LEowe (spr. loh), Sir Hudson, engl. Generallentnant,
—8 28. Juli 1768 zu Galway in Irland, 1816-21
ouverneur von St. Helena und Hüter Napoleons J.,
1828 Oberbefehlshaber auf Ceylon, gest. das. 19. Jan.
1844 als Generalleutnant; schrieb, wegen seiner Strenge
gegen Napoleon vielfach angefeindet, seine Verteidigung:
NMomoriai relatię à ia captivité de Napoléon“ (deutsch
iSs30), „Lettors and journals““ (8 Bde, 1858). — Bal.
Seaton (engl., 18838).
Löwe (relis loo L. Tafel: Afrikanische Tier—
weit, 1)), neben Tiger und Jaguar das größte der katzen⸗
artigen Raubtiere Schädel auf Tafel: Skelett V, 11,
rinfarbig geib, Männchen mit Mähne an Hals und Vorder—
brufi, Edwang mit Endauaste. Ergreift die Beute im
Sprunge küber“9 m weit); Afrika, Westi-⸗ und Südasien.
Wichtigste Spielarten; Berber-, Senegal⸗ Kap⸗, Perser⸗,
Gudschrat⸗L(fast mähnenlos). — Silber“S., s. Kugnar.
Löwe, das fünfte Zeichen des Tierkreises; zwei Stern⸗
bilder sTafel: Astronomie 1, 1): Großer 8. mit dem
Stern erfler Größe Regulus; Kleiner L. zwischen dem Großen
L. und dem Großen Bären.
Loewe, Karl, Komponist, geb. 80. Nov. 1796 zu Löbe—
jün, 182266 Musitdirettor in Stettin, gest. 20. April
1869 in Kiel, bes. bekannt durch seine Balladen; Gesamt⸗
ausgabe feiner Werke 1889 — 10905; „Selbstbiographie“ hg—
von Bitter (1870). — Vgl. Bulthaupt (1898).
Löwe, Ludwig, Schauspieler, geb. 29. Jan. 1795 in
Rintein, feit I1826 am Wiener Hofburgtheater, gest. 7. Mär;
1871 in Wien, Heldendarsteller.
Löwe (genannt L.⸗Calbe), Wilh., Politiker, geb
14. Rov. 1814 in Olpenstedt bei Magdeburg, Arzt in
Calbe, 1848 Mitglied des Frankfurter Parlaments, 1849
Präsident des Rumpfparlaments in Stuttgart, ward dar⸗
aufhin in contumaciam zu lebenslänglichem Zuchthaus
veruͤrteilt, 1861 amnestiert, seit 1863 Mitglied des preuß
Abgeordnetenhauses, 1867 —81 des Reichstags, erst zur
Fortschrittspartei gehörig, gründete 1874 mit ea eint
hesondere liberale Gruppe, seit 1884 nationalliberal, gest
2. Nop. 1886 in Meran.
Lowell (jpr. loell), Stadt im nordamerik. Staate
Massachusetts, an der Mündung des Sudbury in den
Merrimac, (18903) 100 160 E.
Lowell (spr. löell), James Russell, amerik. Dichter,
geb. 22. Febr. 1818 in Cambridge 1856
Prof. am Harvard College, 1880 -8 Gesandter in London,
gest. 12. Aug. 1891 in Camhridge. Seine Gedichte (darunter
die satir. Biglow Papers“, 1846- 48 u. 1862) gefammelt
1848 u. ö.; Essays („Among my booxs“, 1870 u. 1876;
„My study windows“, 1871; „Political essays“, 1888
u. q.). — Vgl. Seudder (2 Bde. 1801), Greenflet (1906)
Lowell⸗ Mitrailleuse (spr. loell träiöhß), Schnellfeuergeschütz
 mit vier symmetrisch um eine Achse I
Läufen, von denen je einer solange benutzt wird, bis er
jeiß geworden ist; erzielt 370 Schuß in der Minute.
