Lom

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Lombardei, Land saast in Oberitalien, nördl. vom
Po, wischen Ticino und Mincio, benannt nach den Lango⸗
harden; früher als Teil von Gallis cisalpina röm. Provinz,
176 von Odoaker, 483 von den Ostgoten, 553 von den
Griechen, 8608 von den Langobarden, 774 von Karl d. Gr.
robert, im Mittelalter in viele kleine Republiken und
Herzogtümer als deutsche Lehnsstagten zerfallend, von denen
Nantua und Mailand 1714 an Osterreich kamen und die
ͤsterr. L. bildeten; 1797 — 1802 gehoͤrte die L. zur
Zisalpinischen, bis 1805 zur Ital. Republik, bis 1814
sum Königr. Italien; dann bildete es, mit Venedig
dereint, als Lombardisch-Venetian. Königreich einen
Teil der österr. Monarchie, bis 1859 der größere Teil,
1866 der Rest (Venetien) an Italien kam. Das gegen⸗
wärtige Compartimento 8., bestehend aus 8 Provinzen:
Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Mailand, Mantua,
pᷣar a, Sondrio, 24088 qkm, (1008) 4482 009 E.
Lombardgeschäft, lombardieren, s. Lombard.
Lombardische Alpen, Teil der südl. Kalkalpenzone
der Ostalpen, vom Lago Maggiore bis zum —* und
Val Camonica; zerfallen in Luganer und Bergamasker
Alpen (bis 3037 mm hoch), getrennt durch den Lago di Lecco.
Lombard Street sspr. striht), Straße in der City
don London, Sitz großer Banken, daher in übertragenem
Sinne Bezeichnung für den engl. Geldmarkt überhaupt.
Lombardus, Petrus, Scholastiker, aus der Lombar⸗
dei, Schüler Abaͤlards, 1169 —60 Bischof von Paris, gest.
20. Juli 1164, sammelte und erklärte in seinem Haupt⸗
wert Sententisrum libri IV die dogmatischen Aus—
spruche der Kirchenväter und schuf damit das im Mittel⸗
alier maßgebende Lehrbuch der kirchlichen Dogmatik; da—
nach MNagister sententiarum, seine Schüler Sententiarier
—
Lombok, Linc der Kleinen Sundainseln, durch die
Lomðvotstraße (floristisch⸗efaunistische Scheidelinie) von Bali
Jetrennt, vulkanisch, mit dem 3760 m hohen Vulkan Rin⸗
zchani, 4692 qkx, 327 200 mohammed. E,; Hauptstadt
Mataram, Haupthandelsplatz Ampenam; mit Bali (s. d.)
die niederländ. Residentschaft Bali und 8. bildend.
Lombröso, Cesare, ital. Mediziner und Anthropolog,
eb. 1836 in Verona, 1862 Prof. der Psychiatrie in Pavid,
—** in Turin, bekannt durch seine Forschungen und
Theorien über Geisteskranke, Verbrecher u. a. (s. Kriminalanthropologie).
 Deutsche Asesune seiner Schriften:
Der Verbrecher in anchropol. z35. Beziehung“ (8 Bde—,
iss7 ⸗ 865),Der geniale Mensch“ (1880), „Der polit
Verbrecher uͤnd die Revolution“ (nit Laschi, 2Bde.,1892),
eeee (1884), „Die Anarchisten“ (1885),
KFerker⸗Palimpseste“ (1898), „Die Ursachen und die Be⸗
sampfung des Verbrechens“ (1902) u. a. — Bgl. Kurella
1888), Sernoff (deutsch 1896), Leggemann (1889).
Lome, Militaͤrstativn, seit 1897 Hauptstadt (seit 1005
eigener Bezirk) des deutschen Schutzgebietes Togo, an der
Stlavenküste, am Golf von Guinea, (1905) 8879 E.,
darunter 90 Weiße; Dampferstation, Landungsbrücke
cepre — BVgal. Seidel (1898).
omenie de Brienne (spr. nih de brienn), Etienne
Tharles de, franz. Kardinal und Minister, geb. 1727 zu
Paris, unler Ludwig XVI. 1787 Generalkontrolleur der
Finanzen, 1788 Premierminister, berief 1788 die Reichsstande,
 leistete 1780 den Eid als konstitutioneller Priester
—V —
Sein Bruder Athanase Louis Marie de L., Graf von
Brienne, 1787 sri niser Mai 1794 guillotiniert.
Lommatzsch, Stadt in der sächs. Kreish. Dresden,
am Köppritzbach, in der fruchtbaren Lommatzscher Pflege.
1905) 4143 E. — 2634 m.
Lomnitzer Spitze, zweithöchster Berg der Hohen
Lomond, Ben8. (spr. lohm'nd), Berg in der schott.
Frafsch. Stirling, 973 m. Euͤdl. der Loch 8. (spr. loch),
der größte See KGroßbritanniens, zwischen den schott. Grafsch.
Stirling und Dumbarton, 88 qkm, bis 192 mm tief, mit
30 Inseln, fließt durch den Leven zum Elyde ab.
Lomoiossow (spt. soff), Michail Wassiljewitsch, russ.
Dichter und Gelehrter, geb. 19. Nov. 1712 zu Denissowka
Archangelsl), stüdierte 173880— 40 in Deutfschland, 1741
Prof. der Chemie zu AU gest. 15. April 1766,
begrundete in seiner „Grammatit Rhetorik“ u. a. die
deurafs. Literatursprache. dichtete Oden. Dramen, ein Epos.

