Lös
desegend, s. Ranzion.
Loser, Lauscher.
Lösßer, s. Blaͤttermagen.
Löser, Lösertaler, Juliuslöser, große, vom Herzog
Julius von Braunschweig-Lüneburg (1566889) geprägte
Silberstücke im Werte von 2 bis 10 Talern.
Löserdürre, s. Rinderpest.
Loferth, Johann, Historiker, geb. 1. Sept. 1846 in
Fulnek, 1893 Prof. in Graz, schrieb: „Hus und Woclif“
(1884), „Beiträge zur Geschichte der hussitischen Bewegung“
B Hefte, 1878 95), „Reformation und Gegenreforma—
kion in den innerösterr. Ländern“ (1898) u. a.
Losfest, das jüd. Purimfest (s. d.).
Losinseln, kleine Inselgruppe vor der Küste von
Franz.⸗Guinea (Hafen Konakry), 15 4km; 1904 von den
Briten (Kolonie Sierra Leone) an Frankreich abgetreten.
Loskauf, gesetzlich geregelte Befreiung von der Mi—
litärpflicht gegen Erlegung einer bestimmten Geldsumme,
wofür der Staat die Kosten eines Stellvertreters be—
ttreitet; noch jetzt in Belgien gestattet.
Loskiel, s. Kiel. [2946 E., Amtsgericht.
Loslau, Stadt im preuß. RegBez. Oppeln, (1906)
Löslichkeitskoeffizient, s. Lösung.
Losoncz (spr.schonz), Stadt im ungar. Komitat
steograͤd, an der Eipel, 200. 9680 E.
Lospapiere, Losbriefe, Anteilscheine von Prämien⸗
inleihen (s. d.).
Lößß, Diluvialgebilde, ein Lehm mit 5—15 Proz. Vne
jaurem Kalk, selten sandig (Sand⸗L.), umschließt oft Kalk—
donkretionen (Lößkindel), Süßwasserkonchylien und Säuge—
tierreste; meist vom Winde zusammengeweht, seltener in
scosenen Meeresbecken (See⸗L.);
ildet insig Ablagerungen im Rhein⸗, im Donautaäl
bes. aber in China.
Dsnin ) Stadt in der — (1905)
3933 E., Amtsgericht; Strumpf⸗, Baumwoll-, Seiden⸗
industrie, — 2) Ober⸗ und Nieder⸗L. Dörfer
in der sächs. Kreish. Dresden, r. an der Elbe, (1800) 1652
und 4838 E.; Weinbau und Erdbeerzucht.
Lossprechung, J. Absolution.
Lostage, Tage (im ginen 84), die nach dem Volks⸗
zlauben von Einfluß auf die kuünftige Duterung und
usbes. für die Vornahme landw. Arbeiten von Bedeu⸗
ung sind, wie Dreikönigstag, Lichtmeß, Siebenschläfer ꝛc.
Losung, im Kriegswesen]. Feldgeschrei; juristisch s. v. w.
Retrakt; in der Jägersprache die Erkremente des Wildes.
Lösung, Auflöfung, Solution, gleichförmiges, flüs⸗
siges Gemisch von festen, fussigen oder gasförmigen Kör—
pern mit einem flüssigen; bei der L. eines festen Körpers
unterscheidet man die Auflösung (Dissolutio), bei der zu⸗
gleich eine chem. Reaktion siatthat (z. B. Zink in Schwe—
felsäure), und eigentliche L. (Solutio), bei der sich der ge⸗
löste Körper heim Eindampfen unverändert wieder abschei—
den läßt (Kochsalz in Wasser). Die erstere verläuft immer
unter Wärmeentwicklung, die letztere nur dann, wenn sich
der sich lösende Körper zügleich mit dem Lösungsmittel ver⸗
hindet (Kristallwasserbindung), sonst immer unter Abküh—
lung. Die 33 eines Körpers hat eine Marimal⸗
Ppenze gewöhnlich steigt sie bei festen Körpern mit der
Temperakur; eine L. die diese Grenze erreicht hat, heißt
gesättigt, die aufgenommene Menge in 100 Teilen Lösungsmittel
 der Löslichkeitskoeffizient. Übersättigt heißt eine
heiß gesättigte L., die in voller Ruhe erkaltet ist ünd wegen
des Ien eines Anstoßes zur Abscheidung mehr von dem
festen örper enthält, als dem Löslichkeitskoeffizienten ent⸗
spricht; beim Eintraͤgen eines Kristalls scheidet sich der
Überschuß plötzlich ab. Kolloidale 8. sind übersättigte L.
von amorphen, sehr wenig löslichen Stoffen, die sich an⸗
scheinend ohne Anstoß plöhlich gelatinds abscheiden (z. B
Kieselsäure). Feste L. sind aus füssigem Zustaude homogen
erstarrte Gemenge von Substanzen, die keine chem. Ver—
bindung miteinander eingegangen sind (3z. B, viele Legie⸗
xungen). — Vgl. Koller (1888), Herz (1003).
Losungsverfahren, in der ösierr. Zollsprache der
Verkehr mit den auf uigewissen Verkauf ins Ausland
geschickten Waren unter Gestattung der zollfreien Wieder—
einfuhr innerhalb einer bestimmten Frisi.
Los⸗von⸗Rom⸗Bewegung, eine seit 1807 unter
den Deutschen Österreichs hervorgetretene Bewegung, ver—

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inlaßt durch die deutschfeindliche Politik der röm.«kath.
