Loy

Loyson (spr. lbasong), Charles, s. Hyacinthe (Pater)
Lozere Epr. sähr), Departenient in Südfrankreich
denannt nach dem zur Zentralmasse der Cevennen gehörigen
Lozeregebirge im O. und SO. desselben, rauhes, wild⸗
ind medallreiches Gebirgsland, 5180 qkm, (1801) 128 866
5.; Hauptstadt Mende.
LSgzieren (lat.), an seinen Plagtz stellen, setzen; an⸗
legen, in (Geld); vermieten, verpachten.
Lpfd., Abkürzung für Liespfund (. d.).
LIS. Loco Sigũulli (s. Loco), auch — Lectõori salu-⸗m,
 Gruß dem, Leser; im Wechselverkehr — lange Sicht.
L St. (E), Abkurzung für Livre Sterling, Pound Stering
 (Pfund Sterling).
ta., Abkürzung für Lämited (s. d.).
Tuãlaba, Kamorondo, Quellfluß des obern Kongo,
entfpringt 1325 m ü. d. M., hildet die Nsilofälle und viele
Seen (Kissalesee), vereinigt sich, 1000 xm Ig. (400 xm
cchiffbar), bei Ankolo mit, dem Luapula.
Lnalig⸗Prabang, Hauptstadt des frauz. Schutzgebietes
 Laos (Frauz.⸗Indochina), an der Mündung des
Ramekan in den Me—-kong, 40000 E.; April 1806 durch
Feuersbrunst fast völlig zerstört.
Luapula, Teilname des Oherlaufs des Kongo.
Tubaczow (spr. batsch.), königl. Freistadt in Gali—
en, an der Müudung der Zawadomka in die Lubaczbwla,
7s00) 880 E.; Tuch⸗, Teerindustrie.
Lubartow, Stadt, s. Ljubartow.
Luͤbbecke, Kreisstadt im preuß. Reg.-Bez. Minden, am
Fuße des Wiehengebirges, (19050) 4002 E. Amtsgericht.
Lñbbem, Kreisstadl im preuß. Reg.«Bez. Frankfurt, in
der Niederlaufiz, an der Spree, in die hier die Berste fließt,
105) 7177 E., Garnison, Amtsgericht, Idiotenanstalt.
Laͤbbeun, Heinr. Aug. Sprachforscher, geb. 21. Jan
1818 zu Hooksiel, 1844575 Gymnasiallehrer, seit 1877
Bibliothetar zu Oldenburg, gest, 15. März 1884. Haupt⸗
verlen Mittelniederdeutsches Wörterbuch“ (mit K. Schiller,
s Bde. 1871 81).
Lubbenau, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Frankfurt,
an der Spree, (1005) 3806 E. Amitsgericht, Schloß des
rafen zu Lynar mit Gemäldesammlung.
Lubbock (fpr. löbb-), Sir John, Lord Avebury, engl.
Naturforfcher geb. 80. April 1834 zu London, Bankler
das. und Parlamentsmitglied, 1900 Peer, hervorragender
Vertreter des Darwinismus; Hauptwerk: The grigin
cicnisation (6. Aufl. 1890; deutsch 1876); ferner:
sPrenictoris times“ (I86; deutsch 1873-74. nts
Poos and vaspa (1882; deutsch 1883) M. q..Ihe plesures
 or lito (1887 u, o.; deutsch. 3. Aufl. 1893), „The
oauties of nature“ (1882; deutsch 1809).
Lübeck, zum Großhzgt. Oldenburg gehöriges Fürsten—
um in der holstein. Vandsch. Wagrien, 1590 1m vom
Hauptlande entfernt, 5341 4km, (1900) 37 340 E., Haupt⸗
sadt Eutin; aus den Gütern des reichsunmittelbaren, seit
dem 16. Jahrh. luth.⸗wagrischen Bistums und des 1808
gestifteten Kollegiatstifts gebildet, 1803 säkularisiert, seit
813 zu Oldenburg gehörig, 1867 durch das holstein. Amt
Ahrensböck vergrößert.
Lübeg, Frele und Hansestadt, Bundesstaat des Deutschen
Reichs, mit ihrem an der Mündung der Trave in die Ost⸗
see zwischen Mecklenburg, Schleswig⸗ Holstein und dem
oldenb. Fuͤrstent. Lübeck gelegenen Gebiet
Karte: Nordwestdeutschland Lu. J,
5, bei Hannover], 299 4km, (1900) 6 776
E. (2176 Katholiken, 670 Israeliten),
(19005) 105 887 E. besteht aus den Städten
L. und Travemünde und fünf Landbezirken
mit 49 Gemeinden sowie dem Gebiete der
Trave und des Dassower Sees. Die Regie—
ngtestent aus dem Senat mit 14 lebenslänglichen (davon
ein Bürgermeister auf 2 Jahre) und der Bürgerschaft mit 120
auf 6 Jahre gewählten Mitgliedern. L. hat eine Stimme im
Bundesrat und sendet einen Abgeordneten in den Reichstag.
Je ein Land- und Amtsgericht; höchste Instanz das Han⸗
seatische Oberlandesgericht in Hamburg. Einnahmen 1904
7269 447 , Ansgaben 7347783 A, Staatsschuld
30 388 821 . L. stellt das 162. Infanterieregiment zum
Reichsheer. Wappen: ein zweiköpfiger Adlex mit einen
weiß und rot wagerecht geteilten Brustschild IAbb. 1084]
Landesfarben: Weiß und Not.

