Sternwarte; nach London größte Handelsstadt, erstet See⸗
hafen ss. Beilage: Europal Großbritanniens, mit den
en Fcdritsdten Englanos durch Kanäle und Schie⸗
sensirünge, mit dem gegenüber liegeüden Birkenhead durch
en eeel umer dem Hersey verbunden, erster Baum—
wollmarkt der Welt, wichtiger Auůswanderungsplatz. — Val.
Dorn, Seehäfen“, Bd. I(18082).
Siberpobl (spr. liwwerpuhl), Charles Jenkinson,
Baron Hawlebbury, Graf von, brit. Staatsmann, geb.
ib Wa a in ver Graffch. Orford, 1772783 Mit.
züed des Winisteriums North, unter Pitt 1788 Kanzler
des Hzgt. Lancaster, 17860— 1802 Präsident des Han⸗
delsamtes, gest. 17. Dez. 1808. — Sein Sohn Robert
Banks Jentinson, Graf von 8. geb. J. Juni 4770, unter
Addington Minister des Außern, spüter des Krieges und
der lenen, 18046 und, 18078 Minister des In⸗
nern, 1800 des Außern, 1812227 als Lord⸗Schatzkanzler
an der Spitze des Kabinetts, gest. 4. Dez. 1828. — Val
Honge (3 Bde. 1868).
Lsberpool⸗Leeds⸗Kanal, sLeeds.
Tiberfedge Epr. liwwerseddsch), Stadt in der engl.
graffch. Hortshire (West Ridings, (1001) 13978 E.;
Eisenhutten, Baumwollmanufaktur, Zeahtieherei.
Livia Srusitia, dritte Gemahlin des töm. Kaisers
Augustus nach ihrer Scheidung von Tiberius Claudius
Recb (838 b. Chr), dem sie den Tiberxius und Drusus
geboren, übte auf ihren Gatten großen Einfluß und wußte
hrem Eohne erster Ehe, Tiberius die Nachfolge zu sichern;
gest. 29 n. Chr. 86 J. alt. — Ihre Enkelin Livia Julia
Livilla), Tochter des Drusus, beseitigte 28 n. Chr. mit
Sejanus ihren zweiten Gemähl Drusus, des Tiberius
Sohn; ward 31 hingerichtet.
Livid (at), blessarbig,fahl.
Sipigno (spr. winnjo), Valle di, deutsch Welsch-Livi.
nen, die obere Talstufe des Spöl (Nebenfluß des Inn) in
her ital. Prov. Sondrio. Die Gemeinde 8. (18001) 371 6.
Livigno⸗Alpen (spr. winnjo), westl. Teil der Spöl⸗
alpen (mittleret Teil der Rhätischen Alpen), in der Cima
ʒi —D— 3439 m hoch; Piz Languard 83266 m.
Liviila, s. Livia Vrusilla.
Sibinaillongo, Pieve di, ital. Name von Buchenstein.
Zivinental, deutscher Name der Täler Leventina (s. d.)
ind Livigno (s. d.).
Livingston ispr. liwwingst'n), Hafen in Guatemala,
in der Mundung des Rio Dulce in das Karibische Meer,
1883) 1978 E.; Ausfuhr.
Livingstone (spr. liwwingst'n), David, Afrikareisender,
geb. 10. März 1813 zu Blanthre bei Glasgow, ging
1840 als en nach Südafrika, entdeckte 1849 den
See 8 gelangte 1831 bis zum Liambai (dem obern
Sambesi), drang 1852 — 656 über die Wasserscheide des
Sambesi und Kassai über Kassansche nach Loanda und
durchreiste dann den Kontinent von Loanda bis Queli—
mane, wobei er Nov. 1858 die Viltoriafälle des Sambesi
entdeckte. Nach England zurückgekehrt, schrieb er „Missionary
 travels“ (1887; deutsch 1868). Auf seiner vierten
Reise, 1888 — 89, auf der ihn sein Bruder Charles 8
vegleitete, befuhr ear den Schire und entdeckte (1868) den
Shhirwa⸗ und' Njassasee. 1864 heimgekehrt, schrieb er
„Narrative of an expedition to the Zambesi“ (1865;
deutsch 1866). Zum brit. Konsul für Innerafrika ernannt,
drang'er 1867 den Ropuma aufwärts bis zum Lande des
Kasembe, entdeckte 1868 den Bangweolosee, hefuhr 1868
den Tanganfika, entdeckte bei Naangwe den Lualaba, wurde
1871 von Stanley in Udjidji aufgefunden, hereiste mit
diesem den Tangamikasee und begleitele ihn 1872 nach Un—
sanjembe, brach don hier wieder nach dein Reich des Ka⸗
embe auf, statb aber i. Maf 1878 im Dorfe Tschitambo.
8 Leiche wurde 1871 in der Westminsterabtei in Lon—
beigesebt. — Vol. Blackie (deutfh, 2 Bde. 1881),
arth . Aufl. 1881) Noel (engl, neue Aufl. 1895), Stan—
de ich fanb⸗ (8. Aufi. 1881).
ud vingstonefalle (spr. liwwingst'n), 32 größere Wasser⸗
fä 7 untern Kongo, oberhalb Bonia.
div ast onegeslrge (pr. liwwingst'n), gewaltiger
irgaste in Deutsch-Ostafrika, im — des Riassasees,
* —————
as vistons R. Fr., Palmengattg, im, trop. Ost—
en, Malaiischen Archipel und in Ausiralien. L. si-39



Lije

aensis R. Br. (Datapia borbonsos Lam.), niedrige Schirmalme
 in China und auf Reunion, s. Latania. Außerdem
verden kultiviert L. olivitkormis Mart. aus Java und L.
rotundifolia a., die Saribupalme von den Molulken.
