Loki (Lote), in der nordischen Mythologie der Gott
des Feuers, du inr Virnigtung und des bösen Prinzips
dämonischer Herkunft, hält q uͤber bei den Göttern auf,
befreundet mit Odin, veranlaßt duͤrch seine List den Tod
Baldrs, liegt dann in Fesseln bis zum Weltuntergang, bei
dem er im, Kampfe mit Heimdall füllt. Seine Kinder
ind Hel, die Midhgardsschlange und der Fenriswolf.
Lokiet (spr. tick), poln. Elle S O,prs, in Galizien
Lokkum, Stift, s. Loccum. 0xos m.
LTokman, sagenhafter arab. Weiser der Vorzeit, von
den diele Sprüche angeführt werden, Die um das 13. Jahrh.
entstandene, an seinen Namen angeknüpfte Sammlung von
Tierfabeln (uerst hg, von Erpen, 1616.zuletzt pon Deren⸗
hourg, 1880) stammt aus iech. Quellen. Bal. Basset
(frauz. 1890). slonie Nordnigeria.
Loko, Handelsplatz am untern Binue in der brit. Ko⸗
Lokodscha, Ortschaft gegenuüͤber der Müundung des
Biue n den diger in der brit. Kolonie Nordnigeria,
38000 standige E. militür. Hauptquartier.
LSokomobile (lat., „vom Orte beweglich“), fest mit
hrem Dampfkessel verbundene, auf demselben aͤngebrachte
Dampfmaschine, auf beweglicher Unterlage, ohne gemauerte
Fundamente, welche in seiriebsfaͤhigem Zustande trans⸗
portiert werden kann. Man unterscheidet fahrbare L.
die duf einem Wagen montiert und hauptsächlich in der
Landwirtschaft benuht werden, nud nicht fahrbare (Halb⸗e
Tafel: Dampfmaschinen, 6s). In neuerer Zeit werden
auch die rascher in Betrieb zu fetzenden Petroleum⸗ und
Spiritusmotoren statt der Daͤmpfmaschine zu L. verwendet
Lokomotive (lat. „vom Orte bewegend), auch Dampf
wagen, eine Maschine, die sich selbst fortzubewegen und dabei
ihr angehängte Lasten zu ziehen imstande ist hierzu Tafeln
doto ntiben T'u. 13 ste besteht aus eineun Dampf—
kessel und einer Dampfmaschine, die beide mit einem auf
Ruͤdern gelagerten Gestell Rahmen) fest verbunden sind.
Die ———— der an beiden Seiten des Rahmeus
liegenden Dampfzylinder sind durch Kreuzkopf, Pleuel—
stange und Kurbel nut der Achse der beiden Treibräder
erbanden, wodurch diese bei jedem Kolbenspiele in Um—
drehung versetzt und die 8. vorwärts bewegt wird. Den
d., die auf gewöhnlichen Straßen fahren sollen (Straßen
c), gibt man sehr breite Räder und geringe Fahrgeschwin⸗
digkeit; die Eifenbahn -8. im allgemeinen e— L
genannt, müssen zur Beförderung größerer Lasten mit großer
Geschwindigkeit ge die Räder eine sichere Führung durch
ciferne oder stählerne Schienen (Gleise) erhalteun. Vie ersti
brauchbare L. wurde 1828 von George Stephenson bei Ge⸗
legenheit eines Koukurrenzfahrens in Englaund vorgeführt
er hatte, um die zur schnellen Fahrt nötige Dampfmeugt
zu erzeugen, seine L. mit einem Heizröhrenkessel ausge—
rüstet und die Feuerung mit künstlichem Zug versehen, indem
er durch das Blasrohr in den Schornstein einen Dampf⸗
crahl kreten ließ, der die Luft durch den Rost ansaugte
(vgl. Strahlapparate); außerdem waͤr die Maschine mit
Anisteuerung zum Vorwärts- und Rückwärtsfahren ver—
sehen. — Einrichtungen zeigen auch noch die mo⸗
dernen L. — die in neunerer Zeit immer höhern An—⸗
forderungen an ugkraft und Geschwindigkeit der L. sind
diese immer größer und schwerer geworden; umn gleichzeitig
den Dampf möglichst auszunutzen, hat man sie mit Ver⸗
bundmaschinen versehen, fog. Verbund⸗ oder Compound⸗L.
bei denen der Dampf in vbeiden Zylindern nacheinanden
erpandiert und die in neuester Zeit sogar mit vier ——
ausgerüstet sind. Zur exhöhten aest wendet man
neuerdings Heißdampf (uͤberhitzten Dampf) an. 8. für
Schnellzuͤge erhalten sehr große Treibräder; bei solchen
für schwere Guͤterzůge werden mehrere Achsen der L. von
der Treihachse aus durch Kuppelstangen augetrieben. Di
ür eine bestimmte Fahrzeit nötige Waffer⸗ und Breunstoff⸗
— die d. in inen angehängten Tender mit sich
d der sog. feuerlosen L. ist die Feuerung dadurch ent⸗
—5 daß dem Kessel hochüberhigtes Wasser aus einem
a wubren Kefsel eingefuͤllt wird. Bei den elektr. und Petro⸗
tritt au Stelle der Dampfmaschine ein Elektromotor
n deluweneten sElelir. eigen Tafel: Eise nbahn—
ee Tes und Tafelt Berghan J.7.) Augh Drudluft
g einzelnen Faͤllen stati des Dampfes zum Antrieb.
