wischen den Linien: Labiau⸗ Grodno-Dwinsk (Dünaburg),
der Eüdgrenze von Kurland, Polangen-Labiau, gehoͤrt
zum kleinern Teil Preußen, zum größern Rußland au
Schriftsprache der preuß. Litauer ist der südlichste Dialekt.
— Grammatik von Shhleicher (2 Tle 185657), Kur⸗
schat (1876); Wörterbuch von Kurschat (2 Tle., 1870 -
35), Juszkiewicz (1897 fg.). Volkslieder (Aainos) ge⸗
fammelt von RFhesa (2. Ausg. von Kurschat, 1843), Ressel⸗
mann (1658), Jusztiewicz (3 Tle. 188082) Bartsch
2Tlie. I886 80. Melodien und deutsche Übersetzungen);
Marchen von Schleicher (1857), Leslien und Brugmann
— Jurkschat (1898). Alte litauische Drucke u. a.
Jab Bezzenberger (s. d.) heraus 1874 fg.).
Liuchsieid (spr. litschfihld). D) Engl, Stadt, .v. w.
dichfield. — 2) Stadt im nordamerik. Staate Illinois,
800) 5918 E.; Kohlengruben, Industrie, Getreidehandel.
Tit de Justios ifrz spr. lih de schüstihß, „Gerechtig⸗
keilsbett) ursprünglich der erhöhte Sit, auf dem die
Könige von Frankreich Gericht hielten; daun die feier⸗
liche Parlamentssitzung, in welcher der König selbst er⸗
schien, später beuutzt, um die verweigerte Einregistrierung
hdon Dekreten zu erzwingen.
Liten (Leten, Lezzen, mittellat. Uti), im ältern
deutschen Rechtsleben ene oder hörige Leute, die un—
zeführ auf gleicher Stufe mif den Freigelassenen standen.
Tite pondente (lat.), bei noch anhängigem Streit,
solange das Urteil noch nicht gefällt ist.
Liler (frz. ütre), abgekürztei, im metrischen System
die Einheit des Hohimaßes, hat den Inhalt eines Kubit—
dezimeters, ist — Nο ν - 0αα alte Pariser Kubikzoll.
Liteére (lat.)Buchstabe; Mehrzahl Utorae, Buch⸗
taden, etwas Echriftliches, Brief; Wissenschaften. 1.
Feripta mnnet, Eprichw.: der geschriebene Buchstabe
bleibt, hat im Gegensatz zum gesprochenen Wort Bestand.
literio von erupéscunt, der Brief errötet nicht, d. h.
nan schreibt kecker als man spricht (nach Cicero).
Literaãrisch (lat), auf Literatur bezüglich.
Ziterarischer Berein, 1839 in Stuttgart gegrün—
)et zum Zweck der Herausgabe wertvoller und seltener
alierer Dentmäler der deutschen und roman. Literatur,
der Geschichte und Kulturgeschichte; S seit 1849 in
Tübingen; beröffentlichte bis 1906: 242 Bände.
Literarisches Eigentum, s. Urheberrecht.
Literarkonvention, Verktrag zwischen zwei Staaten
iber gegenseitigen Schutz des Urheberrechts (s. d.) von
Werken der Literatur und Kunst. (,. Urheberrecht.)
Literat (lat.), Gelehrter, bes. Schriftsteller von Beruf,
Literatür (lat.) im weitessen Sinne die Gesamtheit
aller die geistige Bildung und Entwicklung des Menschen⸗
Mwieges in sich schließenden schriftlichen Denlmale, oder
loß die einer bestimmten Periode, eines einzelnen Volks,
ee Fachs. Die Nationgl-L. unnfaßt diejenigen literar.
Erzeugnisse eines Volts, die dessen Eigenart bes. deutlich
abspiegeln, also namentlich seine Dichtungen. (S. Deutsche
Literalur, Frauzösische Luüeratur, Englifche Literatur ec.)
Werke der allgemeinen Literaiurgeschichte von Scherr
90. Aufl. 1900), Stern (1887), Baumgartner (1897 fg.),
Leixner (neue AÄuff. 180819606) u. a.
Literprozente, im Spirituͤshandel Bezeichnung für
Volumen (in Litern) und Stärke des Spiritus (in Graden
nag Tralles) durch Multsplitation beider dahlen.
d itewka (poln), uniformrock im deutschhen Heer, aus
duukelblauem, seit 1903 aus grauem Tuch, mit Umlegcragen,
 Zug und dunklen (für Offtziere mit Metall-z)Knöpfen,
e Feldachfelstüken bez. Achselklappen statt der
relljacke zum kleinen Dienst, Turnen, Radfahren ꝛc., von
der Reserve und Landwehr statt des Waffenrocks getragen;
eeg guch bei der Post, Eisenbahn ꝛc. in Gebrauch.
Litfaßsãulen, Plakatsaulen, genaunt nach dem Buch⸗
rucker Lilfaß (gest 18750), der sie in Berlin zuerst einrichtete
Lsthargyrum (lat.J/ Bleiglatte, s. Blei.
Lithauen, s. Litauen.
Sithiasis (grch), die Steinkrankheit, s. Harnsteine.
pien s. Lithium.
Zthutrven (Atuistrdae), s. Steinschwämme.
thlum (chem. Zeichen 7, ein Altalimetall, sindet sich
in etetn Spodumen, Amblhgonit, Turmalin, Lepidolith
mn in vielen Mineralwässern, aber meist nur in Spuren;
omgewicht 7. Das Metall, aus dem Chlorid durch

