Lore, Eisenbahnwageun, s. v. w. Lori.
Lorelei oder Luͤrlei, senkrecht aufsteigender Fels (200 m)
am Rhein, zwischen St. Goar und Oberwesel, früher den
Schiffern gefährlich, durch sein Echo berühmt (seit 1861
durch einen Eiseubahntunnel durchbohrt); mach der Sage
Sitz einer Nixe, die die Schiffer durch ihren Gesang auů—
lockte, bis sie an dem Felsen scheiterten; volkstümliches
Lied von Heinr. Heine. — Vgl. Seeliger (1898).
Lorenz, Otto, Buchhändder und Bibliograph, geb—
8. Juni 1831 in Leipzig, kam 1858 nach Paris, gest. das.
26. März 1885, Herausgeber des „Catalogue générale
deé Ia liprairio frangaise“ (I1867 fg.).
Lorenz, Ottokar, Historiker, geb. 17. Sept. 1832 zu
Iglau, 1860 Prof. zu Wien, seit 18885 in Jeng, gest. das.
18. Mai 1904; schrieb: „Deutsche Geschichte im 13. und
14. Jahrh.“ ( Bde, 18603-67), „Deutschlands Ge—
schichtsquellen“ (3. Aufl. 1886 —87), „Geschichte des
Elsaß“ (mit Scherer, 8. Aufl. 1886), „Geschichtswissen—
schaft in Hauptrichtungen“ (2 Tle., 1886—91), „Lehrbuch
der Genealogie“ (1898), „Kaiser Wilhelm und die Be—
gründung des Deutschen Reichs“ (1902) u. a.
LEorenzetti, Ambrogio und Pietro, ital. Maler des
14. Jahrh., berühmte Vertreter der Schule von Siena;
von ersterm Madonnenbilder, von letzterm allegorische
Fresken im Palazzo pubblico.
Lorenzo de' Mediei, s. Medici.
Lorenzo Marquez (spr. mahrkes), Distrikt und Ort
in Portug.-Ostafrika, s. Lourenso Marquez.
Lorenzstrom, s. Sankt Lorenzstrom.
Lorẽeto. 1) Stadt in der ital. Prov. Ancona, un—
weit der Mündung des Musone ins Adriat. Meer, mit
Monte Reale (1801) 7845 E.; im Dome das sog. Heilige
Haus (LDa cçcasa santa), das angebliche Wohnhaus der
Jungfrau Maria, das 1295 von Engeln nach L. gebracht
worden sein soll; berühmter Wallfahrtsort (jährlich 80 000
Pilger), — 2) Departamento der Republik Peru, 747 296
qkxm, (1886) 100 5006 E. (viele unzivilisierte Indianer);
Hauptort JIquitos.
Loretoschwestern, s. Englische Fräulein.
Lorette oder Kokotte, in Paris Bezeichnung für käuf⸗
liche Franenzimmer.
Lorey, Karl Julius Tuisko, Forstmann, geb. 2. April
1345 zu Darmstadt, 1873 Prof. der Forsiwissenschaft in
Gießen, 1878 in Hohenheim, 1881 in Tübingen, gest. daf.
27. Den 18013; schrieb;: „Handbuch der Forsiwissenschaft“
(2. Aufl., 4Bde. 1903 fg.).
Lorgnette ftz. spr. lornj⸗), Brille ohne Stangen, die
mit einem Handgriff vor die Augen gehalten wird; horgnet
— ——
non (spr. lornjong), Monotel, Augenglas für din Auge.
Lori (engl. Lorrie [Lowry],Mehrzahl Lorries
Lowries]), die oben offenen Eisenbahnguͤterwagen zum
Transport von Kohlen, Sand zc.; für Kohlen gebrauchte
Doppellore enthält meist 200 Zentner.
Lori, zwei jur Familie der Lemuren
gehörige Halbaffen: Schlaut ⸗S. (Ster
gracilis . d. Hoeven [Abb
1075)), auf Ceylon, und Plump⸗
v. (Nycticehbus tardigradus
76 in Bengalen, 3
uf Borneo. eien, s. Loris.
Lori zamile pa Papa⸗ 1076. Schlanklori.
Lorient (spr. rkaͤng). Stadt im franz. Dep. Morbihan,
an der Mündung des Scorff in die Bai von 8. oder den
Mündungsbusen des Blapet, (1801) 44640 E.; Reede,
Flottenstaͤtion, Festung, Sitz einer Seepraͤfettur.
LSorinser, Karl Iguaz, Mediziner, geb. 24. Juli 1786
uu Viemes (Böhmen), 1825 eet in Oppeln, gest.
2. Olt. 1883 in Patschkau (Schlesien), veranlaßte durch
seine Schrift; „Zum Schuß der Gefundheit auf Schulen“
1836; 2. Abbt. 1861) die Wiedereinfuͤhrung des Tur—
nens in den preuß. Schulen 83 sog. Lorinsersche Schul.
streit). Selbstbiogr. (18604), Beck (1800). — Sein Sohn
Franz 8., kath. Theodog, geb. 12. Marz 1821 in Berlin,
seit 1869 Domkapltulat in Breslau, gest. das. 12. Nov.
1393; schrieb: „Die Lehre von der Verwaltung des heil.
Bußzsalraments“ (2. Aufl. 1883)., Das Buch der Ratur“
—J 2. Aufl. 1882 f9.); übersehte Calderon u. a. —
iogr. „Aus meinem Leben“ (2 Bdel 1892), Meer (1894).