Veistlichkeit; sie bewirkte, daß namentlich in Nordböhmen
ahlreiche ühertritte von Katholiken zur evang. Kirche oder
um Altkatholizismus erfolgten. — Vgl. Evers (1902).
LEot (Eoth), früheres Handelsgewicht zu — später meist
uo, des Pfundes, als Gold-, Silber⸗ und Muünzgewicht
—6 der Mark, die als Ire ewin bei der Fein⸗
eitsbestimmung des Silbers in 16 L. à 18
Brän zerfiel; feines Silber war also 16 lötig.
— 8. Senkblei, im Seewesen, kegelför—
miger Blei⸗ oder zylindrischer Eisenkörper,
der an einer Leine (Lotleine) oder dünnem
Draht befestigt ins Wasser gelassen wird, 1077.
um die Tiefe zu bestimmen. S. auch Lot⸗ Lotrechte.
naschine) — 8., Perpendikel, Lotrechte,
Zenkrechte, Normale, in der Geometrie eine gerade Linie]
Abb. 1077)], die auf einer andern geraden Linie mm senk⸗
echt steht, d. h. mit dieser einen rechten Winkel bildet; der
Punkt 1, in dem die eine die andere trifft, ist der Fußpunkt.
— 2., Blei-L., an einem Faden befesligtes Blei zur Be—
timmung der senkrechten Richtung Cotrecht S senlrecht).
S., metallurgisch, s. Löten.
Lot, siames. Bronzemünze — Ujos Bat (s. d.).
Lot (engl., spr. lott), eine gewisse Anzahl, ein Posten.
Lot (pr. lott). 1) Nebenfluß der Garonne, kommt vom
Westabhange der Cebennen im Dep. Lozere, mündet nach
81 Kme (—s0s xm schiffbar) bei Aiguillon. — 2) Franz
departement, die Landfch. Fe umfassend, 5226 qkm,
1901) 226720 E.; Hauͤptstadt Cahors.
Lot, Sohn Harans, Neffe Ahrahams, begleitete letz⸗
ern nach Kangan, wohnte dann in Sodom bis zu dessen
ʒexsoung und wurde durch seine Töchter Stammpater
der Moabiter und Ammoniter (1 Mos. 18; 14; 19).
Lotablenkung, Lokalattraktion, die Abweichung der
dotlinie von der Normalen zur Erdoberfläche, die durch
Sinwirlung von Massenanhäufungen oder Defekten im
Erdinnern verursacht wird. — Vgl. Pechmann (1868—685).
Loten, Bestimmung der Wassertiefe durch Hinablassen
des Lots (s. d. und Lokmaschine).
Löten, Vereinigung zweier Metallstücke durch ein
drittes dazwischen eingeschmolzenes (das Lot). Je nach
der Schmelzbarkeit unterscheidet man Weichlot (Klempner⸗
Weiß⸗, Sicker⸗ oder Schnell⸗
ot, aus Zinn und Blei)
ind Hartlot (Streng⸗ oder
zchlaglot, meist aus Kupfer
ind Zink, auch aus Silber oder Gold bestehend); letzteres
zibt größere Festigkeit. Die zu verlötenden Meiallftlächen
verden gut gereinigt und zur Verhinderung der Oryda—
ion mit Lötwasser (z. B. Salzsäure, worin Zink aufgelöst
st) bestrichen; dann bringt man das Lot dazwischen und
erwärmt die Lötstelle mit dem Lötkolben (im Lötofen er—
hitztes prismatisches Stück Kupfer mit Stiel [Abb. iorp
oder durch eine Stichflamme (Lötlampe, Lötrohr, s. da.
— Bgl. he (3. Aufl. 1905).
Loi⸗et⸗Garonne (spr. lott e garonn), franz. Departe⸗
nent, aus Teilen von Guyenne und Gascogne zusammen—
Jesetzt, 538385 qkmm, (1901) 278 740 E.; e Agen.
Lothar J. röm. Kalser (840 —86859, geb. 7885, älte⸗
der Sohn Ludwigs des Frommen, 817 zum Nachfolger
ni Kaisertum bestimmt, bekriegte später seinen Vater und
eine Brüder, strebte nach des Vaters Tode nach Allein—
xrrschaft, wurde aber von seinen Brüdern Ludwig und
darl 841 bei Fontenoy geschlagen, erhielt im Vertrage
zon Verdun mit der Kaiferwuürde Italien und den Land-I
 zwischen Rhone, Sadne, Maas, Alpen und Rhein,
ankte 855 ab, gest. als Mönch im Kloöster Prüm 29. Sept.
355. Von seinen Söhnen erhielt Ludwig II. Italien,
rdothar II. (gest. 869) den g ihm Lotharingien (Loth⸗
ringen) genannten Teil, Karl die Provence mit Lyon.
Lothar IIXI. (II.), der Sachse, röm.⸗deutscher
daiser, Graf von Suplinburg, Herzog der Sachfen (1128
237), geb. 1068, kämpfte wiederholt' gegen Heinrich V,
vurde nach dessen Tode mit, Umgehung Herzog Friedrichs
»on Schwäben von der klerikalen Partei 1125 zum König
jewählt, regierte kräftig, verband sich gegen die Hohen—
taufen mit dem welfischen Hause und 'verlieh seinem
Schwiegersohne Herzog Heinrich dem Stolzen von Bayern
as Hzgt. Sachsen; 1133 zum röm. Kaiser gekrönt, nahm

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