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Lithurgik (grch.), Lehre von der ökonomischen, ar—
istischen und technischen Verwendung der Mineralien.
Lati, s. Liten.
Litigänt (lat.), der vor Gericht Streitende.
Litin, Stadt im russ. Gouv. Podolien, am Sgari, 8868 E.
Litisdenunziation (lat.), Streitverkündigung, Mit—
eilung von der Erhebung eines Prozesses seitens des Litis—
venunzianten an einen beteiligten Dritten (Sitisdennnzia—
ten); Litiskonsorten, Streitgenossen, Teilnehmer am Pro—
zeß; Litiskontestation, Streitbefestigung, d. i. Einlassung
auf die Klage; Litispendenz, Nentsanangigten
Litolff, Henry, Klaviervirtuos und Komponist, geb.
3. Febr. 1818 zu London, bis 1860 in Braunschweig im
Besitz eines eeuee äfts („Collection L.“, billige
musikal. Klassikerausgaben), —**8*— in Paris, wo er 6. Aug.
Litolit, s. Litholit. [1891 starb.
Eitoraãle (lat.), Küstenland, bes. das ungar. (kroat.)
tüstenland (40 xmeIlg.) am Adriat. Meer, auf der Ostseite
des Golfs von Fiume und des Canale della Morlacca von
Fiume bis Novi; Hauptstadt Fiume.
Litre (frz.), Litro lital., span. portug.), Liter.
Litta, Pompeo, Graf, ital. Staatsmann und Histo⸗
riker, geb. 27. Sept. 1781 zu Mailand, gest. das. 17. Aug.
1852, Verfasser des großaxtigen Werks „Famiglie celebri
d'Italia“ (von andern fortgesetzt, efg. 125184, 1319 -83).
Littai, Markt und Bezirksort in Krain, an der Save,
Is900) 16106 6 e
Littau, Bezirksstadt in Mähren, auf einer March—
nsel, (1900) 4638 E.; Wollweberei, Papierfabrik.
Littauen, s. Litauen.
Littẽra, Buchstabe, s. Litera. Litteratur ꝛe. s. Lite—
Litthauen, s. Litauen. fratur c.
Littleborough (pr. littlbörsb), Vorstadt von Roch—
zale in der engl. Grafsch. Lancaster, (1901) 11166 E.
Little Falls (spr. littl fahls), Stadt im nordamerik.
Staate Neuyork, am Mohawk und am Eriekanal, (1800)
10381 E.; Käse- und Bütterhandel.
Little Hampton (spr. littl hämmt'n), Hafenstadt
in der engl. Grafsch. Susser, am Arun, (18001) 7368 E.
Little Hulton (pr. littl höllt'n), Fabrikstadt in der
engl. Grafsch. Lancaster, (1901) 7294 mit Middle Hulton
über 10000 E.
Little Popo (Klein-⸗Popo), s. v. w. Aneccho.
Little Rock (spr. littl), Hauptstadt des nordamerik.
Staates Arkausas, am Arkansasfluß, (1900) 38 307 E.;
nediz. College; Handel (bes. mit Baumwolle).
Little Salvador (spr. littl), Klein⸗Salvador, eine
der brit. Bahama⸗Inseln, bis 185 m hoch.
Littlesche Kraukheit, allgemeine Starre der Neu—
geborenen, beruht auf Gehiruerkrankung, hinterläßt oft Be—
vegungs⸗ und Dtetig iznrungen
Littre (pr. littr), Alexis, Ärzt, geb. 21. Juli 1658
in Cordes, gest. 3. Febr. 1725 in Paris, nach ihm benannt
der Littresche Bruch (s. d.) und die Littreschen Drüsen (s. d.).
Littrẽ, Emile, franz. Gelehrter, geb. 1. Febr. 1801
zu Paris, Mitglied der Franz. Akademie, gest. 2, Juni
1881, Mediziner (Ausgabe und Ubersetzung des Hippo—
krates, 10 Bde., 1838-61), ie leifriger Ver—
treter und Förderer des Comiteschen Positivismus), bes.
ausgezeichnet als Sprachforscher („Füstoire de la langue
trancaise“, 2 Bdel, 1862 it. b.; „Diotionnsire de lo
angue franqaise“, 4 Bde., 1868-72; Suppl. 1890;
A 1878 u. ö.. — Bgl. Caro (franz., 1883)3.
Littresche Drůsen (spr. littrsche), kleine Drüsen in
der Schleimhaut der Harnröhre, die diese feucht und
chlüpfrig erhalten.
Littrescher Bruch (spr. littrscher), Darmwandbruch,
Darmbruch, bei dem nur ein Teil des Darmumfangs
durch die Bruchpforte getreten ist.
Littrow, Jos. Joh. von, Astronom, geb. 18. März
1781 zu Bischofteinitz in Böhmen, gest. 80. Rov. 1840 als
Direktor der Sternwarte zu Wien; schrieb: „Die Wunder
des Himmels“ (8. Aufl. 18805 —87, beste populäre Dar—
stellung der Astronomie) u. a. — Sein Sohn Karl von
dz., geb. 18. Juli 1811 zu Kasan, gest. als Direktor der
Wiener Sternwarte 16. Nov. 1877 zu Venedig.