Sizo motivgührer, Eisenbahnbeamte, die aus den
rn der Keuneien sincn bervorgehen; sie be—

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Lom
uchen eine Heizerschule und werden nach Prüfungen Hilfsanun
 wirkliche v. BVgl. Tesch und Holzbecher (9. Aufl.
903), Brosius und Koch (5 Bde., 10. Aufl. 1802).
Lokomotivtilometer, s. Eisenbahneinheiten.
SZorkomoliveran, ein auf einer Rangierlokomotive
ontierter Drehkran Tafel: Lokomotipen I, 14].
Lokotenent 2 Stellvertreter, Statthalter.
Lokrer, s. Lokris. *
Lokri, alle Küstenstadt Unteritaliens, nördl. vom Vor⸗
ebirge Zephyrion, daher gewöhnlich L. Epizephyrli genannt,
zon ozolischen Lokrern gegründet.
Lokris, zwei Landschaften im alten Hellas, bewohnt
von den Lotrern, die vozolischen am Korinthischen, die
puntifchen und epiknemidischen am Eubdischen Meerbusen.
Lokstedt, Dorf im preuß. Reg.«Bez. Schles⸗
vig, (1900) 3909 E.
Lokundsche, Fluß in Kamerun, mündet füd⸗
hvon Kleinbatanga; schiffbar von Bipindi an
Lokupletieren (lat.), bereichern.
Lokus, s. Locus.
Lokustbaum, s. Hywensaes.
Lolch, Pflanzengattg., s. Lolium.
Loligo, s. Kalmar.
Lolium L., Lolch, Pflanzengattg. der Grami—
ieen. Ausdauernder Lolch (Wiesenlolch, engl.
Raigras, L. perenne L.) und ital. 8. (L. itaioum
 A4. Br.), gute Futkergräser, auch zur An—
age von Rasenplätzen geeignet. Tanmellolch
Tollgerste, Twalch, D. tewulentum L. [Abb.
072)), läftiges Unkraut, bes. unter Gerste und 072
hafer, mit narkotisch-giftigem Samen. v8
Lonand, dan, Insel, . Laaland. ol
Lollharden (ollarden, vom niederd. lollen, lullen,
. i. leise singen) Volksname einer um 1800 zu Antwerpen
gestifteten religiösen Genossenschaft zur Krankenpflege uud
Leichenbestattung, nach ihrem Heiligen Alexius Alexiauer,
Alexiusbrüder, von ihren Zellen Zelliten genannt; von
der Inquisition verfolgt, wurde der Name L. allmählich
um Spottnamen für Ketzer, so in Enaland für die An—
zänger Wiclifs.
Lolli, Giambattista, ital. Schachspieler, Verfasser der
Osservazioni teorico-pratiche sopra il ginoco degli
Hacohi“ (1763; deutsch u. d. T. „Angstasia und das Schach⸗
piel“, 8. Aufl. 1831), des erlien klassischen Werks über
as Schachspiel.
Löllingit, Mineral, s. Arseneisen.
Lolo, Eingeborene in den chines. Provinzen Sze⸗tschwan
end Jün-nan; zur tibetobirman. Sprachfamilie gehörig,
Lolodorf, Station im S. der deütschen Kolonie Ka—
merun, am Lokundsche, etwa 500 mü. d. M.
Loin, zwei r. Nebenflüsse der Donau in —
der eine muͤndet bei Rustschut, der audere bei dem bulgar.
Bezirksort L. oder Lom-Palanka (s. d.).
Lom, Fluß in Kamerun, s. Sanaga.
Lomami.1)8. auch Boioto oder Lubilasch, l. Nebenfluß
des Kongo, 1200 xa lg., vereinigt mit dem Lukassi schiff⸗
bar, muͤndet aen der Stauleyfälle. — 2) 8. oder
Lubefn, r. Nebenfluß des Sankuru.
Loman, Abraham Dirk, holläud. Theolog, geb. 16.Sept.
828 im Haag, seit 1877 Prof. in Amsterdam, gest. das.
i8. April 1897, begründete eine neue Schule der theol.
dritit, die leine der Schriften des N. T. mehr als aposto⸗
afch anerkennt. Hauptschriften: Quaestiones Paulinae“
I88afꝗ.), „Symbol en werkelijkheid in de evangelische
eebiedons“ (1880), „Paulus en de Kanon“ (1886);
jab heraus: „Altniederländ. Volkslieder“ (2. Aufl. 1894).
Lombars, Leihhaus (s. d.), Leihbank, so genannt, weil
ich früher neben Juden bes. Lombarden mit Afsteaen
ee Lombardgeschäft, Darlehnsgeschäft bes. von Bank—
ustituten WLombardbauken) gegen Unterpfand von Wert⸗
‚apieren ec. Der Lombardsiusfußz ist regelmäßig e bis
Proz höher als der jeweilige Diskontsatz. Lonbbardieren,
Heleihen, verpfänden.
Lmibard, Joh Wilh., preuß. Diplomat, geb. 1. April
767 in verlin, 1792 Kabinettssekretär Friedrich Wil—
selns 1T., unter Friedrich Wilheln II. 180026 Geh.
Kabimeltsrat, neben Haugwitz Hauptträger des polit. Sy—
tems und der Kabinettssregieruug, gest. 28. April 1812
n Kizza. — Val. Hüffer (1391)