lissajous (spr. schuh) benutzte sie zur
plischen Kontrolle beum Stimmen von Stimmgabeln.
Lissawald, s. v. w. Blansker Wald.
Lißberg, Siadi in der hess. Prov. Oberhessen, an der
ne Won wß E.
ense (frz. spr. öhs'), in der Spinnerei die Wasch—
und Ine des aeee h
Lift, Dorf an der Nordspitze Listland) der Insel Sylt,
twa 70 E Im Lister Tief, dem Meeresarme zwischen
Sylt und Romö, lug im Mai 1644 Christian IV. von
Danemark die schwed. Flotte.
List, Friedr. Nationalotonom, 45. 6. Aug. 1789 in
Reutlingen, 181719 Prof. in Tübingen, ging, politisch
noig 1828 Pennsylvanien (Amerika), schrieb hier
Jegen Adam Smiths Theorie „Outlines of a new system

political economy“ (1827), 8 1832 nach Deutsch⸗
and zurück, regte in Leipzig den Bau der Leipzig-Dres⸗
ener Bahn an, lebte 1837241 in Paris, seit 1848 in
Augsburg als Herausgeber des „Zollvereinsblattes“, ver⸗
olgte zuerst den Gedanken eines Eisenbahnnetzes als
rationalen Transportsystems, wirkte für Erweiterung des
Zollvereins, Aufrichtung eines nationalen Handelssystems,
Zründung einer deutschen Flotte, stellte dem freihündle—
ischen Kosmopolitismus das „Nationale System der polit.
Skonomie“ (1841; 7. Aufl. 1884) entgegen; gest. 80. Nov.
Za6 zu Kufstein durch Selbstmord. — Vgl. Fentsch (1901).
Listenstrutininin, Liftenwahl, ein Wahlmodus, der
arin besteht, daß ein mehrere Wahlkreise umfassendes
gebiet (Provinz, Departement) als ungeteiltes Ganzes
iber die von den einzelnen Parteien aufgestellten Kandi—
‚atenlisten abstimmt, während sonst meistens jeder Wahlreis
 seinen besondern Abgeordneten wählt.
Lister, Sir Joseph, Chirurg, geb. 5. April 1827, Prof.
n Edinburgh, 1877 in London, Erfinder der antiseptischen
gerbandmethode (s. Wunde); schrieb; „The germ theory
f fermentative changes“ (1873), „Laotie formengtion
 and its béearings on pathology“ (1878) u. a.
Lister Tief, Meerebarm, s. List.
dister und Mandal, füudlichstes Amt Norwegens,
64 4kxM, (1800) 81867 E.; V&amp; Kristianfand.
Listland, nördl. Teil der Insel Sylt (s. List).
Siszt, Franz, Klaviervirtuos und Komponist, geb.
22. Olt. 1811 zu Raiding in Ungarn, in Wien und Paris
—
janz Europa, war dann bis 1859 Hofkapellmeister in
PVeimar, lebte seit 1861 abwechselnd in Rom, wo er
Abbe wuͤrde, Weimar und Pest, gest. 31. Juli 1886 in
Bayreuth; Forderer namentlich Richard Wagners, als
donponist (finfonische Dichtungen, Oratorien, eine große
Messe ꝛc.) der sog. e Enen angehörend; auch
Jeistvollet Schriftsteller („Gefammelte Schriften“, 6 Bde.
88083). Eine Lisztstiftung für junge Musiker besteht
n Weimar. — Biogr. und ästhetische Zlgen über L. von
Nohl (1874), Ramann (1880 093), Nohl und Göllerich
1882 88). Reuß (1808).
Liszt, Frang von, Jutist, geb. 2. März 1851 zu Wien,
1879 Prof. des Strafrechts in Gießen, 1882 in Mar⸗
burg, 1889 in Halle, 1899 in Berlin, Mitgründer und
Schriftführer der Internationalen kriminalistischen Ver—
einigung, Vorkämpfer der auf Umgestaltung der Straf⸗
geseßgebung gerichteten kriminalpolit. Richtung; schrieb:
Lehrbuch des deutschen Strafrechts? (16. Aufl, 1906)
Die Grenzgebiete zwischen Privat⸗ und Strafrecht“ (1888)
1. a.; begruͤndete mit Dochow die „Zeitschrift für die
gesamte Strafrechtswissenschaft“ (1881 f9.). —
LItalia farà daa so, Italien wird allein fertig
verden“, Devise des jungitalienischen Freiheitslampfes.
Litauei (grch.) in der kath. Kirche alternierendes Bitt⸗
ebet, an die Dreijaltigkeit und die Heiligen gerichtet; alt⸗
hristi. Ursprungs. Wichtigere L. sind: Allerheiligen-L.,
Jauretanische , L. vom heiligen Namen Jesus; von der
rot. Kirche für die Bußtage in Luthers Bearbeitung noch
»erwendet.
Litauen (Lithauen), früher mit Polen verbundenes
Broßfürstentum, etwa 275 000 4km, bestand vor der
Teilung Polens aus dem eigentlichen L. (Woiwodschaft
Bilna . und, Troki), dem, Hrzgt, Samogitien und dem
itauischen Rußland DT Gouv. Kowno, Wilna, Grodno,
Mogilew, Witebsk, Minst und Suwalki). — Jagello,
her König von Polen wurde, vereinigte 1886 L. mit Polen;
369 wurde die Union beider Völker beschlossen. — Ge⸗
hichte von Schiemann (2 Bde., 1886—87).
Litauer, indogerman. Volksstamm Karte: Deutsch⸗
um II, mit den Letten (s. d.) und den ausgestorbenen
Breußen (s. d.) den balt. Zweig der litu-slaw. Sprach—
ruppe bildend, in den russ. Gouv. Kowno, Wilna, Grodno,
Zuwalki und im nordöstl. Ostpreußen 2540 Mill. Seelen,
———
S. Litauische Sprache.) — Bgl. Zweck (1901).
Sitauische Sprache, ein Teil der sog. litauischen,
ettischen oder halt. Familie des indogernian. egra
lammes, zerfällt 1) in die Altpreußische Sprache (j. d.)
d) in die Lettische Sprache (s. d.) und 83) in die L. S.
n engern Sinne. Letztere, gesprochen auf dem Gebiete