2. die Mathildeschen Erbgüter vom Papfte zu Lehn; gest.
3. Dez. 1137 auf der Ruͤcktehr von einem zweiten Zuge
nach FItalien bei Trient, zu Königslutter begraben. —
Bgl. Jafft (1843), Bernhardi (1879).
Lothar, Konig von Frankreich (684-986), Sohn
dudwigs 1V., geb. 811, regierte seit 860 selbständig, über—
iiel 878 Otto II. in Aachen, pon diesem in Paris be—
iagert und gezwungen, auf Lothringen zu verzichten, gest
2. März 986.
Lothar, König von Italien, von seinem Vater Hugo
931 zum Mitregenten angenommen, nach dessen Vertrei⸗
dung durch Berengar (0486) nur dem Namen nach König,
gest. Nop. 950. Seine Witwe Adelheid (s. d.) 861 ver⸗
nählt mit Kaiser Otto J.
Lotharingisches Reich, sLothringen.
Lotheißen, Ferd., diterarhistoriker, geb. 20. Mai
833 zu Darmstadt, gest. 18. Dez. 1887 als Professor zu
Wien; Geschichte der franz. Literatur im 17. Jahrh.“
2. Aufi, 2 Bde., 1887), Moliere (1880) u. a.
Lothian (spr. lothlanin), fruchtbare Landschaft Schott⸗
lands, im S. des Firth of Forth, mit den Grafsch. Had⸗
dingtoͤn, Linlithgow und Edinburgh oder Mid⸗v.
Lothringen, frz. Lorraine, Bezirk im N. des deutschen
 Reichslandes Elsaß-Lothringen, 6228 qkm, (1900)
829 E. (67 874 Epvangelifche, 68014 Israeliten) dar⸗
inten 9461 Luremburger und 1342 Franzosen; Mund—
art zu den fränkischen; 47 Eisenerzbergwerke, Steinkohlen⸗
dergbau, Salinen, Eisenhütten und ⸗walzwerke, Porzellan⸗
Steingut⸗ hem., Plusch⸗, Seidenfabriken. 9 Kreise (Metz
Sladt'und Land, Bolchen, Chäteau⸗Salins, Diedenhofen⸗
ft und -West, Forbach, Saarburg, Saargemünd), 36
Fantone; Siß der Behörden Metz; Wappen s. Abb. 803,
bei Elsaß. Früher deutsches Herzogtum, auf welches der
Name des weit größern Lotharingischen Reichs übergegangen
war, dann franz. Landschaft, seit 1871 teils französisch, teils
deuisch. Den Namen hat 8. von Lothar II., dem Sohne
Kaiser Lothars J., der es 858 erhielt. Im Vertrage zu
Derfen 870 wurde es zwischen Ludwig dem Deutschen
ind Karl dem Kahlen geteilt. Otto J. verlieh es 853
seinem Bruder Bruno, Etzbischof von Köln, der das Laud
959 in Ober⸗L. (Mosellanien) und Nieder⸗L. (Ripuarien)
teilte. Nieder⸗L. (Brabant) fiel 1428 an Burgund.
Ober-L. kam 1047 an die Grafen von Elsaß, nach deren
Aussterben 14831 an Renatus von Anjou, Titularkönig
von Neapel, 1473 an Renatus, Grafen von Vaudemont,
der als der Stammpater des neuern lothring. Geschlechts
angesehen wird. Sein jüugster Sohn Claudius stiftete
m Frankreich die Nebenlinie Guise (. d). Während der
Minderjüährigkeit Karls III. riß Heinrich IJ. von Frank⸗
reich 18580 die Bistümer Metz, Toul und Verdun an sich;
1670 bemächtigte sich Frankreich des ganzen Landes und
gab es erst 16807 wieder heraus. Herzog Franz Stephan IV.
(s. Franz J., röm.-deutscher Kaiser) trat es 1736 gegen
Toskana“ an Stanislaus, König von Polen, ab, nach
dessen Tode (22. Febr. 1766) es an Fraukreich fiel. Durch
den Frankfurter Frieden kam 1871 Deutsch⸗L. (der größere
Teil des ehemal. Dep. Mosel und der kleinere Teil des
Dep. Meurue an Deutschland sKarte: Bayern, Baden
c. M. Geschichte von Derichsweiler (2 Bde., 1900).
Loͤti, Pierre, Pseudonym von Julien Viaud (s. d.)
Lorichsus, Petrus, neulat. Dichter, geb, 2. Rop, 1328
zu e gest. 7. Rov. 1560 als Prof. der Medizin
u Heidelberg;, Poemata“ (1351; zuletzt hg. von Friede⸗
mann, 18405, deutsch von Köstlin (1826), in Auswahl
mit Biogr. von Ebrard (1883).
Sötigkeit, ehemal. Bezeichnung des Feingehalts von
Silberwaren (s. Lot).
Lotion (lat.), Abwaschung; Waschmittel.
Lorrtoiben, Lötlampe, s. Löten [Abb. ;
Lotmaschine, Bathometer, Vorrichtung zum essen
»on Waffertiefen, wo das Handlot nicht ausreicht. Die
gebräuchli hen L. bestehen in einer Tronimel, auf der Kla⸗
iersaitendraht aufgewickelt ist, an dem ein Lotkörper in
die Tiefe gelassen wird, mit Bremsvorrichtung und Motor
zum Einhieven des Lois. Die Tiefe wird an einem Um⸗
drehungszahler abgelesen. Aus dem Brookeschen Tieflon
s. .dehstTerifigur) haben sich die neuern, das Baillie
ot, die Sigsbeesche L. und die von Le Blane, entwidelt
gIn der engt. Viarine isi jetzt die Lucassche 8. für Tief
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 6. Aufl. U