9

Los

Loris, Piuselzüngler Triehoglossidao), Familie der
Lapageien; Zunge mit pinselförmiger Spitze und mit zahlreichen
 fadenförmigen Papillen belleidet, Schwana ver⸗
chieden, fliegen en Nahrung meist
Früchte und Blütenfäfte, Australien, Neu—
juinea, Molukken ic. Hierher die Gat—
ung Breitschwauz⸗L. (Domicella), mit
dem Gelbmantel-L. (D. garruia agl.)
und Erz⸗L. (D. atrieapilla Wagl.), beide
cot und grün, die Moluͤkken, Neuguinea ꝛc.
ewohnend, Keilschwanz⸗8. (Gebirgs⸗L.,
Allfarb⸗L., Blauwangen⸗L., Swainsons⸗
b.Trichoglossus Novae-RoliandineGn.
»der haematdödes Wagü), grün, violett,
zelb, rot, Australien. Papuae. (Schweif⸗
ð., Schmuck⸗L., P. papuensis Finscu), rot
ind grün, Neuguinea, die Nestorpapa⸗
zeien (Nestorkakadus, Nestor), Schnabelspitze lang, ge—
rümmt, Faͤrbung trüb (chwärzlich, bräunlich, grünlich), mit
em Kea (GR. notabtlis Gouid sSibb. Ios6 der Lammer
inhackt und deren Blut saugt, und Kaka (N meridiopalis
binsen), beide auf Neufeeland.
Loris⸗Melikow (spr. ckoͤff), Michail Tarijelowitsch,
cuss. General und Staatsmann, geb.“2. Rovp. 1828 zu
riflis, 1877 Befehlshaber der russ· Ärmee in Armenien,
chlug die Türken 15. Olt. am Aladscha⸗Dagh, erstürmte
dars, 1878 in den Grafenstand erhoben; nach dem Atten⸗
at auf Kaiser Alexander I. vom 17. Febr. 1880 an die
Spitze der en Erekutivkommission⸗ gestellt, nahm L.
nach der Thron esteigung Alexanders UI. 1881 feine Ent⸗
assung, gest. 24. Deg 1888 in Nizza. Sein Entwurf einer
stonstikution für Rußland wurde 4893 veröffentlicht.
Lort (plattdeutsch, „Lurch“), Kröte. lmann (s. d.).
Lorm, Hieronynius, Pseudonym von Heinr. Landes⸗
2 Ormie, Philibert de franz. Architekt, s. De VOrme.
Lorne, s. Argyll (Herzogstitel).
Lornsen, Uwe Jens schlesw.-holstein. Patriot, geb.
S. Nov. 1793 zu Keitum auf Sylt, 1830 Landvogt von
Sylt, wegen seiner Schrift Uber das Verfassungswert
n Schleswig-Holstein“ (1830) durch welche er die deutsche
Bewegung daselbst anregte, 1831 seines Anites entfeht gest.
838 in Genf durch Selbstmord. — Vagl. Jansen (1872).
Loröl, s. Vorbeer.
Lörrach, Kreisstadt in Baden [Karte: Schweiz 1,4),
dauptort des Markgräflerlandes, an der Wiese, (1806)
0347 (1905: 9 E., Amtsgericht, Gymnasium.
Bal. Höchstetter (18885).
ge franz. Maler, s. Claude Lorrain.
Lorraine frz. spr. ꝓi Lothringen.
Lorris, franz. Dichter, s. Guillaume de Lorris.
Lorsch, Markfflecken in der hess. Prov. Starkenburg, an
der. Weschnit, (1905) 4480 E. Amtsgericht, Riuinen der
fürstl. Abtei (768 gestiftet, 1621 abgebrannt).
Lortzing, Aldert, Opernkomponist, geb. 23. Okt.
1801 zu Berlin, gest. das. 21. Jan. 1881 als Kapellmeister
am Friedrich-Wilhelmstädter Theater; die beliebtesten seiner
valtecamlig gewordenen Opern: „Die beiden Schützen“,
„Zar und Zimmermann“, „Der Wildschütz“ „Undme“.
„Der Waffenschmied“.
Los, Mittel (Würfel, Zettel, Stäbchen u. dgl.), die
Sntscheiduns einer zweifelhaften Frage durch Zufail zu
zrwirken; in frühester Zeit bes. im Rechtsleben und bei
Weissagungen von Bedentung. Auch die Urkunde über
die Rechte des Spielers beim Spielvertrage.
Los Angeles, Städte in Chile und Kalifornien, s.
Losbaum, — Clerodendron. [Angeles, Los.
Losbriefe, . Lospapiere.
2öschdose, s. Feuerloͤschdose.
Löschen, in der Schiffersprache s. v. w. aubladen.
Löschgranuaten, s. Feuerlöschgranaten.
Löschhorn, Albert, Pianist und Komponist, geb. in
Berlin 27. Juni 1819, Prof. der Musik am königl. In—
titut füt Kirchenmusik daf. gest, das. K. Juni 18008; des.
Etüden für Pianoforte.
Löschpatrone, s. v. w. Feuerlöschdose.
Loschwitz, Dorf in der sächs. Kreish. Dresden, r. an
der Elbe, obherhalb Dresden, (1805) 6286 E., Drahtfeil-Bergschwebebahn
 [Tafel EisenbahnwesenJL10); 1788
⸗87 Aufenthaltsort Schillers im Weinberge Körners.

18V.