Lowen, Stadt im preuß. Reg.»Bez. Breslau, an der
Neisse, (1905) 3480 E. Amtsgericht, Schloß.
i enenn. Leuven, franz. Louvain, Stadt in der
helg. Provp. Brabant, an der Dyle, (1904) 42 194 G., got.
Rathaus, got. Peterskirche, Univerfitaͤt (1426 gestiftet, streng
tatholisch); im 14. Jahrh, Hauptstadt des Hzgt. Brabant.
Hier 1. Nov. 8891 Sieg Arnulfs über die Normannen. —
Bgl. Even (franz., 18985).
Löwenaͤffchen, Rötetäffchen (Fapals rosalis Wied),
rin zur Familie der Krallenaffen gehöriger kleiner Affe, mit
einer aufrichtbaren Mähne auf dem Kopfe, an der ostbrafil.
üste vorkommend.
Lowenvberg. 1) 8. in Schlesten, Kreisstadt im preuß.
Neg.-Wez. Liegnitz, am Bober, (1900) 6682 E., Amtsgericht,
Schioß.2) Gipiel (440w) des Siebengebirges am Rhein.
Loͤwenbund, Gefelischaft vom Leuen, Ritterbund,
der 13739 zu Wiesbaden zusammentrat, den Fehden unter⸗
rinander zn entsagen. Seine Mitglieder hießen Löweunritter.
Lowendal, Ulrich Friedr. Waldemar, Graf von,
Feldherr, ürenkel König Friedrichs 111. von Dänemark,
Jeb. 1. April 1700 zu Hamburg, stand nacheinander in
kaiserl, sachs., russ, uleßt frang. Kriegsdiensten, eroberte
1743 Sa6 das niederländ Flandern, erhielt für die Er—
ftürmung don Bergen-op-8oom (6. Sept. 1747) den
Marichalstab; gest. 27. Iu 1755 in Varis.

X

Loy

25wengesellschaft, s. Leoninischer Vertrag.
Aneneen Bucht des Mittellünd. Meers, s. Lion,
Lömengroschen, s. Fürstengroschen. [Golfe du
Zömen haupt, Adam Ludw., Graf, s. Lewenhaupt.
Löwenmaul, s. Antirrhinum; gelbes L., s. Linaris,
LZöwenorden. 1) Orden vom Zahringer Löwen, bad.
Irden, gestiftet 26. VBez. 1812 vom Großherzog Karl Ludvig;
 fünf Klassen. Der Orden Berthoids 1. 1877 als
wöchste Klasse hinzugefügt, 8. Sept. 1896 als selbständiger
Irden mit vier Klassen organisiert. — 2) Orden vom gol⸗
enen Löwen, 14. Aug. 1770 vom Landgrafen Friedrich II.
ꝛon Hessen-Cassel gestiftet, 1876 vom Großherzog von
dessen übernommen. — 3) Orden vom niederländ. Loöwen,
28. Sept. 1815 von König Wilhelm 1J. gestiftet. — 4) Nasauischer
 und königl. niederländ. Hausorden vom goldenen
Awen, 28. Jan. bez. 16. März 18658 in einer Klasse ge⸗—
tiftet. Nach Einverleibung Nassaus in Preußen vom König
der Niederlande 13. März 1873 für Luxemburg übernom⸗
nen. — 5) Königl. L. des Kongostaates, von König Leo—
pold II. von Belgien 9. April 1881 gestiftet; 6 Klassen.
Löwenritter, s. Löwenbund.
Löwenrobbe, jJ. Seehunde.
Löwenschnäuzchen, Pflanzenart, s. Antirrhinum.
Löwenstein, Stadt im württemb. Neckarkreis, 000)
527 E., fürstl. Schloß. Die alte Burg L. Stammntz der
Hrafen Getzt Fürstens von L. Das' fuͤrstl. Haus zer⸗
ällt in zwei Linien, L.-Wertheim-Freudenburg (gegen—
värtiger Chef Fürft Ernst, geb. 28. Sept. 1804) und 8.