37

Lit

Elektrolyse gewonnen, ist weiß, dehnbar, vorm spez. Ge⸗
vicht 0x0 und Schmelzpunkt 160“, dem Natcium ähnlich,
iber nicht so leicht durch Wasser angreifbar. Die Saner—
toffverbindung (Lithiumoxyd) heißt Lithion. Lithiumsalze
kohlensaures, salizylsaures, ameisensaures, benzoesaures
2., die beiden ersten offizinell) und Lithiumwässer werden
zei Gicht und Rheumatismus verordnet. 1561.
Lithobolen (grch., „Steinwerfer“), s. Balliste IJAbb.
Sithofraktenr (frzi, spr. töhr), zu den Nobeliten
gehörender Sprengstoff aus 76 Teilen Kieselgurdynamit
ind 24 Teilen Minenpulver, ist schwächer, aber weniger
mpfindlich und im 857 Zustande leichter entzünd⸗
ich als Kieselgurdynamit.
Lithographie (grch.), lithographischer Druck oder
Zteindruck, eine Ende des 18. Jahrh. von Aloys Sene⸗
elder erfundene vervielfältigende Kuͤnst, bedient sich in
— ——
alkschiefers von dichter, feinporöser Struktur. Die für
diesen Zweck vorzüglich geeigneten Solnhofener Platteun,
die man neuerdings durch Aluminium und Zink zu ersetzen
dersucht hat, werden durch den Lithographen zur Druck⸗
orm gemagt der einesteils nach den Grundsätzen der
Feders und Kreidemanier mit chem, fetthaltiger Tusche oder
kreide auf den Stein zeichnet, andernteils die Gravier—
echnik mit Stahlnadel oder Diamantspitze ausübt, wäh⸗
end der Steindrucker dann die tatsächliche Vervielfältigung
uuf der Steindruckhandpresse und -maschine ausführt. Wich—
tige Zweige der L. sind die Chromo⸗L., die sich mit der
Wiedergabe bunter Objekte unter Auwendung von zwei
»der mehr Farben beschäftigt, und die Karto⸗L., die die
geogr. Karten und Pläne reproduziert. Der Arbeit des
dithographen sind verschiedene mechan. Verfahren zu Hilfe
jekönimen, so die Spritztechnik, die Raster⸗ und Tangier—
nanier, und in ganz hervorragender Weise die Photo-⸗L.
Die L. wird meist gewerbs- und fabrikmäßig betrieben, aber
anch in künstlerischer Weise ausgeübt, wenn auch hierbei
nicht immer die direkte Steinzeichnung, sondern die über—
ruckfähige Zeichnung auf präpariertes Papier mit der lithogr.
dreide und Tusche in Betracht kommt. Auf diese mittelbare
Ibertragung vom Papier auf den Stein oder eine Metall⸗
platte gründet sich auch die Antographie und der lithogr.
Umdruck oder überdruck, mit dessen Hilfe nicht bloß der
Steindruck vereinfacht und die Origmalplatten geschont
verden, sondern auch Buchdrucktypen und -illustrationen,
Noten von Zinkplatten ꝛc. auf Stein oder andere Metall—
‚latten übertragen werden können. Die L. wird auch beim
Zombinierten Farbendruck (s. d.) angewandt.
Lithographischer Stein, s. Solnhofener Plattenkalk.
Ldithoidwäsche, s. v, w. Gummiwäsche (s. d.).
Zitholaparie (grch.), Entfernung der Blasensteine
zurch Zertrümmerung mit dem Lithotriptor in einer
Sitzung im Gegensaß zu Lithotripsie, wo dies durch
nehrere Operationsalte geschieht. (S. Steinoperation.)
Litholit (Litolit), lünstlicher Bimsstein zum Feinschleifen
Lithologie (greihe), s. Gesteine. klithogr. Steine.
Eitholyfe die Auflösung der Harnfieine durch
alkalische Brunnenwässer.
Lithopädion (grch.), Steinkind, bei Ie gee
chaft die abgestorbene und in der Bauchhöhle verkalkte
Lithophaän, s. Bink. Leibesfrucht.
Lithophantie (grch.), Lichtbild, dünne, nicht glasierte
Porzellanplatte mit eingepreßten bildlichen Darstellungen,
velche bei durchfallendem Licht schön abgestufte Licht- und
Schattenübergänge geben; dienen als Fensierschmuck, Lam—
»enschirme u. a. — ‚Die Lithoponie zeigt die der
ẽ. entgegengesetzte Pressung und wird im duffallenden
Lichte betrachtet; dient zu Tafelservicen und Kacheln. —
Der L. ähnlich ist die Linophanie (s. d.).
Lithopone, s. Zink.
Lithoponte, s. Lithophanie.
Lithospérmum I., Steinsame, Pflanzengattg. der Bo⸗
zagineen, kraut- oder strauchartige, siark behaarte Gewächse
der nördl. gemäßigten Zone. Larvense T, Unkraut auf
Ackern; D ofteinale L. und purpursocéerulgum I.
beide früher offizinell; die Samen der erstern jetzt hier und
da als Tee Gporzellantec) gegen Steinschmerzen ver—
Lithosphäre (grch.). s. Erdrinde. wendet.
Lithothlibie, Lithotomte, Lithotriptor, Li⸗
thotritie (grch.), s. Stieinoperation.