Livius, Titus, röm. Geschichtschreiber, geb. 890 v, Chr.
zu Padua, gest. daf. 17 n. Chr,, verfaßte eine durch kunst⸗
holle Darstellung ausgezeichnete röin. Geschichte von der
kErbauung Roms bis zum Tode des Drusuͤs (0 v. Chr.)
n 142 in Dekaden zerlegten Büchern; 35 (1 -10, 21 -46)
ind erhalten. Ausgaben von Weißenborn (1854 u. ö.),
MNadvig und Ussing (4. Aufl. 1886 fg.) u. a. Übersetzungen
on Heussinger, e Gerlach. — Vgl. Soltau (1897).
Livius Andronicus, Lucius, röm. Dichter im 8.Jahrh.
v. Chr., ein Grieche aus Tarent, Begründer der röm. Lite⸗
ratur. Fragmente gesammelt in Ribbecks „Scaenicae Ronanorum
 possis fragmenta“ (8. Aufl. 1887898).
Livland, russ. Gouvernement an der Ostsee, nach den
diven (s. d.) benaunt, 47 030 qkun, 1299 368 meist luth. E.,
im SW. Letten, im NO. Esten (die Dorfbewohner, zusam—⸗
nen 83 Proz.), in den Städten Deutsche (Adel und Bür—
gertum, 7,8 Proz.) und Russen (Beamte und Kaufleute);
ziel Wald und Getreidebau; zerfällt in 9 Kreise; Haupt—
tadt Riga, L. wurde durch Lübecker Kaufleute 1158 be—
'annt. Bischof Albrecht gründete Riga und 1202 den Or—
)en der Livländ. Schwertritter, der sich späͤter mit dem Deut⸗
schen Orden verband und ganz L., Kurland, Semgallen
ind Estland unterwarf; 1661 wurde L. poln. Schutz⸗
orovinz, 1660 kam es an Schweden, 1721 an Rußland.
877 18085 Russifizierung und Unterdrückung der Selbst⸗
erwaltung. — e von Seraphim (1906 fg.).
Livno, auch Ljeono oder Chljevno, Bezirksstadt im
Isn. Kr. Travnik, an der Grenze von Dalmatien, (1895)
Livonia, lat. Name für Livland. [B3273 E.
Livorneser Huhn, s. Leghorn.
Livorno, Hafenstadt ss. Beilage: Italien] in der
nittelital. Prov. S. (345 qm, 1906: 124348 E.; Tos⸗
ana), am Mittellünd. Meer und an einem Kanal zum
Urno, (1901) 98321 E.; bedeutender Handelsplatz; Ma—
ineakademie; Industrie (bes. Schiffbau).
Livre (frz., spr. lihwr), franz. Silbermünze zu 20
Sous; L. tournois (spr. turnda), bis 1796 Einheit des
ranz. Münzsystems (80 Frs. — 81 L. tournois); 1.
parisis — ip L. tournois; beim alten franz. Mark—
Jewicht war die L. — 489,6 8, beim Medizinalgewicht
367,1 g; die L. usuelle (1312-89) ⸗ 600 8. —
2. Sterling, s. v. w. Pfund Sterling.
Livree Erz.), in Frankreich früher die Mäntel u. dgl.,
ie der König bei besondern Festlichkeiten den Banner—
erren und Rittern darreichte; jetzt die von der Herr⸗
chaft gelieferte Bedientenklleidung.
Livreeraupe, die Raupe des Ringelspinners (s. d.).
Liwa (Eiva, türk.), früher Unterabteilung eines Wi—
ajets oder Ejalets, jeyt Sandschak genannt; auch s. v. w.
Brigadegeneral.
iwadija, kaiserl. xuss. Lustschloß bei Jalta (s. dy).
Liwale, Militärstation im Bez. Kilwa von Deutsch—
Istafrika. [Sosna, 20821 E.
Liwnhy, Kreisstadt im russ. Gouv. Orel, an der
Lixurion, Stadt auf Kephallenia, s. Leruri.
dizard Head (pr. lis'rd hedd), engl. Vorgebirge,
o. w. Landsend (s. d.).
Lizentiat, an der mittelalterlichen Universität einer,
er die Iicentis docendi (lat.), d. h. die Erlaubnis zu
echren erlangt hat; alademische Würde zwischen Bakkalaureus
ind Doktor, jetzt nur noch in der theol. Fatultät üblich.
Lizenz (lat.), Exlaubnis, Erlaubnisschein; Vergünsti⸗
ung, Freiheit; in Klöstern Dispensation von einem be—
lehenden Gesetz; in England und Fraukreich Abgabe (Lizenz⸗
teuer) von dem Betriebe eines nichtfreien Gewerbes (bef.
Schankwirtschaft). Im Patentwesen die Erlaubnis, die der
Inhaber eines Patents einem andern erteilt, die Erfindung
ür sich gewerblich zu benutzen. Lizenzen oder Freibriefe,
ur Zeit der Kontinentalsperre unter Napoleon J. aus—
ahmsweise gewährte Erlaubnis zum Seehandel.
Lizitation (lat.), öffentliche Versteigerung; Lizitänt,
etender; lizitieren, auf etwäs bieten; versteigern.
Ljachowsche Inseln, s. Neusibirische Inseln.
Liesch, europ.-türk. Stadt, s. Alessio.
Lievno, bosn. Stadt, s. Lipno.