Oie Stadt L., an der Trave und Wakenitz (Abfluß des
staheburger Sees), (1800) 82 088 (91801) E, Garnison,
dand- Amtsgericht, Handels-, Gewerbes, Handwerlerlam—
ner, Reichsbantstelle, Gymnasium, Realgymnasium, Real⸗
chulen, Lehrerseminar. Zahlreiche mittelalterliche Gebäude
nit vielen Kunstschätzen und Sehenswürdigkeiten: Marien⸗
— DD Rathaus, Holstentor
Tafel; Rordwestdeutschlaud Al, 10, bei Hannover] ac.
durch den Elbe-Trave⸗Kanal ist L. zweiter Elbe⸗Seehafen
ewotden. — 8. nach der Zerstörung der ältern Stadt durch
ie Rugier 1148 von Graf Adolf 1I. von Holstein⸗ Schauen⸗
zurg gegründet, 1158 au Heinrich den Löwen abgetreten,
hunde 226 Freie Reichsstadt und gelangte als Haupt der
Hansa zu großer Macht, die der Dreißigiähr. Krieg zer—
orte; F. Nov. 1806 wurde die von Blücher besetzte Stadt
Jurch die Franzosen erstürmt und geplündert, Dez. 1810
Frautreich einverleibt, 8. Dez. 1813 von den Franzosen
bieder geräumt, 2. Juli 1866 trat L. dem Norddeutschen
hunde, “I1I. Aug. 1868 dem Zollverein bei. — Vgl. Hoff⸗
nann (EBde 1888 - 02), Polm (18000).
Luͤbecker Spiel, eine Art des Kegelspiels, bei dem
eder, auf eigene Rechnung schiebt.
Züben, Kreisstadtim preuß. Reg.-Bez. Liegnitz, am Kal—
en Bach, (1905) 6668 E., Amtsgericht; Tuchfabrikation.
Lñͤben, Adolf, Genremaler, geb. 1837 in Petersburg,
eit 1876 in Müuchen, gest. das. 16. Dez. 1905; Haupt⸗
ilder: Verunglückte Medizin, Heimkehr des Schügenfestugs,
 Schnadaͤhüpfln, Gang zum Kranken. Taufschmaus,
MNusikalische Versnche.
Lubilasch, Flüsse in Afrika, . Lomami und Sankuru.
Lü bischer Muünzfuß, s. Münzfuß.
Tübisches Recht, wichtigstes Stadtrecht des deutschen
Miltelalters, außer in Lübeck bes. in Pommern, Schleswig⸗
holstein und Mecklenburg in Geltung.
Lübisch⸗Kurant, die frühere Kurantwährung in
dübeck und Hamburg (86 Kurantmark — 1 hamb.⸗ köln.
Mark; 5 Kurantmark — 6 deutsche Reichsmark).
Lüͤbke, Wilh. Kunsthistorxiker, geb. 17. Jan. 1826 zu
Dortmund, 1866 Prof. am VPolytechnikum, zu Stuttgart,
rit 1885 an der Technischen Hochschuͤle zu Karlsruhe, gest,
af. 8. April 1883; schrieb: „Geschichte der Architektur“
6. Aufl. 1884), „Grundriß der Kunstgeschichte“ (13. Aufl.
8901 5), Geschichte der Plastik“ (3. Aufl. 1880), „Ge—
chichte der Nenaissance“ lin Deutschland, 1882; in Frank⸗
reich, 1886), „Geschichte der deutschen Kunst“ (1889); mit
xVon Lützow die, Denkmäler der Kunst“ (8. Aufl. 1897).
Lublin, Gouvernement, Stadt, s. Ljublin.
Lubliner, Hugo, Scustseuer unter dem Pseudonym
zugo Burger, geb. 22. April 1846 zu Breslau, lebt in
Zerlin; betannteste Dramen: „Die Modelle des Sheridan“
1875), „Gabriele“ (1878), „Die Frau ohne Geist“
1879); Jourfix“ (1882), Mitbürger“ (1884), „Glück
ei Frauen“ (1884), „Dab fünfte Rad“ (1898), „Splitter
und Balken“ (1888), die Romane „Die Glaubiger des
hlücks“ (18880), „Die Frau von 18 Jahren“ (1886),
Roman eines anständigen Mädchens“ (1896) u. a.
Lublinitz, Kreisstadt im preuß. Reg.⸗Bez. Oppeln, am
dublinitzet Wasser, (1905) 3656 E.; Amtsgericht, Pro—
v aeeeet [Sula, 10 108 E.
Lübny, Kreisstadt im russ. Gouv. Poltawa, an der
Lübtheen, WMarktflecken in Medlenburg- Schwerin,
1905) 4018 E., Amtsgericht, Lehrerseminar.
SLübz, Stadt in Mecklenburg⸗Schwerin. an der Elde.
1905) 3400 E., Amtsgericht.
Lucae, Aug., Ohrenarzt, geb. 24. Aug. 1835 in
Berlin, 1871 Prof. 1881 VDixektor der königl. Klinik für
Ohrentranke das.; schrieb: „Schalleitung durch die Kopf⸗
tnochen“ (1870),,Subjektive Gehörsempfindungen“ (I884).
Lucae, Richard, Architekt, geb, 12. April 1829 in
zerlin, gest. das. als Direktor der Bauakademie 26. Nov.
877; perschiedene Privatgebäude (Borsig u. g.) in Berlin,
Ipernhaus in Frankfurt a. M. (1880), Technische Hochschule
n Charlottenburg.
Lucalla, Nebenfluß des Quanza, in der portug. Kolonie
Angola (Westafrika), mündet unterhalb Dondo—
Lucanus, Marcus Annäus, röm. Dichter, geb. 30
a. Chr. zu Corduba in Spauien, Quästor und Augur zu
Rom, infolge einer Verschwörung gegen Nero auf dessen
Befehl zum Tode verurteilt, ließ sich die Adern öffnen