Lituiten (Iatuites Breyn), Nautilidengatta, wichtige
Leitfossilien des Silurs, ree zwischen den (ge⸗
radlinigen) Orthozeratiten und dem (aufgerollien) Nautilus

Liturgie (grch. leiturgia, „Leistung“), bei den
ithenern gewisse bon den Bürgern auf eigene Kosten
ibernommene oͤffentliche Dienstleistungen; im kirchlichen
Sprachgebrauch die Formulare für die gottesdienstlichen
dandlungen, in der kath. Kirche enthalten im Breviarium
Zomanum, Missale Romanum, Rituale Romanum, Popificale
 Romanum, Ceremoniale episcoporum; in den
waug. Landeskirchen in den Kirchenordnungen und Agen—
den. Liturg, der die L. ausführende Geistliche; Liturgik,
die Wissenschaft vom gottesdienstlichen Ritual. — Vgl.
Daniel, „Codeéx liturgicus“ (1847-55); Probst (1870
1. 1893); Thalhofer, „Handbuch der kath. Liturgik“ (2 Bde.
887 983); Rietschel (prot.), „Lehrbuch der Liturgik“
1898 fg.); Maltzew, Die L. der orthodor-kath. Kirche des
MNorgenlandes (1804 fg.).
Liturgische Gewaͤnder, Kleidungsstücke der kath.
Zeistlichen bei den verschiedenen gottesdienstlichen Handungen,
 der spätröm. Trächt entstammend. (S. auch Meß—
ewand.) — Vgl. Braun (18098).
Lituus (lat), im alten Rom der oben erginee
Stab der Auguru, mit dem sie den heiligen Bezirk für
die Vogelschau abgrenzten; auch ein ähnlich nln
iltröm. Kriegsmusikinstrument. ltiewicz.
Litwos, Pseudonym des poln. Schriftstellers Sien—
Litze, Schnur, Borte zu Besatz an Kleidern (Uni—
ormen); ein aus mehrern Fäden zusammengedrehter starker
Faden, deren mehrere ein Seil oder Tau bilden.
Litzenbrüder, in norddeutschen Städten die Ballen—
nder, Packknechte, Abläder ꝛc.
Litzeumaschine, s. v. w. Klöppelmaschine.
Litzmann, Berthold, Literarhistoriker, geb. 18. April
857 in Kiel, seit 1892 Prof. in Bonn; begründete die
Theatergeschichtlichen Forschungen“ (Bd. 1219, Hamb.
891 1802), schrieb: „Friedr. Ludw. Schröder“ (2 Bde.,
bd. 1880 -94), „Das deutsche Drama in den literar.
Bewegungen der Gegenwart“ (4. Aufl., ebd. 1807) „Clara
Schumann“ (Bd. 1, 2. Aufl. 1903; Bd. 2, 1905), „Der
zroße Schröder“ (1904) u. a.
Liudger (udger), Heiliger, geb. um 744 in Fries⸗
and, in Hork unter Alkuin gebildet, wirkte als Missionar
inter seinen Landsleuten, erster Bischof von Münster (um
305), gest. 26. März 809 zu Billerbeck. — Biogr. von
Liudprand, s. Liutprand. [Enz (1893).
Ziu⸗kiun (Riu⸗kin, Liku⸗-kiku, Liu⸗tschin, Lu⸗tschu),
zuselgruppe (55 Inseln) im Stillen Ozean arte Ost⸗
sien I, nordöstl. von Formosa, das japan. Ken Okinawa
ildend, ohne die Linschoteninseln 2420 qkm, (1898) 453 560
5. (Mischvolk aus den eingeborenen Malaien mit Chi—
rnesen und Japanern); aus drei Gruppen, den Sanbok-,
Tsjusan⸗- und Sannaninseln bestehend; Hauptinseln Oki—
iawashima oder Groß⸗L. mit dem Handelsort Nawa, Ama—
nioshima (805 4kxm; mit Hafen Amamioshima) und Ishi—
gakli (216 4xm). 1872 Japan einverleibt.
Linutprand (Liudprand), König der Laugobarden, 712
7744, deren Macht unter ihm ihre Höhe erreichte. —
Bgꝗl. Martens (1880).
Liutprand (eiudprand), Geschichtschreiber, aus lango—
ard. Geschlecht, bis 965 am Hofe zu Paviag, dann Kaiser
Dttos I. 962 Bischof von Cremona, von Kaiser Otto J.
diplomatisch verwendet, gest. um 872; seine Schriften
Antapodosis“, „Gesta Ottonis“, „Legatio“) wichtige
Zuellen zur Zeitgeschichte (gg. von Dümmler, 1877; Aus⸗
v deutsch von K. von der Osten-Sacken, 2. Aufl. 1890).
iva, s. Liwa.
Livadia, das alte Lebadẽa, Hauptort des griech. No⸗
nos Böotia, WVge 8476 E.; Handel.
Livadia, kaiserl. russ. Lustschloß bei Jalta (s. d.).
Liven, Rest eines einst größern Zweigs des finn.
Stammes an der Nordküste von Kurland; soil ausgestor⸗
en sein. — Vgl. Sjögren, „Livische Grammatik“ (1661);
Waldhauer, „Anthropologie der L.“ (1879).
Livens, Jan, enn Maler, s. Lievens.
Livenza, schiffbarer Fluß in Venetien (Italien), ent⸗
pringt am Monte Cavallo, mündet nach 115 km bei
Taorle in das Adriat. Meer.
—A
dancaster IKarte: Großbritannien und Irland 1,8
u. 9), am Mündungstrichter des eo in das Irische
Meer, (1904) 723430 E.; Universität, Technische Schule,