hrieb Naturwissenschaftliches, Historisches. Neue Ausg.
ner Werke 1801098. — Biogr. von Biljarflij (1868).
Tomont, Montagnes du 8. (spr. mongtaͤnnj dü lo⸗
nong), Höhenzug mit dem Fort L. im S. von Belfort.
Sm⸗Palanka, Lom, Bezirksort im bulgar. Kr. Vidin,
in der Mündung des westl. Lom in die Vonau, (1801)
0115 E.; Handel.
Lompenzucker, s. Bastern und Zucker.
domfha Efpr. -scha), Gonvernement in Ruff.-Polen,
m R. an Ostpreußen grenzend, im Gebiete des Narew und
Zug, sumpfig und waldreich, 10561 qkm, 679 892 E. — Die
festigte Hauptstadt L., poln. Lomn, am Narew, 22 428 E.
onamnum, lat. Name von London. — L. Gothörum,
dund.
Sondon (spr. lönnd'n), Hauptstadt des Brit. Reichs
Karte: Großbritannien ünd Irland L 1186, 12)],
rößte Stadt der Erde und Mittelpunlt des Weltver⸗
ehrs, an beiden Ufern der Themse, 75 km oberhalb ihrer
Mäündung, in den Grafsch. Surrey, Kent, Middleser und
ksser, hat als Grafschaft (Administrative County of L.
der Juner L. oder Registration L.) ca. 302 — — *
8 — 1836841 E. (fast 14 Proz.
der Gesamtbevölkerung von England und
Wales), als Polizeibezirk (Metropolitan
ind Gity of L. Poliee Districts) oder
Freater L. 1795 qk, ca. 6581 600 E. i
die Grafschaft L. ist in 29 Metropolitan⸗
Ienahs inde 28 Parlamentẽboroughs ge⸗ 1078. London.
eilt; die Bevölkerung wohnt in ca. 660 O00 Häusern. Stadt⸗
eile: Am Nordufer die City, Geschäftsviertel mit der
zank of England, der Amtswohnung des Lord Mayors
Mansion House), dem Generalpostamt, Börsen, Buch⸗
sandlungen; nach Schluß der Geschäfte fast menschen—
eer. Von hier im W. der Strand und Coventgarden
nit zahlreichen Theatern, dann südwestl. Westminster mit
sem Parlament, den Ministerien und der Abtei, nördl.
avon die vornehmen Straßenviertel von Pall Mall,
segent Street, Piccadilly u. a., an welche sich nordwestl.
ind westt. Hyde Park und Kensington anschließen. Am
isti. Ende der City der Tower; im O. und NO. des⸗
elben Eastend mit dem start bewohnten, aber armen
Whitechapel. Das Südufer der Themse rhe ge⸗
aut, meisi industrielle und kommerzielle Anlagen. Wichtige
Stadtteile sind Battersea, South Lambeth, Vaurhall,
deptford, Greenwich u. a. Etwa 1600 Kirchen und Ka—
ellen (5o röm.»tatholische); die schönste die St. Paulskirche
1675 21710 erbaut, drittgrößte christl. Kirche, 152 in
g., 76 mubr., ohe der Kuppel 110 w); erwähnens⸗
vert ferner St. Mary le Boiw, St. Stephen, West—
ninsterabtei (in ihrer jekigen Gestalt aus dem 18. Jahrh.)
u frühgot. Bauart, Rationalheiligtum und Ruhmes—
alle mit den Gräbern und Denkmälern engl. ine und be⸗
hmter Briten. Dentmäter: Albert Memorial, Richard
dwenherz (Reiterstandbild 1633); Marmorstatue der
hnigin Anna, Nelsonsaule (44 m; 1843); Norksäule, West⸗
ninflersäule; Nadel der Kleopatra (21 ). Parts: Hyde
hark Kensington Gardens, Green Park, St. James, Vickoria
Zart (117 Aa) und am Südufer Battersea Park. Die welt
ichen Bauten sind im allgemeinen hervorragend;
im schönsten das spätgot. Varlamentsgebäude mit West⸗
ninstechall (1840 52 für 8 Mill. Pfd. St. erbaut; 1100
zimmer, 3 Tuͤrme); ferner erwähnenswert das Rathaus
Guildhall, 1411 -18 erbaut, mit den Riesenfiguren Gog
ind Magog), der Temple (1572), Somerset House, jetzt
Sitz von Staatsbehörden, Marlborough House (1710),
dambeth Palace (teilweise aus dem 13. Jahrh.); endlich
ie königl. Paläste: St. James und Buckingham Palace,
ehterer 1826 erbaut, jetzige Residenz mit kostbaren Staats-—
 und Gemäldesammlungen, und das schöne
Nini an ne der Public Offices. Brücken: Die
isteste die London Bridge; 5 Eisenbahnbrücken; Themse⸗
unnel (der erste 1828 —42 erbaut): Tower Bridge
1886 -94 erbaut).
Verwaltung. Seit 1888 bildet L. eine von 1 Vor—
tzenden, 19 Äldermen und 118 Räten verwaltete Graf⸗
haft; Vhinde Verwaltung unter dem Lord Mayor
at die Cith, welche in 28 Wards zerfällt, deren 26 Vor⸗
teher (Aldermen) jährlich den Lord Mayor aus ihrer Mitte
dubhlen. Höhere Lehranstalten: die Universität, bisher nur