31

Lot

otungen in Alleingebrauch. Für Tiefen von 50—250 m
vird Sir William Thomsons (Lord Kelvin) Patentlot gern
ingewendet, die das Loten während der Fährt gestattet, da
eh ihr nicht die Lunge des Drahtes, sondern die Zu—
ammendrückung der Luft in einer Röhre im Lot die
Fiefe angibt.Diese wird dadurch erkeunbar, daß das
Wasser, je nach dem Druck, bis zu einer gewissen Hoͤhe in
die mit einem chem. Sng versehene Glasröhre ein—
ringt und den Belag entfärbt. Eine L. ohne Leine, sinn—
ceich, aber unsicher, ist die fast 300 J. alte von Alberti
und das Bathometer von Sir William
Siemens.
Lotophagen (grech. „Lotosesser“), im
Altertum sagenhaftes Volk in Nordafrika, das
ich von Lotosfruͤchten nährte, nahm Odysseus
astfrei auf (Odyssee IX, 62104).
Lotos, bei den Griechen Name verschie—
»ener Pflanzen. Der L. des Theophraft ist J078. Stili⸗
vohl der LeJudendorn (Zizyphus Lotus sierte Votos-Min.,
 s. Ziæyphus), andere sehen den L. blume.
er Lotophagen in den Früchten von Celtis australis L.
ider in dem Johannisbrot. Bei den Indern und Agyp⸗
ern bezieht sich der Name L. auf mehrere
chöne Sees oder Wasserrosen (s. Nymphaesa
ind Nelumbium nebst Terxtfigur). Nach den
Mythen der Inder ruht der Weltenschöpfer auf
ꝛinem L., die Lotosblume ist ihnen ein Sinn⸗
zild der Erde. Sie wurde stilisiert vielfach
n der ägypt. Wandmalerei sAbb. 1078] und
Baukunst (Lotossäule, Lotoskapitäl Abb.
1080)) verwendet.
Loͤtperlen, Perlen mittlerer Größe. 1080.
Lotrechte, . Lot sAbb. 1077). Sotoskapital.
Lötrohr, ein eng zugespitztes, an einem Ende um—
zebogenes oder aus Haupt- und Ansatzteil mit dazwischen
zingeschaltetem Wassersack bestehendes Rohr [Abb. 1081)]
um Anblasen der Flamme, um
eine Stichflamme la] zu erzeugen,
dient zum Löten kleiner Gegen—
tunde; in der analytischen EChe—
nie, um das Verhalten ver⸗—
chiedener Körper in hoher Tempe⸗
atur, in der Orydations⸗ und
Reduktionsflamme, zu beobachen.
 Als Unterlage dabei dient
meist Kohle, aber auch Platin—
olech c. Lötrohrgebläse, mechan.
Vorrichtungen zum Hervorbrin⸗
jen eines beträchtlich hohen Hitze⸗
Frades ohne Beihilfe der mensche
* Lungen (Balgen- und Gasometergebläse). — Vol.
Plattner (6. Aufl. 1887), Redlich (2. Äufl. 1803).
Lötschental, das Tal des r. Rhoönezuflusses Lonza
m schweiz. Kanton Wallis, 48 kKmlg.; der Lötscheupaß,
in Gletscherpaß, 2606ß m.
Lotse (Lootfe), ortslundiger, mit dem Fahrwasser ge—
iau vertrauter Scemann, nach dessen Anweisungen Schiffe
n und aus dem Hafen ert werden; in einzelnen See⸗
taaten einer staatlichen Befͤhigungsprüfung unterworfen,
zatent⸗L.; in freien Vereinigungen arbeitend (Lotfen⸗
zrüderschaft, Lotsenkompanie) oder als Staats- oder städischer
 Beamter angestellt, dann auch Ausüber von Polizei—
jewalt; Vorgesetzter Lotsenkommandeur, Ober⸗L., die auch
zie Aufficht über, die Betonnung führen. — Über das
neutsche Lotsenwesen vgl. Purlitz (1903).
Lotsenfisch, Pilot (RSauerâtes ductor C. V.), zu den
Ztachelflo ssern hrge Fisch, bläulich, oben dunkler, mit
217 Zunkeln, senkrechten Binden, in den gemäßigten und
rop. Meeren, folgt mit den Haifischen den Schisfen, auf
Abfälle lauernd. Fleisch geschätzt.
Lotsenflagge, Flagge, die, im Vorder—
nast des Schiffs geheißt, bedeutet: es wird
ein Lotse verlangt [Abb. 1082).
Lotter, Melchior, und Sohn Melchior
b., der jüngere (gest. 1342), druckte von Lu— 32.
herx Schriften in Leipzig und Wittenberg. Lotsenflagse.
Lotterie (frz.), meist vom Staate und zugunsten
)er Staatskasse veranstaltete Glücksspiele. Die L., auch
tlafsen⸗L. genannt, weil mehrere Ziehungen (Klassen) statt⸗