Wertheim⸗Rosenberg (gegenwärtiger Chef Fürst Karl, geb.
21. Mai 1884, Führer des ultramontanen deutschen Adels).
Löwenstein, Rudolf, Dichter und Journalist, geb.
20. Febr. 1818 zu Breslau, 1848 Mitbegründer und vis
887 Mitarbeiter des „Klaͤdderadatsch“ in Berlin, gest.
5. Jan. 1891 das.; schrieb: „Kindergarten“ Gedichte,
Sas u. ö.), „Ehret die Frauen“ (1874), Aus bewegter
Zeit“ (polit. Gedichte, 1890) u. a.
Löwentaler (Lion d'argent), Silbermünze der Nieder⸗
ande für den Handel mit der Levante (seit 1576).
Löwentinfee, See im preuß. Reg.Bez. Gumbinnen,
25 qkm, fließt Jueh den Lötzener Kanal zum Mauersee ab.
Löwenzahn, Pflanzenart, s. Taraxacum.
Lower Brirham (spr. lauer), engl. Stadt, s. Brixham.
Lower Norwood (spr. lauer), südl. Vorort von
dondon, s. Norwood.
Lowerz (Lanerz), Dorf im schweiz. Kanton Schwyz, am
ꝛowerzer See (4 xm Ilg., 1 ku br.), (1300) 486 E.; 2. Sept.
i80s durch den Bergsturz von Goldau teilweise verschüttet.
Lowestoft (spr. löhstofft), Hafenstadt in der eugl.
Brafsch. Suffolk, an der Nordsee, (1001) 28842 E.
Lowitich (poln. Lowicz), Kreisstadt im russ.e poln.
Bouv. Warschau, an der Bsura, 12484 E.
Lowry (engl. spr. laurl), Eisenbahnwagen f. Lori.
Lowther Hills (spr. lauther), Hügelgruppe in der
chott. Grafsch. Lanark bis 732 w hoch.“
Loxrodroin ische Linie, Loxodronie (grch. d. h. Linie
es schiefen Laufs), eine auf der Oberfluche einer Kugel
oder eines elliptischen Sphäroids) gezogene, in der Schiff⸗
ahrtskunde wichtige Linie von doppelter Krümmung, welche,
alle Meridiane unter gleichem Winkel schneidend, sich dem
Pole spiralförmig nähert. — Vgl. Günther (1878).
Loxoptoryginm, s. Quebrachoholz.
Lonyal Erz., spr. lHdajäl), gesetze, pflichtmüßig; bieder;
mhänglich an, das angestammte Herrscherhaus, es mit der
RFegierung haltend; Loyalität, Gesetzlichteit, Rechtlichkeit,
Biederkeik; Untertanentreue; Lonalisten, die Anhaͤnget der
Stuarts nach deren Vertreibung.
Loyalty⸗Inseln (spr. leuẽeltt.), Inseln im Stillen
Dzean, zum franz. Neukaledonien gehörig, 274184kxm, 1800060.
Loyola, Ignatius von, eigentlich Juͤtgo Lopez de Re—
alde, Stifter des Jesuitenordens, geb. 14191 auf Schloß
doyola span. Prov. Guipuzcoa), war Offigier in spon.
driegsdiensten. 1521 schwer verwundet, widmete er sich
eitdem aszetischen Üübungen, ging 1523 nach Palüstiug,
tudierte dann in Alcala, Salamaͤnca und Paris, stiftete
534 mit Xaver, Laynez, Bobadilla, Rodrigueg una, in
Zenedig den Jesuitenorden (s. Jesuiten), dessen erster Ge
ieral er 1841 wurde; gest. 31. Juli 1556; 1622 von Gre⸗
or XV heilig gesprochen, Gedaͤchtnistag 31. Juli If. Bei⸗
age: Heilige ꝛciJ). — Vgl. Gothein e